Gemeinsam und schwungvoll ins neue Jahr

Läufe zum Jahreswechsel in Esslingen, Kirchheim, Reichenbach und Leinfelden

Sportlich und stimmungsvoll kann man das alte Jahr ausklingen lassen und dann auch gleich das neue beginnen. In Esslingen und Reichenbach sind an Silvester beschauliche Fackelzüge angesagt, in Kirchheim geht’s sportlich-ambitioniert auf die Teck. Und damit gute Vorsätze keinesfalls in Vergessenheit geraten, lädt die LG Filder gleich am Neujahrstag zu einem Zehn-Kilometer-Lauf ein.

Esslingen

Beim Esslinger Silvester-Fackellauf lockt ein buntes Rahmenprogramm auf die Esslinger Höhe beim Dulkhäusle. Je nach Wetterlage werden rund 3000 Kinder und Erwachsene erwartet. Veranstaltet wird das Event am letzten Tag des Jahres von der Turnerschaft Esslingen, dem Aero-Club und dem DRK Esslingen. Weitere Vereine und Institutionen unterstützen es, unter anderem der Hockeyclub, die DLRG-Jugend, der Aikido Club oder der Kleingartenverein. Alle sind ehrenamtlich für den guten Zweck im Einsatz. „Die Vereine verdienen nichts dran“, betont Martin Schietinger von der Turnerschaft, der neuer Hauptorganisator des Ganzen ist. Aus den Einnahmen werden die Kosten gedeckt, der Rest geht an die Weihnachtsspendenaktion der Eßlinger Zeitung.

Schon um 15.30 Uhr beginnt am 31. Dezember das Programm mit dem Verkauf von Fackeln, Kinderpunsch, Glühwein, Würstchen und mehr. Auf Holztalern kann man Wünsche notieren und diese in der Hoffnung auf Erfüllung in eins der großen Feuer werfen. Der Fackelzug startet um 17 Uhr auf seine Runde mit fantastischer Aussicht auf die Lichter im Tal. Er zieht sich über zweieinhalb Kilometer auf dem Esslinger Höhenweg hin. Zur Belohnung für den Fußmarsch erwartet die Kinder, die dabei sind, an der Strecke eine kleine Überraschung. Für Rollstuhlfahrer, Kinderwagenschieber und alle, die gern eine kürzere Strecke hätten, empfiehlt sich die Abkürzung: Auf ihr ist der Weg etwa halb so lang und durchgehend befestigt.

Auch Shuttlebusse werden wieder eingesetzt: Der Stadtverkehr Esslingen fährt zwischen 15 und 16.15 Uhr von der Fleischmannstraße aus aufs Jägerhaus, die Firma Schlienz sorgt für zwei Zubringer-Busse aus Aichwald, jeweils um 15.45 Uhr ab Schanbach Kreisverkehr und ab Aichelberg Holl. Rückfahrt ist dann jeweils um 18 Uhr.

Kirchheim

In Kirchheim wird die Teck im Laufschritt erobert, Start des Silvesterlaufs, organisiert vom Lauftreff, ist um 15 Uhr am Rathaus. Die Teilnehmer sollten die 18-Kilometer-Strecke auf die Teck und wieder zurück, inklusive der 464 Höhenmeter, „locker im Griff haben“; es sind also ambitionierte Sportlerinnen und Sportler angesprochen. Die Strecke verläuft über Dettingen und den Parkplatz Hörnle nach oben und nach kurzer Pause wieder zurück nach Kirchheim. Am Gaiserplatz stoßen Fackelläufer zur Gruppe und begleiten sie zum Rathaus, während das Publikum die Läuferinnen und Läufer mit Beifall begrüßt und anfeuert.

Trotz der sportlichen Herausforderung verzichtet der Silvesterlauf auf eine Zeitnahme ebenso wie auf Anmeldung und Startgeld. Die Besonderheit des Laufs liege im gemeinsamen Erleben und im stimmungsvollen Schlusseinlauf mit Fackelträgern in der Stadt, sagt Organisator Alexander Rehm. Erwartet werden 500 bis 600 Teilnehmer. Für Spenden sind die Organisatoren dankbar, zumal wegen zunehmender Auflagen auch die Kosten steigen.

Reichenbach

Bei der Feuerwehr sind Fackelträger richtig. Die Reichenbacher Lösch- und Rettungstruppe hält seit 2017 den Silvesterbrauch in Reichenbach am Leben, sie hat den Fackellauf von der damaligen URB und dem DRK übernommen. Start ist am Feuerwehrhaus in der Blumenstraße, Zielrichtung das Freibad. Der Zug marschiert über die Sainte-Savine-Brücke, im Dunkeln die Fils entlang und wieder zurück, insgesamt rund drei Kilometer. Schon ab 16 Uhr gibt es am Feuerwehrhaus Glühwein und Punsch, Rote und andere Würste sowie Fackeln zum Kaufen. Den Erlös aus der Veranstaltung kann die Feuerwehr für ihre Jugendarbeit gut gebrauchen.

