Wohnungen statt Klassenzimmer

Die ehemalige Brunnenschule in Reichenbach wird umgebaut – Auch im Umfeld tut sich was

Die Reichenbacher Brunnenschule ist ein Stück Ortsgeschichte. Dem Gemeinderat und vielen anderen Bürgern, war wichtig, dass der markante Backsteinbau erhalten bleibt, auch nachdem er als Schule ausgedient hat. Der Investor Pro-Contact wird nun das ehemalige Schulhaus zu Wohnungen umbauen.

Erbaut wurde das prägende Gebäude am Brunnenplatz 1897 als Volksschule, später war dort die Realschule zu Hause. Als diese 1976 ins Schulzentrum Brühl umzog, entstand eine zweizügige reine Grundschule, die Brunnenschule. Sie hat 2004 ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert. Zum Schuljahr 2016/2017 fusionierte sie mit der Lützelbachschule und zog in deren Gebäude ein.

Für eine Nachnutzung des leer stehenden Schulhauses wurden schnell Ideen und Wünsche laut. So stand unter anderem eine öffentliche Nutzung, beispielsweise für Vereine oder Bildungsangebote, zur Diskussion. Schließlich haben zahlreiche Bürgerinnen und Bürger in diesem Haus die Schulbank gedrückt.

Ein Gutachten, das die Gemeinde beauftragte, brachte dann Ernüchterung: Aufwand und Kosten für einen Umbau wären hoch gewesen, denn bei öffentlicher Nutzung gelten hohe Anforderungen an den Brandschutz oder auch die Barrierefreiheit. Sanierungsbedarf machten die Gutachter ebenfalls aus: Eine Dachdämmung, neue Fenster, eine neue Heizungsanlage samt Warmwasserbereitung, Trittschalldämmung, Sanitäranlagen und die Elektrik standen auf ihrer Liste. Das stuften Verwaltung und Gemeinderat als nicht erschwinglich für die Gemeinde ein. Für einen Investor, der Wohnungen einbaue und sie dann verkaufe, könne es aber interessant sein, meinte Bürgermeister Bernhard Richter. Diesen Weg ist der Gemeinderat gegangen, indem er den Verkauf und Umbau des Gebäudes öffentlich ausschrieb und dann an den Investor Pro-Contact in Leinfelden-Echterdingen vergab.

Dieser möchte 14 Wohneinheiten, ein Großteil davon rollstuhlgerecht, in dem Gebäude einschließlich Dachgeschoss unterbringen. Die Grundrisse und Größen sind unterschiedlich geplant, aber jede Einheit soll entweder über Terrasse oder Balkon verfügen. Im Gemeinderat stieß auf Kritik, dass auch zum Brunnenplatz hin Balkone geplant sind, die das Bild des Gebäudes verändern. Ebenso bemängelte die Stadtentwicklungsgesellschaft (STEG), dass durch die Verlegung des Eingangs und durch Dachgauben die Symmetrie verloren gehe. Von den Grundzügen her befürwortete sie aber das Projekt, wie auch der Gemeinderat, der dem Baugesuch zustimmte. Schließlich werden mit dem Erhalt des Schulhauses und der Schaffung von Wohnraum zwei wichtige Ziele der Ortsentwicklung umgesetzt. Derzeit steht nun noch die Baugenehmigung aus. Wenn sie vorliegt, will Pro-Contact in die Vermarktung gehen, „sofort“, wie Geschäftsführer Rainer Neumann betont.

Der Investor wird aber auch über das ehemalige Schulhaus hinaus aktiv: Westlich des Gebäudes, auf dem früheren Schulhof, erstellt er zwei neue Mehrfamilienhäuser mit je fünf Wohnungen und Tiefgarage. Diese beiden Bauwerke in Würfelform mit Flachdach sollen sich dem Schulhaus unterordnen, sie bleiben deshalb unter seiner Höhe.

