Umfassende Sanierung

Die Sporthalle in Baltmannsweiler bekommt nach 40 Jahren unter anderem ein neues Dach und neue Gebäudetechnik

Das Sportzentrum in Baltmannsweiler hat mittlerweile 40 Jahre auf dem Buckel. Die Sporthalle ist, bis auf ein paar kleinere Renovierungen, noch im ursprünglichen Zustand. Jetzt wird sie umfassend saniert: Ein neues Dach, neue Gebäudetechnik und eine Fotovoltaikanlage stehen ebenso auf dem Programm wie der Hallenboden, die Sanitäranlagen und die Umkleiden. Die Kosten liegen nach aktuellem Stand bei gut 3,2 Millionen Euro. Davon abziehen kann die Gemeinde Fördermittel, die sich insgesamt auf rund 850 000 Euro belaufen.

Punktuell wurde an der Halle in den vergangenen Jahrzehnten immer mal wieder etwas ausgebessert. Das betrifft Teile des Bodens oder die Beleuchtung, die auf LED umgestellt wurde. Der Rest ist noch im Zustand der 80er-Jahre.

Hinzu kommen große Pro­bleme mit dem Sheddach, das Undichtigkeiten aufweist. Die sind am Blechdach mit seinen zahlreichen Anschlusspunkten nicht leicht auszumachen und auch nicht leicht zu reparieren; bisher wurden lediglich immer wieder einzelne Stellen geflickt. Nun kommt das Sheddach runter, die ganze Kon­struktion mit ihren Oberlichtern wird durch ein Flachdach mit ganz leichter Neigung ersetzt. Dafür braucht es auch eine neue Unterkonstruktion aus Holzbalken.

Auf dem Dach ist eine Fotovoltaikanlage geplant, die vor allem für den Eigenbedarf der Sporthalle Strom produzieren soll, beispielsweise für die Beleuchtung und die Wärmepumpe. Diese sorgt mittels Deckenstrahlplatten für Heizung oder Kühlung. „Da lassen Sie im Winter warmes Wasser durchlaufen, im Sommer kann sie mit kaltem Wasser auch kühlen“, erklärt Ortsbaumeister Marlon Bier. Mit einer Klimaanlage sei der Kühleffekt zwar nicht vergleichbar, aber ein paar Grad weniger bringe er schon. Die bisherige Fußbodenheizung wird außer Betrieb genommen. Die Wärmepumpe heizt zudem über Durchlauferhitzer in Frischwasserstationen das Duschwasser auf. Mit der dezentralen Warmwasserbereitung kann man die Gefahr von Legionellen minimieren.

Für die neue Gebäudetechnik, also Wärmepumpe und Fotovoltaik, rechnet die Gemeinde mit einer Förderung in Höhe von 426 000 Euro. Aus der Sportstättenförderung des Landes sind ihr 420 000 Euro bereits sicher. Die Halle ist seit Mitte September geschlossen, derzeit wird sie leer geräumt und die Ausstattung wird demontiert. Der sichtbare Baubeginn am Dach mit Kran und Gerüst ist für Mitte Oktober vorgesehen.

Nutzer der Sporthalle waren bisher die beiden Grundschulen, der Turn- und Sportverein  mit seinen verschiedenen Abteilungen und auch Kindertageseinrichtungen. Sie wurden auf andere Hallen und Räume in der Gemeinde verteilt und müssen sich dort coronakonform arrangieren. Etwas eingeschränkt sei man dadurch schon, aber irgendwie seien alle untergekommen, sagt der Ortsbaumeister – und „in einem Jahr ist das alles vorbei“: Ende 2021 soll die Sanierung abgeschlossen sein.

Die Schulen „machen teilweise Sportunterricht draußen“, so Bier. Dafür habe man ihnen Container aufgestellt, in denen sie die erforderlichen Materialien lagern können. Zum anderen Teil seien sie in der Sporthalle in Aichwald untergekommen, wohin die Kinder mit dem Bus gefahren werden. So wird die Zeit der Sporthallensanierung überbrückt. Ohnehin außen vor bleibt das Vereinsheim mit Gaststätte. Es ist im Besitz des TSV Baltmannsweiler und steht nicht zur Sanierung an.  aia / Foto: ch


Kaleidoskop der Klänge

Festivalzeit mit Podium-Konzerten und Jazz  in Esslingen    – Große Räume und weniger Zuschauer

Im Oktober stehen in Esslingen Live-Musik-Termine an: Das Podium-Festival und das Jazz-Festival Esslingen laden zu Konzerten ein. Diese finden in Corona-Zeiten in großen Räumen und mit weniger Zuschauern als üblich statt. 