Leinfelden

Die Sportler von der LG Filder lassen keine Zeit verstreichen, gleich am Neujahrstag werden bei ihnen wieder die Laufschuhe geschnürt. Start des Laufs am 1. Januar ist um 14 Uhr in der Hagenbuchallee in Leinfelden, von wo aus auf einer Strecke von rund zehn Kilometern die keltische Viereckschanze umlaufen wird. Im Zieleinlauf warten Kinderpunsch und Weihnachtsstollen. Für die Gesamtsieger gibt es Torten, außerdem in allen Altersklassen Urkunden für die Plätze eins bis drei. Das Startgeld beträgt zehn Euro, Nachmeldungen sind bis 30 Minuten vor dem Start möglich. Die Ausschreibung ist unter www.lg-filder.de zu finden. „Der Lauf ist familiär, einfach ein guter Start ins neue Jahr mit etwas Sport, aber ohne krampfhaft einer Zeit hinterherzuhetzen“, sagt Organisator Florian Mertens.  aia/Foto: bul


Eine Stadt und ihr Dichter

Nürtingen feiert den 250. Geburtstag von Friedrich Hölderlin – Zehnmonatige Veranstaltungsreihe

Im kommenden Jahr wird der 250. Geburtstag des Dichters Friedrich Hölderlin gefeiert. Die Stadt Nürtingen, Heimatstadt Hölderlins, feiert und ehrt den Dichter zwischen Februar und November mit einer Veranstaltungsreihe, bei der dem Leben und der Bedeutung  Hölderlins nachgespürt wird.

Johann Christian Friedrich Hölderlin, geboren am 20. März 1770 in Lauffen am Neckar, zählt zu den bedeutendsten Lyrikern seiner Zeit. In Nürtingen wuchs Hölderlin auf, in späteren Jahren kam er immer wieder in die Stadt zurück. Bis zu seinem Tod am 7. Juni 1843 in Tübingen besaß er das Nürtinger Bürgerrecht. Um den 250. Geburtstag Hölderlins im kommenden Jahr angemessen zu feiern, hat die Stadt Nürtingen unter der Federführung des Kulturamts gemeinsam mit mehr als 20 Kultur- und Bildungseinrichtungen eine Veranstaltungsreihe aufgelegt, die zwischen Februar und November die verschiedenen Facetten des Dichters beleuchten will.

„Alle Beteiligten haben sich mit großem Engagement an die Sache gemacht. Herausgekommen ist eine Reihe mit sehr unterschiedlichen Formaten, mit Angeboten für Kinder, mit Rezitationen und Lesungen, Vorträgen, Ausstellungen und Konzerten“, erzählt Jutta Ortelt vom Kulturamt der Stadt. Als „zentraler Schwerpunkt“ des Hölderlin-Jahrs könne das Projekt des Theaters Lindenhof in der Kreuzkirche betrachtet werden. Dabei unternimmt die Truppe ab 20. Mai in zehn Vorstellungen eine Annäherung an Hölderlin mit Musik. Vier Schauspieler und zwei Musiker bitten das Publikum an einen großen Tisch, um  Werk und Person Hölderlins zu betrachten. „Man wird Hölderlin dabei neu begegnen, denn es werden Bögen in das gesellschaftliche Heute geschlagen“, sagt Ortelt.

Ausstellung im Bürgersaal

Den Auftakt der Reihe bestreitet der Schriftsteller Rüdiger Safranski am 6. Februar mit der Lesung aus einer Biografie Hölderlins, die er jüngst vorgelegt hat. Vom 13. Februar bis 20. März ist im Bürgersaal des Rathauses eine Wanderausstellung mit Bildern der Fotojournalistin Barbara Klemm zu sehen. Sie hat Schauplätze aus Werken des Dichters fotografiert, die Hölderlin geprägt haben. „Wir sind die erste Station der Ausstellung, und darauf sind wir sehr stolz“, sagt Ortelt. Die VHS Nürtingen und das Kino Traumpalast präsentieren vom 10. bis 17. Mai „ein kleines und feines Filmfestival“, kündigt Ortelt an. Dabei sind auch alle Filme der Hölderlin-Tetralogie des Regisseurs Harald Bergmann zu sehen. Außerdem wird eine neue Produktion des Regisseurs Rolf Lambert gezeigt, die zum Hölderlin-Jahr gedreht wurde.

Das Nürtinger Hölderlin-Gymnasium feiert 2020 sein 50-jähriges Bestehen. Am 20. März zeigt das Gymnasium zu Hölderlins Geburtstag in der Stadthalle eine musikalisch-theatrale Geburtstagsrevue und damit „den Blick junger Menschen auf Hölderlin“, wie  Ortelt sagt. Das Sinfonieorchester des Gymnasiums lässt am 18. Juli in der Stadthalle die Zeit Hölderlins musikalisch aufleben.

