Bläserklänge und Geselligkeit

Musikverein Baltmannsweiler feiert 100-jähriges Bestehen – Festakt, Ausstellung, Party und mehr

Als der Musikverein Baltmannsweiler (MVB) im Jahr 1920 gegründet wurde, brachte jedes seiner 15 Mitglieder als Ersteinlage stattliche 480 Mark ein – so wichtig war ihnen das Musizieren. Dirigent Ernst Blind schaffte mit dem Geld die ersten Instrumente an und stellte somit die Weichen für eine jetzt 100-jährige Vereinsgeschichte mit vielen musikalischen Erfolgen, aber auch vielen Ausflügen und Geselligkeit. Das Jubiläum wird an mehreren Terminen übers Jahr verteilt gefeiert.

Menschen, die im Verein musizieren, sind gesellig und feiern gerne. Das lässt sich der Chronik des MVB entnehmen, bei dem zumindest ab der Neugründung 1954 Feste, Ausflüge und Kontakte zu anderen musiktreibenden Vereinen eine große Rolle spielten. Vor dem Zweiten Weltkrieg ging es noch etwas einfacher zu. Man probte im Gasthaus Rößle, dann in der Turnhalle, denn 1927 schloss sich der MVB als selbstständige Musikabteilung dem Arbeiter-Turn- und Sportverein an. Sieben Jahre später trat dieser dem Kriegerverein bei; im Zweiten Weltkrieg kamen die Aktivitäten dann zum Erliegen.

Doch schon 1946 wurde wieder Blasmusik gemacht, im September 1954 wurde der Verein offiziell wiedergegründet. Das Vereinsleben war rege: Man nahm an Wertungsspielen teil, feierte Feste, lud ausländische Kapellen und Vereine ein – erstmals 1960 die Feuerwehrkapelle Bruckhäusel aus Tirol. Konzerte, Silvester- und Faschingsbälle, Ständchen im Mai, Sommerfeste oder eine Glockenweihe waren willkommene Anlässe zum Aufspielen. Zu den Höhepunkten zählten das mehrtägige Musik- und Heimatfest mit Fahnenweihe im Jahr 1974 und das viertägige Sommerfest zum 60-jährigen Bestehen 1980.

Auch mehrtägige Ausflüge standen – neben Volksfestbesuchen – fast jedes Jahr auf dem Programm, teilweise fuhren 100 und mehr Personen mit. Beim Jahresausflug 1987 nach Pertis­au waren es drei Omnibusse mit 142 Fahrgästen, was der Chronist als „traumhaft, aber stressig“ kommentiert. Dass man den Bus in Baltmannsweiler anschieben musste wie bei einer der Fahrten zum Oktoberfest, war aber zum Glück die Ausnahme.

15 bis 20 auswärtige Auftritte im Jahr waren lange Zeit die Regel. 1984 erspielte sich der MVB beim Blasmusik-Wettstreit in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle unter der Leitung von Hans Hofmann unter zwölf teilnehmenden Kapellen den ersten Platz.

Die Zahl der Mitglieder stieg und stieg, von mehr als 200 Anfang der 80er-Jahre auf über 300 im Jahr 1990. Der Rekord wurde 2005 mit 471 Mitgliedern erreicht, heute sind es rund 350, davon knapp 100 Aktive. Die Jugendarbeit ist dabei ein wesentlicher Faktor. Seit Ende der 1990er-Jahre wirbt der Musikverein aktiv in den Grundschulen und bietet für die Jüngsten musikalische Früherziehung und Blockflötenunterricht an, mittlerweile auch den Musikgarten ab 18 Monaten. Mit diesen Angeboten und dem Instrumentalunterricht sind alles in allem rund 70 Kinder und Jugendliche in Ausbildung. „Das ist bei uns ein Schwerpunkt, wir stecken da jedes Jahr viel Geld rein“, sagt Herbert Schrag, der die treibende Kraft für die verstärkte Nachwuchsförderung war. Er ist seit mehr als 40 Jahren aktiv im Vorstand und Ehrenmitglied des Vereins – und freut sich immer sehr, wenn der Nachwuchs dabeibleibt und irgendwann ins Stammorchester wechselt.  aia / Foto: privat

Info: Die Veranstaltungen im Jubiläumsjahr: Festakt am 7. März, 18 Uhr, im Kulturzen­trum in Baltmannsweiler; Ausstellung im Rathaus mit Bildern und Materialien aus der Vereinsgeschichte (Vernissage ist am 10. März, 19 Uhr).

Jubiläumsfest vom 26. bis 29. Juni mit südländischer Nacht am Freitag, Partynacht am Samstag und Kreismusikfest am Sonntag. Zudem sind ein Massenchor am Rathaus und ein Umzug geplant.

Jubiläumskonzert am 12. Dezember im Kulturzentrum Baltmannsweiler mit Jugend- und Stammorchester des MVB.


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