Vollsperrung am Stumpenhof

Drei Monate lang wird gebaut – Großräumige und kleinräumige Umleitungen

Der Plochinger Stumpenhof wird diesen Sommer nicht nur zum Nadelöhr, sondern zeitweise unpassierbar. Ab Montag, 13. Juli, wird die Ortsdurchfahrt, die gleichzeitig eine wichtige Verbindung vom Neckar- ins Remstal ist, grundlegend saniert. Die Arbeiten erfolgen in drei Abschnitten mit Vollsperrung.

Auf gut 1,1 Kilometern Länge wird die Fahrbahn der L 1201 vom Ortseingang bei den Tennisplätzen und dem Stadion bis kurz vorm Kreisverkehr beim Gebiet Stumpenhof-Süd erneuert. Der Abschnitt unterhalb – vom Kreisverkehr bis zur Tiefgarage am Rathaus –  war bereits vor fünf Jahren an der Reihe. Bau- und Kostenträger ist das Land, allerdings beteiligt sich  die Stadt Plochingen: Sie übernimmt die zusätzlichen Kosten für den „lärmoptimierten Asphalt“, der auf ihren Wunsch aufgebracht wird. Der spezielle Belag wurde auch im unteren Bereich der Schorndorfer Straße verbaut und habe „ja nachgewiesenerweise einen deutlichen Effekt“, sagt Benjamin Treiber, der Öffentlichkeitsreferent der Stadt.

Der erste Bauabschnitt erstreckt sich vom Ortseingang bei den Sportanlagen bis zur Stuifenstraße. Er dauert rund zwei Wochen und wirkt sich besonders gravierend aus. Denn in dieser Zeit ist aus Richtung Aichwald/Weißer Stein kein Durchkommen; der Verkehr wird komplett über Oberesslingen und Altbach umgeleitet. Die Tennisplätze, das Stadion, der Kletterwald, der Minigolfplatz und die beiden Restaurants im Bereich der Sportanlagen wie auch die Parkplätze in diesem Bereich sind nicht anfahrbar. Für die Unternehmen und Vereine sei die Baustelle direkt anschließend an die Corona-Beschränkungen „schon eine Katastrophe“, weiß Treiber. Er hofft, dass trotzdem genug Menschen den Weg auf sich nehmen, sei es mit dem Fahrrad, zu Fuß, mit dem Bus oder einfach ein Stück weiter weg parkend.

Dieser Teil ist gemäß der Planung in zwei Wochen erledigt, Bauabschnitt zwei schließt direkt an. Er erstreckt sich von der Stuifenstraße bis zum Teckplatz und dauert ebenfalls um die zwei Wochen. Da die Kreuzungen in der gesamten Bauzeit nur halbseitig gesperrt werden, also befahr bleiben, kann man in diesem Fall übers Wohngebiet ausweichen. Dem Durchgangs- und dem Schwerlastverkehr wird aber weiterhin dringend der Weg über Oberesslingen empfohlen, ebenso wie im dritten Bauabschnitt vom Teckplatz abwärts. Bei dieser Etappe muss die Buslinie 141 innerörtlich umgeleitet werden, sie fährt ab dem Kreisverkehr über den Kornbergweg durch die Wohngebiete hoch zur Stuifenstraße und über die Hohenzollernstraße wieder zurück. Die Linie 149, die zwischen Plochingen und der Waldorfschule am Engelberg verkehrt, fährt vom 13. bis 26. Juli gar nicht; danach nimmt auch sie die Umleitung.

Im Zug von Bauabschnitt drei wird auch die jetzt etwas provisorisch wirkende Unterführung für Fußgänger und Radfahrer am Talweg erneuert. Für den dritten Teil rechnet das Land mit acht bis neun Wochen, sodass unterm Strich ein Vierteljahr Baustellenzeit ansteht.