Harald Schmidt bei Orgelnacht

Am 16. Juni referiert Jörg Robert, Professor für Germanistik und Literaturgeschichte an der Uni Tübingen, über die europäische Kultur in Hölderlins Lyrik. Darin findet sich die höchst aktuelle Vision Hölderlins zur kulturellen Identität und zum zivilisatorischen Fortschritt in Europa, die nur durch Migration und Kulturtransfer erreicht werden könne. Mitglieder der Musik- und Jugendkunstschule präsentieren vom 16. bis 18. Oktober ein „Hölderlin-Happen’ing“. In einer Revue zum Dichter begegnen sich unterschiedliche Spielarten der Kunst wie Musik, Tanz, Theater und Zirkus. Auch der bekannte Nürtinger Schauspieler und Entertainer Harald Schmidt wird Hölderlin würdigen. Bei der Orgelnacht am 24. Oktober in der Pfarrkirche St. Johannes liest er zu musikalischer Begleitung aus Texten des Dichters.  pst/Foto: pst

Info: Das ausführliche Programm liegt aus und ist unter www.nuertingen.de/hoelderlin2020 erhältlich.


Viele Beschwerden, eine Resolution

Sieben Gemeinden fordern besseren Lärmschutz seitens des Flughafens

Vom Flughafen Stuttgart darf nicht mehr Lärm ausgehen als im Jahr 1978: Das ist in seiner Betriebsgenehmigung festgeschrieben. Das werde „sehr gut eingehalten“, schreibt der Lärmschutzbeauftragte des Airports in seinem Jahresbericht 2018. Gleichzeitig sehen sich die Gemeinden nordöstlich der Start- und Landebahnen zunehmend von Fluglärm belästigt. Sie haben gemeinsam eine Resolution verabschiedet.

Schon im April dieses Jahres hat der Gemeindeverwaltungsverband Plochingen-Altbach-Deizisau das gemeinsame Papier verfasst, dem sich inzwischen mehrere Nachbarkommunen angeschlossen haben. Denn die Bürger nehmen die Entwicklung beim Fluglärm anders wahr als dies im Jahresbericht und in der aktuellen Überprüfung des Flughafen-Lärmaktionsplans von 2014 steht. Das zeigt auch die Zahl der Beschwerden, die sich im Jahr 2018 mehr als verdoppelt hat. Ein Grund dafür könnte sein, dass die offiziellen Messwerte laut Vorschrift zu Mittelwerten über mehrere Stunden verrechnet werden. Wahrgenommen werden von den Menschen aber vor allem die Spitzenwerte, also einzelne, laute Flieger, besonders in der Nacht.

Im Jahr 2018 ist zudem zum ersten Mal seit 2009 die Zahl der Flugbewegungen in Stuttgart wieder angestiegen, bei der Zahl der Passagiere wurde ein  Rekord erreicht. Hinzu kam, dass mehr Flugzeuge als in anderen Jahren in östlicher Richtung starteten. Es waren gut 50 Prozent, also rund zehn Prozent mehr als im langjährigen Mittel. Grund dafür ist nach Angaben des Flughafens, dass überdurchschnittlich häufig Ostwind wehte und Flugzeuge mehr Auftrieb bekommen, wenn sie gegen den Wind starten. Insgesamt gingen 1233 Beschwerden ein, das waren 55 Prozent mehr als 2017. Der Lärmschutzbeauftragte weist allerdings darauf hin, dass allein drei Personen, die er „Dauerbeschwerdeführer“ nennt, mehr als 30 Prozent der Beschwerden ausmachten. Und dass sich im warmen Sommer 2018 die Menschen mehr im Freien aufgehalten und damit die Flugzeuggeräusche stärker wahrgenommen hätten.

Häufigster Beschwerdegrund waren mit 287 Nennungen die Nachtflüge. Dabei gelten seit 2014 Nachtflugbeschränkungen: Gestartet werden darf von 6 bis 23 Uhr, gelandet werden noch eine halbe Stunde später. Aber es gibt Ausnahmen: wenn Flugzeuge verspätet sind, bei medizinischen Notfällen oder aber für Nachtluftpostflüge der Deutschen Post. Außerdem gelten die Regeln lediglich für den zivilen Luftverkehr; Militärmaschinen oder Hubschrauber sind davon ausgenommen.

Den Gemeinden, die die Resolution unterzeichnet haben, ist das zu viel. Sie fordern, das Nachflugverbot strikt einzuhalten und in den Übergangsstunden die Gebühren für lautere Maschinen weiter zu erhöhen. Erlöse aus diesen Gebühren sollen unmittelbar für Lärmschutzmaßnahmen am Flughafen und bei direkt betroffenen Anliegern eingesetzt werden. Weiterhin sollen die Nachtflüge gerecht auf beide An- und Abflugrichtungen verteilt werden, denn gerade von den Postflügen sehen sich die Unterzeichner-Kommunen besonders betroffen.

„Keine zweite Startbahn“

„Wir lehnen alle Ausbaupläne des Flughafens zur Ausweitung des Flugbetriebes ab. Insbesondere sind die Überlegungen zum Bau einer zweiten Startbahn endgültig aufzugeben“, heißt es in der Resolution. Dass mittlerweile viele leisere Flugzeuge unterwegs sind, bewerten sie positiv – an diesen Stand der Technik müssten aber die Grenzwerte angepasst werden. Den Referenzwert von 1978 halten die Gemeinden für überholt. Unterschrieben haben die Resolution neben Plochingen, Altbach und Deizisau auch die Schurwaldgemeinden Baltmannsweiler und Lichtenwald, ebenso Wernau und Esslingen.  aia / Foto: Menner/Flughafen Stuttgart


Abgestimmt

Böllerverzicht?

