„Echo“ legt Corona-Pause ein

Esslingen. Das Wochenblatt „Echo“, das im Verlag der Eßlinger Zeitung erscheint, legt eine mehrwöchige Pause ein. Der Grund sind die Corona-Epidemie und die damit verbundenen Beschränkungen, die das Wirtschaftsleben auch in der Region weitgehend lahmgelegt haben. „Das Echo finanziert sich vollständig über Werbeplatzierungen der lokalen Geschäfte und Betriebe“, so Andreas Heinkel, Geschäftsführer des Verlags der Eßlinger Zeitung, „damit fehlt unserem Wochenblatt jegliche wirtschaftliche Grundlage, um es weiter produzieren zu können“. Von dieser Woche an wird das „Echo“ bis auf weiteres eingestellt. Wie lange die Pause ist, hängt vom weiteren Verlauf der Corona-Epidemie ab.    


Mehr Unfälle mit Radlern und Fußgängern

Polizei legt Verkehrsunfallbilanz für das vergangene Jahr vor – Junge Fahrer und Senioren haben große Anteile – Häufig machen sich die Verursacher aus dem Staub

Es ist eine Bilanz mit bedenklichen Entwicklungen, positiven Tendenzen und  auch einem Hoffnungsschimmer bei einer traurigen Konstanten: Die Polizei hat die Verkehrsunfälle des vergangenen Jahres im Landkreis Esslingen einer detaillierten Betrachtungsweise unterzogen. Heraus kamen: etwas mehr Unfälle auf den Straßen des Kreises, mehr Schwerverletzte, weniger Tote, Rückgänge und weniger schwere Folgen bei den Motorradunfällen, mehr Fahrrad- und viel mehr Fußgängerunfälle. Während die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Kindern gesunken ist, ist die der Senioren gestiegen.

Das Polizeipräsidium Reutlingen ist für die Landkreise Esslingen, Reutlingen und Tübingen sowie neuerdings auch für den Zollernalbkreis zuständig. In den Betrachtungen der einzelnen Kreise gibt es in der nun vorgelegten Verkehrsunfallbilanz durchaus Unterschiede. Beispiel: Während im gesamten Zuständigkeitsbereich die Zahl der Verkehrstoten im Jahr 2019 gestiegen ist (um einen auf 34), ist diese im Landkreis Esslingen von 16 auf zehn gesunken. Im hiesigen Kreis wurden im vergangenen Jahr insgesamt  16 273 Unfälle gezählt, was gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 5,5 Prozent entspricht. Dabei wurden 248 Personen schwer (plus sieben) und 1546 (minus zehn) leicht verletzt. Über alle vier Landkreise hinweg schätzen Experten den bei den insgesamt 35 494 Unfällen angerichteten Sachschaden auf 543 Millionen Euro.

Zehn Tote im Straßenverkehr

Unter den zehn Verkehrstoten im Kreis Esslingen waren fünf Autoinsassen, drei Radfahrer, ein Fußgänger und ein Motorradfahrer. Bei zwei dieser Unfälle mit Todesfolge war Alkohol im Spiel. Betrunkene haben insgesamt 195 Unfälle verursacht, dabei wurden 18 Personen schwer und 58 leicht verletzt. 25 Unfallverursacher standen unter Drogen (plus zehn). Ernüchternd wiederum: Bei gut 23 Prozent aller Unfälle machten sich die Verursacher aus dem Staub, 3763 Mal (plus 207) lautete die Diagnose Unfallflucht. Knapp jede Dritte dieser Straftaten wurde aufgeklärt. 

Als häufigste Unfallursache gibt die Polizei  Fehler beim Abbiegen an, gefolgt von Wendemanövern/Rückwärtsfahren, Vorfahrtsverstößen, zu geringem Abstand und überhöhter Geschwindigkeit. Wobei: Je schwerer die Unfallfolgen sind, desto häufiger wird dabei zu schnell gefahren. Das heißt, jeder fünfte Verkehrsunfall mit schweren Folgen (Toten oder Schwerverletzten) geht auf das Konto Geschwindigkeit.

