Der Funke soll überspringen

Mit der Aktion „Sommer-Funkeln“ wollen Esslinger Stadtmarketing und Händlergemeinschaft die Innenstadt beleben

Die lange Einkaufsnacht „ES funkelt“ wird in diesem Jahr coronabedingt nicht stattfinden. Dennoch soll die Esslinger Innenstadt  funkeln.  Mit der  Aktion „Sommer-Funkeln“ wollen die Fachgeschäfte der City Kunden, Gästen und Besuchern aus Esslingen und der Region  den Sommer versüßen. Bei vielen kleinen und feinen Aktionen soll der Funke überspringen.

Von Ende Juli bis in den September hinein gibt es besondere Aktivitäten: Von Kinder-, Spiel- und Sportaktionen über Modenschauen und Fotosessions  bis hin zu Such- und Gewinnspielen in den Schaufenstern oder überraschenden Events vor den Geschäften. Sieben Wochen lang soll die Innenstadt das Ziel zum Schauen, Schlendern, Einkaufen und Schlemmen sein.  „Urlaub in der City“ lautet das Motto, das sich die Esslinger Stadtmarketing und Tourismus  GmbH (EST) und die Händlergemeinschaft City Initiative Esslingen (CIE) gegeben haben.

Handel und Gewerbe  leiden auch nach den Lockerungen noch. „Wir vom  Nonfood-Handel sind noch lange nicht bei unseren normalen Umsätzen, obwohl wir aus den Nachrichten raus sind “, erklärt CIE-Sprecher Alexander Kögel. „Uns fehlen vor allem die Familien-Events in der Stadt wie die verkaufsoffenen Sonntage und die lange Einkaufsnacht.“  Eine Alternative musste her.

 Beim „Sommer-Funkeln“  wolle jeder Teilnehmer jeden Tag etwas anderes anbieten, sodass die Leute gerne in die Stadt kämen. „Wir denken  auch, dass viele  nicht verreisen, und wir hoffen, dass auch Touristen nach Esslingen kommen“, sagt Kögel.   „Wir wollen den Fokus  auf Esslingen als sympathische Stadt mit hoher Aufenthaltsqualität richten“, fügt Citymanager Thomas Müller hinzu.  Es gehe weniger darum, den Besuchern ein „kauft, kauft, kauft“ zuzurufen, als vielmehr zu zeigen, wie sich entspannte Tage in der Innenstadt erleben lassen – unter sicheren Hygiene-Bedingungen. „Und das macht es auch leichter, die Maske überzuziehen und einen Laden zu betreten.“

 Läden dürfen nun auch den Straßenraum vor ihren Geschäften bespielen: Das können Vorführungen  der eigenen Arbeit  sein oder einfach aufgestellte Liegestühle, die  Schlenderer zum Verweilen einladen. Statt der Konzentration an einem zentralen Ort verteilen sich die Angebote in der gesamten City – und zwar über mehrere Wochen. „Ähnlich wie  ‚ES funkelt’, aber eben räumlich und zeitlich gestreckt“, erklärt Müller. Mit dem „Sommer-Funkeln“ sollen auch weitere Akteure der Stadt mit einbezogen werden – wie Kulturschaffende, die  ebenfalls am zurückgenommenen öffentlichen Leben leiden. Dabei sind Musiker, bildende Künstler, Til Maehr als Märkteveranstalter und Hartmut Lies, der  das Heiges-Spieleparadies organisiert. Letzteres soll an vier Samstagen in kleinerer Form am Postmichelbrunnen stattfinden.  Til Maehr wird Stände mit Kunsthandwerk und Upcycling  in der Bahnhofstraße und mit Nützlichem aus zweiter Hand am Blarerplatz  aufbauen. Nicht nur an den Wochenenden, auch unter der Woche zeigen die wechselnden Anbieter aus der Region ihre Angebote.