 

 

Das Silvesterfeuerwerk ist in Verruf geraten: Feinstaub, gefährlich, laut, das Geld sollte besser  gespendet werden. Wie ist es bei Ihnen, verzichten Sie auf Böller und Raketen?

Foto: dpa

Wie ist es bei Ihnen, verzichten Sie auf Böller und Raketen?

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Stimmungsvolles für den Advent

Das ECHO gibt Lesetipps, die sich auch noch als Weihnachtsgeschenk eignen

Die Adventszeit ist mit vielen Bräuchen verbunden und lädt, bei allem Vorweihnachtsstress, auch zu Besinnlichkeit ein. Einer der schönsten Bräuche ist es, Ruhe einkehren zu lassen und zu einem Buch zu greifen. Die ECHO-Redaktion  hat regionale Neuerscheinungen ausgesucht, die auf unterhaltsame Weise dazu einladen, zu entspannen.

Mit verschmitztem Augenzwinkern, mal nachdenklich und auch mal wütend: In 20 Episoden seines neuen Erzählbands schickt der Reutlinger Autor Jochen Weeber seine Leser in ein Wechselbad der Emotionslagen. Mit viel Sprachgefühl gelingt es ihm, die kleinen und ziemlich großen Momente des Lebens poetisch auszustatten, und er überrascht mit unvorhersehbaren Wendungen. Ein Buch, das gut in diese Jahreszeit passt.

Jochen Weeber: Das Wiehern der Seepferdchen, Drey Verlag.

Der Hirtenjunge Joel hat einen Schutzengel namens Paula, den er zwar nicht sehen, aber spüren kann. Eines Tages beobachten die beiden, wie eine schwangere Frau und ihr Mann nach Bethlehem reisen und keine Unterkunft bekommen können. Engel Paula weiß Bescheid: Das müssen Maria und Joseph sein, die Geburt des kleinen Jesuskinds steht kurz bevor. Also zwickt und kneift sie Joel, damit er sich etwas einfallen lässt. Das lustige und fein illustrierte Bilderbuch erzählt die Weihnachtsgeschichte aus einer ganz anderen Perspektive.

Marlene Fritsch, Anja Boretzki: Paula und das Christkind, Paulinus Verlag.

Dass Haie als Räuber der Meere gelten, beeindruckt das Geschwisterpaar Shana und Koan in keiner Weise. Im Gegenteil. Sie sind von ihrer ersten Begegnung mit einem Hai so euphorisiert, dass sie fortan seine Nähe suchen und ihm den Namen Shajko geben. Allerdings werden die Kinder nach und nach mit Vorurteilen konfrontiert, die Menschen gegenüber den Raubfischen haben. Als eine Surferin von einem Hai angegriffen wird, müssen die Kinder handeln, schließlich steht auch ihr Freund Shajko im Verdacht. Susanne Glanzners Kinderroman ist spannend, lehrreich und räumt faktenreich mit den Gruselmythen über Haie auf.

Susanne Glanzner: Shajko, Härter Verlag.

40 Jahre Leseförderung und Literaturvermittlung an Schulen: Dieses Jubiläum nimmt der Friedrich-Boedecker-Kreis Baden-Württemberg zum Anlass, eine Anthologie herauszubringen, die viele bekannte Autorinnen und Autoren vereint. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie an den Schulen im Ländle unterwegs sind, um die Leselust von Kindern und Jugendlichen zu wecken. 53 Schreibende, darunter Nina Blazon, Joachim Zelter, Martin von Arndt und Michael Stavaric steuerten eine Kurzgeschichte oder ein Gedicht zu dem Band bei, der nicht nur jugendlichen Leserinnen und Lesern Entdeckungswürdiges bietet.

Ulrike Wörner (Herausgeberin): Aus allem alles machen, Fabulus Verlag.

Birding heißt ein neuer Trend, der aus England stammt und gar nicht so neu ist. Vogelbeobachter gab es schon seit jeher, nur galt dieses Hobby als eines ohne Coolness-Faktor. Vero Mischitz will dies mit ihrem Buch ändern. Mit witzigen Illustrationen und launigen Texten vermittelt sie den Spaß, der mit dem Vögelbeobachten einhergeht. Hintergrundwissen über die gefiederten Gefährten, die richtige Ausrüstung und viele Tipps helfen dabei, aus einem absolut Ahnungslosen einen Vogel-Experten zu machen.

Vero Mischitz: Birding für Ahnungslose, Kosmos Verlag.

Die 16-jährige Maryam gehört dem eigenen Empfinden nach nicht zu den Beliebtesten in der Schule. Doch sie ist nicht auf den Mund gefallen und hüllt sich zum Eigenschutz in ein zynisches Gewand. Das ändert sich auch nicht, als Mister Obercool Hannes sie darum bittet, ihr Mathe-Nachhilfe zu geben und sie heftig anflirtet. Mit der Zeit bekommt ihr Sarkasmus-Panzer Risse. Doch dann verschwindet ihr Schulfreund Liam, und auf der Suche nach ihm wird ihr klar, dass sie Teil eines abgekarteten Spiels ist, das ungut für sie ausgehen kann. Mit den ersten 20 Seiten des spannenden Jugendromans gewann die Esslinger Autorin Sabine Bartsch den Literaturpreis Nordost, der mit einem Schreibstipendium einherging.