Für die Plochinger ist das noch nicht alles. Mit der Sanierung der Otto-Konz-Brücke und der verlängerten Hafenbrücke steht ihnen ab Herbst eine weitere Großbaustelle ins Haus, die voraussichtlich 18 Monate dauern und zu zusätzlichen Verkehrsbelastungen in der Innenstadt führen wird. Und auf dem Schurwald gibt es ebenfalls eine weitere Sperrung: So wird voraussichtlich bis Ende August die Ortsdurchfahrt in Aichelberg in Richtung Remstal gesperrt sein.  aia / Foto: aia


Taktverdichtung und neue Linie

Im Esslinger Busnetz sollen  Lücken geschlossen werden – Altstadtbus derzeit  kein Thema

Geänderte Linienführungen, zusätzliche Haltestellen, Taktverdichtungen und eine  zusätzliche  Schleife – derart soll das Esslinger Busnetz aufgepäppelt werden. Das zumindest sind die Schlussfolgerungen aus der Überprüfung des Netzes, deren Ergebnisse  die Stadtverwaltung und der Städtische Verkehrsbetrieb  (SVE)  kürzlich vorgestellt haben.

Rund drei Millionen Linienkilometer werden jährlich  im Esslinger Busnetz zurückgelegt. Aus der Bevölkerung kommen immer wieder Anregungen, wie  der  Busverkehr optimiert werden kann. Aus diesem Grund   haben ein externes Ingenieurbüro und der SVE im Auftrag der Stadtverwaltung und des Landkreises knapp zehn Monate lang  Wünsche und Anregungen aus den Stadtteilen  und den Schulen sowie dem Fahrgastbeirat überprüft  – mit dem Ziel, den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu machen und neue Fahrgäste für die Busse zu gewinnen. Aus den Empfehlungen ist ein Konzept entstanden, „vergleichbar mit einem riesigen Puzzle“, wie Johannes Müller, der Technische Werksleiter des SVE, sagte. Die wichtigsten Fragen, die sich die Experten stellten, waren: Auf welchen  Linien müssen wir  Verspätungen bekämpfen? Wie sind die Hochschulstandorte besser zu verbinden? Wie sind die Bahnhöfe besser zu erreichen? Und welche Buslinien benötigen zusätzliche Haltestellen?

Nicht alle Vorschläge sind  ad hoc umzusetzen, vieles kann nach den Sommerferien bereits neu laufen, anderes wiederum wird bis zum Sommer 2021 aufgeschoben.

Bereits umgesetzt wurde die Verlegung der Haltestelle Palmenwaldstraße der Linie 102 auf die Schleyerbrücke, wodurch sich Verspätungen reduzieren sollen. Nach den Sommerferien werden die Haltestellen „Karl-Pfaff-Straße/Weilstraße“ bei der Hinfahrt und „Grüne Höfe“ der Linie 102/103 auf die Stuttgarter Straße verlegt, ebenfalls um pünktlicher zu werden.

Das Esslinger Klinikum erhält ein Busterminal direkt vor der Kinderklinik. Die Linien 105/111 werden auf dem Altstadtring getauscht – mit dem Ziel, die beiden Hochschulstandorte direkt zu verbinden.  Die Linie 110 soll – ebenfalls nach den Ferien –  im Esslinger Norden ab der Kreuzung Wäldenbronn über  Kirchacker- und Talstraße verlegt werden; Abfahrts- und Ankunftszeiten werden um zwei Minuten nach hinten geschoben, sodass das Umsteigen zur S-Bahn verbessert wird. Die Linie 112 soll nach den Sommerferien zwischen 9 und 17 Uhr  von Wiflingshausen nach Wäldenbronn  und anschließend weiter nach Serach in einem 40-Minuten-Takt fahren. Von 17 bis 23.30 Uhr verkehrt der Bus in einem 30-Minuten-Takt bis Wäldenbronn Kreuzung. Dadurch soll die Linie kundenorientierter werden, es bestehen außerdem Umstiegsmöglichkeiten auf die Linien 111 und 110. Neu ist dabei die Anbindung von Serach und den Bärenwiesen. Im Esslinger Süden erhält das Gewerbegebiet Berkheim eine neue Haltestelle: Lindenstraße.  Geplante Umsetzung: nach den Sommerferien.

In Zell ist ein neuer Stadtteilbus geplant. Er soll die Fahrgäste sternförmig vom und zum Bahnhof Zell und damit zur S-Bahn und zu den Buslinien 102, 103, 115, 138 und 140 bringen. So bekommt auch das Wohngebiet Egert eine ÖPNV-Anbindung. Auf der Linie sollen Kleinbusse verkehren, und zwar diejenigen, die derzeit in Sulzgries während der  Bauarbeiten in der Geiselbachstraße unterwegs sind. Diese  kleinen Busse werden voraussichtlich im Sommer 2021 frei.