Bei ihren Geschwindigkeitskontrollen registrierte die Polizei im Jahr 2019 in den vier Landkreisen insgesamt mehr als 71 000 Verstöße, was zu 972 Fahrverboten führte. Außerdem deckten die Beamten bei ihren Gurtkon­trollen 16 730 Verstöße auf. Zudem waren 532 Kinder nicht ordnungsgemäß gesichert. 7680 Mal wurden Autofahrer mit dem Handy am Ohr erwischt. Bei  Verkehrskon­trollen saßen zudem 1603 Fahrzeugführer alkoholisiert hinterm Steuer, 695 hatten Drogen genommen.

Im Bereich der Unfälle mit motorisierten Zweirädern (vom Mofa bis zum schweren Motorrad) wurden im Landkreis Esslingen 326 registriert (minus zwölf). Sowohl die Zahl der Schwerverletzten dabei (auf 53),  als auch die der Leichtverletzten (auf 172) gingen zurück. Bei rund der Hälfte der Motorradunfälle waren die Biker selbst schuld. Bei den von Motorradfahrern verursachten Unfällen mit Toten oder Schwerverletzten ragen die Ursachen Geschwindigkeit und Überholen mit etwa 50 Prozent signifikant heraus.

Vielfach auf E-Bikes

Fahrradfahrer waren im Kreis Esslingen 505 Mal (plus 16) in Unfälle verwickelt, drei starben dabei, 73 wurden schwer, 334 leicht verletzt. Die Zahl der Unfälle mit Elektrofahrrädern schnellte um knapp 57 Prozent auf 105 nach oben. Deutlich mehr Unfälle mit Fußgängern wurden registriert: Waren es 2018 noch 158, wurden vergangenes Jahr 195 gezählt.

106 Kinder im Alter bis 13 Jahre (minus fünf) waren in Verkehrsunfälle verwickelt, eines starb dabei (in der Silvesternacht auf der B 27 bei Aichtal), elf wurden schwer verletzt. 27 Schüler (minus vier) verunglückten im Landkreis Esslingen auf dem Weg zur Bildungsstätte.

Junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 Jahren sind nach wie vor eine Risikogruppe – für andere und sich selbst. 1201 Unfälle (plus 22) mit ihnen wurden gezählt. Noch häufiger sind aber Senioren ab 65 Jahren beteiligt: 1421 Mal (plus 82). In knapp zwei Drittel der Unfälle waren die Senioren selbst schuld. Sieben Personen aus dieser Altersgruppe starben an den Unfallfolgen.

Technische Mängel

Die Unfälle, an denen Lastwagen beteiligt waren, gingen um acht Prozent auf 536 zurück. In mehr als 70 Prozent der Unfälle lag die Ursache bei den Lkw-Fahrern. Erstaunlich: Bei den Verkehrskontrollen  der Polizei wurden fast dreimal so viele einzelne Verstöße wie kontrollierte Lastwagen gezählt. Vielfach wurden technische Mängel festgestellt, aber auch etliche Verstöße gegen die Vorschriften zu Lenk- und Ruhezeiten.  ch / Foto: dpa


Innovativ und familiär

In Nellingen eröffnet eine Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz  – Möglichst großes Maß an Selbstbestimmung

Ein  würdiges Leben für seine Frau, trotz ihrer Demenzerkrankung, wünscht sich Eberhard Bitzer. Der 85-Jährige, der seit 20 Jahren in Nellingen wohnt, hat seit geraumer Zeit realisiert, dass er seine Frau nicht mehr alleine betreuen kann. Auch weil er selbst pflegebedürftig geworden ist. Nun hat er für seine Frau ein passendes Objekt gefunden, und zwar in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft am Ort. Diese WG   mit dem Namen „Zusammen(H)alt“ bietet auf einer Etage und einer Gesamtfläche von rund 400 Quadratmetern ihren Bewohnern private Bereiche – die Zimmer sind 16 bis 20 Qua­dratmeter groß –, aber auch Gemeinschaftsräume wie die offene Küche,  den Essbereich und eine große Terrasse – sowie ein innovatives Konzept, in dem den Bewohnern ein möglichst großes Maß an Selbstbestimmung eingeräumt wird und eine gemeinsame Alltagsgestaltung im Vordergrund steht. Am 18. April ziehen bereits alle neun Bewohner im Alter von 68 bis 90 Jahren in der Esslinger Straße in Nellingen ein. Die meisten von ihnen kommen aus Nellingen und haben wie Eberhard Bitzers Frau auch Gedächtnis- und Orientierungsprobleme.