Sabine Bartsch: Zwischen Jetzt und Morgen, Books on Demand.

Das Gift, das aus dem Schwarzen Nachtschatten gewonnen werden kann, wirkt symptomreich auf den Körper eines Menschen: Erbrechen, Durchfall, Atembeschwerden, Krämpfe bis hin zur Lähmung des Atemsystems. Maja Ursinus, leidenschaftliche Pharmazeutin, weiß das – und genau dies macht sie zu einer der Hauptverdächtigen in zwei Fällen: Ihr ehemaliger Liebhaber sowie die ungeliebte Nachbarin wurden mit diesem Gift ermordet. Für Kommissar Schnell steht ihre Schuld fest, sein Kollege Brodtbeck glaubt nicht daran. Da sich Maja aus dem Kreis der Verdächtigen lösen will, ermittelt sie auf eigene Faust. Und gerät schon bald in das Visier des Mörders. Spannender „Pageturner“ mit einer ermittelnden Apothekerin und einem sympathischen Hauptkommissar Brodtbeck.  on/Foto: on

Jürgen Seibold: Schwarzer Nachtschatten, Piper Verlag.


Weihnachtsbäume so wie früher

Kunden fragen vermehrt nach der Herkunft der Bäume – Preise bleiben stabil – Favorit ist die Nordmanntanne

In diesem Jahr werden in Deutschland wohl zwischen 23 und 26 Millionen Weihnachtsbäume gekauft. Verkauft werden die Bäume teils seit Ende November in Gartenbaubetrieben, Baumärkten, Supermärkten und in privaten Verkaufsaktionen. Eines ist überall gleich: Der Lieblingsbaum der Deutschen ist die Nordmanntanne.

Diese verkauft auch Harald Kaplick, neben Blaufichten. Der Chef eines Elektro-Fachgeschäfts in Nürtingen und Nebenerwerbslandwirt macht jeden Advent sein Hobby zur Haupttätigkeit. Zusammen mit Ehefrau Jasmin, Sohn Max und Schwiegertochter Florina funktioniert  Kaplick eine Waldlichtung im Tiefenbachtal zwischen Nürtingen und Beuren nahe dem Landgasthof Kräuterbühl   zum Verkaufsplatz für Weihnachtsbäume um. Ein extra Parkplatz wird entlang der Straße ausgewiesen, eine Fußgängerampel aufgestellt. Für Kaplick steht die Tradition im Vordergrund: „So wie früher soll alles sein.“

 Das  bedeutet, dass die Kunden erst kurz zuvor eingeschlagene Bäume aus einer Kultur im Welzheimer Wald vorfinden,   im nahe gelegenen Wald auch selbst einen Baum schlagen können, und dass sie darüber hinaus eine weihnachtliche Atmosphäre geboten bekommen.  Jasmin Kaplick dekoriert jedes Jahr aufwendig, es gibt Glühwein, Punsch und am Wochenende auch eine Rote vom Grill. Seit 16 Jahren machen die Kaplicks das auf diese Art. Bei den Kunden käme das gut an, sagt Harald Kaplick. „Es werden jedes Jahr mehr, die Leute kommen nicht nur aus dem ganzen Landkreis, sondern auch aus dem Reutlinger und dem Stuttgarter Raum.“

Auch in Kirchheim werden Weihnachtsbäume verkauft. Und auch dort sind Privatleute am Start. „Es macht einfach riesigen Spaß“, sagt Tamara Kling, die seit dem 29. November an der Tankstelle am Schlierbacher Eck ihrem Hobby nachgeht.

Ihre Bäume – ausschließlich Nordmanntannen und Zweige von Nordmanntannen  –  kommen aus dem Odenwald. Mehrmals in der Woche fahren die Mitarbeiter von Christbaumland Kling zum Produzenten und besorgen frisch geschlagene Bäume. Kleine  Bäumchen mit einem Meter Höhe, aber auch bis zu  vier Meter große Bäume bietet das Christbaumland an. Die Preise liegen mit 35 bis 70 Euro auf dem Vorjahresniveau.   „Unsere Bäume haben  eine gute Qualität, nämlich Bio“, betont Tamara Kling und verweist auf pestizidfreie Bäume. Das habe auch zur Folge, dass die Bäume so schnell nicht nadeln, sagt Kling. Und auch bei Allergikern komme der pestizidfreie Baum gut an.

Christbaumland Kling macht den Verkauf im zweiten Jahr und will auch 2020 wieder dabei sein.

Ein Drittel aller Weihnachtsbäume wird in Bau- und Gartenmärkten sowie in Supermärkten verkauft, das meldet die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Die anderen zwei Drittel teilen sich der Straßenhandel und der Verkauf ab Hof.