Eigentlich hätte das  Podium-Festival im April über die Bühne gehen sollen. Das Virus machte dies unmöglich.  Nun steht die Konzertreihe für zeitgenössische Musik vom 6. bis zum  15. Oktober  an. Das Festival steht ganz im Zeichen des seit mehreren Jahren laufenden Projekts #bebeethoven. Die zwölf #bebeethoven-Fellows präsentieren ihre Abschlussprojekte.

Die Reihe beginnt am Dienstag, 6. Oktober, mit dem Stegreif-Orchester #Bfree (20 Uhr, Neckar Forum). Das Orchester kombiniert Interpretationen aus Beethovens Werk  und Original-Ausschnitte aus seiner neunten Sinfonie mit europäischen Volksliedern (auch am 24. Oktober). Inigo Giner  Miranda wirft einen musikalischen und textlichen Blick auf das Jahr 1920 (Mittwoch, 7. Oktober, 20 Uhr, Central Theater). Anhand von Zwölftontechnik, Jazz, Kabarett und Stummfilmmusik will er   gesellschaftliche Umbrüche dieser Zeit ausleuchten. Koka Nikoladze präsentiert sich am Donnerstag, 8. Oktober, audiovisuell – mit einem neuartigen Video-Sampler zu seiner Beat Machine (20 Uhr, Komma, auch am 24. Oktober). Pianist, Komponist und #bebeethoven-Fellow Kaan Bulak will  in „Hymnen der Zeit“ die Verbindungen zwischen Renaissancemusik, byzantinischen Hymnen und elektro-akustischer Kunstmusik der 90er ergründen (Freitag, 9. Oktober, 21.30 Uhr, Münster St. Paul, in Kooperation mit „Stunde der Kirchenmusik“).

Groovige Kammermusik trifft auf Pop und Experiment beim „Komma X Podium“ am Samstag, 10. Oktober, 21 Uhr, im Komma.   Ein „Opern-Kopfkino“ versprechen die Veranstalter am Sonntag, 11. Oktober, wenn sich Pianist Mathias Halvorsen der Verdi-Oper Otello mit Musik und Texteinblendungen zuwendet (16 Uhr, Württembergische Landesbühne). 

Am Sonntag und Montag, 11. und 12. Oktober, wird die „Zauberburg“ von Max Andrzejewski und Jeffrey Döring aufgeführt. Thema der musikalisch-szenischen Neuproduktion  ist der Zusammenhalt in der Gesellschaft, dem  Döring in Gesprächen mit Esslinger Bürgern nachgespürt hat. Mit Textauszügen aus Thomas Manns „Zauberberg“  wird das musikalische Werk von Andrzejewski  von Podium-Musikern, dem Esslinger Vocalensemble und einem Schauspieler uraufgeführt (an beiden Tagen  20 Uhr, im Gemeindehaus am Blarerplatz, jeweils 19.30 Uhr Einführung).

Simon ten Holt wird seine Bearbeitung minimalistischer Musik von Mathias Halvorsens „Incantatie“ am Dienstag, 13. Oktober, 20 Uhr, im Komma präsentieren. Elina Altbach und ihr Ensemble Continuum konfrontieren  Claudio Monteverdis Marienvesper mit dem zeitgenössischen Zyklus „Vespers for a new dark Age“, einem  Stück von Missy Mazzoli (Mittwoch, 14. Oktober, 19 Uhr, Stadtkirche). Zum Abschlusskonzert #bebeethoven  am Donnerstag, 15. Oktober,  kommen alle zwölf #bebeethoven-Fellows zu einem „funkelnden Panorama des heutigen Musikschaffens“ zusammen – so die Ankündigung (20 Uhr, Neckar Forum). Die multimediale Ausstellung „Welcome to #bebeethoven“  im Alten Rathaus zeigt vom 12. bis  14. Oktober  Ergebnisse des mehrjährigen Projekts #bebeethoven (Vernissage 12. Oktober, 17 Uhr).

