Mängelliste hat rund 150 Punkte

Evangelisches Gemeindehaus in Hochdorf wird umfassend saniert –  Beginn der Arbeiten für kommendes Frühjahr geplant

Im Saal des evangelischen Gemeindehauses in Hochdorf funktioniert nur noch eine Steckdose. Die Bühne, auf der früher gern mal Theater gespielt wurde, dient jetzt als Stuhllager. Als „Rumpelkammer“ bezeichnet sie Pfarrer Gerald Holzer, bevor er im kleinen angrenzenden Nebenraum die Funktion der Handkurbel für den Bühnenvorhang demonstriert. Neu ist anders. Der Saal im Erdgeschoss ist  sehr in die Jahre gekommen und wirkt wenig einladend.

Das Mobiliar ist ebenso veraltet wie die Holztheke, der Raumtrenner ist schon mal geschmeidiger gelaufen. Dass hier etwas geschehen muss, sieht man auf den ersten Blick. Das setzt sich beim Gang durch das Erdgeschoss des Gemeindehauses fort. Anfang der 1960er-Jahre wurde das Flachdachgebäude  als Begegnungsort für viele Gruppen unterschiedlicher Altersstufen errichtet. In den 90er-Jahren folgte eine Aufstockung um ein weiteres Geschoss.

Im Erdgeschoss hat sich seit der Erbauung nicht viel getan. Jetzt soll das Gebäude umfassend renoviert und technisch sowie energetisch auf den heutigen Stand gebracht werden. Es ist nach der Kirchturmsanierung das nächste Großprojekt für die evangelische Kirchengemeinde. Einen Beginn der Arbeiten, die von der örtlichen Architektin Christine Hautz geplant werden, hält Holzer ab dem nächsten Frühjahr für realistisch. Derzeit müsse erst noch das denkmalgeschützte ehemalige Waschhäusle im Pfarrgarten saniert werden, dessen Decke durchgebrochen ist   –   das Dach war undicht.

„Die Mängelliste, die wir für das Gemeindehaus zusammengetragen haben, umfasst gut 150 Punkte“, berichtet der Pfarrer. „Das fängt bei defekten Steckdosen und Lichtschaltern an und reicht bis zur energetischen Sanierung und technischen Aufrüstung sowie einer teilweisen Umstrukturierung einzelner Räume.“ Im großen Saal etwa soll die Bühne weichen und ebenerdig zum sinnvoll nutzbaren Stauraum werden.

Auch die alte Theke sowie der sperrige Raumtrenner sollen verschwinden. Alternativ könnte man einzelne mobile Raumteiler nutzen. Ebenso wie leicht erhöhte Elemente, die bei Bedarf zu einer kleinen Bühne zusammengeschoben werden könnten. „Die Akustik im Saal ist ebenfalls nicht gut, da bräuchten wir eine neue Decke und einen anderen Boden. Zudem    ist von der derzeitigen Anlage nur noch eine Box intakt“, zählt Gerald Holzer weitere Mängel auf. WLAN fehle komplett. „Allein schon die neuen Bücher für den Konfirmandenunterricht haben einen QR-Code integriert, zur Nutzung braucht es WLAN. Ebenso beispielsweise bei Vorträgen mit entsprechender Präsentation.“

Marode sei zudem die Heizungssteuerung im Gebäude. Sie soll zentralisiert werden, derzeit wird noch in jedem Raum einzeln an den Heizkörperschaltern gedreht. Auch im Sanitärbereich sind Umbauten angedacht. So fehlt derzeit eine behindertengerechte Toilette. Sie soll im Bereich der aktuellen Damentoilette entstehen, die wiederum inklusive Wanddurchbrüchen und räumlichen Erweiterungen auf die gegenüberliegende Flurseite verlegt wird, wo aktuell eine kleine Putzmittelkammer eingerichtet ist. Barrierefrei ist bisher dank einer Rampe am Haupteingang zwar der Zugang zum Gemeindehaus, „dann kommt allerdings erst mal die Tür, im Innenbereich gibt es an den Räumen immer mal wieder kleine Absätze, auch die Durchgangstüren muss man auf ihre Breite prüfen“, so Gerald Holzer. Was die energetische Sanierung  angeht, stehe der Austausch der kompletten Fensterfronten auf der Agenda. Im Kellergeschoss müsse in dem vom CVJM genutzten Raum ein Fluchtweg aufs Außengelände entstehen. „Ganz wichtig ist es, dass die Renovierung an die Bedürfnisse  aller angelehnt ist, die die Räumlichkeiten hier nutzen. Da gab es coronabedingt bisher eine Online-Abfrage, und auch weiterhin wird man gemeinsam entscheiden, was dringend benötigt wird und wo man eventuell etwas Geld einsparen kann beziehungsweise was vielleicht an Eigenleistungen möglich ist“, erklärt der Pfarrer Gerald Holzer.  eis/Foto: Katja Eisenhardt


