Spielen, lernen, experimentieren

Neue Kita in Weilheim eröffnet – Betreuungsplätze für bis zu 90 Kinder – Stadt investiert rund 4,1 Millionen Euro

Die Stadt Weilheim wächst,  zudem wird seit einigen Jahren eine hohe Geburtenzahl registriert. Um der hohen Nachfrage nach Plätzen auch für kleine Kinder  in einer Kindertageseinrichtung gerecht zu werden, ist nun in der Schellingstraße eine weitere Kindertagesstätte mit vier Gruppen eröffnet worden. Während die beiden U-3-Gruppen bereits ausgebucht sind, gibt es in den Gruppen für über Dreijährige noch freie Plätze.

„Die konstant hohe Geburtenzahl und die immer stärkere Inanspruchnahme von Betreuungsplätzen ab der Vollendung des ersten Lebensjahrs erfordert einen Ausbau der Betreuungsplätze“, hatte Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle  in seinem Jahresrückblick 2019 festgestellt.

Die Stadt Weilheim war in den vergangenen Jahren mit drei Kindertagesstätten im Stadtgebiet, einer im Wohngebiet Egelsberg und einer Einrichtung im Teilort Hepsisau gut versorgt. Zudem bieten ein Waldkindergarten und der Verein Freier Kindergarten Betreuungsplätze an, außerdem besteht die Möglichkeit, Kinder  über die Vermittlung durch den Tageselternverein Esslingen von Tagesmüttern betreuen zu lassen.

Doch ein Zuwachs an jungen Familien und hohe Geburtenzahlen erforderten weitere Betreuungsplätze für Kinder ab dem ersten Lebensjahr. Dies war auch aus den Erkenntnissen des Entwicklungskonzepts 2025 abzuleiten, das das Planungsbüro Reschl für die Stadt erstellt hatte. Das Konzept betonte, dass „Weilheim wegen seiner Angebote an Bau-, Arbeits- und Kinderbetreuungsplätzen wie auch der Schulen vor allem für (junge) Familien mit ihren (Klein-)Kindern attraktiv ist und diese zum Zuzug bewegt hat“.

Entsprechend hatte  sich die Stadt um die Entwicklung der Infrastruktur bemüht.     In der Schellingstraße ist in rund einjähriger Bauzeit eine neue Kindertagesstätte entstanden. Die Einrichtung bietet zunächst Platz für zwei Kindergartengruppen und zwei Krippengruppen. Sollte in näherer Zukunft weiterer Bedarf an Betreuungsplätzen entstehen, kann die Einrichtung um eine fünfte Gruppe erweitert werden. Der dafür notwendige Gruppenraum wurde bereits beim Bau berücksichtigt, so dass die Einrichtung problemlos vergrößert werden kann. Bei einer Vollbelegung  wären so in der Schellingstraße bis zu 90 Kinderbetreuungsplätze möglich.

  Die Kita ist in Holzbauweise errichtet worden, was eine gute energetische Bilanz verspricht und das Gebäude auch optisch gut in das umgebende Grün des  Gartens der Einrichtung einfügt.  Alle Gruppenräume sind nach Südosten ausgerichtet. Daneben finden sich die Ruhe- und Schlafräume für die kleinen Kinder. Für die Älteren ist in der Kita auch eine Bibliothek mit Leseecke eingerichtet worden.

Da die Kita  einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt pflegt und die Kinder zum Forschen und Experimentieren anregen will, steht eine Werkstatt mit Arbeitstischen zur Verfügung. Ein  Gruppenraum ist für die Sprachförderung vorgesehen, außerdem gibt es ein separates Elternsprechzimmer. Schließlich verfügt die Kita noch über einen  Mehrzweckraum für Bewegungsangebote, der auch für Feste genutzt werden kann.

Die Kinder bekommen in der Schellingstraße ein warmes Mittagessen. Das wird in einer Küche zubereitet, die auch dafür ausgelegt ist, dass die Kinder  beim Kochen helfen können. Insgesamt hat die Stadt Weilheim rund 4,1 Millionen Euro in den Neubau und die Ausstattung investiert. pst / Foto: Carsten Ried


Ein Haus der Kreativität

Musikschule und Jugendkunstschule Nürtingen unter einem Dach vereint – Aus Gesundheitsamt wird „Haus der Künste“

Nach 29 Jahren haben die Musik- und die Jugendkunstschule der Stadt Nürtingen ein gemeinsames Domizil erhalten. Bei einer aufwendigen Sanierung wurde das frühere, denkmalgeschützte Gesundheitsamt in der Ersbergstraße auf den aktuellen Stand der Technik gebracht und zu einem „Haus der Künste“ umgerüstet, in dem auch die Stadtkapelle eine neue Heimat gefunden hat.