Darüber hinaus hat Pro-Contact auch den Häuserriegel nördlich der Brunnenschule erworben und wird ihn durch einen Neubau ersetzen. „Da sind wir ebenfalls schon in der Planung“, sagt Rainer Neumann. Entstehen soll ein Satteldach-Gebäude mit neun Wohnungen, in seiner Architektur mit einer „modernen Interpretation“ an den Brunnenplatz angelehnt.  aIa / Foto: aia


Neue Grundschule mit Mensa

Für 29 Millionen Euro wird in Neuhausen  die Anton-Walter-Schule errichtet – Baubeginn für Oktober geplant

Im Schuljahr 2022/2023  wird in Neuhausen eine neue Grundschule in Betrieb gehen. Der Baubeginn am Projekt Anton-Walter-Schule soll in der   zweiten Oktoberhälfte sein. Die vorbereitenden Arbeiten sind über den Sommer abgeschlossen worden. Insgesamt kostet der Schulneubau rund 29 Millionen Euro.

Steigende Schülerzahlen in vielen Städten und Gemeinden führen dazu, dass die bisherigen Grundschulkapazitäten an ihre Grenzen kommen. So auch in Neuhausen. Die Mozartschule kann die  Schüler künftig nicht mehr alle unterbringen.  Das Mehraufkommen soll nun die geplante  Grundschule, die Anton-Walter-Schule,  auffangen. Auf dem Egelseegelände wird das Schulgebäude, das auch noch eine Mensa beheimaten wird, errichtet. Dazu wurde zunächst der Anbau der Friedrich-Schiller-Schule abgebrochen, der  früher als Trakt für die Klassen 1 bis 4 an der Schule angedockt war. Mittlerweile ist die Friedrich-Schiller-Schule keine Verbund-, sondern  eine Gesamtschule.

Mit dem Abbruch des Anbaus wird  Platz für den zweiteiligen Gebäudekomplex geschaffen, der aus zwei aneinanderliegenden Quadern besteht.

In der Mitte zwischen den beiden Teilen befindet sich die Erschließung. Ein Würfel ist dreigeschossig, der andere  zweigeschossig. Im zweigeschossigen Gebäude befindet sich die Mensa. Die Großküche dort soll nicht nur die Grundschule, sondern   alle   Neuhausener Schulen sowie die Kinder- und Jugendeinrichtungen, die eine Betreuung anbieten, täglich mit frischem Essen versorgen. Über der Mensa wird ein Stockwerk mit Multifunktionsräumen erstellt, deren Nutzungen vielfältig und auf den aktuellen Bedarf ausgerichtet sein sollen. „Das können Jugendräume sein, aber auch Räume für Vereine“, erklärt Elke Eberle, die Pressesprecherin der Gemeinde. Die Grundschule wird  mit drei  Zügen geplant, mit der  Möglichkeit auf 3,5 Züge auszuweiten.

Mittlerweile sind auch die vorbereitenden Bauarbeiten beendet. Nach dem Abbruch des alten Gebäudeteils musste der Boden für den kommenden Neubau präpariert werden.  So sind  zunächst Kanäle aus dem Baufeld umverlegt worden. Dann ging es an das Richten des Untergrunds für das Mensagebäude, das unterkellert sein wird und daher eine Tiefe von bis zu sieben Metern benötigt. Stahlträger sind in den Boden eingelassen worden, um Einbrechen und Nachrutschen des Erdreichs zu verhindern. Zwischen den Stahlträgern liegen jetzt Holzbohlen.

Da die Schule nur teilweise unterkellert ist, müssen eingebaute    Rampen die Verbindung der unterschiedlichen Arbeitsebenen schaffen.

„Der Untergrund war nicht besonders gut“, sagt Rathaussprecherin Elke Eberle. „Es gab dort mehr Betonmasse als erwartet.“ Weiterhin seien noch Abdichtungsarbeiten an den Kanälen zwischen Friedrich-Ebert-Schule und Egelseehalle notwendig geworden.

Insgesamt hat der zusätzliche Aufwand die Vorbereitungsarbeiten um 500 000 Euro in die Höhe getrieben; 50 000 Euro davon entfielen auf die Abbrucharbeiten des alten Gebäudetrakts. „Wir liegen aber noch gut im Kostenrahmen“, betont Eberle. „Und ebenso im Zeitrahmen.“ Bereits zum Schulbeginn in zwei Jahren soll das Gebäude die ersten Schüler aufnehmen.  bob / Foto: bul

Info: Namenspatron für das Schulhaus ist Anton Walter, der als einer der wichtigsten Klavierbauer zur Zeit der Wiener Klassik im ausgehenden 18. Jahrhundert galt. Walter wurde 1792 in Neuhausen, das damals zu Vorderösterreich gehörte, geboren.  Noch heute werden Hammerklaviere von Walter  – als Original und auch als Nachbauten – gespielt.   