Geflüchteten-Zahl steigt wieder

Rund 900 Menschen in der vorläufigen Unterbringung des Landkreises – Seit Juli registriert die Verwaltung einen Anstieg

Die politische Großwetterlage in Afghanistan und den angrenzenden Staaten ist unübersichtlich. Niemand vermag derzeit verlässlich abzuschätzen, ob, wann und wie viele Menschen auf der Flucht vor dem Taliban-Regime nach Deutschland kommen werden. Mit entsprechend vielen Fragezeichen sind denn auch die Pläne versehen, mit denen sich der Landkreis Esslingen auf einen möglicherweise verstärkten Zuzug von Flüchtenden vorbereitet.

Nach Schätzungen des Flüchtlingshilfswerks UNHCR könnten in Folge des Machtwechsels eine halbe Millionen Afghanen ihrer Heimat den Rücken kehren. Die unmittelbaren Nachbarländer Usbekistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Pakistan haben deutlich gemacht, dass sie keine weiteren Flüchtlinge aus Afghanistan aufnehmen wollen. Angaben aus dem Bundesinnenministerium zufolge haben von den  rund 34 000 Menschen, die auf den US-Militärstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz ausgeflogen worden waren, bis Mitte vergangener Woche rund 90 Menschen einen Asylantrag gestellt. Rund 21 000 der im Zuge der Luftbrücke nach Deutschland  gelangten Menschen waren den Worten eines Ministeriumssprechers zufolge zu diesem Zeitpunkt in die USA ausgeflogen worden.

„Der Kreisverwaltung liegen bislang noch keine konkreten Zahlen vor, wie viele weitere Personen aus Afghanistan zu welchem Zeitpunkt als Kontingentflüchtlinge dem Landkreis zugewiesen werden“, sagt Sarah Panten, die Sprecherin der Kreisverwaltung. Ob und wie lange die in Deutschland verbleibenden Flüchtlinge vom Bund oder dem Land Baden-Württemberg in den Erstaufnahmeeinrichtungen aufgenommen werden und wann sie dann von dort in die Obhut und Verantwortung der Landkreise gegeben würden, sei noch nicht geklärt.

Bis Mitte vergangener Woche sind laut Kreisverwaltung 42 Kontingentflüchtlinge aus Afghanistan aufgenommen worden. Ungeachtet der noch nicht gelösten Frage der Aufnahme der vor den Taliban geflüchteten Menschen aus Afghanistan zeichnet sich den Worten Sarah Pantens zufolge bereits seit Juli dieses Jahres eine generelle Zunahme von Flüchtlingen im Landkreis Esslingen ab. Die Kapazität in der vorläufigen Unterbringung des Landkreises beträgt derzeit 1210 Plätze. Davon sind rund 900 belegt.

„Aufgrund erforderlicher Umzüge und zur Berücksichtigung sozialer, kultureller und ethnischer Gesichtspunkte können die Gemeinschaftsunterkünfte nicht vollständig belegt werden“, sagt Sarah Panten. Ihren Worten zufolge legt die Kreisverwaltung Wert darauf, die mögliche Aufnahme von zusätzlichen Kontingentflüchtlingen aus Afghanistan im Schulterschluss mit den Kommunen zu bewerkstelligen.

Da es sich bei den Flüchtlingen aus Afghanistan um Menschen handelt, die auf der Grundlage einer humanitären Hilfsaktion von der Bundesrepublik Deutschland direkt aufgenommen werden, müssten sie kein Asylverfahren durchlaufen. Im Esslinger Landratsamt geht man deshalb davon aus, dass die Kontingentflüchtlinge nach einem sechsmonatigen Zwischenaufenthalt in den Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises zügig der kommunalen Anschlussunterbringung in den Städten und Gemeinden zugewiesen werden.

„Deshalb ist es wichtig, dass die Kommunen die erforderlichen Kapazitäten in der Anschlussunterbringung schaffen“, betont  die Sprecherin des Landkreises. Dass das im Landkreis Esslingen mit seiner hohen Bevölkerungsdichte und vor dem Hintergrund einer angespannten Lage am Wohnungsmarkt kein leichtes Unterfangen sei, wisse man auch im Landratsamt.  adt/Foto: Horst Rudel


Deutschland macht Inventur

Für den Zensus 2022 laufen erste Vorerhebungen – Von Mai an werden in Stichproben auch Esslinger Bürger befragt

Etwa 500 000 Wohnungsbesitzer und -verwalter im ganzen Land bekommen dieser Tage  Post vom Statistischen Landesamt: Sie werden aufgefordert, Angaben zu ihrem Haus oder ihrer Wohnung zu machen. Mit dieser Vorbefragung für den Zensus 2022 wollen die Statistiker  prüfen, ob ihre Datenlage noch aktuell ist. Und zwar in den Fällen, in denen sie Unklarheiten oder Widersprüche in ihren Unterlagen entdeckt haben. Denn ihre Eigentümer- und Gebäudedaten „stammen aus verschiedenen Quellen, wie zum Beispiel den Vermessungsbehörden oder den Grundsteuerstellen“, erläutert Alexander Grund vom Statistischen Landesamt.  In der Vorbefragung wird etwa überprüft, ob die Anschrift noch stimmt oder der Besitzer gewechselt hat. 