Fest stehen auch bereits das Open-Air-Stummfilmkonzert „Tom & Bild“ vom Kollektiv „Drei Orangen“ (31. Juli und 28. August, im Maille-Park, siehe Meldung nebenan)   und  das Straßenkunst-Festival Straku vom 24. bis 26. September. Und Thomas Müller kann sich vorstellen, dass zum Ende des „Sommer-Funkelns“ eine Lichtshow mit Peter Krotz inszeniert wird. Der Tübinger Lichtkünstler  ist bei „ES funkelt“ einer der zentralen Akteure.  bob

Info: Über www.sommerfunkeln-es.de und über die Social-Media-Kanäle von Stadtmarketing und Citymanagement wird informiert und berichtet. Jede und jeder ist eingeladen, mit dem Hashtag #sommerfunkeln dazu Bilder und Filme auf Instagram, Facebook und YouTube zu posten. bob / Foto: bul


Neustart

Die Kirchheimer Teck-Realschule zieht auf den Rauner-Campus – „Lernformen der Zukunft“

Für die  Kirchheimer Teck-Realschule beginnt mit dem neuen Schuljahr eine neue Ära. Nach 55 Jahren an ihrem bisherigen Standort in der Aichelbergstraße zieht die Schule auf den Rauner-Campus in der Limburgstraße um. Dort wird sie in einem neuen Schulgebäude, mit neuen Lernformen und eng verknüpft mit der Rauner-Gemeinschaftsschule zeitgemäße pädagogische Möglichkeiten bieten. Die beiden Schulen bilden mit insgesamt etwa 860 Schülern den nach den Gymnasien drittgrößten Schulstandort in städtischer Trägerschaft. Die Kosten für den Campus werden etwa 27,4 Millionen Euro betragen.

In den vergangenen vier Jahren sind auf dem Areal der alten Raunerschule in zwei Abschnitten neue Schulgebäude entstanden. Nachdem die Gemeinschaftsschule bereits 2018 ihre neuen Räume bezogen hatte, nimmt nun auch die Teck-Realschule zum neuen Schuljahr ihren Betrieb auf.

Mit dem neuen Standort werden auch neue Lernformen möglich. Beide Schulen werden  zunächst als eigenständige Einrichtungen weitergeführt, doch die Schüler beider Schulen werden  sowohl die naturwissenschaftlichen als auch die sonstigen Fachräume und die Mensa gemeinsam nutzen. „Die Räume und Lernformen sind so angelegt, dass sie zeitgemäßen Unterricht ermöglichen. Zu den Voraussetzungen für die Lernformen der Zukunft gehören beispielsweise die Differenzierungsräume, die jeweils zwei Klassenzimmern zugeordnet sind. Dort sollen einzelne Schüler oder Gruppen separat außerhalb des Klassenverbunds lernen können. Ein ähnliches Konzept verfolgen die Lernateliers in Klassenzimmergröße, von denen es auf jedem Stockwerk eines gibt“, beschreibt Kirchheims Pressesprecher Robert Berndt das Prinzip. Die neuen Lern- und Raumkonzepte seien vereinzelt bereits im kleinen Rahmen  erprobt worden und hätten sich bewährt.

Die Teck-Realschule will auf dem Campus auch künftig ihr Sportprofil schärfen. Dabei soll mit Kooperationen eine bessere Vernetzung von Schul- und Vereinssport erreicht werden. Hintergrund dabei ist, dass viele Schüler aufgrund des Ganztagsbetriebs an der   Schule  kaum mehr in einem Verein aktiv sind.   „Vereine  sind verstärkt darauf angewiesen, an den Schulen zu arbeiten – das soll hier künftig ermöglicht werden“, sagt Berndt.

Die gesamte Bauzeit sei ohne Verzögerungen über die Bühne gegangen, berichtet der Stadtsprecher. Coronabedingt habe es lediglich einige zeitliche Verschiebungen gegeben. „Bis zum Ende der Sommerferien sind noch Restarbeiten und Mängelbehebungen auszuführen. Einem Schulbeginn im September steht aber nichts im Weg“, sagt Berndt.

Als dritter und letzter Bauabschnitt steht nun noch die Sanierung der alten Mensa an. Sie wird im kommenden Schuljahr vorerst weiter betrieben, die Sanierung soll in den nächsten Wochen beginnen und zum Schuljahr 2021/2022 abgeschlossen sein.

