Abgestimmt

Nach zuletzt miserablen Ergebnissen hat Fußball-Bundestrainer Jogi Löw an Rückhalt verloren. Kommt sein Rückzug zu spät?

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Löws Rückzug zu spät?

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Die Briefwahl boomt

Am 14. März wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt – Jeder Wahlberechtigte hat eine Stimme

Seit fünf Jahren wird Baden-Württemberg von einer grün-schwarzen Koalition regiert, nun sind die beiden Partner die Konkurrenten, wenn es um die Führung der neuen Landesregierung geht: Am Sonntag, 14. März, wird der neue Landtag gewählt, und die Wahl verspricht spannend zu werden. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) trifft dabei auf Kultusministerin und CDU-Herausforderin Susanne Eisenmann. Gibt es am Ende eine Neuauflage von Grün-Schwarz? Oder reicht es doch für eine andere Farbenlehre in der Regierungsverantwortung – Grün-Rot-Gelb etwa? Neben Grünen und CDU sitzen derzeit SPD, AfD und FDP im Stuttgarter Landtag.

Im Landkreis Esslingen sind rund 357 000 Bürgerinnen und Bürger zur Wahl aufgerufen. 38 Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich dort um einen Sitz im 17. baden-württembergischen Landtag, aufgeteilt auf die Wahlkreise Esslingen, Kirchheim und Nürtingen. Wobei sogar noch ein vierter Wahlkreis eine Spitze in den Landkreis Esslingen setzt: Reichenbach ist im Jahr 2006 Göppingen zugeschlagen worden. Die Wahlbeteiligung lag im Jahr 2016 landesweit bei 70,4 Prozent.

Anders als bei der Bundestagswahl hat jeder Wahlberechtigte bei der Landtagswahl nur eine Stimme, es gibt keine Landeslisten. Die Stimmzettel sehen in den 70 Wahlkreisen unterschiedlich aus, denn nicht alle zugelassenen Parteien treten überall an. Mit seiner Stimme votiert ein Wähler für den Direktkandidaten seines Wahlkreises. Gleichzeitig wird die Stimme für eine proportionale Sitzzuteilung der Parteien im Landtag herangezogen. Deshalb kommen zu den direkt gewählten Abgeordneten noch 50 weitere hinzu, die keinen Wahlkreis gewonnen haben. Darüber hinaus gibt es Überhang- und Ausgleichsmandate.

Um die Stimmen im Landkreis Esslingen buhlen 13 Parteien und Gruppierungen. Die Grünen, die CDU, die AfD, die SPD, die FDP, die Linke, die ÖDP, die PARTEI, die Freien Wähler (die sich von den auf Kommunalebene bekannten Freien Wählern abgrenzen), die Basis, die Klimaliste Baden-Württemberg und die Partei WIR 2020 treten in allen drei Wahlkreisen an. Im Wahlkreis Nürtingen hat zusätzlich die Partei Demokratie in Bewegung (DiB) den Hut in den Ring geworfen. Im Wahlkreis Kirchheim ist am 14. März ein Einzelbewerber  am Start.

In der jetzt endenden Legislaturperiode ist der Landkreis Esslingen mit sieben Abgeordneten im Landtag vertreten – sechs von ihnen bewerben sich  erneut. Für die Grünen wollen Andrea Lindlohr (Esslingen), Andreas Schwarz (Kirchheim) und Winfried Kretschmann (Nürtingen) erneut die Direktmandate erobern. Hinzu kommen Andreas Deuschle (Esslingen) für die CDU und die SPD-Kandidaten Nicolas Fink (Esslingen) und Andreas  Kenner (Kirchheim).

Der Kirchheimer CDU-Abgeordnete Karl Zimmermann tritt nach 20 Jahren im Landtag nicht mehr an, für ihn geht Natalie Pfau-Weller ins Rennen. Wolfgang Drexler, der vor fünf Jahren für die SPD im Wahlkreis Esslingen in den Landtag eingezogen war, hatte schon zur Halbzeit aus Altersgründen den Platz für seinen Nachrücker, Nicolas Fink, freigemacht.

Die Corona-Pandemie beeinflusst nicht nur den Wahlkampf – dieser entfaltet sich angesichts ausbleibender Präsenzveranstaltungen in neuer, ungewohnter Form –, sondern auch das Wahlverhalten. Die Briefwahl erlebt einen Boom, so vermeldete etwa Wernau bereits Anfang März einen Briefwahlrekord.  ch / Foto: dpa


Eiserne Regeln in der Ritterstraße

Nach der Umwandlung  in eine Fußgängerzone haben Anwohner und Autofahrer in der Esslinger Innenstadt viele Fragen

Was darf ich? Und was darf ich nicht? Anwohner, Anlieger und Verkehrsteilnehmer  sind verunsichert. Seit der Umwandlung der Ritterstraße  in Esslingen in eine Fußgängerzone wissen viele nicht, was Autofahrern noch erlaubt ist. Roland Karpentier, der städtische Pressesprecher, teilt nach Rücksprache mit den  in den technischen Ämtern und dem Ordnungsamt zuständigen Mitarbeitern ganz klar mit: „Das Befahren ist nur mit einer gültigen Ausnahmegenehmigung möglich.