In deutlich kleinerem Rahmen agiert dieses Jahr das Jazz-Festival Esslingen. Am Freitag, 9.  Oktober, 19 Uhr,  spielt Stefano Bollani sensiblen und virtuosen Jazz  in der Stadtkirche. Das zweite Konzert bestreiten am  10. Oktober Michael Wollny und  das Nils Landgren Duo (19 Uhr, Neckar Forum). Erwarten darf man zwei vielseitige Ausnahmemusiker, heißt es.  Das Konzert mit John Scofield und dem Dave Holland Trio ist abgesagt worden. bob / Foto: Nino Halm

Info: Tickets  fürs Podium-Festival:   www.podium-esslingen. de; fürs Jazz-Festival: www.jazzfestival-esslingen.de


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Ein Pfälzer Gastwirt gewährt angesichts zeitraubender Rauchpausen nichtrauchenden Angestellten zusätzliche Urlaubs­tage. Eine gerechte Lösung?

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Hoffnung auf ruhigen Schlaf

Holzmaden beschließt einen Lärmaktionsplan – Tempolimits, Flüsterasphalt und Durchfahrtsverbote gefordert

Die Bürger der Gemeinde Holzmaden leiden schon seit Jahren unter starkem Verkehrslärm. Hauptverursacher sind neben der nahen Autobahn die Landesstraße 1200 und die Ortsdurchfahrt der Kreisstraße 1201. In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hat der Gemeinderat einstimmig einen Lärmaktionsplan beschlossen und vom Land und vom Kreis Veränderungen gefordert. Die Gemeindeverwaltung hofft nun auf eine Verbesserung der Lage.

Der Verkehrslärm in der Gemeinde Holzmaden ist stets präsent. Allein die nahe Autobahn sorgt schon für ein ständiges Hintergrundrauschen, doch auch die L 1200 zwischen Kirchheim und Weilheim, die den westlichen Ortsrand berührt, und die K 1201 in der Ortsdurchfahrt tragen viel zur Lärmbelastung bei. Um  die Bürger wirksam entlasten zu können, hat der Gemeinderat im vergangenen Januar den Entwurf eines Lärmaktionsplans auf den Weg gebracht und im Juli beschlossen.

In dem Planwerk hat das beauftragte Büro Soundplan die Lärmbelastung der Gemeinde konkretisiert. Bei der Betrachtung wurden die Schwellenwerte herangezogen, ab denen eine Lärmbelastung gesundheitsgefährdend wird. Sie werden tagsüber bei 65 Dezibel, nachts bei 55 Dezibel angesetzt. Laut dem Gutachten werden im gesamten Gemeindegebiet die gesundheitskritischen Werte tagsüber bei 75  und nachts bei 145 Gebäuden überschritten. Dies entspricht einer gesundheitlich gefährdenden Lärmbelastung von 157 Einwohnern bei Nacht und von 74 Bürgern bei Tag. Für 755 Einwohner reicht die Belastung nachts bis an die 55-Dezibel-Grenze heran, tagsüber sind rund 1475 Einwohner dem Bereich zwischen 55 und 70 Dezibel ausgesetzt.

Zur Verbesserung der Situation fordert die Gemeinde nun vom Bund, vom Land und vom Kreis, tätig zu werden. So soll auf einem Teilstück der L 1200 die Geschwindigkeit ganztägig auf 30 Kilometer je Stunde reduziert werden. Die K 1201 soll in der Ortsdurchfahrt mittelfristig einen lärmmindernden Belag erhalten. Zumindest bis zur Belagssanierung soll eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern je Stunde gelten. Dazu wird ein nächtliches Durchfahrtsverbot für Lieferwagen über 2,8 Tonnen Gewicht gefordert, die zu den Hauptverursachern von Lärm zählen. Schließlich wird auch für die Autobahn ein lärmmindernder Belag und bis zu dessen Einbau eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100 Kilometer je Stunde gefordert.

Holzmadens Bürgermeisterin Susanne Irion setzt nun einige Hoffnung darauf, dass die Bürger in einiger Zeit  ruhiger schlafen können. „Wir haben  die Maßnahmen  beim Landratsamt und dem Regierungspräsidium als Träger der Straßenbaulast beantragt“, berichtet sie. Die Behörden hätten drei Monate Zeit, auf den Antrag zu reagieren, dann könne die Gemeinde einen Bescheid rechtlich einfordern. Bereits im Aufstellungsverfahren sei allerdings schon ein negativer Bescheid signalisiert worden. Doch die Gemeinde habe mit erfahrenen Partnern gearbeitet und „materiell mit hohem Aufwand, rechtlich sorgfältig und fehlerfrei abgewogen“, sagt Irion. Zudem habe sich in jüngerer Zeit die Rechtslage  zu Gunsten der Gemeinden verändert, sodass Holzmadens Chancen besser sein dürften. „Wir werden in jedem Fall formal Widerspruch gegen eine Ablehnung einlegen, das wäre der nächste Schritt. Ob wir im übernächsten Schritt klagen, entscheidet der Gemeinderat dann“, stellt Susanne Irion klar.   pst / Foto: Carsten Riedl