In Kirchheim hat sich der Baumarkt Toom der dänischen Stiftung Fair Trees angeschlossen. Denn bevor Bäume geschlagen werden, müssen ihre Samen unter teilweise prekären  Bedingungen in der wirtschaftlich schwach entwickelten Region Racha in Georgien geerntet werden. Fair Trees setzt  sich für faire Erntebedingungen im Kaukasus ein.  Zapfenpflücker sollen beispielsweise mit professionellem Kletterequipment ausgestattet werden, wenn sie in den 30 Meter hohen Baumwipfeln die Samen ernten. Die Einnahmen  durch den Baumverkauf sollen auch an Schul- und Gesundheitsprojekte für Kinder gehen.

Der regionale, pestizidfreie Weihnachtsbaum ist  laut SDW vermutlich noch das klimafreundlichste Ritual am gesamten Weihnachtsfest. Geschenke, Geschenkpapier und nicht zuletzt das Weihnachtsessen sollten nach Meinung der SDW eher auf ihre CO2-Bilanz hin untersucht und dementsprechend ausgewählt werden.  bob/Foto: pst


Abgestimmt

Bon fürs Brötchen?

Gegen Steuerhinterziehung: Ab Januar gilt die allgemeine Kassenbonpflicht– auch fürs Brötchen beim Bäcker. Finden Sie  das richtig so?

Foto: dpa

Gegen Steuerhinterziehung: Ab Januar gilt die allgemeine Kassenbonpflicht– auch fürs Brötchen beim Bäcker. Finden Sie das richtig so?

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Start in die digitale Zukunft

Flächendeckend Glasfaserkabel für Lichtenwald

Die  Gemeinde Lichtenwald wird Pilotkommune beim  Ausbau mit Glasfaserkabeln.  Der Projektträger Deutsche Telekom  hatte zur  Bedingung für den Ausbau gemacht, dass sich  500 Haushalte für einen Glasfaseranschluss  registrieren. Bereits nach der Hälfte der Frist war diese Zahl allerdings überschritten. Die Gemeinde beteiligt sich mit 150 000 Euro am  Ausbau.  Bereits in etwa einem Jahr starten die ungefähr 1270 Haushalte und Unternehmen in der Gemeinde    in die digitale Zukunft.

Die Landkreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und Rems-Murr, die Stadt Stuttgart und der Regionalverband haben sich zur Gigabit-Region GmbH zusammengeschlossen. Diese Gesellschaft möchte mit der Telekom als Partner bis zum Jahr 2025 alle Schulen und Unternehmen sowie 50 Prozent der Haushalte mit Glasfaserkabeln ausstatten, bis 2030 sollen 90 Prozent der Anschlüsse Zugang zum schnellen Internet erhalten.

In Lichtenwald soll dies nach den Planungen der Telekom allerdings wesentlich zügiger vorangehen. In einigen Modellkommunen treibt das Unternehmen den Ausbau des Glasfasernetzes bis ins Haus auf eigene Rechnung voran. Voraussetzung  ist, dass sich ein bestimmter Prozentsatz der Haushalte vorab für einen Vertrag mit der Telekom registrieren lässt. Die Entscheidung dafür erleichtert die Telekom den Kunden dadurch, dass sie die sonst fällige Anschlussgebühr von 800 Euro erlässt. In der Gemeinde Bempflingen wird bereits seit dem Sommer gebaut,  im kommenden Jahr wird auch Lichtenwald mit Glasfaserkabeln und damit dem Zugang zum schnellen Internet versorgt.

Mitte September hatte die Registrierungsphase mit dem Ziel begonnen, dass innerhalb von drei Monaten 500 der rund 1270 privaten und gewerblichen Anschlüsse für eine Ausstattung mit Glasfaser angemeldet werden. Bereits nach rund sechs Wochen war die Marke erreicht. Laut Bürgermeister Ferdinand Rentschler hätten die  Informationsveranstaltungen der Telekom  bereits angedeutet, dass der Bedarf im Ort hoch ist. „Wir haben damit gerechnet, dass wir das Ziel erreichen und Lichtenwald schnelles Internet bekommt, aber dass die Nachfrage so groß ist, ist schon sensationell“, sagt er. Einen zusätzlichen Schub habe wohl auch die Entscheidung des Gemeinderats gegeben, sich mit 150 000 Euro an den Kosten des Ausbaus zu beteiligen.

Die Planungen der Telekom hatten zunächst vorgesehen, einige Ortsrandlagen  in Hegenlohe und das Gebiet Pfandäcker in Thomashardt, aber auch den nördlichen Teil des Gewerbegebiets Thomashardt-Ost aus Kostengründen nicht auszubauen. „Nun haben wir einen wichtigen Standortvorteil. Wir sind nicht nur Pilotkommune, sondern die einzige Gemeinde, die tatsächlich in 100 Prozent der geschlossenen Ortslage Glasfaser bekommt“, hebt Rentschler hervor.

