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Neue Klänge am Alten Rathaus

Internationales Glockenspielfestival in Esslingen – Sieben Konzerte mit  Carillonneuren – Abschluss mit Musik und Lesung 

Im Jahr 2017 hat das erste  internationale Glockenspielfestival stattgefunden. In diesem Jahr ist es wieder  soweit, und zwar am 12. und 13. September.  Mit „Turm und Klang“ , dem einzigen Festival seiner Art in Deutschland und  das dritte in Esslingen, versammelt  das Esslinger Kulturamt hochkarätige Musikerinnen und Musiker – Carillonneure genannt – aus Russland, Belgien und Deutschland in der Neckarstadt.

Den Auftakt macht Ekaterina Porizko, die Initiatorin und künstlerische Leiterin von „Turm und Klang“, am Samstag, 12. September,  16.30 Uhr. Bei ihrem Eröffnungskonzert spielt sie die Barcarole von Jacques Offenbach sowie drei eigene Kompositionen, darunter eine Improvisation über den Choral „Ins Wasser fällt ein Stein“.

Ebenfalls am Samstag, um 17.30 Uhr gibt der Esslinger Leonhard Hell sein Debüt beim Glockenspiel-Festival. Für das Esslinger Glockenspiel hat er Werke von Bach, Einaudi und  Cage arrangiert. Gespannt sein dürfe man auch auf die Interpretation des Songs „You & Me“ von der Band Disclosure, heißt es in der Ankündigung des Kulturamts. Leonhard Hell ist Cellist, Organist, Chorleiter und zugleich designierter Nachfolger von Eckart Hirschmann als Glockenspieler im Alten Rathaus.

Hirschmann selbst gibt ein Konzert am Samstag, 12. September, 18.30 Uhr. Zu dem 250. Geburtstag des berühmten Komponisten   hat   Hirschmann   Werke von Ludwig van Beethoven ausgewählt. Arrangiert für das Glockenspiel im Alten Rathaus und zum Teil mit Variationen versehen, erklingen  bekannte Weisen auf eine neue Art.  Am Sonntag, 13. September,  14.30 Uhr, sitzt Sergej Gratchev am Glockenspieltisch des Alten Rathauses. Der Gewinner zahlreicher Glockenspiel-Wettbewerbe interpretiert klassische und kirchenmusikalische Stücke von Schenderev, Mozart und Oppenheimer, Kuprevich und Kölz sowie seine eigene Komposition eines „Mystischen Diptychons“.  Elena Sadina ist ebenfalls am Sonntag  zu Gast. Ab 15.30 Uhr gibt sie ein Glockenspiel-Konzert mit Stücken aus vier Jahrhunderten, darunter Kompositionen von Palmer, Couperin, Carulli und Mier. Dabei sind auch  selbst geschriebene Variationen über ein russisches Volkslied . Elena Sadina ist eine anerkannte Glockenspiel-Pädagogin und wurde für ihr Spiel und ihre Kompositionen mehrfach ausgezeichnet.

Jo Haazen ist einer der weltweit führenden Glockenspieler und Ehrendirektor der Royal Carillon School „Jef Denyn“ in Mechelen, Belgien, der ältesten Bildungseinrichtung für Glockenspieler. „Dass Jo Haazen, eine internationale Koryphäe des Glockenspiels,  für einen Auftritt bei uns verpflichtet werden konnte, macht uns besonders stolz“, sagt Esslingens Kulturamtsleiterin Alexa Heyder. Haazen wird am Sonntag,   16.30 Uhr, die Glocken des Alten Rathauses mit eigenen Bearbeitungen von europäischen und asiatischen Volksliedern bespielen.

Den Abschluss bildet ein Abend mit Konzert und Lesung.  Gemeinsam mit dem Esslinger Schauspieler Gerhard Polacek wird es am Sonntag,  13. September, 18 Uhr, eine Lesung mit Texten von Oscar Wilde und Italo Calvino geben, die von Ekaterina Porizko auf dem Glockenspiel begleitet werden – eine bislang wohl einmalige Kombination, wie Initiatorin Porizko vermutet.  red/bob Foto: bul

Info: Das internationale Glockenspiel-Festival Turm und Klang findet bei jedem Wetter statt. Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei. Die Zahl der Sitzplätze im Veranstaltungsbereich auf dem Rathausplatz ist  allerdings begrenzt.   Informationen unter www.turm-und-klang.esslingen.de.