„Burgforum“ nimmt Betrieb auf

Köngener Gemeinwesenhaus ist fertiggestellt – Tag der offenen Tür voraussichtlich erst 2021

Die geplante große Einweihungsfeier fürs neue Gemeinwesenhaus in Köngen ist wegen Corona verschoben. Aber genutzt wird das „Burgforum“ bereits: Schulmensa und Schule, Jugendhaus und alle anderen Nutzer nehmen das helle und freundliche Haus am Köngener Ortsrand in Betrieb.

Die große Mensa-Küche, mit Geräten auf dem neuesten Stand der Technik bestückt, wird ab kommender Woche wieder die Schülerinnen und Schüler der Burgschule versorgen. Wie bisher wird dort auch in Zukunft frisch gekocht. Bis zu  110 Plätze bietet die Mensa mit ihrer Glasfront, die sich zum Schulhof hin öffnet. Von ihr ist mit einer Trennwand ein Saal abgeteilt, dessen Größe der Lindenturnhalle entspricht: Die alte Halle wird abgebrochen, ihre Nutzungen werden ins „Burgforum“ verlagert. Dessen Saal ist vielseitig einsetzbar, weil er eine weitere Trennwand hat: Die vier Meter hohen Wandelemente fahren auf Knopfdruck automatisch an ihren Platz – nicht nur Bürgermeister Otto Ruppaner war bei der Inbetriebnahme ziemlich beeindruckt von dieser Technik. Damit können Vereine, die Volkshochschule oder die Familienbildungsstätte auch parallel aktiv werden. Darüber hinaus steht ihnen  ein kleinerer Multifunktionsraum im Gebäude zur Verfügung.

Die Burgschule kann Projekte und neue Unterrichtsformen ins „Burgforum“ verlagern, die Ganztagesbetreuung hat hier ebenfalls ihr neues Zuhause. Sie ist in Händen des „Trafo“, das über die Schulsozialarbeit und andere Aktivitäten eng mit der Schule verknüpft ist. Den Titel „Jugendhaus“ legt das „Trafo“ mit dem Einzug ins neue Haus ab, denn der Aufgabenbereich soll sich weiter in Richtung Gemeinwesenarbeit entwickeln. Das „Trafo“ ist im Südflügel des Gebäudes, das dank der Hanglage zwei Geschosse hat, ansässig. Ein eigener Zugang vom Burgwiesenweg aus führt direkt zu den Büros im Obergeschoss, zur Ganztagesbetreuung in ihren farbenfrohen Räumen und zum „Chillraum“.

Das darunter liegende Hanggeschoss ist das Herz der offenen Jugendarbeit: ein großer Raum mit Thekenbereich, Ausblick ins Grüne und eine Außenterrasse. Eine eigene, geräumige Küche steht für Kochaktionen bereit. Spenden der Bürgerstiftung und der Gerhard-und-Christa-Maier-Stiftung haben bei der Licht- und Tontechnik sowie der Küchenausstattung geholfen. Auch über den lang ersehnten Probenraum für Bands freut sich der Leiter des „Trafo“, Sozialpädagoge Matthias Dold, sehr. Er war es, der vor fast elf Jahren die Idee eines Gemeinwesenhauses bei der Burgschule aufbrachte und immer wieder dafür warb. Das Gebäude selbst, entworfen von N2 Architekten, überzeugt mit viel Glas und Lärchenholz nach außen, mit Sichtbeton und farbigem Linoleum innen. Die Köngener Bürgerschaft hat das Konzept des Hauses in einem Beteiligungsverfahren mitentwickelt, auch der Name, der schon am Gebäude angebracht ist, kommt von Bürgerseite. Er sei im Zug eines Namenswettbewerbs sogar mehrfach genannt worden, berichtet Hauptamtsleiter An­dreas Halw. Der erste Namensteil „Burg“ nimmt Bezug auf das Quartier Burgareal, der zweite erinnert an die römische Vergangenheit der Gemeinde. „Forum“ steht aber auch für einen lebendigen Ort, an dem die Menschen  zusammenkommen. Insgesamt liegen die Kosten für das Gebäude bei ziemlich genau sechs Millionen Euro. Noch sei nicht alles abgerechnet, sagt Ortsbaumeister Oliver Thieme, man liege aber gut im Kostenrahmen. Vom Land und der Ehmannstiftung kommen  rund 2,4 Millionen Euro an Zuschüssen.  aia / Foto: aia