Zukunft für historisches Bauwerk

Kornhaus in Kirchheim soll für 13,2 Millionen Euro saniert werden – „Eines der markantesten Gebäude unserer Stadt“

Die Weichen für die Sanierung des historischen Kornhauses in der Kirchheimer Kernstadt sind gestellt. Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause beschlossen, eine Sanierungsvariante weiter zu verfolgen, die mit  13,2 Millionen Euro  zwar  teuer wird, gleichzeitig aber auch die besten Nutzungsoptionen für das historische Gebäude bietet. Mit einem Baubeschluss wird Anfang 2021 gerechnet.

Das Kornhaus in Kirchheim nahe dem Rathaus und der Stadtkirche zählt zum zentralen architektonischen Erbe der Stadt. 1541 als städtischer Getreidespeicher erbaut, überlebte das Haus als eines der wenigen in der Stadt den verheerenden Stadtbrand im Jahr 1690. Seit dem Jahr 1946 ist dort das Stadtmuseum untergebracht, das allerdings 2016 wegen des mangelhaften Brandschutzes und auch einer fehlenden zweiten Fluchttreppe geschlossen werden musste. Außerdem wurde eine Schadstoffbelastung durch Asbest und PCB festgestellt. Der Gemeinderat  hatte sich daraufhin für eine Generalsanierung des Hauses entschieden. In der vergangenen Juli-Sitzung schließlich hatte ein Architekturbüro drei Sanierungsvarianten vorgelegt. Deren Diskussion brachte eine  große Mehrheit für die umfangreichste, allerdings auch teuerste Lösung.

Die Variante, die nun detailliert ausgearbeitet wird, sieht vor, den gesamten Gewölbekeller so nutzbar zu machen, dass er künftig auch Platz für Ausstellungen bietet. Im Dachgeschoss  soll ein Veranstaltungsraum für Vorträge, Lesungen und Konzerte entstehen, der sich auch als Sitzungssaal für den Gemeinderat eignet. Das Blockheizkraftwerk im Keller muss dafür weichen und soll unter den Platz zwischen Max-Eyth-Haus und Kornhaus verlegt werden.

„Mit aktuell 13,2 Millionen Euro liegt die vorliegende Kostenschätzung zwar 1,5 Millionen Euro über der günstigsten Variante, die keine Wiederherstellung des Gewölbekellers vorsieht, es handelt sich dabei jedoch um eine Investition in die Zukunft eines der markantesten und geschichtsträchtigsten Gebäude unserer Stadt, die Vorteile für alle Seiten hat“, erklärt der Stadtsprecher Robert Berndt. Nach der Beschlusslage werde das Projekt zunächst bis zur Entwurfsplanung weiter verfolgt. „Die finale Entscheidung zur baulichen Umsetzung soll dann gefällt werden, wenn die Finanzierung – für die unter anderem auch mit Fördermitteln durch Bund und Land gerechnet wird – geklärt ist“, sagt Berndt.

Beim geplanten Bau des neuen Heizungskellers werde nicht mit großen Überraschungen   im Untergrund gerechnet. Zwar  gebe es immer Unwägbarkeiten bei Tiefbauarbeiten im historischen Stadtkern. „Aber durch frühere Eingriffe in den Boden mit den Baugruben zwischen  Max-Eyth-Haus und Kornhaus für die Nahwärmeversorgung ist zu vermuten, dass in diesem Bereich keine archäologischen Funde schlummern und daher das Risiko als gering einzuschätzen ist. Falls wider Erwarten doch ein archäologischer Fund angetroffen wird, kann eine Verzögerung durch Umstellen der Sanierungsabläufe natürlich minimiert, aber nicht ausgeschlossen werden. Auswirkungen auf die Kosten sind bisher nicht ersichtlich“, sagt Berndt. Sollte der Gemeinderat Anfang 2021 den Baubeschluss fassen,  ist laut Berndt geplant, die Sanierung bis zum Jahr 2024 abzuschließen.  pst / Foto: Stadt Kirchheim


Abgestimmt

Trotz leichter Verluste ist die CDU bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen stärkste Kraft geblieben. Bedeutet das Rückenwind für NRW-Ministerpräsident Armin Laschet im Kampf um den CDU-Vorsitz?

 

 

Foto: dpa

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