Rund 1,7 Millionen Euro zahlt die Erich und Liselotte Gradmann-Stiftung für die Räumlichkeiten der WG, weitere 200 000 Euro investiert sie in die Einrichtung, erläuterte Ostfilderns Ex-OB Herbert Rösch, der Geschäftsführer der Stiftung ist. Er möchte mit diesem Projekt bewusst innovative Wege gehen, „denn ambulante Wohngemeinschaften scheinen die Antwort auf die wachsende Nachfrage und den Mangel an Fachkräften in der Pflege zu sein“. Seine Vision sei es, dass es in Ostfildern irgendwann 15 solcher Wohngemeinschaften geben werde, verteilt auf die einzelnen Quartiere. Die „Demenz-WG“ in Nellingen ist die zweite dieser Art in Ostfildern, seit acht Jahren gibt es im Nachbarschaftshaus im Scharnhauser Park die Wohngemeinschaft „Lichtblick“.

In dem Gebäude der „Demenz-WG“ in Nellingen entstehen oben drüber Wohnungen, im Erdgeschoss soll ein Drogeriemarkt eröffnen.

Betreut wird die WG in Nellingen vom Pflegedienst Nikolaus-Cusanus-Haus, der die Bewohner mit Fachkräften und Alltagsbetreuern rund um die Uhr unterstützt. Diesen Pflegedienst hat die Angehörigengemeinschaft der Bewohner ausgewählt, denn die Angehörigen sollen sich in dieser innovativen und doch familiären Wohnform aktiv einbringen.

Altenhilfeplanerin Gabriele Beck hat die Projektleitung inne und erläutert: „Diese Wohnform soll die Selbstbestimmung und Eigenverantwortung der Bewohner gewährleisten. Dabei gibt es zwei markante Unterschiede zu einem Pflegeheim: Die Angehörigen haben ein hohes, vertraglich festgelegtes Mitsprache- und Mitgestaltungsrecht und können mitreden, was den Alltag der Bewohner angeht. Außerdem entscheiden sie, wer in die Wohngemeinschaft einziehen darf. Und sie wählen selbst den Pflegedienst, der die Bewohner versorgen soll.“

Birgit Schult vom Pflegedienst Nikolaus-Cusanus-Haus, beschreibt den WG-Alltag: „Vom Aufstehen bis zum Abend werden die Bewohner von Alltagsbetreuern betreut, auch nachts ist eine Betreuerin im Einsatz.“ Die Bewohner jedoch bestimmen ihren Tagesablauf –  alle Wege, wie etwa der Gang zum Zeitung  holen an den Briefkasten oder in die Küche zum Frühstück oder gemeinsamen Kochen, werden zusammen unternommen. Es gehe darum, bei den Bewohnern verschüttete Ressourcen freizulegen, sie regelrecht aufblühen zu lassen.  aro/ch / Foto: aro

Info: Der Verein „Zusammen (H)alt“ fördert und begleitet die Wohngemeinschaft ideell und finanziell und sucht Sponsoren und Spender. Auch Patenschaften für Bewohner, die keine Angehörigen haben, sind willkommen. Weitere Informationen haben der Vorsitzende Wolfgang Maier (Maier.W@gmx.de) oder Projektleiterin Gabriele Beck (g.beck@ostfildern.de).


Abgestimmt

In Corona-Zeiten ist „Zu Hause bleiben“ das Gebot der Stunde. Herausforderungen wie Vereinsamung und ungewohnt enges Familienleben eingeschlossen. Haben Sie sich gut zu Hause arrangiert?

Foto: dpa

Gut arrangiert?

  • Ja! (100% )
  • Nein! (0% )
Loading ... Loading ...


Ende der Platanen steht bevor

Ein Teil der Reichenbacher Hauptstraße wird neu gestaltet – Kranke Bäume sollen durch andere Arten ersetzt werden

Bäume sind wichtig fürs Klima, für gute Luft und für Wohlfühl-Atmosphäre. In Reichenbach empfiehlt ein Baumgutachter dennoch – oder gerade deswegen –, die Platanen in der Hauptstraße zu fällen. Stattdessen sollten andere Baumarten gepflanzt werden.