„Aichhörnchen“ ziehen um

Waldkindergarten Aichwald braucht neuen Platz – Alter Standort wegen Sicherheitsmaßnahmen zu teuer

Der   Verein  Waldkindergarten  „Aichhörnchen“ in Aichwald wird demnächst umziehen. Ein Verbleib am alten Standort im Wald wäre  wegen  Investitionen in notwendige Sicherheitsmaßnahmen zu teuer.

Derzeit wuseln die „Aichhörnchen“, so heißen die kleinen Besucher des Waldkindergartens, noch am alten Standort im Wald in der Nähe des Aichschießer Friedhofs, etwa 100 Meter vom Waldrand entfernt.  Das Forstamt in Kirchheim  muss  allerdings etliche Entscheide des Bundesgerichtshof umsetzen. Und das bedeutet, dass bei solchen Einrichtungen im Wald Sicherheitsmaßnahmen zu beachten sind. So müsste der Verein ab diesem Jahr  jährlich zwei Baumgutachten erstellen lassen, um dann eventuelle Sicherheitsmaßnahmen wie das Absägen von Ästen und Ähnliches auf eigene Kosten in Auftrag zu geben. Weitere Einschränkungen sind das Betretungsverbot des Waldes nach einem Sturm beziehungsweise die tägliche Startzeit nicht vor 8.30 Uhr, auch das ist eine forstrechtliche Vorgabe. Auch Bauwagen dürfen künftig nicht mehr im Wald stehen.

„Wenn wir an unserem Standort im Wald bleiben, bedeutet das Mehrkosten für uns  in Höhe von rund 12 000 Euro im Jahr“, sagt Melanie Grau, die Vorsitzende des Vereins Aichhörnchen. „Eine solche Summe könnte unser  Verein nicht stemmen, abgesehen von den übrigen Einschränkungen.“ In den vergangenen Wochen hat der Verein andere Grundstücke für die „Aichhörnchen“ geprüft.  Jetzt steht der neue Standort fest: Die „Aichhörnchen“ wollen ihr Domizil zwischen Krummhardt und Aichelberg aufschlagen, nicht im Wald, sondern am Rand.  Bis dahin hatte der Verein  sieben neue mögliche Standorte geprüft, angeboten wurden Grundstücke sowohl von Privatleuten als auch von der Gemeinde.

„Das ist nicht so einfach“, sagt Melanie Grau.  Einige Standorte habe die Naturschutzbehörde nicht genehmigt, andere wiederum hätten nicht über die notwendige Infrastruktur verfügt. So dürfen die Wege von den Zufahrtswegen zu den Bauwagen für „kurze Beinchen“ nicht zu weit sein. Ohne Investitionen geht  der Umzug nicht über die Bühne. Die beiden betagten Bauwagen werden den Umzug nicht überstehen, also muss der Verein einen neuen, etwas größeren Wagen anschaffen. Der wird gerade in einer spezialisierten Werkstatt bei Heidenheim maßangefertigt.  „Er wird 60 000 Euro kosten“, erklärt Melanie Grau. Einen Teil der Kosten hat der Verein als Spenden eingesammelt. Damit wird der Wagen an­gezahlt, der Rest wird finan­ziert. Das Sammeln von Geld sei  durch die Corona-Pandemie erschwert, sagt Grau. Normalerweise verkaufen die Vereinsmitglieder Kuchen bei Gemeindefesten und auf Weihnachtsmärkten, doch diese Veranstaltungen sind gestrichen.

92 000 Euro im Jahr fallen für die Betriebskosten an. Bisher hat sich die Gemeinde mit 65 Prozent beteiligt, das wird laut Grau künftig  deutlich mehr sein. „So können wir unsere Mitarbeiter nach Tarif bezahlen“, erklärt Grau. Das sei umso wichtiger, als der Verein, der derzeit 20 „Aichhörnchen“ betreut,  mittelfristig erweitern und dafür dann auch Fachkräfte mit attraktiver Bezahlung anwerben möchte. bob / Foto: aka

Info: Der Verein Aichhörnchen bewirbt sich um den Deutschen Kita-Preis 2021 und ist mit weiteren 24 Einrichtungen in der  zweiten Runde.  Insgesamt hatten sich rund 1200 Kitas und lokale Bündnisse  beworben. Auf die erstplatzierte Einrichtung wartet ein Preisgeld von 25 000 Euro. Vier Zweitplatzierte können sich noch über jeweils 10 000 Euro freuen. Im Dezember steht die nächste Runde an.