Der unglückliche Klosterschüler

Denkendorf gedenkt Hölderlin – Brunnen und Gedenktafel  im Maierhof  enthüllt  – Vorträge im nächsten Jahr

Vor 250 Jahren wurde Friedrich Hölderlin  geboren, auch in Denkendorf hat der Dichter Spuren hinterlassen. Schließlich war er dort  von 1784 bis 1786 Seminarist in der Klosterschule. Zur Ehrung des Dichters wurden kürzlich dem Brunnen im Maierhof der Name „Hölderlin-Brunnen“ verliehen und daneben eine Gedenktafel enthüllt.

Eigentlich sollte das Jahr 2020 ein Hölderlin-Jahr in Denkendorf werden – mit zahlreichen Vorträgen,  Veranstaltungen und sogar einem Musical. Doch dann kam Corona und machte den Plänen einen Strich durch die Rechnung. Einiges davon soll nun im kommenden Jahr nachgeholt werden.

Doch der  Festakt mit feierlicher Enthüllung des Hölderlin-Brunnens und einer Gedenktafel wurde noch  im Jubiläumsjahr gefeiert. Im Maierhof, unterhalb der Denkendorfer Klosterkirche, erinnern nun      der Brunnen und eine   Gedenktafel an die Jahre Hölderlins als Klosterschüler.

Es waren keine glücklichen Jahre, wie Pfarrer Reiner Strunk    erklärt. Der promovierte Theologe  war über viele Jahre  Leiter der Evangelischen Fortbildungsstätte Kloster Denkendorf und hat den Festakt kürzlich begleitet.

„Friedrich  Hölderlin haderte mit der Strenge und der  Humorlosigkeit   der Klosterschule“, sagt Strunk. Hölderlin war in seiner Zeit als Seminarist in Denkendorf ein Junge im Alter   zwischen  14 bis 16 Jahren. Im Kloster, das man sich wie ein Internat für angehende evangelische Theologen vorstellen muss, wurden die Zöglinge hart rangenommen, wie Strunk beschreibt. Um 5 Uhr in der Früh mussten dieJungen aufstehen, danach folgte die erste Andacht,  um 7 Uhr begann der Hebräisch-Unterricht. Die Nachmittage waren für Eigenstudien  bestimmt. „Höchstens an den Sonntagnachmittagen  gab es etwas Freizeit für die Klosterschüler“, so Strunk.

Überliefert ist , dass Hölderlin auch mal sanktioniert wurde, weil er es im sonntäglichen Gottesdienst wohl hat an Aufmerksamkeit fehlen lassen. So sei er in der Folge mit Entzug des Tischweins bestraft worden. In den Jahren in Denkendorf schrieb der junge Hölderlin erste, meist  fromme Gedichte.

Sie handeln laut Strunk  von Themen wie Buße und Reue und sind eher als erste Fingerübungen eines angehenden Dichters denn  als Werke von großer Bedeutung und Qualität zu sehen. „Es sind die Selbstbespiegelungen eines frommen jungen Mannes“, sagt  Strunk. Nach seinen zwei Jahren in Denkendorf wechselte Hölderlin ins Kloster Maulbronn, auch dort war er unglücklich. Für Reiner Strunk liegt Hölderlins Unglück zum Teil in der Strenge der Klosterwelt, zum anderen aber auch an der  inneren Zerrissenheit des Menschen Hölderlin. Ein Briefwechsel, den Hölderlin mit seinem Mentor, dem Diakon Köstlin in Nürtingen, pflegte, macht diese Zerrissenheit des jungen Dichters deutlich.