Das neue Buskonzept enthält allerdings keine Planungen für den sogenannten Altstadtbus. Die Experten sehen auf dem Altstadtring ein dichtes Angebot mit mehreren, überwiegend im 15-Minuten-Takt verkehrenden Bussen.  bob / Foto: bul


Industriegeschichte geht zu Ende

Spinnerei Otto in Unterboihingen schließt nach 160 Jahren – Rund 40 Beschäftigte betroffen

Die heimische Textilindustrie wird in absehbarer Zeit um einen Standort ärmer sein. Zum Jahresende wird die Otto Textil GmbH die Spinnerei in Unterboihingen schließen. Etwa 40 Beschäftigte werden ihren Arbeitsplatz verlieren. Damit geht eine 160 Jahre alte  Gewerbetradition ihrem Ende entgegen.

Die traditionsreiche Textilindustrie in der Region erlebt schon seit Jahren einen tiefgreifenden Wandel. Viele Unternehmen haben Standorte geschlossen, die Produktion verlagert oder aber den Betrieb gänzlich eingestellt. Nun ist es auch bei der Otto Textil GmbH so weit. Ende Mai hat das Unternehmen, das zur HOS-Gruppe gehört, mitgeteilt, die Spinnerei in Unterboihingen zum Jahresende zu schließen. Das Unternehmen verwies dabei auf die Rahmenbedingungen, mit denen die Textilindustrie in Deutschland zu kämpfen habe, und die Konkurrenz durch  süd- und osteuropäische Unternehmen sowie die weit günstigeren Produkte asiatischer Hersteller.

Die Spinnerei in Unterboihingen hatte sich als Anbieter von Garnen für Bekleidungs- und Heimtextilien sowie für die Medizintechnik etabliert. Neben im  Kundenauftrag entwickelten Spezialgarnen werden hauptsächlich synthetische Garne hergestellt. In den vergangenen Jahren war es jedoch  für das Unternehmen immer schwieriger geworden, auch für  Neuentwicklungen  lukrative Aufträge zu erhalten. Die Corona-Pandemie hat nun das Ende der Spinnerei eingeläutet. Die Nachfrage nach Garnen ging gegen null, da verarbeitende Betriebe die Produktion einstellten, dazu kamen unterbrochene Lieferketten bei den Rohstoffen. Laufende Produktions- und Lieferaufträge werden nun noch erfüllt, zum Jahresende jedoch wird der Betrieb geschlossen.

Mit der Schließung werden die rund 40 Mitarbeiter des Betriebs ihre Arbeitsplätze verlieren. Wie das Unternehmen mitgeteilt hatte, sollen für sie jedoch Lösungen gefunden werden, die sie vor dem Gang zur Arbeitsagentur bewahren. So soll ein Sozialplan erarbeitet werden, dazu soll den Mitarbeitern eine Weiterbeschäftigung in einer Transfergesellschaft angeboten werden, was ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen könnte.

Mit der Schließung geht  eine 160-jährige Industriegeschichte in Unterboihingen zu Ende. Das Unternehmen blickt allerdings auf mehr als 200 Jahre zurück. Im Jahr 1816 gründete Immanuel Friedrich Otto eine Färberei in Nürtingen. Ungeachtet des  weitgehend agrarisch strukturierten Umfelds im Königreich Württemberg sah Otto Chancen in der maschinellen Fertigung und ließ sich nach englischen Plänen  eine Spinnmaschine bauen. Die Antriebsenergie lieferte die Wasserkraft des Neckars. Dank der Mechanisierung der Produktion wuchs das Unternehmen, acht weitere Standorte zwischen Neckartenzlingen und Reichenbach wurden gegründet, darunter im Jahr 1861 Unterboihingen.