Abgestimmt

Aufsteiger VfB Stuttgart ist mit einer jungen Mannschaft und einer 2:3-Heimniederlage gegen Freiburg in die Bundesliga-Saison gestartet. Ist der VfB erstligatauglich?

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Wohnungen statt Klassenzimmer

Die ehemalige Brunnenschule in Reichenbach wird umgebaut – Auch im Umfeld tut sich was

Die Reichenbacher Brunnenschule ist ein Stück Ortsgeschichte. Dem Gemeinderat und vielen anderen Bürgern, war wichtig, dass der markante Backsteinbau erhalten bleibt, auch nachdem er als Schule ausgedient hat. Der Investor Pro-Contact wird nun das ehemalige Schulhaus zu Wohnungen umbauen.

Erbaut wurde das prägende Gebäude am Brunnenplatz 1897 als Volksschule, später war dort die Realschule zu Hause. Als diese 1976 ins Schulzentrum Brühl umzog, entstand eine zweizügige reine Grundschule, die Brunnenschule. Sie hat 2004 ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert. Zum Schuljahr 2016/2017 fusionierte sie mit der Lützelbachschule und zog in deren Gebäude ein.

Für eine Nachnutzung des leer stehenden Schulhauses wurden schnell Ideen und Wünsche laut. So stand unter anderem eine öffentliche Nutzung, beispielsweise für Vereine oder Bildungsangebote, zur Diskussion. Schließlich haben zahlreiche Bürgerinnen und Bürger in diesem Haus die Schulbank gedrückt.

Ein Gutachten, das die Gemeinde beauftragte, brachte dann Ernüchterung: Aufwand und Kosten für einen Umbau wären hoch gewesen, denn bei öffentlicher Nutzung gelten hohe Anforderungen an den Brandschutz oder auch die Barrierefreiheit. Sanierungsbedarf machten die Gutachter ebenfalls aus: Eine Dachdämmung, neue Fenster, eine neue Heizungsanlage samt Warmwasserbereitung, Trittschalldämmung, Sanitäranlagen und die Elektrik standen auf ihrer Liste. Das stuften Verwaltung und Gemeinderat als nicht erschwinglich für die Gemeinde ein. Für einen Investor, der Wohnungen einbaue und sie dann verkaufe, könne es aber interessant sein, meinte Bürgermeister Bernhard Richter. Diesen Weg ist der Gemeinderat gegangen, indem er den Verkauf und Umbau des Gebäudes öffentlich ausschrieb und dann an den Investor Pro-Contact in Leinfelden-Echterdingen vergab.

Dieser möchte 14 Wohneinheiten, ein Großteil davon rollstuhlgerecht, in dem Gebäude einschließlich Dachgeschoss unterbringen. Die Grundrisse und Größen sind unterschiedlich geplant, aber jede Einheit soll entweder über Terrasse oder Balkon verfügen. Im Gemeinderat stieß auf Kritik, dass auch zum Brunnenplatz hin Balkone geplant sind, die das Bild des Gebäudes verändern. Ebenso bemängelte die Stadtentwicklungsgesellschaft (STEG), dass durch die Verlegung des Eingangs und durch Dachgauben die Symmetrie verloren gehe. Von den Grundzügen her befürwortete sie aber das Projekt, wie auch der Gemeinderat, der dem Baugesuch zustimmte. Schließlich werden mit dem Erhalt des Schulhauses und der Schaffung von Wohnraum zwei wichtige Ziele der Ortsentwicklung umgesetzt. Derzeit steht nun noch die Baugenehmigung aus. Wenn sie vorliegt, will Pro-Contact in die Vermarktung gehen, „sofort“, wie Geschäftsführer Rainer Neumann betont.

Der Investor wird aber auch über das ehemalige Schulhaus hinaus aktiv: Westlich des Gebäudes, auf dem früheren Schulhof, erstellt er zwei neue Mehrfamilienhäuser mit je fünf Wohnungen und Tiefgarage. Diese beiden Bauwerke in Würfelform mit Flachdach sollen sich dem Schulhaus unterordnen, sie bleiben deshalb unter seiner Höhe.