Die Gesamtkosten des Projekts werden mit 27,4 Millionen Euro beziffert, die Stadt rechnet mit einer Förderung in Höhe von etwa 6,8 Millionen Euro. Berndt ist zuversichtlich, dass es finanziell keine bösen Überraschungen geben wird, auch wenn das gesamte Vorhaben noch nicht abgeschlossen ist. „Momentan bewegen wir uns innerhalb dieses Budgetrahmens und halten ihn ein“, sagt er.  
pst / Foto: Stadt Kirchheim


So gelingt der Urlaub auf Terrassien

Buchtipps für den Sommer: Lesestoff für junge und ältere Bücherwürmer

Urlaubszeit ist Reisezeit. So war es zumindest bevor die Corona-Krise dieser Regel die Unbeschwertheit nahm. Aber auch auf Balkonien oder Terrassien lässt sich der Sommer genießen, und günstig sind diese Reiseziele obendrein. Das gesparte Geld könnte in Lesestoff investiert werden. Die Redaktion des Wochenblatts ECHO hat unter den Neuerscheinungen von regionalen Autorinnen und Autoren sowie Verlagen Lesenswertes ausgesucht.

Es sieht nicht gut aus für Johann Haug: Alle Indizien sprechen dafür, dass er seine Pflegemutter Ines Schneider ermordet hat. Zudem gibt es einige Zeugen, die ihn zur Tatzeit in der Nähe der Wohnung des Opfers gesehen haben wollen. Kein einfacher Fall für Linn Geller, die als Pflichtverteidigerin die Unschuld ihres Mandanten beweisen soll. Zumal im Verlauf ihrer Recherchen ein weiterer Fall auftaucht. Haug soll vor 15 Jahren seine damalige Freundin Vanessa auf brutalste Weise ermordet haben, was ihm jedoch nicht nachgewiesen werden konnte. Für die Dorfgemeinschaft in Ochsenwang steht fest: Haug ist schuldig und gehört eingesperrt. Und wer sich für ihn einsetzt, lebt gefährlich. Spannender „Who-done-it“-Fall der Stuttgarter Autorin Julia Hofelich.

Julia Hofelich: Nebeljagd, Bastei-Lübbe

Bodensee-Begeisterte kennen Überlingen als mediterran anmutendes Kleinod mit pittoresker Altstadt. Dass sich hier auch das Zentrum der Literatur am See befand, beweist die Geschichtensammlung „Überlingen literarisch“. Waltraud Liebl und Siegmund Kopetzki haben Texte und Gedanken von renommierten Autorinnen und Autoren zusammengetragen, die der ehemaligen Reichsstadt und der Umgebung Tribut zollen. Anette Droste-Hülshoff, Justinus Kerner, Alfred Düblin, Robert Gernhardt und Martin Walser, um nur einige wenige zu nennen, nehmen ihre Leser und Leserinnen mit auf eine poetische Mentalreise ans Schwäbische Meer. Wenn sich ein Buch als Lesestoff für den nächstens Bodensee-Aufenthalt empfiehlt, dann ist es dieses.

Waltraud Liebl, Siegmund Kopetzki: Überlingen, literarisch, Gmeiner Verlag, Meßkirch

Die freiberufliche Reisereporterin und Krimi-Autorin Lisa Langer wird von dem dänischen Verleger Jens Hoven angeheuert, in einer verzwickten Erbschaftsangelegenheit auf Lolland zu recherchieren. Lisa freut sich auf eine unangestrengte Zeit in beschaulicher Atmosphäre. Doch der Job entpuppt sich als düstere Sache, die in einem Mordkomplott mündet und die Heldin tief in die Kreise von verfeindeten Gangs in Kopenhagen zieht. Die in Stuttgart gebürtige Hanne Holms schickt ihre sympathische Ermittlerin zum vierten Mal auf Reise, um in der Fremde ihr detektivisches Gespür zu beweisen. Spannende Geschichte, leseleicht erzählt.

Hanne Holms: Kriminelles Kopenhagen, Piper-Verlag, München

Gibt es etwas besseres als eine spannende Geschichte, die ihre Leserschaft fesselt? Ja, eine Geschichte, bei der die Lesenden gefordert sind, etliche Rätsel zu lösen, um zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht. Das ist das Prinzip der Exit-Buchreihe aus dem Kosmos-Verlag. Im Ferienlager werden Jakob, Nelli und Marek von seltsamen Geräuschen zu einem Piratenmuseum gelockt. Sie beobachten vermummte Gestalten, die offenbar einen Einbruch planen, werden entdeckt und gefangen gehalten. Ob es ihnen gelingen kann, zu entkommen? Und werden sie auch das Rätsel des Piraten Neunauge lösen können? Das wird nicht verraten, nur so viel: Dies gelingt nur, wenn die jungen Hobby-Detektive auf der anderen Seite des Buchs miträtseln.