18 stattliche Bäume fällen, das ist eine harte Entscheidung. Doch Baumsachverständiger Martin Müller hat sich die Platanen genau angeschaut und als nicht gesund eingestuft. Zwar sei der Zustand nicht so kritisch, dass man sie aus Sicherheitsgründen sofort fällen müsste. Aber da die Hauptstraße ohnehin umgestaltet wird, hält er es für sinnvoll, andere Bäume zu pflanzen und für diese bessere Rahmenbedingungen zu schaffen.

Müller, Inhaber des Büros „Kompetenz für Bäume“, nannte im Reichenbacher Gemeinderat mehrere Gründe für den unerfreulichen Zustand der Platanen in der Hauptstraße. Auch wenn man diese Bäume von südländischen oder Pariser Plätzen in stark gestutzter Form kennt, sind sie von Natur aus starkwüchsig. Sie mussten deshalb in der Hauptstraße teilweise stark beschnitten werden und haben dabei die charakteristischen „Knubbel“ an den Ästen gebildet.

Diese Stellen seien teilweise zerfurcht und verwachsen, erklärte Müller, und damit ein Angriffspunkt für Feuchtigkeit, Fäulnis und Pilzbefall. Der Gutachter hat auch abgestorbenes Geäst in den Kronen gefunden, was daran liegen könnte, dass den Bäumen zu wenig Wurzelraum und zu wenig Wasser zur Verfügung steht. Zur Zeit der Pflanzung in den 70er-Jahren habe man nach damaligem Kenntnisstand alles richtig gemacht, betonte der Fachmann. Heute sieht man manches anders, und der Klimawandel bringe Bäume zusätzlichen Stress. „Jetzt ticken die Uhren ganz anders“, sagte Müller. „Wir haben jetzt Mitte Februar plötzlich fast 20 Grad.“ Wenn man die Platanen durch andere, geeignetere Bäume ersetze und ihnen bessere Voraussetzungen schaffe, habe man langfristig einen ökologischen Gewinn.

Auf bestimmte Arten wollte sich der Fachmann aber nicht festlegen, denn das kommt auf die einzelnen Standorte an. Die Hauptstraße soll zwischen der Kreuzung mit der Wilhelm-/Karlstraße und dem Rathaus neu gestaltet werden. Das schwebt dem Gemeinderat schon seit einigen Jahren vor; das Gremium möchte eine Verbesserung der Parkplatzsituation erreichen, vor allem aber mehr Komfort für Fußgänger. Der Poryphor-Belag sei für Rollatoren oder Rollstühle nicht geeignet, sind sich die Ratsmitglieder einig, zudem sei die Querung der Straße unübersichtlich. Und auch das Nebeneinander der verschiedenen Verkehrsteilnehmer sei nicht klar definiert – ein Indiz dafür ist, dass häufig von der Reichenbacher „Fußgängerzone“ die Rede ist, obwohl es sich lediglich um einen verkehrsberuhigten Bereich handelt, sagte Bürgermeister Bernhard Richter. Wie die Regelung in Zukunft aussehen wird, ob möglicherweise ein „Shared Space“ in Frage kommt, in dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind, ist noch offen.

Landschaftsarchitekt Harald Fischer und das Büro Bolz und Partner legten einen Entwurf vor, der die Grundzüge der neuen Planung zeigt: So soll es auf der einen Straßenseite wieder eine Baumreihe geben, gegenüber – im Bereich der Hausnummern 13 bis 17, die etwas zurückgesetzt sind – ist an einen kleinen Platz mit Sitzmöbeln, vielleicht Spielmöglichkeiten für Kinder und Baumquartiere gedacht. Je nachdem könnten dort Hochstämme oder niedrigere Sträucher gepflanzt werden. Die aktuellen Parkplätze in diesem Bereich fallen dann zwar weg, unterm Strich kann man aber die Zahl der Stellplätze nahezu halten.  aia / Foto: aia