Denn im nächsten Jahr sollen zum Stichtag 15. Mai alle Gebäude und Wohnungen in ganz Deutschland erhoben werden.  Ergänzt wird die Wohnraumerhebung im Zensus 2022 durch eine zweite Säule: eine auf Stichproben basierte Volkszählung, für die  sogenannte Erhebungsbeauftragte persönlich ins Haus  kommen. In Esslingen werden davon etwa 6000 Menschen in Privathaushalten, 2900 in Wohnheimen und eine noch ungewisse Anzahl in Gemeinschaftsunterkünften betroffen sein. Die Fragen reichen  vom Alter über die Staatsangehörigkeit und den Familienstand bis hin zu den Wohnverhältnissen.  Zu den Antworten ist man verpflichtet.

Aber nicht nur Deutschland macht Inventur, sondern die gesamte Europäische Union. Mit dem bislang letzten Zensus 2011 hatten sich die Länder auf ein normiertes  Verfahren im zehnjährlichen Turnus festgelegt. Einige haben es trotz Pandemie schon 2021 über die Bühne gebracht, andere – wie Deutschland – haben es  verschoben. Unverändert bleibt das Ziel der Aktion: Der Zensus 2022  soll Bund, Ländern und Kommunen eine verlässliche Zahlenbasis für ihre Planungen der nächsten zehn Jahre liefern. Auf der Basis der ermittelten Einwohnerzahlen werden aber auch die Finanzmittel im  Länder- und  kommunalen Finanzausgleich verteilt und die Wahlkreise zugeschnitten.

1987 gab es in Deutschland die letzte Volkszählung im herkömmlichen Sinne, in der alle Haushalte erhoben wurden. Dagegen habe es großen Widerstand in der Bevölkerung gegeben, sagt Ralf Lauschke, der Leiter der Esslinger Erhebungsstelle Zensus 2022, die dem Stadtplanungsamt zugeordnet ist. Ralf Lauschke, Denis Noparlik und Andrea Weller residieren aus Datenschutzgründen jedoch abgeschottet vom übrigen Rathaus in der Schelztorstraße 38. 

Im Zensus 2011 hatte man für die Haushaltsbefragung nur noch Stichproben angesetzt. Auch das hatte seine Tücken. Kleinere Kommunen wurden anders erhoben als größere. Deshalb, so monierten die Größeren, seien ihre  Einwohnerzahlen schmerzlich niedriger ausgefallen, als die Angaben in ihren Melderegistern –  weshalb sie die Zählung nicht akzeptieren wollten.  Denn jeder Kopf weniger bedeutete pro Jahr rund 1000 Euro weniger Schlüsselzuweisungen vom Land. Allein Esslingen waren rund 5000 Einwohner abhandengekommen: Mit 92 629 hatte die Stadt gerechnet, der Zensus kam  auf 87 519. Auch Plochingen, Wernau, Kirchheim und Nürtingen mussten bluten. Nachdem das Bundesverfassungsgericht 2018 Klagen aus Berlin und Hamburg abgewiesen hatte, riet der Städtetag Baden-Württemberg seinen Klägerinnen zum Rückzug. Auch Esslingen nahm seine Klage zurück. 

Für den Zensus 2022 haben die Statistiker jedenfalls daran gearbeitet, die Fehler soweit wie möglich zu entfernen. Vom Grundsatz her basiert er aber erneut auf der vollständigen Erhebung der Gebäude und Stichproben in den Haushalten. Im Esslinger Rathaus hat man bereits Anfang dieses Jahres die Erhebungsstelle eingerichtet,  „weil eine gute Vorarbeit schon die halbe Miete ist“, sagt Ralf Lauschke. Welche Haushalte  in Esslingen betroffen sein werden, ermittelt  das Statistische Bundesamt. Das Rathaus ist nur Dienstleister, die Ergebnisse der Befragungen werden an das Statistische Landesamt weitergeleitet. Das wiederum schickt die Bögen an die Kollegen im Wiesbadener Bundesamt. Die einzelnen Datensätze sind nachher keinem Haushalt mehr zuordenbar, versichert das Esslinger Zensus-Team.  biz/Foto: Thomas Schröder/Archiv