Auf einer Nutzfläche von rund 1600 Quadratmetern finden sich nun unter einem Dach diverse Ateliers und Werkstatträume für junge Künstler, Unterrichtsräume, ein Theaterraum und ein Band-Probenraum für die Musikschule sowie ein Vortrags- und Konzertsaal mit Platz für etwa 100 Besucher. Außerdem hat die Stadtkapelle einen Probenraum und Nebenräume für das Lagern von Instrumenten und Noten erhalten. Als verbindendes Element dient das großzügige, zweigeschossige Foyer, das als Begegnungsraum und Ort für gemeinsame und fächerübergreifende Veranstaltungen genutzt werden kann.

Die Musikschule und die Jugendkunstschule Nürtingens sind zwar beide städtische Bildungseinrichtungen,   waren aber über viele Jahre in verschiedenen Räumen über die Stadt verteilt. Die Chance zur Zusammenführung ergab sich, als die Ersbergschule das Gebäude des alten Gesundheitsamts nicht mehr benötigte, das sie  für die Ganztagsbetreuung und den Mensabetrieb genutzt hatte.  Die Verwaltung war überzeugt, dass die gemeinsame Nutzung große Synergieeffekte für die Kunstszene und den künstlerischen Nachwuchs der Stadt bringe. Dies sah auch  der Gemeinderat so und genehmigte das Projekt einstimmig.

Doch zunächst musste das Haus saniert werden.  Insbesondere mussten der Brandschutz aktualisiert, Rettungswege angelegt, Barrierefreiheit gewährleistet und neue Decken eingebaut werden. Dazu kamen  Einbauten für die Akustik und den Schallschutz. Die Kosten für die Sanierung wurden mit etwa 600 000 Euro veranschlagt. Allerdings wurde  klar, dass dieses Budget nicht zu halten sein würde. Denn das Gesundheitsamt, erbaut in den Jahren 1963/1964, ist als Kulturdenkmal eingetragen. Errichtet wurde es nach den Plänen der Architekten Max Bächer und Harry Lie, die als führende Vertreter des Baustils des „Brutalismus“ gelten. Der Begriff  leitet sich vom französischen béton brut, zu Deutsch Sichtbeton, ab. Das frühere Gesundheitsamt wird als architektonisch „herausragendes Beispiel für einen Verwaltungsbau“ jener Zeit bezeichnet.

Entsprechend musste die Sanierung daher in enger Abstimmung mit  dem Landesdenkmalamt   angegangen werden. Dies betraf auch die  Veränderung des Zuschnitts einzelner Räume, die nur gemeinsam mit den Denkmalexperten umgesetzt werden konnte, da der bauliche Charakter des Gebäudes nicht gestört werden durfte. All dies verzögerte die Fertigstellung und den Einzugstermin um rund ein Jahr. Überdies stiegen die Kosten auf etwa 1,3 Millionen Euro. Etwa 37 000 Euro steuerte das Land aus dem Denkmalförderprogramm bei, weitere 40 000 Euro kamen von der Denkmalstiftung. Laut Nürtingens Oberbürgermeister Johannes Fridrich hat sich der Aufwand gelohnt. Das Gebäude stelle „Nürtingens Statement der kulturellen Bildung“ dar. „Hier vereinen sich Kunst und Musik in einem Haus der Kreativität – bemerkenswert und bedeutungsvoll für unsere Stadt“, stellte Fridrich zur Eröffnung fest.  pst / Jürgen Holzwarth


Närrischer Partymarathon

Ab dem „Schmotzigen Doschdig“ steuert die Fasnet ihren Höhepunkt an

Die Narren sind schon eine Weile los. Ab  Donnerstag, dem „Schmotzigen Doschdig“, beginnt die heiße Phase der Fasnet. Vor allen in den Hochburgen Neuhausen und Wernau, aber auch in anderen Gemeinden, werden dann Tage und Nächte durchgefeiert.

Neuhausen: Die Neuhausener werden am „Schmotzigen Doschtig“ zeitig geweckt: Um 4.30 Uhr in der Frühe sorgt am 20. Februar die Party- und Showband „Waschlappen-Glunker“ dafür, dass keiner verschläft. Die Jugend kann sich auf den Schulsturm und die anschließenden Partys im Jugendzentrum und im Keller des Narrenbund-Vereinshauses freuen. Parallel dazu feiern die Senioren im katholischen Gemeindehaus und verschiedene Narrengruppen und Vereine an diversen Orten. Auf dem Schlossplatz tanzen ab 19.11 Uhr die Feuerteufel um die lodernden Flammen: Die Häsgruppen des Narrenbundes Neuhausen führen, musikalisch begleitet vom Spielmannszug, den traditionellen Hexentanz auf und bringen sich in Stimmung, um anschließend das Rathaus zu stürmen und wie viele andere die Nacht durchzumachen. Am Freitag, 21. Februar, ruft abends die „Fang-das-Licht-Fasnetsparty“ ins Vereinsheim des Narrenbundes. Auf dem Programm stehen verschiedene Masken- und Brauchtumstänze.