Eine mächtige Metal-Welle

Im Esslinger Komma ist zum 15. Mal das Festival „Rock for One World“ gestiegen – Party wird mit der guten Sache verknüpft

Ausverkauft und doch keine volle Hütte, weniger Besucher und doch zufriedene Veranstalter, Virussorgen und doch glückliche Metal-Fans: Es sind verrückte Zeiten, die mittlerweile viel stärker von der Corona-Epidemie geprägt sind. Am 6. und 7. März fand jedoch das Festival „Rock for One World“ (ROW) noch statt. Da es die 15. Austragung war, wurde im Jugend- und Kulturzentrum Komma in Esslingen über zwei Tage bei harten Riffs und ordentlicher Lautstärke gefeiert. An beiden Tagen traten  jeweils vier Bands auf. Zunächst Tribute-Bands: „One by One“ (System of a Down), „Crazy Maiden“ (Iron Maiden), „Nitrogods“ (Motörhead) und die „Kiss Forever Band“  (Kiss). Tags darauf wurde dann wieder der typische ROW-Schwermetall-Sound bereitet, und zwar mit „Gloryful“, „Prolopower“, „MOB Rules“  und  „Victory“.

An dem Tribute-Band-Abend zelebrierten die vier Bands authentischen Sound und auch authentische Shows. Allen voran die „Kiss Forever Band“   mit den geschminkten Gesichtern. Laut Veranstalterangaben hatten die Besucher  des Öfteren den Eindruck, das Original rocken zu sehen.

Am Abend darauf heizten „Gloryful“ als Opener schon zu Beginn mächtig ein, über die Besucher schwappte eine mächtige Welle Classic Heavy Metal und Power Metal. Darauf stieg  die Esslinger Kultband „Prolopower“ auf die Bühne. Die Band um Gitarrist und Sänger Klaus Sperling machte aus dem Komma vol­lends einen Partytempel, die Veranstalter sprechen von „Metalkabarett vom Feinsten“. „MOB Rules“ waren aus dem hohen Norden angereist, mit Melodic Heavy Metal und bei bester Stimmung ging es dem Auftritt des Headliners entgegen. „Victory“ lieferten einen fulminanten Auftritt ab. Die Band um Gitarrist Herman Frank und den neuen Sänger Gianni Pontillo brachte vorrangig Songs der beiden Jubiläums-Alben „Culture Killed the Native“ sowie „Temples of Gold“. Die Musiker blicken teils auf 35-jährige Metalband-Karrieren zurück. Bei aller Routine war ihnen die Spielfreude nicht zu nehmen, das Publikum dankte es ihnen  und ging begeistert mit.

Beim ROW wird für die gute Sache gerockt, die Bands verzichten auf Gage, die Helfer arbeiten allesamt ehrenamtlich. Die Festival-Geschichte begann im Jahr 2004, die Initiative dazu entstand aus einer Katastrophe heraus. Ralf Schulz hat seinerzeit den Tsunami in Thailand überlebt und daraufhin das ROW ins Leben gerufen. Eine Woche vor dem neunten Festival starb Schulz überraschend. Doch seine Mitstreiter wollten das ROW nicht aufgeben, sie führen es in Schulz‘ Sinne weiter. Angeführt wird das Organisationsteam von Edgar Blum und Klaus Wagner. Dieses erstellt nun die Schlussrechnung und wird dann die Spendengelder überreichen. In den vergangenen Jahren wurden Projekte und Organisationen wie Wildwasser Esslingen, Hängebrücke, Aktionskreis für behinderte und nicht behinderte Menschen in Kirchheim,  Hospiz Esslingen oder auch die Weihnachtsspendenaktion der Eßlinger Zeitung unterstützt.  red / Fotos: Florian Stangl


Neutral und wohnortnah

Der Landkreis Esslingen hat das Beratungsnetz der Pflegestützpunkte enger geknüpft

Möglichst lange selbstständig in der eigenen Wohnung leben, das wünschen sich fast alle Menschen. Aber bei den meisten kommt auch irgendwann der Zeitpunkt, an dem es ohne Unterstützung nicht mehr geht. Dann stehen viele Fragen im Raum: Welche Hilfen gibt es, wer übernimmt sie und wer bezahlt dafür? Antworten bekommt man bei den Pflegestützpunkten. Sie bieten nicht nur eine erste Orientierung, wenn jemand pflegebedürftig wird, sondern versprechen eine individuelle, neutrale, umfassende, kostenfreie und vertrauliche Beratung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter helfen unter anderem auch, wenn es darum geht, finanzielle Hilfen zu beantragen und bestehende Angebote zu koordinieren.