Dringender Impfappell von Arzt und Landrat

Im Esslinger Klinikum werden mehr Patienten eingeliefert, die unter 40 Jahre alt und schwer an Covid-19 erkrankt sind

Eindringlich wirbt  Henning Wege, der Chefarzt der Inneren Medizin am Klinikum Esslingen, für die Impfung gegen Covid-19. „Nur so bekommen wir die Corona-Pandemie in den Griff“, sagt der Mediziner. Mitte der vergangenen Woche wurden zehn Patienten wegen der Viruserkrankung im Esslinger Krankenhaus behandelt. „40 Prozent von ihnen sind unter  40 Jahre alt und ungeimpft“, sagt der Professor. Dass diese vergleichsweise jungen Leute erkranken, das hätte aus seiner Sicht vermieden werden können.

Dass die Inzidenzzahlen auch im Kreis Esslingen stetig steigen,   spürt das Klinikum. Im Sommer habe man lediglich zwei Patienten behandelt, sagt Wege. Vergangene Woche lagen zwei seiner Patienten auf der Intensivstation und waren „sauerstoffpflichtig“. Die anderen an Covid-19 Erkrankten werden in separaten Krankenzimmern behandelt. 40 Prozent der Patienten sind mehr als 80 Jahre alt.  Sie seien zwar geimpft, sagt Wege, aber sie hätten schwere Vorerkrankungen. Da könne so ein Virus gefährlich werden, auch bei einem vermeintlich leichten Verlauf. Dennoch ist nach seinen Worten davon auszugehen, dass auch diesen Seniorinnen und Senioren ein schwerer Verlauf in aller Regel erspart bleibt.

Die Impfbusse sind unterwegs

Das größte Problem sieht Wege in den Impfgegnern und in jenen, die abwarten wollen. „Sie gehen das Risiko ein, schwer zu erkranken.“ In den vorherigen Wellen hat er beobachtet, dass das auch bei jungen Menschen ohne nennenswerte Vorerkrankung passieren kann. Deshalb sein Appell: „Die Impfbusse sind noch unterwegs. Wer möchte, kann sich sofort impfen lassen.“ Das tue man auch für seine Mitmenschen.

Unterdessen rief der Esslinger Landrat  Heinz Eininger dazu auf, auch  Jugendliche  impfen zu lassen. „Die Impfzentren haben bis zum 30. September geöffnet, dort muss man auch nicht mehr auf einen Termin warten“, sagte Eininger und verwies darauf, mit der Impfung am besten  nicht bis zum Schulanfang zu warten.

Er erinnerte daran, dass die Impfung der Kinder letztlich in der Verantwortung der Eltern liege und nicht in der der Schulen. „Impfen ist eine moralische Bürgerpflicht, weil ich mich und andere damit schütze“, unterstrich Eininger seinen Impfappell. Die Ferien in Baden-Württemberg enden am 12. September. Die Ständige Impfkommission  empfahl im August auch Zwölf- bis 17-Jährigen eine Covid-19-Schutzimpfung.

Ähnlich äußerte sich  Uwe Lahl, Amtschef im Sozial- und Gesundheitsministerium des Landes: „Überall, wo in Baden-Württemberg geimpft wird, können sich Zwölf- bis 17-Jährige bereits jetzt impfen lassen.“ Auch Lahl  verwies darauf, von dieser Möglichkeit noch vor Schulbeginn Gebrauch zu machen.

Noch können sich  Ungeimpfte in den beiden Kreisimpfzentren (KIZ)  gegen Covid-19 immunisieren lassen.  In der Zeppelinstraße 112 in Oberesslingen  und in der Halle 9 der Landesmesse wird der  Anti-Corona-Piks verabreichet. Doch die Zeit drängt. Zum Monatsende werden die Zentren geschlossen, und auch der Impfbus wird seine Touren einstellen.

KIZ schließen Ende September

Laut  Sarah Panten vom Landratsamt hat das Land Baden-Württemberg alle Stadt- und Landkreise, also  auch den Kreis Esslingen,  nur damit beauftragt, die Kreisimpfzentren bis Mittwoch, 30. September, zu betreiben: „Dem kommen wir gerne und aus Überzeugung nach. Denn zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind Impfungen eine der tragenden Säulen.“ Wie geht es nach dem 30. September weiter? Da  hält sich die Behörde  bedeckt: „Es obliegt der Landesregierung, hier die ideale Infrastruktur und einen Übergang in die Regelsysteme zu schaffen – gerade auch im Hinblick auf die Übernahme der Impfungen durch die niedergelassenen Ärzte.“ Daher verweist  Sarah Panten  auf die auslaufende Chance: „Das Angebot, die  Kreisimpfzentren   oder alternativ den Impfbus zu nutzen und sich ohne vorherige Terminvereinbarung impfen zu lassen, besteht ja noch für den ganzen Monat. Die Kapazitäten sind entsprechend vorhanden.“  jmf/eli/sw/Foto: dpa


Vor den Gleisen spielt die Musik

In Plochingen hat der Blasmusikverband Baden-Württemberg sein rund 24 Millionen Euro teures Musikzentrum eröffnet

Es ist vollbracht: Nach zweieinhalbjähriger  Bauzeit  ist vergangenen  Freitag in Plochingen das neue Musikzentrum eröffnet worden. Der Blasmusikverband Baden-Württemberg bringt dort seine  Aus- und Weiterbildungsstätte für die Amateurmusik unter. 