Nach der Schließung des Werks wird die HOS-Gruppe noch in der Energiewirtschaft und im Immobiliensektor tätig sein. Dabei wird auf regenerative Energie gesetzt. So betreibt die HOS-Gruppe drei Laufwasserkraftwerke am Neckar mit einer Leistung von insgesamt 1,3 Megawatt. Bei der Entwicklung des Areals des früheren Werks in Wendlingen kommt die Erfahrung im Energiebereich zum Tragen. Dort soll ein urbanes Quartier entstehen, in dem  die thermische Energie des Neckars, eine Wasserkraftanlage, Plusenergiebauweise und Fotovoltaik zum Einsatz kommen.   pst / Foto: Jürgen Holzwarth


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Kulturveranstalter senden Alarmsignal

Mit der „Night of Light“ wird auf die prekäre Lage während der  Corona-Krise aufmerksam gemacht

Mit leuchtenden Mahnmalen hat die Veranstaltungsbranche am Montagabend der vergangenen Woche auf ihre Lage in der Corona-Krise hingewiesen. Dafür wurden in zahlreichen Städten wichtige Bauwerke in rotes Licht getaucht. „Die Veranstaltungswirtschaft steht auf der Roten Liste der akut vom Aussterben bedrohten Branchen“, hieß es zur Begründung. Deutschlandweit wurden zahlreiche Gebäude angestrahlt, in Berlin etwa das Maxim Gorki Theater oder das Brandenburger Tor. Im Land  Baden-Württemberg   und auch im Landkreis Esslingen gab es eine breite Resonanz. So wurde etwa die SAP-Arena in Mannheim in rotes Licht getaucht, auch Stuttgart, Ulm, Karlsruhe und Heidelberg beteiligten sich an der Aktion. In Esslingen wurden das Neckar Forum, das Komma, das Dick, Kultur am Rande, der Dicke Turm und das Kunstdruck Central Theater angestrahlt. Auch  das Naturtheater Grötzingen, das Alte Rathaus in Wernau, das Jugendhaus Köngen, das „3K“ in Kirchheim und die Firma Fohhn im Nürtinger Gewerbegebiet „Großer Forst“ machten mit.

Arbeitsgrundlage entzogen

 Auf der Internetseite der Veranstalter waren bundesweit und im angrenzenden Ausland rund 8900 Gebäude verzeichnet, die angestrahlt wurden.  Beteiligt haben sich unter anderem Betreiber von Eventlocations, Hallen, Kinos und Kleinkunst-Theatern sowie Technikausstatter, Messebauer, Zeltverleiher und Tagungshotels.

Wegen der behördlichen Auflagen im Zuge der Corona-Krise sei einem riesigen Wirtschaftszweig praktisch über Nacht die Arbeitsgrundlage entzogen worden, hatten die Organisatoren rund um den Essener Eventlocation-Betreiber Tom Koperek im Vorfeld berichtet. Seit Mitte März mache die Veranstaltungswirtschaft quasi keinen Umsatz mehr. Dagegen setzten die Betroffenen „ein leuchtendes Mahnmal und einen flammenden Appell der Veranstaltungswirtschaft zur Rettung unserer Branche“, statt der existierenden Kredit-Programme sei „echte Hilfe“ nötig.  dpa/red / Foto: bul


Schwimmen im Schichtbetrieb

 Freibäder in Reichenbach, Wernau, Deizisau und Wendlingen haben geöffnet – Ähnliche Hygienekonzepte und Preise

Man kann wieder schwimmen gehen, wenn auch unter nie dagewesenen Bedingungen. Die Freibäder in Reichenbach, Wernau und Deizisau haben nahezu gleichzeitig geöffnet und auch ihre Hygienekonzepte aufeinander abgestimmt. Wendlingen ist mittlerweile auch dabei, hier gelten ähnliche Regeln.

Das Reichenbacher Freibad steuerte am vergangenen Wochenende auf 21 Grad Wassertemperatur und 1500 Besucherinnen und Besucher zu. „Wir sind zufrieden“, sagte Kämmerer Wolfgang Steiger im Hinblick auf diese Zahlen, zumal die ersten Tage nach der Öffnung nicht gerade Badewetter gebracht hatten. Insgesamt müssen alle Bäder davon ausgehen, dass ihr Defizit in diesem Jahr noch größer wird als sonst. Zum einen, weil die Besucherzahl begrenzt und der Ticketkauf erschwert sind, zum anderen, weil zusätzliches Personal zum Überwachen und Reinigen benötigt wird.