Der Landkreis Esslingen hat jetzt sein Netz an Pflegestützpunkten verdichtet: Neben den sechs Standorten in den großen Kreisstädten (Esslingen, Kirchheim, Nürtingen, Ostfildern, Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen), die schon länger bestehen, gibt es nun zehn weitere Stützpunkte in kleineren Gemeinden. Zudem ist der Esslinger Pflegestützpunkt vor wenigen Tagen in die zweite Etage  des Behördenzentrums in der  Beblinger Straße umgezogen. Die neuen Standorte sind Aichwald, Aichtal, Denkendorf, Frickenhausen, Lenningen, Neckartenzlingen, Plochingen, Reichenbach, Weilheim  und Wendlingen. Sie decken jeweils neben der Ortschaft, in der sie ihren Sitz haben, auch Nachbargemeinden mit ab. Somit können alle Bürgerinnen und Bürger mit kurzen Wegen eine neutrale Beratung in Anspruch nehmen.

Ausgewählt wurden die Standorte nach ihrer Lage, aber auch nach der Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und nach barrierefrei zugänglichen Räumen. Neben festen Sprechzeiten im jeweiligen Pflegestützpunkt besteht die Möglichkeit, einen Termin für einen Hausbesuch zu vereinbaren. Ebenso ist telefonische Beratung möglich. Schwerpunkt der Pflegestützpunkte ist zwar die Beratung für die Pflege im Alter, aber grundsätzlich stehen sie Menschen aller Altersgruppen offen. So können sich beispielsweise auch Eltern von Kindern mit einer Behinderung beraten lassen. In jedem Fall geht es um sämtliche Fragen zur pflegerischen Unterstützung und Versorgung wie die Möglichkeiten der häuslichen Pflege, Pflegeversicherungsleistungen, Hilfsmittel im Haushalt, Unterstützung bei der Suche nach einem Pflegeheim oder Möglichkeiten der Entlastung für pflegende Angehörige. Gegebenenfalls stellt der Pflegestützpunkt Kontakt zu weiterführenden Beratungsstellen her, denn er ist mit den bestehenden Strukturen verknüpft.

Der Kreistag hatte im April 2019 einstimmig grünes Licht für den flächendeckenden Ausbau der Pflegestützpunktberatung gegeben. Finanziert werden die neuen Stützpunkte jeweils zu einem Drittel vom Landkreis, den Pflegekassen und den Krankenkassen. Die Zahlen sprechen für sich: Zum einen bringt die demografische Entwicklung eine immer älter werdende Gesellschaft mit sich, wobei insbesondere die Zahl der Menschen im Alter über 80 Jahren weiter steigen wird. In dieser Altersgruppe ist der Pflegebedarf naturgemäß besonders groß. Zudem wurde festgestellt, dass im Landkreis zwei Drittel aller Pflegebedürftigen zu Hause versorgt werden. Sie und ihre Angehörigen angemessen zu unterstützen, ist das zentrale Ziel der Pflegestützpunkte.  aia / Foto: dpa

Info: Die Kontaktdaten und Ansprechpartner vor Ort findet man auf den Internetseiten des Landkreises unter www.landkreis-esslingen.de/pflegestuetzpunkte. Dort kann man eine Karte mit Standorten und zugehöriger Raumschaft aufrufen.


Abgestimmt

In Zeiten der Corona-Pandemie wird Reisen zum Risiko und vielfach untersagt – wie lange, ist nicht abzusehen.  Wie ist es bei Ihnen, haben Sie den Oster-, Pfingst- oder Sommerurlaub schon gebucht?

Foto: dpa

Schon gebucht?

  • Ja! (100% )
  • Nein! (0% )
Loading ... Loading ...