Baumeister, I. und M. Brand: Exit: Das Geheimnis der Piraten, Kosmos Verlag Stuttgart

Richtig kriminell geht es auch in diesem Werk zu. Allerdings handelt es sich bei Toni Fellers Erzählungen um wahre Geschichten, die er in seiner langen Zeit als Hauptkriminalkommissar erlebt hat. Im unterhaltsamen Plauderton berichtet er über seine spektakulärsten Fälle, die er während seiner Dienstzeit im Polizeipräsidium Karlsruhe zu lösen hatte: Eine Geiselnahme entpuppt sich als unbeholfener Fluchtversuch eines verzweifelten Ehemanns. Ein Mann stirbt durch eine Kugel im Kopf, bei dem jedoch kein Einschussloch zu finden ist. Er erinnert sich aber auch an Fälle, die schonungslos offenbaren, zu welchen unglaublichen Gewalttaten Menschen fähig sind. Feller gibt einen profunden Einblick in die Arbeit eines Kriminalbeamten, dem nichts Menschliches fremd ist, und der weiß, dass nichts mehr trügt als der Schein.

Toni Feller: Im Dienste der Gerechtigkeit, Gmeiner Verlag, Meßkirch

Anton Goldfall, der in den 90er-Jahren in den deutschen Pop-Charts zuhause war, ist reich, hat eine erfolgreiche Ehefrau, einen Sohn, und lebt mit vielen Angestellten im Palladio, einem prunkvollen Renaissance-Bau. Eigentlich könnte er mit seinem Leben zufrieden sein, wenn da nicht diese innere Zerrissenheit wäre, dieser Wunsch, an kreativere Zeiten anzuknüpfen und die Erkenntnis, dass er diesem Vorhaben selbst im Weg steht. Zu satt, zu träge, zu hoher Anspruch und auch die Angst vor der eigenen Courage machen dem Künstler zu schaffen. Und so verbringt er seine Zeit, wandert durch die Zimmer seiner Wohnung und monologisiert: Über seinen Erfolg, über Freundschaft, über seine Ehe, die Beziehung zu seinem Sohn und das Leben. Am Ende bleibt es den Lesenden überlassen, ob sie mit Goldfall Mitleid haben oder Unverständnis entgegen bringen. Vielschichtiges Werk des Tübinger Autors Peter Ertle.

Peter Ertle: Palladio, klöpfer.narr, Tübingen

Im Auftrag ihres Arbeitgebers, einer Werbeagentur, führt Bea Pelzer eine Gruppe von Verlagsmitarbeitern durch einen Stuttgarter Weinberg und lädt sie im Anschluss in die Laube des Weinguts Keppler auf dem Weindorf ein. Die Verkostung hat es in sich: Drei Männer brechen mit Krämpfen zusammen, einer davon stirbt im Krankenhaus. Tod durch Vergiftung lautet die Diagnose. Kommissar Gabriel begibt sich auf Spurensuche, und Bea Pelzer  gerät in unmittelbaren Verdacht. Denn sie hat das Gebäck, das zum Wein gereicht wurde, hergestellt. Bei dem Versuch, ihre Unschuld zu beweisen, stößt die Werberin auf einige ominöse Konstellationen bei dem Weingut Keppler, die mehr als verdächtig sind. Und das scheint einigen Leuten nicht zu gefallen.  Erfrischendes Krimiwerk mit vielen kunstvoll eingeflochtenen Informationen zur Landeshauptstadt von der in Stuttgart lebenden Badenerin Martina Fiess.

Martina Fiess: Trollingertod, Emons Verlag, Köln

red/Foto: on


Abgestimmt

Mehr illegale Autorennen werden angezeigt – oft auf grenznahen Autobahnen. Kann ein generelles Tempolimit die Raser ausbremsen?

Foto: dpa

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