Die Hygienekonzepte der Bäder sind eng aufeinander abgestimmt, ebenso haben alle je zwei Bade-Schichten eingerichtet. Die Zeitfenster betragen vier Stunden in Reichenbach und 4,5 Stunden in Deizisau, Wernau und Wendlingen. Teils kann man schon ab 9 Uhr schwimmen, teils ab 10  Uhr, und abends ist je nach Bad zwischen 18.30 und 20 Uhr Schluss.

Unterschiede gibt es bei der Zahl der erlaubten Badegäste, bei der sowohl die vorhandenen Wasserflächen als auch die Liegeflächen eine Rolle spielen. Deizisau als kleinstes der drei Bäder darf maximal 192 Personen pro Schicht zulassen, Reichenbach maximal 630 und Wernau 740. Davon darf aber immer nur ein Teil tatsächlich ins Wasser; auch diese Zahlen sind genau definiert. Geregelt wird der Zugang zum Becken über farbige Armbänder, die man sich vor dem Sprung ins Wasser überzieht. Ist kein Band mehr im Eimer, heißt es warten.

Um den Mindestabstand im Becken zu gewährleisten, wird auf den Bahnen ohne „Gegenverkehr“ im Kreis geschwommen und zwischendrin ist immer mal wieder eine Bahn gesperrt. Auch außerhalb der Becken geht es mit gekennzeichneten Fußwegen und Richtungspfeilen sehr geordnet zu. Die Hygieneordnung schreibt darüber hinaus viele weitere Details fest: dass kein Spielzeug verliehen wird, ebenso keine Sonnenliegen – die kann man sich allenfalls mitbringen. Sammelumkleiden und -duschen bleiben geschlossen, die kalte Dusche am Becken ohne Seife bleibt aber erwünscht. Toiletten können mit Einschränkungen genutzt werden. Die Kioske machen Thekenbetrieb, geben also Speisen und Getränke zum Verzehr auf der Liegewiese aus. In ihrem Bereich muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.

Tickets gibt es dieses Jahr nur für den Einzeleintritt, sie kosten drei Euro für Erwachsene und 1,50 oder 2 Euro für Kinder ab sechs Jahren und Jugendliche. Reichenbach und Wendlingen bieten ausschließlich den Online-Verkauf an, in Wernau und Deizisau besteht daneben – aber nur für den Notfall – die Möglichkeit, zu bestimmten Zeiten eine Eintrittskarte auf dem Rathaus zu erwerben. So oder so werden die persönlichen Daten registriert, damit die Badegäste verständigt werden können, wenn sich herausstellt, dass sie mit einer infizierten Person gleichzeitig im Bad waren.

Der Online-Verkauf hat die Rathausteams ganz ordentlich beschäftigt: Zunächst musste man innerhalb kürzester Zeit „ein Bezahlsystem etablieren“, wie Nadine Jud von der Gemeindeverwaltung Deizisau berichtet, dann liefen die Telefone mit hilfesuchenden Nachfragen heiß. Aber nachdem das Wetter sich gebessert hat, gingen die Verkaufszahlen deutlich in die Höhe, vergangene Woche waren beispielsweise in Deizisau mehrere Nachmittagsschichten ausgebucht.  aia / Foto: aia


Bahnen ziehen im Schichtbetrieb

Freibad Denkendorf mit Beschränkungen geöffnet –  Neuhausens Bädle wartet auf Gemeinderatsbeschluss

Der Sommer ist da, die Freibadsaison wurde in Corona-Zeiten förmlich herbeigesehnt. In Denkendorf hat das Freibad seit  zwei Wochen geöffnet, Auflagen regeln das Badevergnügen. Das Bädle in Neuhausen ist noch geschlossen, das weitere Vorgehen noch unklar.

Am 18. Juni  hatte das Freibad in Denkendorf zum ersten Mal seine Türen geöffnet. Eine Woche später vermeldete die Verwaltung erstmalig die Vollbelegung mit 750 Besuchern. Die Beschränkung auf 750 Gäste ist nur  eine der Auflagen, unter denen ein Freibadbetrieb derzeit erlaubt ist. Sammelduschen und Sammelumkleiden bleiben  geschlossen, im Schwimmbecken sind  Bahnen abgetrennt, sodass sich nur eine begrenzte Anzahl von Schwimmern in den  Becken aufhalten kann. Auch die Nutzung der Rutsche oder des Sprungturms ist nur eingeschränkt möglich. An den Spielstätten außerhalb der Schwimmlandschaft  wie dem Volleyballfeld oder der Tischtennisplatte dürfen sich jeweils nur zwei Personen betätigen. Der Freibad-Kiosk unter der Leitung von Julia Lange   ist  geöffnet, es gibt aber nur einen Thekenverkauf und keine Bestuhlung.