Dort heißt es: „Bald hatte ich viele gute Rührungen, die vermutlich von meiner natürlichen Empfindsamkeit herrührten und also nur desto unbeständiger waren. Es ist wahr, ich glaubte,  jetzt wäre ich der rechte Christ, alles war in mir Vergnügen, und in Sonderheit die Natur machte in solchen Augenblicken einen außerordentlich lebhaften Eindruck auf mein Herz; aber ich konnte  niemand um mich leiden, wollte nur immer einsam sein.“

Strunk sieht darin deutlich die Themen,  die Hölderlins Leben bestimmten und das in der Folge keinen glücklichen Verlauf genommen hat:  die Empfindsamkeit, sein Bemühen um Religiosität, seine Naturverbundenheit und sein Hang zum Einsamsein.  bob

Info: Die für dieses Jahr geplante dreiteilige Seminarreihe „Hölderlin verstehen“, die Reiner Strunk leitet, wird im nächsten Jahr nachgeholt. Ein Termin steht noch nicht fest. Das geplante Hölderlin-Musical wird nicht stattfinden. red Foto: Gemeinde Denkendorf


Ein Denkmaltag im Netz

Motto lautet „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken“ – Esslinger Stadtkirche per Videos  – Kleines Programm in Kirchheim und Nürtingen

Der Tag des offenen Denkmals am 13. September zum Thema „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken“ findet in diesem Jahr fast ausschließlich online statt – auch im Landkreis  Esslingen.

Etliche Esslinger Beiträge beziehen sich auf die Stadtkirche St. Dionys. Um deren Schätze ins richtige Licht zu rücken, hat sich ein Film-Team um Stadtkirchenpfarrer Christoph Bäuerle gebildet.

Drehbücher geschrieben

 In kurzen Video-Clips werden bisher eher verborgene Facetten an schwer zugänglichen Orten der Stadtkirche mit Mitteln moderner Film- und Kameratechnik beleuchtet: Glasfenster in schwindelerregender Höhe, die Steinmetzkunst des Lettners oder das leicht übersehene Wandbild des Heiligen Leonhard. Christoph Bäuerle schrieb „Drehbücher“ für drei kurze Filme. Dann verwandelte sich die Stadtkirche  in ein Filmstudio. Von hohen Metallleitern und mittels einer durch den Kirchenraum schwebenden Drohne entstanden Bilder selbst von Glasfenstern in 25 Metern Höhe. Auch ins Ausgrabungsmuseum unter der Kirche führt ein Video. Es zeigt die Entstehungsgeschichte und die wesentlichen Inhalte des Städtischen Ausgrabungsmuseums.

Holzmodell der Stadtkirche

Virtuelle Einblicke gibt es auch in die Kirchenbibliothek. Kirchenführer Manfred Wörner präsentiert ein Video zu einem lang verschollenen und nun wiedergefundenen großen Holzmodell der Stadtkirche von Schreiner Otto Nord aus Esslingen.

„Die Türme erleben“ heißt ein digitaler Rundgang in den Türmen der Stadtkirche von Inge Rembold mit Informationen zur Geschichte der Türme und des Glockengeläuts. Alle Videos und Beiträge finden sich auf der Internetseite der Evangelischen Stadtkirchengemeinde  unter www.stadtkirchengemeinde-esslingen.de

Auf dem Esslinger Ebershaldenfriedhof befindet sich auf dem jüdischen Teil ein schon 1948 angelegtes Grab- und Mahnmal für die Toten der Konzen­trationslager Echterdingen und Hailfingen-Tailfingen. Darüber spricht  die Esslinger Kulturwissenschaftlerin  Gudrun Silberzahn-Jandt. Der Rundgang kann mit der App DigiWalk online oder direkt am Computer angesehen oder angehört werden.

Als ein  Ort für alle präsentiert sich der  „Dicke Turm“. Das Bauwerk wird seit 2019 saniert. Der Burgverein  gewährt einen  Einblick zum  Stand der Arbeiten und einen Ausblick, wie es nach der Fertigstellung aussehen wird.

Baugeschichte des Pfleghofs

Der Pfleghof des Klosters Bebenhausen in Esslingen wurde erstmals im Jahr 1229 urkundlich erwähnt. Der Filmbeitrag von Denkmalpfleger Andreas Panter und Jonathan Panter (Kamera) spürt aus nicht allgemein zugänglichen Blickwinkeln der  Baugeschichte des Anwesens vom 13.  bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts  nach.

Einzige Präsenzveranstaltungen sind die im Rahmen des Denkmaltags von der Stadt Esslingen organisierten Glockenspielkonzerte  und der liturgische Abschluss in der Frauenkirche ab 17 Uhr – mit Orgelmusik von Wonjin Min und einem Gespräch zwischen Architektin Christine Keinath und Pfarrerin Cornelia Krause.