Das  Musikzentrum auf dem  Grundstück zwischen Bahngleisen und  Eisenbahnstraße    vernetzt zugleich zahlreiche Verbände im Bereich der Laienmusik. Denn neben den Proben- und Seminarräumen und einem separaten Bettenhaus  mit 52 Zimmern  sind in dem architektonisch  anspruchsvollen Komplex des Stuttgarter Büros LRO Lederer, Ragnarsdóttir und Oei Büros für  40 Menschen entstanden. Dort sind  neben dem Blasmusikverband   zahlreiche weitere  regionale und überregionale Verbände beheimatet – wie etwa der  Schwäbische Chorverband, die Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände, der Landesmusikverband Baden-Württemberg,   der Kreisverband Esslingen oder  der Chorverband Karl Pfaff.   Das Musikzentrum löst die 2016 geschlossene Bildungseinrichtung des Blasmusikverbands in Kürnbach ab.

Noch sind  nicht alle Rechnungen eingelaufen, doch  Verbandspräsident Rudolf Köberle  hofft, dass man am Ende bei  24 Millionen Euro liegen wird. Also 1,6 Millionen über dem Kostenplan  von 2018.  11,8 Millionen Euro  übernimmt das Land.    Massive Erschwernisse, darunter eine Preisindexsteigerungsrate  von 15 statt wie ursprünglich kalkuliert vier Prozent und die Auswirkungen der Coronapandemie,   trieben die Kosten in die Höhe. Die   1428 Musikvereine des Verbands haben sich mit rund einer Million Euro  beteiligt, der Verband hat Rücklagen und Grundstückserlöse von rund vier Millionen eingebracht. 

 Dass Baden-Württemberg  das Musikland Nummer eins sei, komme nicht von ungefähr, unterstrich Köberle. „Unser neues Musikzentrum bietet die Antwort auf all das,  was die mehr als 100 000 Musizierenden  in unseren gut 1400 Vereinen heute brauchen.“    Das reicht von der  neukonzipierten Dirigentenausbildung der verbandseigenen Bläserakademie über die  Stärkung des ehrenamtlichen Vereinsmanagements bis zu Seminaren zu Herausforderungen der Orchesterarbeit. Mittelpunkt und Heimat  soll die neue Adresse für die Amateurmusik im Land werden,  Dienstleistungszentrum und „Kaderschmiede“ für gut ausgebildete   Führungskräfte zugleich.  Und ganz wichtig: „Musik  braucht  auch einen  Ort der Kommunikation“, betont Köberle.  „Wir können nur auf Sicht fahren.  Aber wir müssen die Spielräume nutzen, die sich uns bieten. Es wird ein zentrales Thema dieses Hauses sein,  was mit und nach Corona passiert.“ Die Pandemie hinterlasse  tiefe Spuren bei Qualität und  Quantität.   „Uns fehlen in der Nachwuchsförderung zwei ganze Jahrgänge.“  

Auch die Kunststaatssekretärin Petra Olschowski (Grüne) misst dem  neuen Musikzentrum noch mehr Bedeutung bei als  vor der Pandemie. Die Eröffnung  sei ein ganz starkes Zeichen  für die gesamte Kulturszene.  Der  Landeszuschuss zeige die Wertschätzung für die „hervorragende Arbeit  in den Verbänden“.   

Die Begeisterung aller  galt dem Büro LRO, das 2016 den Architektenwettbewerb  für das  Musikzentrum gewonnen hatte.  Jórunn Ragnarsdóttir  schilderte, wie die Architekten auf dem verkehrsgünstig  gelegenen, aber  herausfordernden Grundstück  in einem Gewerbegebiet dem   zweiteiligen Ensemble mit  abgerundetem Zugang zum Innenhof und einer hellen Ziegelfassade  eine Silhouette  gegeben haben,  die auch den Durchreisenden im Zug angenehm ins Auge fällt. Innen Parkett  und tiefe Fenster – aber immer nur nach einer Seite, um die Energie im Gebäude zu halten.  „Als wir das Grundstück  2009 von der Bahn erworben haben,  war hier ein Schrottplatz in Auflösung.  Wir wollen die Stadtkante an der Bahn neu definieren“, stellt der Plochinger Bürgermeister Frank Buß  in Aussicht, dass die beiden  Nachbargrundstücke auch eine adäquate Nutzung bekommen werden. Der Schultes erhofft sich angesichts von   20 000 angepeilten  Übernachtungen pro Jahr  auch Impulse für Gastronomie und Handel in der  Innenstadt.  biz/Foto: Roberto Bulgrin


