„Es ist sehr gefährlich“

Wege am Wielandstein weiterhin gesperrt – Sicherung kann teuer werden


Zu Anfang des Jahres krachte bei einem Felssturz ein Teil des Wielandsteins bei Oberlenningen in die Tiefe. Aus Sicherheitsgründen bleibt das Gebiet auf unbestimmte Zeit gesperrt. Das Gutachten zu einer geologischen Untersuchung der Felsformation ist noch in Arbeit.

Am Wielandstein, einer ausgesetzt stehenden Felsformation am Trauf oberhalb des Lenninger Ortsteils Oberlenningen, stürzten zu Anfang des Jahres auf einen Schlag etwa 400 Kubikmeter Gestein in die Tiefe. Der Felssturz riss dazu etwa einen halben Hektar Gemeindewald unterhalb des Wielandsteins nieder. Aus Sicherheitsgründen wurden die Forst- und Wanderwege in dem Gebiet und auch die Zugänge zur Burgruine Wielandstein und zu den Kletterrouten weiträumig gesperrt. Im März wurde der Wielandstein geologisch untersucht. Die Ergebnisse des Gutachtens zum Zustand der Felsformation und zu möglicherweise weiteren Risiken, die der Albtrauf an dieser Stelle erwarten lässt, sollen im Juli dem Lenninger Gemeinderat vorgestellt werden. Der wird sich dann mit der Sache befassen

So lange setzt sich das Warten auf die Ergebnisse der geologischen Untersuchungen und das Gutachten fort. „Derzeit wissen wir nur, dass alles sehr brüchig ist“, sagt Lenningens Hauptamtsleiter Günther Kern. Je nach Einschätzung der Experten könnten die Sicherungen am Fels und für die Wege eine größere Summe verschlingen.

So ist derzeit noch völlig offen, wann und mit welchem Aufwand die Felsen gesichert werden können und ab wann die Wege dort wieder nutzbar sind. Daher bittet Kern die Wanderer um Geduld. Etliche von ihnen würden aus Neugier die Sperrung missachten. „Und wir können natürlich nicht alles kontrollieren. Derzeit können wir nur eindringlich bitten, die Absperrungen zu respektieren.“ Dies müsse im Interesse jedes Wanderers liegen. „Am Wielandstein ist es nach wie vor sehr gefährlich“, warnt er.

Auch wenn die Warnung nur für das derzeit gesperrte Gebiet bei Oberlenningen gilt, nagen Wind, Wetter und vor allem das Wasser überall an der Schwäbischen Alb und tragen sie ab. Es bröselt und bröckelt an den Steilhängen, immer wieder poltern auch Steine zu Tal. Regen von der Hochfläche sickert durch Risse und Spalten nach unten, wäscht Kalk aus, Klüfte entstehen, bei hohen Temperaturunterschieden entwickeln Wasser und Eis zudem Sprengkraft in den Rissen. Direkt am Trauf können sich so ganze Schollen vom Gebirge lösen, die im Verlauf von Jahrtausenden zu Tal gleiten oder aber am Steilhang und in exponierten Lagen wie am Wielandstein abbrechen.

Dies bremst nicht nur Wanderer. In den vergangenen Wochen und auch jetzt noch mussten und müssen sich Autofahrer, die vom Lenninger Tal aus auf die Alb wollen, immer wieder auf Straßensperrungen und Umleitungen einstellen. Zur Sicherung der Albaufstiege vor Steinschlag werden an den Hängen oberhalb der Straßen brüchige Felsen und lose Steine abgetragen.         pst / Foto: aka


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