Die Genehmigung: Sehr ritterlich ging es in der und um die Ritterstraße in den vergangenen Monaten nicht zu: Ihre Umwandlung in eine Fußgängerzone rief Proteste bei Einzelhändlern, Geschäftsleuten, Anwohnern und Anliegern hervor. Doch die Stadt möchte  den Parksuchverkehr einschränken, das motorisierte Verkehrsaufkommen verringern, die Aufenthaltsqualität steigern und ein attraktives Quartier in der Innenstadt schaffen. Darum ist die Straße seit Anfang Februar zunächst für eine Probezeit von sechs Monaten bis Herbst zur Fußgängerzone geworden. Noch sind die geplanten Poller, die auch dem Terrorschutz dienen sollen, nicht hochgefahren und in Betrieb. Dennoch, so das Pressereferat, ist das Ein- und Befahren nur eingeschränkt möglich. Ausnahmegenehmigungen würden derzeit an die „Besitzer von privaten Parkmöglichkeiten, an Fahrzeuge des Amtsgerichts, die für den Dienstbetrieb wichtig sind, und an die Württembergische Landesbühne (WLB) erteilt“.

Ausnahmen mit Erlaubnis: Ausnahmegenehmigungen für Personen, die einen Stellplatz auf Privatgrund oder eine Garage in der Ritterstraße haben, können laut Roland Karpentier formlos über verkehr@esslingen.de beantragt werden. In der Mail sollten auch Name, Adresse, Kennzeichen und Örtlichkeit des Stellplatzes angegeben werden. Derzeit sei das Einfahren über die Ritterstraße noch möglich, doch sobald die Poller hochgefahren werden, „sind die Parkmöglichkeiten über andere Straßen erschlossen“. Wer ohne Berechtigung durchfährt, werde kostenpflichtig verwarnt. Zu Beginn der neuen Verkehrsregelungen werde noch ein Auge zugedrückt: „Der kommunale Ordnungsdienst wird unberechtigt Durchfahrende über die neue Situation informieren.“

Die Anlieferzeiten: Während der Anliefer- und Dienstleistungszeiten  von 6 bis 11 Uhr sowie von 19 bis 22 Uhr ist die Ritterstraße ebenfalls nur eingeschränkt befahrbar. In dieser Zeit werden die Poller nach ihrer Inbetriebnahme zwar heruntergefahren, aber eine Durchfahrt ist auch dann nur Berechtigten gestattet. „Das sind alle Fahrzeuge, die für Dienstleistungen und zum Liefern einfahren. Dazu gehören natürlich auch Bewohner, wenn sie ihre Einkäufe nach Hause bringen, sowie mobilitätseingeschränkte Menschen mit der blauen Sichtkarte“, klärt das städtische Pressereferat auf. Sollte es in Einzelfällen nicht möglich sein, sich an die Zeiten zu halten, müsse ein Antrag gestellt werden. Dessen Berechtigung werde dann von der  Verkehrsbehörde im Ordnungs- und Standesamt geprüft: „In begründeten Fällen kann eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden. Grundsätzlich ist der Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung 14 Tage vor dem Termin zu stellen.“

Hemmschwelle Poller: Die Poller an den Zufahrtsstellen zur Ritterstraße sollen laut bisherigem Zeitplan zwischen Ende März und Anfang April hochgefahren werden. Gemessen am aktuellen Baufortschritt könne der Termin aller Voraussicht nach eingehalten werden, sagt das städtische Pressereferat. An der Rechtslage ändere sich dadurch aber nichts: „Für die Zufahrtsrechte sind nicht die Poller maßgeblich, sondern die Beschilderung.“ Ein Absenken der Poller für Privatpersonen sei nicht vorgesehen. Sie müssten für die Zufahrt zu ihrem Stellplatz die umliegenden Straßen benutzen. Freie Fahrt in die Ritterstraße haben nach Inbetriebnahme der Poller nur Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei sowie Mitarbeiter des  Amtsgerichts, und die WLB könne mit ihren großen Lastwagen passieren. Möglich wird dies über eine automatische Kennzeichenerkennung. Daten über die genaue Anzahl zur Durchfahrt Berechtigter liegen der Stadt aber noch nicht vor. Wenn die Poller so stark beschädigt sein sollten, dass sie nicht mehr versenkt werden können, so teilt das Pressereferat mit, werden  die  fest installierten Poller neben den versenkbaren Pollern herausgenommen, um die Zufahrt zu gewährleisten.