Nicht die Lücke, die Absicht zählt

Am 18. September soll eine „Rettungskette für Menschenrechte“ auch durch den Kreis Esslingen gebildet werden

Von Hamburg bis ans Mittelmeer soll sich am 18. September eine symbolische Rettungskette für Menschenrechte entlangziehen. Sie verläuft auch durchs Neckartal: In Esslingen und Plochingen haben sich Initiativen gebildet, die teilnehmen und damit ein Zeichen für mehr Menschlichkeit und gegen das Sterben im Mittelmeer setzen möchten.

Es ist bereits der vierte Anlauf für die Rettungskette, dreimal musste sie wegen der Coronapandemie verschoben werden. Aber jetzt steht das Datum – und das Thema ist ebenso aktuell wie beim ersten Anlauf vor zwei Jahren. Die derzeitige Entwicklung in Afghanistan sorgt sogar für zusätzliche Brisanz. Das sei erschreckend, findet Gottfried Gienger, der als Vorsitzender des Lokalen Bündnisses für Flüchtlinge Plochingen der Hauptorganisator des Abschnitts am Neckarknie ist. Für Esslingen laufen die Fäden bei Kurt Hilsenbeck von der kirchlich-diakonischen Flüchtlingsarbeit im Kirchenbezirk Esslingen zusammen.

Beide Organisatoren sind seit Jahresanfang am Planen. Dass man nicht ohne Lücke bis ans Mittelmeer kommen wird, ist allen klar, es gehe letztendlich um den symbolischen Wert: „Wichtig ist, dass in vielen Städten etwas läuft und dass es eine ideelle Kette gibt“, sagt Gienger. Die Gesamtroute und die Orte, in denen die Aktion stattfinden wird – auch in Österreich und Italien – lässt sich unter www. rettungskette.eu nachschauen.

Die Strecke durch den Kreis Esslingen beginnt in Mettingen und läuft durchs Neckartal über Zell und Altbach nach Plochingen. Von dort geht es weiter Richtung Reichenbach und durchs Filstal. In Esslingen und Plochingen soll die Kette jeweils vom Stadtzentrum ausgehend nach außen aufgebaut werden, sodass ein möglichst langes zusammenhängendes Stück entsteht. Allein für die Strecke in Esslingen, die auch durch die Weinberge führt, bräuchte man rund 3000 Menschen, hat Kurt Hilsenbeck ausgerechnet. In Plochingen wäre die Strecke von Ortsschild zu Ortsschild mit rund 600 Personen machbar. Beides ist ehrgeizig – aber unabhängig von allen Lücken werden die Teilnehmenden, wenn um 12 Uhr die Kette zwischen Hamburg und Italien geschlossen wird, Teil einer ganz großen gemeinschaftlichen Aktion sein.

„Wir sind als Esslinger Aktion eine von ganz vielen zwischen Hamburg und dem Mittelmeer“, sagt Hilsenbeck, „und die Resonanz ist gewaltig.“ Sie gehe quer durch die gesellschaftlichen Schichten. Fast 40 Unterstützergruppen hätten sich bei ihm schon angemeldet, von Amnesty International bis „Zell hilft“. Weitere Gruppen sind ihm und Gienger willkommen, natürlich auch von außerhalb der Stadtgrenzen. Schließlich berührt die Rettungskette nur wenige Orte direkt, und je mehr Teilnehmer auch aus dem Umland kommen, desto längere Teilabschnitte kommen zustande. „Von Nürtingen hat sich bei uns bereits ein Asylkreis angemeldet“, freut sich Gienger deshalb.

Gruppen werden gebeten, sich spätestens eine Woche vor der Aktion anzumelden. Dann erfahren sie per E-Mail, welchem Streckenabschnitt sie zugeordnet sind und können ihn gezielt ansteuern, was dazu beiträgt, dass sich keine zu großen Menschenansammlungen bilden. Das ist aufgrund der Coronaregeln wichtig. So wird es auch, obwohl der Hashtag zur Aktion „#Hand in Hand“ heißt, weitgehend berührungslos zugehen. Familien dürfen sich an der Hand nehmen, alle anderen verbinden sich mittels Schals, Tüchern, Absperrbändern oder ähnlichem. Spontan-Teilnehmer sind natürlich ebenfalls gefragt, Einzelpersonen können sich einfach einreihen. Wer mitmachen will, sollte rund eine Stunde Zeit und gerne auch Plakate oder Transparente dabeihaben. „Wenn jemand ein Instrument spielt, kann er das auch mitbringen“, sagt Kurt Hilsenbeck, der auf eine große, bunte Aktion mit vielen verschiedenen Akteuren hofft.  aia/Foto: kry