Darüber hinaus hat Pro-Contact auch den Häuserriegel nördlich der Brunnenschule erworben und wird ihn durch einen Neubau ersetzen. „Da sind wir ebenfalls schon in der Planung“, sagt Rainer Neumann. Entstehen soll ein Satteldach-Gebäude mit neun Wohnungen, in seiner Architektur mit einer „modernen Interpretation“ an den Brunnenplatz angelehnt.  aIa / Foto: aia


Neue Grundschule mit Mensa

Für 29 Millionen Euro wird in Neuhausen  die Anton-Walter-Schule errichtet – Baubeginn für Oktober geplant

Im Schuljahr 2022/2023  wird in Neuhausen eine neue Grundschule in Betrieb gehen. Der Baubeginn am Projekt Anton-Walter-Schule soll in der   zweiten Oktoberhälfte sein. Die vorbereitenden Arbeiten sind über den Sommer abgeschlossen worden. Insgesamt kostet der Schulneubau rund 29 Millionen Euro.

Steigende Schülerzahlen in vielen Städten und Gemeinden führen dazu, dass die bisherigen Grundschulkapazitäten an ihre Grenzen kommen. So auch in Neuhausen. Die Mozartschule kann die  Schüler künftig nicht mehr alle unterbringen.  Das Mehraufkommen soll nun die geplante  Grundschule, die Anton-Walter-Schule,  auffangen. Auf dem Egelseegelände wird das Schulgebäude, das auch noch eine Mensa beheimaten wird, errichtet. Dazu wurde zunächst der Anbau der Friedrich-Schiller-Schule abgebrochen, der  früher als Trakt für die Klassen 1 bis 4 an der Schule angedockt war. Mittlerweile ist die Friedrich-Schiller-Schule keine Verbund-, sondern  eine Gesamtschule.

Mit dem Abbruch des Anbaus wird  Platz für den zweiteiligen Gebäudekomplex geschaffen, der aus zwei aneinanderliegenden Quadern besteht.

In der Mitte zwischen den beiden Teilen befindet sich die Erschließung. Ein Würfel ist dreigeschossig, der andere  zweigeschossig. Im zweigeschossigen Gebäude befindet sich die Mensa. Die Großküche dort soll nicht nur die Grundschule, sondern   alle   Neuhausener Schulen sowie die Kinder- und Jugendeinrichtungen, die eine Betreuung anbieten, täglich mit frischem Essen versorgen. Über der Mensa wird ein Stockwerk mit Multifunktionsräumen erstellt, deren Nutzungen vielfältig und auf den aktuellen Bedarf ausgerichtet sein sollen. „Das können Jugendräume sein, aber auch Räume für Vereine“, erklärt Elke Eberle, die Pressesprecherin der Gemeinde. Die Grundschule wird  mit drei  Zügen geplant, mit der  Möglichkeit auf 3,5 Züge auszuweiten.

Mittlerweile sind auch die vorbereitenden Bauarbeiten beendet. Nach dem Abbruch des alten Gebäudeteils musste der Boden für den kommenden Neubau präpariert werden.  So sind  zunächst Kanäle aus dem Baufeld umverlegt worden. Dann ging es an das Richten des Untergrunds für das Mensagebäude, das unterkellert sein wird und daher eine Tiefe von bis zu sieben Metern benötigt. Stahlträger sind in den Boden eingelassen worden, um Einbrechen und Nachrutschen des Erdreichs zu verhindern. Zwischen den Stahlträgern liegen jetzt Holzbohlen.

Da die Schule nur teilweise unterkellert ist, müssen eingebaute    Rampen die Verbindung der unterschiedlichen Arbeitsebenen schaffen.

„Der Untergrund war nicht besonders gut“, sagt Rathaussprecherin Elke Eberle. „Es gab dort mehr Betonmasse als erwartet.“ Weiterhin seien noch Abdichtungsarbeiten an den Kanälen zwischen Friedrich-Ebert-Schule und Egelseehalle notwendig geworden.