„Wir arbeiten mit zwei Schichten“, erklärt Denkendorfs Hauptamtsleiter Fritz Berner.   „Zeitfenster eins läuft von 9 bis 14 Uhr, Zeitfenster zwei von 14.30  bis 20 Uhr.“ Nach jeweils einer Schicht wird das Bad geschlossen und umfassend gereinigt, bevor der nächste Schwung Schwimmer   eintreten darf.

 Es gibt nur Einzelkarten zu kaufen, die über die   Website www.denkendorf.de gebucht werden können. Der Schwimmfreund entscheidet sich für ein Badevergnügen morgens oder nachmittags. Im Internet kann er sehen, ob in  dem ausgewählten Zeitraum noch Tickets vorhanden sind. Die Eintrittskarte für  fünf Stunden Freibadzeit kostet vier Euro für Erwachsene und zwei Euro für Jugendliche  bis 18 Jahre, für Kinder unter sechs Jahren bleibt der Eintritt frei.

Dauer- oder Mehrfachkarten gibt es in diesem Jahr keine, bestehende Zehnerkarten behalten ihre Gültigkeit für die  Badesaison 2021. Wer keinen Zugang zum Internet hat, kann das Ticket auch montags von 10  bis 12 Uhr und mittwochs von 14 bis 16 Uhr im Rathaus im Zimmer  E.08 gegen Barzahlung buchen.

„Da wir zunächst eher mäßig gutes Wetter hatten, gab es Zeit, sich an die neue Situation  zu gewöhnen“, sagt Berner. Mittlerweile habe man schon nachgebessert und noch eine weitere Bahn für die sportlich ambitionierten Schwimmer eingezogen.  Insgesamt seien die Rückmeldungen positiv, so Berner,  der auch weiß, dass der Badebetrieb auf dieser Grundlage „eine enorme Herausforderung für alle Beteiligten“ darstellt. Rein betriebswirtschaftlich dürfe man diese Saison nicht betrachten, sagt der Hauptamtsleiter. „Wir haben  mit höchstens 750 Besuchern  deutlich weniger Nutzer in unserem Bad, das an heißen Tagen bis zu 5000 Besucher verzeichnet. Die Fixkosten bleiben aber in etwa die gleichen.“   Allenfalls der Wasseraustrag aus den Becken verringere sich bei weniger Schwimmern. „Das Defizit wird erheblich sein.“ Die Verwaltung sucht noch zusätzliches Personal, das auf die Umsetzung des Hygienekonzepts achtet. „Im Grundsatz ist der Betrieb gut angelaufen“, sagt auch Julia Förster von der Pressestelle der Gemeinde, wenngleich es immer mal wieder Badegäste gebe, die die Regelungen nur wenig interessierten.   Berner appelliert „an die Vernunft eines jeden, dann kann es ein angenehmer Badesommer werden“. 

In Neuhausen warten die Bädlenutzer auf die Entscheidung des Gemeinderats. „Wir sind für eine Öffnung vorbereitet“, sagt Sylvia Hayn, im Rathaus zuständig für das kleine Familienbad. „Wir haben ein Hygiene- und Wegekonzept entworfen.“  Das Neckarfreibad in Esslingen hat in der vergangenen Woche ebenfalls unter Auflagen geöffnet. Das Bad in Berkheim bleibt allerdings wegen Sanierungsarbeiten diese Saison geschlossen.  bobDer Sommer ist da, die Freibadsaison wurde in Corona-Zeiten förmlich herbeigesehnt. In Denkendorf hat das Freibad seit  zwei Wochen geöffnet, Auflagen regeln das Badevergnügen. Das Bädle in Neuhausen ist noch geschlossen, das weitere Vorgehen noch unklar.   bob / Foto: Gemeinde Denkendorf


Badespaß mit Abstand

Zahlreiche Vorgaben und Regeln in den Freibädern – Eintrittskarten nur im Vorverkauf – Schwimmen im Schichtbetrieb