Wolfgang Fahrian, Regionalmanager Infrastrukturvertrieb bei der Telekom, zeigt sich „beeindruckt von dem großen Bedarf in der Gemeinde“ und sichert zu, dass die Vorvermarktung und Registrierung für einen kostenlosen Glasfaseranschluss wie geplant bis 12. Dezember weiterlaufen werde. „Dann startet der Ausbau zeitnah. Wir wollen bis Ende 2020 im ganzen Ort komplett mit Glasfaser in Betrieb sein“, bekräftigt Fahrian.  pst / Foto: pst

Info: www.telekom.de/jetzt-glasfaser


Kooperation steht nach wie vor

Die Landkreise Esslingen und Böblingen wollen nach dem Brand die Vergärungsanlage Leonberg neu aufbauen

Anfang Juni haben die Landkreise Esslingen und Böblingen beschlossen, in Sachen Biomüll künftig enger zusammenzuarbeiten und die Biomüllvergärung auszubauen. Drei Monate später machte ein Großbrand in der Vergärungsanlage in Leonberg die Pläne zunichte. Allerdings nur vorläufig, denn es ist erklärtes Ziel beider Seiten, gemeinsam weiterzumachen und die Anlage wieder aufzubauen.

Der Kreis Esslingen betreibt das Kompostwerk in Kirchheim, der Kreis Böblingen die Vergärungsanlage in Leonberg. Dort wird der Biomüll nicht direkt kompostiert, sondern fermentiert, wobei Biogase entstehen, die wiederum für die Stromerzeugung genutzt werden: Das sei „ökologisch vorbildlich und zukunftsfähig“, so die Einschätzung des Esslinger Landrats Heinz Eininger. Die Kompostierung wird aber bei diesem Prozedere nicht überflüssig, denn es bleiben Reste übrig, die im Kompostwerk in Kirchheim unter den anderen Biomüll gemischt werden. Das war auch bisher schon der Fall. Neu ist, dass künftig auch Biomüll aus dem Kreis Esslingen zur Vergärung nach Leonberg gebracht werden soll: Die Vereinbarung geht von rund 20 000 Tonnen jährlich aus, wobei wegen der kurzen Wege vorwiegend Abfälle von den Fildern im Nachbarkreis landen sollen. Aus dem Kreis Böblingen selbst kommen rund 36 000 Tonnen Biomüll jedes Jahr. Diese Anteile spiegeln sich in den Gesellschafteranteilen der neuen, von beiden Landkreisen getragenen Bioabfallverwertung GmbH Leonberg wider.

Beide Landkreise hatten bereits die Absicht erklärt, in die Vergärungsanlage in Leonberg zu investieren und für rund zehn Millionen Euro einen zweiten Gärturm zu bauen, um die größere Menge an Bioabfall bewältigen zu können. Dann brach in der Nacht vom 11. auf den 12. September ein Brand in der Anlage aus, der die Feuerwehr aus Leonberg und dem ganzen Kreis fünf Tage lang in Atem hielt. Nahezu vollständig zerstört wurden dabei die Anliefer-, Aufbereitungs- und Hauptrottehalle sowie der Gasspeicher mit allen Maschinen. Dagegen blieben das Betriebsgebäude mit Einfahrtsbereich, Werkstatt und Vortragsraum, die Nachrottehalle und weitere Teile der Anlage weitgehend verschont. Die Brandursache wird derzeit noch immer von Sachverständigen ermittelt. Bislang könne man dazu keine Aussage machen, sagt Benjamin Lutsch, Pressesprecher beim Landratsamt Böblingen.

Unmittelbar nach dem Brand haben beide Landkreise erklärt, dass sie die gemeinsame Gesellschaft fortführen und die Vergärungsanlage am Standort Leonberg neu aufbauen möchten. Der Biomüll aus dem Kreis Böblingen wird bis dahin auf die Nachbarkreise verteilt, der Hauptteil kommt nach Kirchheim. „Wir konnten uns noch am Tag des Unglücks auf unseren Partner Landkreis Esslingen verlassen, der nicht nur spontan unseren Biomüll abgenommen hat, sondern nun auch gemeinsam mit uns die Zukunft der Anlage neu plant,“ sagte der Böblinger Landrat Roland Bernhard. „Nun gilt es, aus der Not eine Tugend zu machen und eine Vergärungsanlage aus einem Guss zu planen und zu bauen“, ergänzte Heinz Eininger.

Die Kosten für den Neubau der abgebrannten Betriebshallen und Einrichtungen werden auf mindestens 15 Millionen Euro geschätzt. Hinzu kommen weitere rund zehn Millionen Euro für die Vergärungsstufe 2, die im Zuge der Kooperation bereits geplant war. Jetzt stehen zunächst die Planung und das Genehmigungsverfahren an – das bedeutet, dass voraussichtlich im Herbst 2021 mit dem Bau begonnen werden kann. Noch einmal knapp zwei Jahre später, Mitte 2023, rechnet man mit der Inbetriebnahme.  aia / Foto: Landkreis Böblingen


Spielespaß an Weihnachten

Geschenkideen: Aktuell sind einige gute Würfel- und Kartenspiele erschienen

Von Tanja Liebmann-Décombe

Es fehlen noch Ideen für die Wunsch- oder Geschenkeliste? Wer Spielefreunde glücklich machen möchte, hat die Qual der Wahl. Tipps zu empfehlenswerten Neuheiten.