Insgesamt hat der zusätzliche Aufwand die Vorbereitungsarbeiten um 500 000 Euro in die Höhe getrieben; 50 000 Euro davon entfielen auf die Abbrucharbeiten des alten Gebäudetrakts. „Wir liegen aber noch gut im Kostenrahmen“, betont Eberle. „Und ebenso im Zeitrahmen.“ Bereits zum Schulbeginn in zwei Jahren soll das Gebäude die ersten Schüler aufnehmen.  bob / Foto: bul

Info: Namenspatron für das Schulhaus ist Anton Walter, der als einer der wichtigsten Klavierbauer zur Zeit der Wiener Klassik im ausgehenden 18. Jahrhundert galt. Walter wurde 1792 in Neuhausen, das damals zu Vorderösterreich gehörte, geboren.  Noch heute werden Hammerklaviere von Walter  – als Original und auch als Nachbauten – gespielt.   


Zukunft für historisches Bauwerk

Kornhaus in Kirchheim soll für 13,2 Millionen Euro saniert werden – „Eines der markantesten Gebäude unserer Stadt“

Die Weichen für die Sanierung des historischen Kornhauses in der Kirchheimer Kernstadt sind gestellt. Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause beschlossen, eine Sanierungsvariante weiter zu verfolgen, die mit  13,2 Millionen Euro  zwar  teuer wird, gleichzeitig aber auch die besten Nutzungsoptionen für das historische Gebäude bietet. Mit einem Baubeschluss wird Anfang 2021 gerechnet.

Das Kornhaus in Kirchheim nahe dem Rathaus und der Stadtkirche zählt zum zentralen architektonischen Erbe der Stadt. 1541 als städtischer Getreidespeicher erbaut, überlebte das Haus als eines der wenigen in der Stadt den verheerenden Stadtbrand im Jahr 1690. Seit dem Jahr 1946 ist dort das Stadtmuseum untergebracht, das allerdings 2016 wegen des mangelhaften Brandschutzes und auch einer fehlenden zweiten Fluchttreppe geschlossen werden musste. Außerdem wurde eine Schadstoffbelastung durch Asbest und PCB festgestellt. Der Gemeinderat  hatte sich daraufhin für eine Generalsanierung des Hauses entschieden. In der vergangenen Juli-Sitzung schließlich hatte ein Architekturbüro drei Sanierungsvarianten vorgelegt. Deren Diskussion brachte eine  große Mehrheit für die umfangreichste, allerdings auch teuerste Lösung.

Die Variante, die nun detailliert ausgearbeitet wird, sieht vor, den gesamten Gewölbekeller so nutzbar zu machen, dass er künftig auch Platz für Ausstellungen bietet. Im Dachgeschoss  soll ein Veranstaltungsraum für Vorträge, Lesungen und Konzerte entstehen, der sich auch als Sitzungssaal für den Gemeinderat eignet. Das Blockheizkraftwerk im Keller muss dafür weichen und soll unter den Platz zwischen Max-Eyth-Haus und Kornhaus verlegt werden.

„Mit aktuell 13,2 Millionen Euro liegt die vorliegende Kostenschätzung zwar 1,5 Millionen Euro über der günstigsten Variante, die keine Wiederherstellung des Gewölbekellers vorsieht, es handelt sich dabei jedoch um eine Investition in die Zukunft eines der markantesten und geschichtsträchtigsten Gebäude unserer Stadt, die Vorteile für alle Seiten hat“, erklärt der Stadtsprecher Robert Berndt. Nach der Beschlusslage werde das Projekt zunächst bis zur Entwurfsplanung weiter verfolgt. „Die finale Entscheidung zur baulichen Umsetzung soll dann gefällt werden, wenn die Finanzierung – für die unter anderem auch mit Fördermitteln durch Bund und Land gerechnet wird – geklärt ist“, sagt Berndt.

Beim geplanten Bau des neuen Heizungskellers werde nicht mit großen Überraschungen   im Untergrund gerechnet. Zwar  gebe es immer Unwägbarkeiten bei Tiefbauarbeiten im historischen Stadtkern. „Aber durch frühere Eingriffe in den Boden mit den Baugruben zwischen  Max-Eyth-Haus und Kornhaus für die Nahwärmeversorgung ist zu vermuten, dass in diesem Bereich keine archäologischen Funde schlummern und daher das Risiko als gering einzuschätzen ist. Falls wider Erwarten doch ein archäologischer Fund angetroffen wird, kann eine Verzögerung durch Umstellen der Sanierungsabläufe natürlich minimiert, aber nicht ausgeschlossen werden. Auswirkungen auf die Kosten sind bisher nicht ersichtlich“, sagt Berndt. Sollte der Gemeinderat Anfang 2021 den Baubeschluss fassen,  ist laut Berndt geplant, die Sanierung bis zum Jahr 2024 abzuschließen.  pst / Foto: Stadt Kirchheim