Fast alle Freibäder in der Region haben seit einigen Tagen wieder geöffnet. Die Bäder in Kirchheim und Weilheim haben vor rund zwei Wochen den Betrieb aufgenommen, das Freibad in Lenningen folgt am Montag, 6. Juli. Der Badebetrieb ist  in Corona-Zeiten an  Hygienevorgaben geknüpft, die Badegäste müssen sich, wie auch in vielen anderen Lebensbereichen, mit  Einschränkungen arrangieren. So darf sich nur eine bestimmte Zahl an Gästen gleichzeitig im Bad aufhalten, für die Nutzung der Becken gibt es klare Vorgaben, ebenso für Duschen und Toiletten. Um Warteschlangen an den Kassen zu vermeiden, gibt es Eintrittskarten nur im Vorverkauf über das Internet.

Wie andernorts werden im  Freibad Kirchheim die Wasserflächen als maßgebliche Größe für die Ermittlung der maximalen Gästezahl zugrunde gelegt. Damit ergibt sich dort  eine Anzahl von 480  Gästen, die sich gleichzeitig im Bad aufhalten dürfen. Um möglichst vielen Menschen einen Besuch zu ermöglichen, wurde ein Zwei-Schicht-Betrieb eingeführt. Karten  können für die Zeit zwischen 8.30 und 12 Uhr und von 14 bis 19 Uhr gekauft werden. Am Dienstag und Donnerstag startet der Schwimmbetrieb  um 7 Uhr. Täglich wird zwischen 12 und 14 Uhr eine Reinigungs- und Desinfektionsphase  eingeschoben. Das Schwimmerbecken wird  in sieben Bahnen unterteilt, es gilt eine Einbahnregelung. Pro Bahn dürfen höchstens zehn Personen, im gesamten Becken maximal 70 Personen schwimmen. Im Nichtschwimmerbecken dürfen sich höchstens 130 Menschen tummeln. Der Eintritt kostet 2,50 Euro.

Auch für das  im vergangenen Jahr modernisierte Freibad in Weilheim gelten strikte Regeln. Die Besucherzahl ist auf 150 Personen beschränkt, im Schwimmerbecken dürfen sich 32, im Nichtschwimmerbecken 48  Gäste gleichzeitig aufhalten. Schwimmen ist im Einbahnverkehr möglich. Die Abstandsregel von 1,50 Meter gilt auch auf den Liegeflächenoder dem Volleyballfeld. Badbesuche sind in den Zeitzonen 9 bis 12 Uhr, 13 bis 17 Uhr und 18 bis 20 Uhr möglich. Karten kosten 4,50 Euro für Erwachsene und 2,50 Euro für Jugendliche und können nur online gekauft werden.

Das Freibad in der Gemeinde Lenningen wird erst am 6. Juli geöffnet. Bürgermeister Michael Schlecht bedauert dies zwar, erklärt  jedoch, dass die Gemeinde mit einer sehr dünnen Personaldecke bereits jetzt  am Limit arbeite. Zunächst stehe die Eröffnung der sieben Kindergärten für den Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen und der drei Grundschulen an. „Das hat für uns oberste Priorität“, sagt er. So müsse das Freibad etwas zurückstehen, „damit der Druck auf die Mitarbeiter nicht ungesund wird“.

Im Oberlenninger Freibad wird die Besucherzahl zunächst auf 100 beschränkt. Badegäste können in den Zeiträumen von 10 bis 14 Uhr und von 15 bis 19 Uhr ins Freibad kommen. Höchstens 25 Schwimmer dürfen gleichzeitig im Becken sein, die Abstandsregel von 1,50 Meter  muss überall eingehalten werden. Das Kinderbecken  und der Sandspielplatz sind gesperrt. Karten kosten für Jugendliche einen Euro, für Erwachsene 2,50 Euro und können nur online erworben werden.  pst / Foto: Carsten Riedl

Info: Weitere Informationen und Eintrittskarten gibt es im Internet unter www.stadtwerke-kirchheim.de, www.weilheim-teck.de und www.lenningen.de


Abgestimmt

Der VfB Stuttgart hat den  Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga geschafft. Dabei hat er nicht immer überzeugt. Ist der VfB reif genug für die erste Liga, schafft er den Klassenverbleib?

Foto: dpa

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