Der große Umzug durch Neuhausen findet am Sonntag, 23. Februar, ab 13.33 Uhr statt. Erwartet werden rund 80 Gruppen aus dem süddeutschen Raum, darunter auch das Prinzenpaar aus Neuhausen sowie einige Wagen der Wagenbaugruppe. Der Eintritt zur Deckung der Kosten liegt bei drei Euro und wird vor Ort erhoben.

Wernau: Während es in Neuhausen „Auf die Pauke haut se – Bauze, Bauze!“ heißt, tönt es in Wernau „Hecka, Heala – hoi, hoi, hoi!“. Dort stehen ab dem „Schmotzigen Doschdig“ sechs Tage Fasnet nonstop auf dem Programm. Am Donnerstag werden die Schulen gestürmt und ihre Rektorinnen vorgeführt, während Schülerinnen und Schüler um die Wette tanzen. Es gibt Narrensupp’, die „Geesgassdeifl“ stellen den Narrenbaum, dann geht es mit Worten und Taten beim Rathaussturm dem Schultes an den Kragen. Ab 19 Uhr wird die Party in der Narrenbar „Hölle“, dem „Gugg-Rock-Café“ und in vielen Wernauer Lokalen fortgesetzt.

Am „Ruaßiga Freidig“ steigt ab 19 Uhr die Alemannische Nacht, zunächst vor dem Quadrium, wo Schultes und Stadträte vom Wernauer Büttel vor das hohe Narrengericht geladen werden. Die Narrenweihe für Neulinge findet statt, später der Hexentanz der „Laichleshexa“ in mystischer Atmosphäre – und all das bei musikalischer Begleitung durch die „Bodenbachsymphoniker“. Ab 20 Uhr spielt dann in der Stadthalle die Band „Friends Live“.

Zehntausende Zuschauer werden zum großen Umzug am Samstag erwartet. Ab 14 Uhr machen die rund 3200 Hästräger und Guggenmusiker die Straßen unsicher. Im Rahmen der Aktion „Feiern mit Vernunft! – Fasnet ist mehr als Vollrausch!“, an der sich auch die Neuhausener Narren beteiligen, wird es auch in diesem Jahr eine Allgemeinverfügung der Stadt Wernau geben, die in der Zeit von 10 bis 20 Uhr das Mitführen und Konsumieren harter Alkoholika untersagt. Wer dagegen verstößt, erhält einen Platzverweis. Damit möchten die Veranstalter und Helfer Alkoholexzessen vorbeugen. Sie raten außerdem zur Anfahrt mit der S-Bahn. Neu in diesem Jahr ist, dass die beiden Party-Locations „Hölle“ und „Gugg-Rock-Café“ nach dem Umzug durchgehend bis 1 Uhr nachts geöffnet haben.

Weitere Gemeinden: In Wolfschlugen wartet ebenfalls ein heißes Fasnetswochenende. Die Wolf­schlugener Narren – „Hexabanner“ und „Herdhauhexen“ mit den Guggen „Hexenbusters“ – sind vom „Schmotzigen Doschdig“ bis zum Aschermittwoch voll beschäftigt. Aufs Fasnetswecken folgen Narrenbaumstellen und Rathaussturm am Donnerstag, Schulsturm, Kinderfasnet und der Hexenbannertanz am Freitag. Am Dienstag heißt es dann Narrenbaumfällen.

Bei den „Täleshexen“ in Aichtal geht’s am Donnerstag mit Schul- und Rathaussturm und großer Hexennacht in der Festhalle rund. Die „Kloster-Deifel“ Kirchheim übernehmen ebenfalls am Donnerstag die Macht auf dem Rathaus und halten sie bis zur Häs-Beerdigung am Dienstag, gefolgt von ihrer Geldbeutelwäsche am Aschermittwoch. Am Donnerstag, 20. Februar, werden noch zahlreiche weitere Rathäuser gestürmt, zum Beispiel in Nürtingen (erstmals nach fast zehn Jahren wieder, ab 17.17 Uhr),  Wendlingen, Deizisau, Hochdorf, Oberlenningen und Frickenhausen, einen Tag später in Baltmannsweiler. In Nürtingen tagt am Donnerstag ab 19 Uhr im Schlachthof das Narrengericht und es gibt anschließend eine Party. In Wendlingen wird im Treffpunkt Stadtmitte am Donnerstag, Freitag und Samstag (jeweils ab 19 Uhr) gefeiert. In Altbach findet zudem am Samstag, 22. Februar, 19.30 Uhr, in der Gemeindehalle die TVA-Faschingsparty statt.  aia / Fotos: bul


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