Für Würfelfreunde

Wer scheffelt die meiste Kohle? Um diese Frage geht es bei „Big Money“, einem kurzweiligen Würfelspiel, das im Grundsatz an „Kniffel“ erinnert. Straßen, gleiche Zahlen und andere Kombinationen sind das Ziel, um an Geld für den Kauf von Aktien zu gelangen. Bis zu drei Mal dürfen die Zahlenwürfel geworfen werden, und auch ein Farbwürfel ist im Spiel. Dieser bringt denjenigen Spielern, die Aktien in dieser Farbe besitzen, weitere Erträge. Blöd ist es nur, wenn das „Börsen-Schwein“ gewürfelt wird. Den Spielern droht dann nämlich die Gefahr, Aktien oder Geld zu verlieren. Wer betroffen ist, entscheiden zufällig gezogene Karten. Fazit: einfach, reizvoll, für die ganze Familie.

„Big Money“, erschienen bei Ravensburger; zwei bis fünf Spieler ab acht Jahren, etwa 30 Minuten (rund 26 Euro).

Für Kindergartenkinder

Laufspiele existieren viele. Besondere Laufspiele hingegen gibt es nur ganz selten. „Speedy Roll“ sticht in dieser Hinsicht hervor. Um zu ermitteln, wie weit die Spieler mit ihren Figuren vorwärtsziehen dürfen, müssen sie nämlich einen kleinen Tennisball über diverse „Waldteile“ rollen. Die Pilze, Äpfel und Blätter können sich dann mit ihrer rauen Seite in der fusseligen Oberfläche des Balls verhaken. Die hängengebliebenen Teile geben vor, wie viele Schritte machbar sein könnten. Doch Obacht: Um möglichst weit nach vorn zu kommen, gilt es schlaue Kombinationen zu „errollen“. Fazit: prima für Kindergartenkinder geeignet; bei der kooperativen Variante gewinnen oder verlieren alle Spieler gemeinsam.

„Speedy Roll“ von Urtis Šulinskas, erschienen bei Lifestyle Boardgames/Piatnik; ein bis vier Spieler ab vier Jahren, etwa 20 Minuten (rund 27 Euro).

Für Glückspilze

Der Spielplan von „Coralia“ zeigt eine bunte Unterwasserwelt mit sechs Bereichen, in die farblich passende Würfel gesetzt werden. Liegen dann auch noch Kraken und Taucher in den Spielerfarben darauf, bietet sich eine beeindruckende Optik. Doch auch spielerisch hat die Neuheit ihren Reiz, denn es gilt, durch das schlaue Einsetzen von Würfeln und Figuren möglichst solche Karten und Vorteile zu ergattern, die besonders punkteträchtig sind. Wirklich planvoll lässt sich jedoch nicht vorgehen, denn wer dran ist, darf nur einen von vier geworfenen Würfeln setzen. Und da belegte Positionen tabu sind, wird die Auswahl mit der Zeit immer kleiner. Fazit: ein taktisches Würfel-Platzier-Spiel, das sich vor allem mit Glück gewinnen lässt.

„Coralia“ von Michael Rieneck, erschienen bei HUCH!; zwei bis vier Spieler ab zehn Jahren, etwa 30 Minuten (rund 33 Euro).

Für Reaktionsschnelle

„Schere, Stein, Papier“ ist einfach und steckt in einer kleinen, runden Dose. Darin enthalten sind 56 Karten, die so gestapelt werden, dass zuoberst immer nur ein Symbol zu sehen ist. Beim Umdrehen werden die drei Gegenstände auf der Rückseite sichtbar, nämlich Schere, Stein und Papier, und zwar in unterschiedlichen Farben. Ruckzuck gilt es nun, das oberste Symbol auf dem Stapel – etwa eine blaue Schere – mit dem Gegenstand zu vergleichen, der in der Dreier-Kombi blau ist – etwa den Stein. Wer jetzt zuerst eine Faust nach vorn streckt, darf sich die Dreier-Karte nehmen, denn wer den Spieleklassiker kennt, weiß: Stein schlägt Schere. Fazit: rasant, actiongeladen und super für kurz mal zwischendurch.

„Schere, Stein, Papier“, erschienen bei HCM Kinzel; zwei bis sechs Spieler ab sechs Jahren, etwa zehn Minuten (rund elf Euro).

Für Formensucher

Übung macht den Meister. Das gilt für „5er finden“ ganz besonders. Tatsächlich schärft sich bei dem Formen-Suchspiel mit der Zeit der Blick für mögliche Zusammenhänge. Die Würfel sind gefallen? Dann rasch auf dem eigenen Tableau die farbigen Quadrate abscannen und schauen, in welchen Kombinationen man die gewürfelten Symbole entdecken kann. Besonders herausfordernd ist, dass einfache Formationen weniger Punkte als schwierige Formationen bringen. Allerdings bleibt nicht immer Zeit, um nach diesen zu suchen. Ganz schön kniffelig!

„5er finden“ von Jürgen P. K. Grunau, erschienen bei Haba; ein bis vier Spieler ab sieben Jahren, etwa 20 Minuten (rund 15 Euro).
Foto: HUCH!