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Insektenparadies „Sirnauer Ohr“

Ökologisch neu gestaltete Grünfläche zwischen B 10 und Möbelhaus  wird mit der „Goldenen Wildbiene“  ausgezeichnet

Selbst ein Baubürgermeister – und vor allem ein Baubürgermeister von Esslingen – muss die freie Fahrt von Radlern auf Radwegen respektieren. Eine Radfahrerin schimpfte daher wie ein Rohrspatz, als Hans-Georg Sigel ihr unwissentlich den Weg an der Sirnauer Brücke versperrte. Doch der Nachfolger von Wilfried Wallbrecht hatte dafür einen triftigen Grund: Das Land Baden-Württemberg zeichnete ein Esslinger Ökologie-Projekt mit der „Goldenen Wildbiene“ aus. Die etwa 11 000 Quadratmeter große Fläche zwischen der B 10 und dem Möbelhaus Rieger am „Sirnauer Ohr“ sei auf vorbildliche Art in eine insektenfreundliche Grünfläche umgewandelt worden, lobte Elke Zimmer,  Staatssekretärin im Verkehrsministerium, bei der Einweihung der neuen Hinweistafel auf der Sirnauer Brücke.

Insektenhotel? Nein. Bei der Bezeichnung schüttelt Martin Weiss den Kopf. Das Büro des Biologen hat der Stadt Esslingen Tipps für die ökologische Neugestaltung der Wiese am „Sirnauer Ohr“ gegeben, und eine Maßnahme hin zu mehr Insektenfreundlichkeit war die Schaffung einer Nistwand für Wildbienen. In den Löchern im  Erdreich der Böschung würden die Insekten beste Bedingungen für ihren Nachwuchs vorfinden.  Außerdem, so ergänzt Karin Weiss als Mitinhaberin des Büros, wurden auf verschiedenen Teilbereichen der Grünfläche  Wiesenpflanzen wie Wilde Möhre oder Margeriten eingepflanzt. Eine Stammpyramide aus Totholz soll weitere Zufluchts- und Nistmöglichkeiten für Insekten schaffen. Doch der Clou der Maßnahmen ist nach Angaben der Biologin die Änderung der Pflegebedingungen der Fläche. Sie müsse nun nicht mehr gemulcht, sondern könne gemäht werden. Dadurch würden sich weniger Nährstoffe anreichern, die vor allem das Wachstum von Brennnesseln fördern würden.

Maßnahmen, die Wirkung zeigen, wie Staatssekretärin Elke Zimmer betonte. Sie enthüllte die Hinweistafel auf der Sirnauer Brücke und erklärte, dass die „Goldene Wildbiene“ für herausragendes Engagement im Insektenschutz überreicht werde. Die Auszeichnung sei Teil des Wettbewerbs „Blühende Verkehrsinseln“ und  werde  für die Umgestaltung von Rastplätzen, Kreisverkehren oder anderen straßennahen Plätzen zu insektenfreundlichen Blühflächen mit heimischen Pflanzen verliehen. Gerade mit Blick auf die verheerenden Waldbrände, Flut- und anderen Naturkatastrophen seien Maßnahmen gegen den Klimawandel ein Gebot der Stunde. Das „Sirnauer Ohr“  sei von einem artenarmen, grasdominierten Grünland durch verschiedene Saatgutmischungen,  blütenreiche Saumstrukturen und einen Gehölzstreifen als Lebensraum und zum Nestbau für Vögel zum Insektenparadies geworden. Eine Vorbildfunktion erhofft sich Hans-Georg Sigel von der Auszeichnung. Städte und Kommunen allein könnten Umwelt- und Insektenfreundlichkeit nicht stemmen. Der Baubürgermeister wünscht sich daher  eine Signalwirkung bei Firmen, Privatpersonen oder Vereinen, die ebenfalls Flächen umgestalten könnten.  Das, so fügt Gebhard Räcke  vom städtischen Grünflächenamt hinzu, muss  nicht teuer sein. Er bezifferte die Investitionen für das Öko-Projekt am „Sirnauer Ohr“ mit 6000 Euro, die Bewirtschaftungskosten pro Quadratmeter würden sich auf 60 Cent belaufen. Durch die Auszeichnung mit der „Goldenen Wildbiene“ jedenfalls haben sich die ökologischen Maßnahmen am „Sirnauer Ohr“ mehr Gehör verschafft.  sw/Foto: Roberto Bulgrin


Gebäude soll Charakter behalten

Auf ehemaligem Electrostar-Gelände in Reichenbach haben Bauarbeiten begonnen –  5000 Quadratmeter neuer Wohnraum

Es wird gebaggert und viele Reichenbacher sind froh, dass die Arbeiten auf dem ehemaligen Electrostar-Gelände endlich begonnen haben.