Positive Impulse

ECHO-Messe Aktiva im Esslinger Alten Rathaus informiert zu Gesundheit, Wellness, Mobilität und Vorsorge

Die Messe Aktiva des Wochenblatts ECHO hat sich in den vergangenen Jahren einen Stammplatz im Veranstaltungskalender der Region gesichert. 21 Aussteller präsentierten in diesem Jahr in der Schickhardt-Halle und im Bürgersaal des Alten Rathauses in Esslingen Angebote aus den Bereichen Gesundheit und Wellness, Vorsorge,  Lebensplanung und positive Impulse für ein unbeschwertes Älterwerden. Zwar wurden in diesem Jahr – mutmaßlich wegen der Sorge um eine Ansteckung mit dem Corona-Virus – etwas weniger Besucher als in der Vergangenheit verzeichnet, doch sowohl die Anbieter als auch  ECHO-Verkaufsleiterin Andrea Gisdol waren zufrieden mit dem Zuspruch.

Eine gute Mischung

„Wir haben wieder eine gute Mischung aus bewährten  Ausstellern und Anbietern, die zum ersten Mal dabei sind, gefunden“, sagte Andrea Gisdol mit Blick auf die 21 Informations- und Beratungsstände, die im Esslinger Alten Rathaus  auf zwei Etagen sowie auf dem Rathausplatz aufgebaut waren. Wie in den vergangenen Jahren waren ausschließlich regionale Anbieter vertreten, die teilweise ihre Informationen zu Gesundheit, Wellness, Altersvorsorge oder Zukunftssicherung zusätzlich noch bei Fachvorträgen in kompakter Form vertieften.

Dass etwas weniger Besucher  als in der Vergangenheit gezählt wurden, hatte auch eine positive Seite: Dank weniger Gedränge an den Ständen blieb mehr Zeit für individuelle Beratung und Informationsgespräche. „Nicht überlaufen, mit guten Gesprächen,  und unter dem Strich etwas ruhiger als im Vorjahr, aber qualitativ genauso hochwertig“, bilanzierte Andrea Gisdol.

Dies bestätigten auch die Aussteller. „Natürlich könnte der Besuch etwas besser sein, aber das Ambiente ist gut, die Besucher sind interessiert und wir sind insgesamt zufrieden“, sagte etwa Britta Goll aus Kirchheim, die Raumreinigungssysteme präsentierte. Guten Zuspruch verzeichnete auch die Heilpraktikerin Angelika Burra aus Aichwald, die über die Entstehung von Erkrankungen und mögliche  Heilverfahren informierte. Dabei zog besonders ihr Demonstrationsobjekt, das Modell eines menschlichen Skeletts, etliche Besucher an ihren Stand. Zufrieden war auch Ümit Simsek, Vertreter von Riedl-Aufzüge in Metzingen. Das Unternehmen stellte Aufzüge für den Einbau ins Eigenheim vor, mit denen ältere Menschen  länger in ihrem  Umfeld leben können. „Es ist gut, dass wir hier sind. Wir konnten zeigen, was es für Möglichkeiten gibt“, sagte Simsek.

Guten Besuch verzeichneten auch die Aussteller, deren Angebote Erleichterungen bei eingeschränkter Mobilität oder nachlassendem Hör- oder Sehvermögen im  Alter versprachen. „Ich bin überrascht, wie viel Zuspruch wir haben“, sagte Gertrud Lorentz am Stand des Blinden- und Sehbehindertenverbands Baden-Württemberg. Dort gab es Informationen zur Vorbereitung auf Sehbehinderungen im Alter, zu Hilfsmitteln und barrierefreiem Wohnen sowie einen Sehtest.

Der Stand des Fahrradhändlers Walcher aus Deizisau vor dem Alten Rathaus, an dem Elektrofahrräder präsentiert wurden, wirkte auch als Besuchermagnet für die Messe. „Ich wäre sonst wahrscheinlich vorbeigegangen“, sagte Christian Heilemann, der nach seinem Rundgang „sehr überrascht von der Vielfalt“ war und sich einige Infos und Prospekte eingesteckt hatte. Für Andrea Gisdol war damit ein wichtiges Ziel der Messe erreicht. „Das ermöglicht weitere Gespräche und Kontakte über den Tag hinaus“, sagte sie.  pst / Foto: pst