Maske bei der Arbeit?

 

Die Maskenpflicht am Arbeitsplatz könnte die Schließung ganzer Branchen verhindern, sagen Experten. Glauben Sie das auch?

 

Foto: dpa

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Das Wahrzeichen ist saniert

Schwäbischer Albverein renoviert das Wanderheim und den Turm der Teck für rund 200 000 Euro – Stolze Burg und repräsentative Residenz

Die Burg Teck mit ihrer markanten Silhouette thront weithin sichtbar auf dem 773 Meter hohen Teckberg über dem Kirchheimer Albvorland und dem Eingang in das Lenninger Tal. Anders als bei den anderen noch erhaltenen Burgen und Festungen in der Region wie etwa Reußenstein oder Hohenneuffen sind die Gebäude der Teck nicht mittelalterlich, sondern erst in der Neuzeit errichtet worden. Doch auch neuere Gebäude bröckeln, und so hat der Schwäbische Albverein, dem die Burg Teck gehört, in den vergangenen Monaten den Aussichtsturm und das Dach des Wanderheims für 200 000 Euro saniert.

Einige Wochen lang waren der  Turm der Burg Teck und Teile der Gebäude hinter Gerüsten und Planen verschwunden. Hinter der Hülle waren Fachhandwerker zugange, die das Dachgeschoss des Wanderheims energetisch sanierten, einen Kamin neu aufbauten, das Dach mit neuen Biberschwanz-Ziegeln eindeckten und nicht zuletzt die marode Fassade des 31 Meter hohen Aussichtsturms wieder instand setzten.

Teure Sanierung

Gebäude in derart exponierter Lage, über Jahrzehnte Wind, Wetter und teilweise ex­tremen Temperaturen ausgesetzt, müssen besonders genau kontrolliert werden. So war es zwar Zufall, aber keineswegs überraschend, dass  die Baufachleute des Schwäbischen Albvereins  bei der Sanierung des Wanderheims vor zwei Jahren gravierende Schäden am Dach des Hauses entdeckten. Etliche Ziegel waren geborsten, auf dem obersten Dachboden lag Schnee, Feuchtigkeitsschäden drohten. Zudem stellte sich heraus, dass einer der Kamine völlig marode war und neu aufgebaut werden musste.

In  die fällige Sanierung wurde auch der Turm einbezogen. Dessen Fassade hatte zuletzt im Jahr 2007 einen neuen Anstrich erhalten. Bei einer Begutachtung  war jedoch klar geworden, dass es dieses Mal mit einigen Kübeln Farbe nicht getan war. Das Mauerwerk war in Teilen feucht geworden, Gebüsch und Efeu waren über die Felsen und den Turmfuß gewachsen und hatten weitere Bauwerksschäden verdeckt. Schließlich hatte ein Sturm im vergangenen Herbst einige Ziegel vom Turmhelm gerissen.

An den Gesamtkosten von rund 200 000 Euro für die Sanierung hat sich der Teck-Neuffen-Gau des Albvereins mit 2000 Euro beteiligt. Sie wurden für neue Orientierungstafeln für die Aussichtsplattform oben auf dem Turm verwendet. Auch der Verschönerungsverein Kirchheim steuerte 1000 Euro bei. „Die Burg Teck ist nicht nur ein Wahrzeichen, sondern ein echtes Highlight unserer Region“, hatte Martin Lude, der Vorsitzende des Verschönerungsvereins, die Spende begründet.

Frühe Tourismusförderung

Der Vorgänger des Vereins, der Bezirks-Verschönerungsverein, dem neben Kirchheim etliche Gemeinden angeschlossen waren, hatte im Jahr 1889 begonnen, in einer frühen Form der Tourismusförderung die verfallenen Reste der alten Burg aus dem 11. Jahrhundert für Ausflügler und Wanderer zugänglich zu machen. Auf den Mauerresten des Bergfrieds wurde ein Aussichtsturm gebaut, wenig später folgte eine Schutzhütte. 1933 wurde die Hütte zur Veranstaltungshalle ausgebaut, die den Namen Mörikehalle erhielt. Im Jahr   1941 kaufte der Schwäbische Albverein die Ruine, den Turm und die Mörikehalle.  1954 wurde die Halle zu einem Wanderheim mit Ausflugsgaststätte umgebaut, ein Jahr später wurden der alte, in Fachwerk aufgebaute Turmhelm abgetragen und die historisierende Brüstung der Aussichtsplattform abgebaut, der Aussichtsturm erhielt seine aktuelle Form.

Mächtiger Hochadelssitz

Das heutige Aussehen der Burg Teck lässt allerdings nur wenige Rückschlüsse auf die ursprüngliche Gestalt der einst mächtigen Anlage zu. Nach den archäologischen Befunden wurde die Burg wahrscheinlich gegen Ende des 11. Jahrhunderts erbaut. Als „suum castrum silicet Thecche“ wird sie erstmals im Jahr 1152 urkundlich  erwähnt. Erbauer waren die hochadeligen, mit den Zähringern verwandten Grafen von Nellenburg, die aus der Nähe von Stockach stammten und in Schaffhausen und der Stadt Kirchheim Münzrecht besaßen.