Wie ein Skelett wirkt das frühere Produktions- und Verwaltungsgebäude der Firma Electrostar. Hinter Fensterrahmen ohne Scheiben gähnt Leere, trotzdem zeigt der lang gezogene Bau mit den schmalen Fliesenbändern in Querrichtung noch seine Charakteristik. Sie soll sich auch in der künftigen Fassadengestaltung wiederfinden. Zwar ohne Fliesen, weil die in der Regel nicht sehr lang haltbar seien, sagt Stephan Pflumm, Geschäftsführer bei der Projektgesellschaft Phoenix Living. Die Idee sei aber trotzdem, „dass man die Anmutung des bisherigen Gebäudes auch in der neuen Nutzung wiederfindet“ und neu interpretiere, ohne den Charakter grundlegend zu verändern. Schließlich handle es sich um einen markanten, prägenden Bau.

Phoenix Living wird sowohl dieses Gebäude, den sogenannten Querbau, zu 44 Wohnungen umbauen, als auch zwei Neubauten mit insgesamt 22 Wohnungen auf der trapezförmigen Fläche zwischen der Stuttgarter  und der Schillerstraße erstellen. Insgesamt geht es um mehr als 5000 Quadratmeter Wohnraum. Die Gesellschaft überschreibt das Quartier mit dem Titel „Das Domizil“ und ist erst relativ spät in das Vorhaben eingestiegen.

Vorher waren andere Projektentwickler zusammen mit den Eigentümern von Electro­star – beziehungsweise der Algo-Gruppe – am Werk, wobei es zu einigen Verwerfungen kam. Die erste Planung, eine Mischung aus Gewerbe- und Wohnnutzung, bei der auch die Verwaltung der Firma Electrostar mit eingezogen wäre, kam beim Gemeinderat gut an und war genehmigt. Sie wurde von Electrostar aber wieder verworfen, unter anderem, weil das Unternehmen 2018  komplett nach Ebersbach umzog.

Die Folgeplanung mit außen an den Querbau angefügten Balkonen und deutlich intensiverer Wohnnutzung lehnte der Gemeinderat ab. Danach brauchte es noch einige Zwischenschritte bis zum heutigen Ergebnis. Das alte Fabrikgebäude bekommt nun zwar zwei zusätzliche, außen angebaute Treppenhäuser, aber statt außen liegender Balkone lediglich einzelne Loggien nach innen. Seit Anfang April habe man die Baugenehmigung, sagt Stephan Pflumm, und sei direkt in die Vorbereitungen eingestiegen. Er lobt den guten Draht zur Gemeindeverwaltung und ist mit dem Verkauf sehr zufrieden.

Schon in einer Pressemitteilung vom 15. Mai berichtete das Unternehmen, dass innerhalb von vier Wochen alle Einheiten verkauft worden seien. Die Käufer hätten sich überwiegend entschlossen, ihre Wohnungen zu vermieten, erklärt Pflumm. Maklerin Senta Hoffmann aus Reichenbach wird weitervermitteln. Wohnraum ist eine Geldanlage, und attraktiv war in diesem Fall wohl auch die Förderung nach KfW-55-Standard. Ebenso eröffne die Tatsache, dass das Bauprojekt im Sanierungsgebiet Zentrum Nord liegt, interessante Abschreibungsmöglichkeiten.

Einen Eindruck vom Baufortschritt kann man auch über die Webcam auf phoenix-living.de bekommen. Im Querbau ist bereits die gesamte Haustechnik abgebaut, er soll im weiteren Verlauf „bis auf den Rohbau zurückgesetzt und neu wieder aufgebaut“ werden, so Pflumm. Der Zeitplan sieht vor, dass „Das Domizil“ bis zum Ende des ersten Quartals 2023 fertig ist. Damit wird aber nur ein kleiner Teil des Starmix-Geländes neu bebaut sein. Weitaus größer ist die restliche Fläche, auf der sich ehemalige Lager- und Montagehallen, Verwaltungsgebäude, Abstell- und Freiflächen befinden. Auch für dieses Areal  schwebt dem Reichenbacher Gemeinderat zentrumsnahes Wohnen vor. So hat das Gremium bereits vor zwei Jahren die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen und kürzlich eine Veränderungssperre verhängt. Die Grundstücke gehören allerdings nach wie vor der Firma Electrostar beziehungsweise ihrer Tochtergesellschaft.  aia/Foto: Karin Ait Atmane