 Im Landkreis Esslingen ist das Programm zum Tag des offenen Denkmals erheblich ausgedünnt. Viele Städte wie Plochingen und Ostfildern sowie Gemeinden im Kreis verzichten  gänzlich auf Beiträge.

 Kirchheim jedoch beteiligt sich mit einem „kleinen Programm aus Stadtführung, Vorträgen und Aktionen“, wie Pressesprecher  Robert Berndt erklärt.

Planung zum Kornhaus-Umbau

Die Architekten Jelena Bozic und  Peter Cheret stellen ab 14 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses  die Planungen zum Umbau des Kirchheimer Kornhauses vor und wollen  Fragen beantworten. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, Interessierte sollen sich bei der Kirchheim-Info telefonisch unter 0 70 21/ 5 02-5 55 oder per E-Mail an tourist@kirchheim-teck.de anmelden. Es ist jedoch geplant, die Veranstaltung per Livestream zugänglich zu machen. Mehr dazu soll  es  zeitnah auf der Facebook-Seite der Stadtverwaltung geben.

Eine Führung setzt sich auf die Spuren der ehemaligen Stadtbefestigung.  Rainer Laskowski beschäftigt sich mit dem Thema „Die Kirchheimer Stadtbefestigung zwischen Dekanat und Rollschuhplatz“ (ab 14.30 Uhr). Es geht um den Zeitraum zwischen 1538 bis 1541, als Herzog Ulrich die Stadt   zur Landesfestung ausbauen ließ. Die Teilnahme kostet fünf  Euro pro Person, eine Anmeldung bei der Kirchheim-Info ist erforderlich.

Auch ein Webinar steht auf dem Programm: Unter dem Titel  „Kirchheimer Kunstweg –  Moderne Kunst im Stadtgebiet entdecken“ zeigt die Kunsthistorikerin Barbara Honecker  ab 15 Uhr Skulpturen und Objekte  unterschiedlicher Formen und Materialien, die im gesamten Stadtgebiet verteilt sind. Man findet sie auf Plätzen, in Seitenstraßen, in Form eines Brunnens oder als Kunst am Bau. Insgesamt setzt sich der Kunstweg aus 16 Werken zusammen und erstreckt sich bis nach Ötlingen.

Das Webinar findet voraussichtlich über Zoom statt. Der Link zum Webinar  soll  zeitnah auf der Facebook-Seite der Stadtverwaltung veröffentlicht werden  oder kann per E-Mail an tourist@kirchheim-teck.de erfragt werden.

 Hobbyfotografen sind gefragt: Zum diesjährigen Tag des offenen Denkmals veranstaltet die Kirchheim-Info einen Fotowettbewerb auf Instagram, bei dem das vielseitige architektonische Flair von Kirchheim eingefangen werden soll. Hauptgewinn ist ein Gutschein für eine kulinarische Stadtführung. Weitere zehn besonders gelungene Schnappschüsse werden jeweils mit einer gut gefüllten Souvenirtasche ausgezeichnet. Mitmachen kann jeder, der mindestens 14 Jahre alt ist.  Wer seine selbst fotografierten Bilder am 13. September bis 23.59 Uhr bei Instagram unter dem Hashtag #tdodkirchheim veröffentlicht, nimmt am Wettbewerb teil.  Das persönliche Profil muss auf „öffentlich“ gestellt sein. Es kann auch die Instagram-Seite der Stadt verlinkt werden: @stadt.kirchheimteck.

Historische Führung

Auf eine Führung weist An­drea Vöhringer  von der Pressestelle der Stadt Nürtingen hin. „Unsere  historische Sonntags-Führung findet statt.“ Diese beginnt um 11 Uhr am Stadtmuseum, Wörthstraße 1, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt.  Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt, es ist eine Anmeldung nötig unter E-Mail: touristinfo@nuertingen.de oder unter der Telefonnummer 0 70 22 /7 53 81.

 Da der Tag des offenen Denkmals insgesamt digitaler ablaufen soll, will die Stadtverwaltung Nürtingen auch auf ihre „Zeitreise-App“ hinweisen.

„Der Besuchermagnet, der Kirchturm der Stadtkirche St. Laurentius, ist wegen Corona vom Kirchendekanat für den Rest des Jahres für Besucherverkehr geschlossen worden und deswegen  auch am 13. September nicht geöffnet“, heißt es weiter.  red/bob Foto: Weller