   War die Anlage zunächst zur Sicherung des Besitzes  und der Rechte der Nellenburger im Raum Kirchheim gedacht, übernehmen nach deren Aussterben die Zähringer  als Erben die Burg und nutzten sie als  Residenz. 1187 wird Adalbert von Zähringen als Herzog von Teck genannt. Mit dem wirtschaftlichen Niedergang der Herzöge im 14. Jahrhundert wird die Burg abschnittsweise an Österreich und an Württemberg verkauft. Nach der Zerstörung im Bauernkrieg 1525 liegt die Teck als Ruine da, ein württembergischer Versuch im Jahr 1736, dort eine große Festung zu bauen, wird nach nur einem Jahr wieder aufgegeben. Von der einstigen mittelalterlichen Größe zeugen nurmehr Turmstümpfe, Teile der Ringmauer und des Halsgrabens.  pst / Foto: Jean-Luc JACQUES

Info: Informationen zum Burgenbau in der Region gibt es unter www.alt-owen.com.


Hoffnung auf Weihnachtsstimmung

Esslingen plant  „Mittelalter- und Weihnachtszeit 2020“ – Absage immer noch möglich 

In der Esslinger Innenstadt könnte es auch in diesem Jahr eine Weihnachts- und Mittelalterveranstaltung geben, allerdings deutlich abgespeckt und unter  eingeschränkten Bedingungen. Ein  coronakompatibles Konzept hat die Esslinger Markt und Event GmbH (EME) entworfen.  Sicher ist die Veranstaltung jedoch nicht, sie kann auch noch komplett abgesagt werden.

Michael Metzler, der Geschäftsführer der EME,  spricht nicht von „Markt“ –  dafür gibt es coronabedingt keine Genehmigung –  sondern von Veranstaltung. So heißt es, dass nun für die „Esslinger Mittelalter- und Weihnachtszeit 2020“ vom 26. November bis 21. Dezember geplant wird.

„Mit der ‚Mittelalter- und Weihnachtszeit 2020’ wollen wir eine kleine, charmante und coronakonforme Alternative zum traditionellen Mittelalter- und Weihnachtsmarkt anbieten“, sagt der EME-Geschäftsführer . Möglich seien  bis zu 70 Stände in drei thematisch gegliederten und umzäunten Inseln auf dem Marktplatz, Rathausplatz und Hafenmarkt. „In Verbindung mit der traditionellen Weihnachtsbeleuchtung und den liebevoll dekorierten Schaufenstern der Fachgeschäfte ergibt sich ein stimmungsvolles Gesamtbild.“ Metzler sagt, man wolle ein Zeichen für Beständigkeit setzen. „In diesem Jahr ist so etwas bestimmt mehr als Punsch und Glühwein, sondern ein Ausdruck von Tradition und Werten.“ Außerdem benötigten Handel, Gastronomie und auch die Marktbeschicker Unterstützung.

Die meisten Städte haben ihre Märkte bereits abgesagt. Andere wiederum warten auf die von der Landesregierung angekündigte, aber noch nicht vorliegende Corona-Verordnung. Metzler spricht von einem „Dilemma“. Während  traditionelle Weihnachtsmärkte von Anbietern aus der Region beschickt werden und die man auch noch kurzfristig anwerben könnte, kommen die Aussteller auf Mittelaltermärkten von weiter her.   „Wir standen vor der Entscheidung, komplett abzusagen, oder mit den Planungen zu beginnen“, erklärt Metzler.

So  ist  die EME mit ihrem Konzept an ihre potenziellen Aussteller  herangetreten. Rund 400 Aussteller aus dieser Szene haben sich Anfang des Jahres bei der EME beworben.

 „Sie müssen nun  entscheiden, ob sie unsere Auflagen  leisten können“, so Metzler weiter. Er ist auch sicher, dass sich die Szene verkleinert hat. Ohne Märkte und ohne Einkommen habe sich wohl mancher anders aufstellen müssen.

Metzler rechnet damit, bis Anfang Oktober Klarheit zu haben, welche Aussteller dabei sein können. Die  diesjährige Ausgabe des Events  wäre auch deutlich anders als seine Vorgänger. Flächen und  Besucherzahl  würden kontrolliert, es werde 70 statt 180 Stände geben,   Bühne, Vorführungen, Konzerte, der Ball, das Zwergenland  und andere Veranstaltungen mit vielen Menschen würden fehlen, das gastronomische Angebot werde begrenzt sein. Wie die Alternative zum Adventsmarkt in der Ritterstraße im Detail aussehen könnte, ist noch unklar. Veranstalter Til Maehr arbeitet daran.

War der Markt bisher eine  Veranstaltung mit vielen überregionalen Besuchern, so sieht sie Metzler  nun als Event für die Esslinger und ihre Nachbarn. Auch wenn etliche Reiseveranstalter in Esslingen nachfragen, rechnet er nicht mit großen Bustouren.

Sollten sich Auflagen verschärfen, kann  die EME  laut Metzler noch mit bereits ausgearbeiteten Konzepten mitziehen.

„Wir sind zwar für verschiedene Szenarien vorbereitet“ sagt er,  „aber es kann   auch dazu kommen, dass die gesamte Veranstaltung abgesagt werden muss.“  bob / Foto: bulgrin