Ersatz für Parkplätze: Durch die Umwandlung der Ritterstraße in eine Fußgängerzone fallen Anwohnerparkplätze weg. Nach Angaben der Stadt Esslingen soll aber für Ersatz in der Obertorstraße zwischen Altstadtring und Katharinenstraße gesorgt werden: „Aktuell werden vom Kommunalen Ordnungsamt Informationsflyer verteilt.“  sw / Foto: Roberto Bulgrin


„Karriere 2021“ findet virtuell statt

30 Unternehmen stellen sich und ihr Ausbildungsangebot bei der Messe vor – Kommunikation über Chats möglich

Die Messe „Karriere“ ist die Aus- und Weiterbildungsmesse für die Berufswahl in der Region. In Pandemie-Zeiten kann sie nicht wie gewohnt als Präsenzmesse angeboten werden. Deshalb veranstaltet die Eßlinger Zeitung vom 11. bis 14. März erstmals eine rein virtuelle Messe. „Damit wollen wir den Unternehmen die Möglichkeit geben, digital Nachwuchskräfte zu generieren, und den Schülern ein Angebot offerieren“, sagt der  Geschäftsführer der Eßlinger Zeitung, Andreas Heinkel. So kann man sich bequem von zuhause aus informieren – und das vier Tage lang.

Mit der Berufswahl sind viele Überlegungen verbunden: Soll es nach der Schule mit einer Ausbildung oder mit einem Studium weitergehen? Welche Berufsrichtung passt zu mir? Und welcher Betrieb ist dafür geeignet? Wird in meinem Traumberuf  in der Region überhaupt ausgebildet? Solche Fragen klärt die „Karriere 2021“.

Unternehmen verschiedener Branchen und Bildungseinrichtungen machen während der Messe auf sich und ihre Ausbildungsmöglichkeiten aufmerksam.   Schüler der Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien und beruflichen Schulen sowie Eltern und Lehrkräfte erhalten einen umfassenden Überblick über die unterschiedlichen Ausbildungsberufe.

Starten wird die digitale Karrieremesse am Donnerstag, 11. März,  9 Uhr.  Nach erfolgter Registrierung können  sich Schüler, Lehrer und Eltern  ins Messegeschehen begeben. Die Registrierung erfolgt mit Vor- und Nachnamen sowie E-Mail-Adresse auf der Internetseite der Messe. Mit einem Link  öffnen sich  die virtuellen Messetore. Durch den Eingang des Neckar Forums gelangt man ins Foyer, wo die potenziellen Bewerber aus  Berufsfeldern wählen können: Handwerkliche, kaufmännische, kreative, soziale, öffentlich-rechtliche oder IT-Berufe stehen zur Auswahl.

Hinter diesen Kategorien finden sich  die teilnehmenden Unternehmen. An ihren virtuellen Messeständen präsentieren sich die Firmen mitsamt ihren Ausbildungsangeboten, auch Firmenvideos werden eingebunden. Und ein Chat mit Ausbildern, Auszubildenden oder Personalverantwortlichen ermöglicht die direkte Kommunikation mit den Firmen. Sollte ein Chat gerade nicht besetzt sein, kann man seine Fragen über ein Kontaktformular stellen.

„Weil die virtuelle Messe bereits ab Donnerstag geöffnet hat, haben Lehrer mit ihren Schulklassen die Möglichkeit, die Messe zu besuchen“, macht Heike Poliak-Klein auf einen weiteren Vorteil der digitalen Messe aufmerksam. Deshalb werden die Chats am Freitag von 9 bis 12 Uhr besetzt sein, sagt die Projektverantwortliche der Eßlinger Zeitung. Darüber hinaus werden an den Messe-Tagen weitere Chat-Zeiten angeboten.

Bereits im 13. Jahr veranstaltet die EZ die Aus- und Weiterbildungsmesse. Gemeinsam mit den langjährigen Kooperationspartnern – der Agentur für Arbeit, der Kreishandwerkerschaft Esslingen-Nürtingen, der IHK Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen, dem Landkreis Esslingen sowie Südwestmetall Neckar-Fils – bietet die „Karriere“ einen großen Informationspool.  Ein Rahmenprogramm mit einem Orientierungstest, informativen Videos und Vorträgen lockert die Suche nach Beruf und Ausbildungsbetrieb auf. 

Wer dennoch  den persönlichen Kontakt schätzt, hat bei der diesjährigen Präsenzmesse am Samstag, 10. Juli, im Neckar Forum in Esslingen die Möglichkeit dazu – wenn es die Pandemielage zulässt und unter Einhaltung der dann geltenden Hygiene- und Abstandsregeln. Auch die  Präsenzmesse im Sommer soll virtuell begleitet werden – vom 8. bis 11. Juli.  dan / Foto: Screenshot Bechtle Digital


Abgestimmt

Politiker und Fachleute sind sich uneins darüber, ob ein normaler Osterurlaub möglich sein wird. Und Sie? Planen Sie Ostern zu verreisen?

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An Ostern verreisen?

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Am „Böblinger Modell“ orientiert

Auch in Esslingen ist im Kampf gegen Corona ein Schnelltestzentrum eröffnet worden –  Teststrategie greift weiter

Jeder Coronatest könnte  potenziell eine Infektionskette unterbrechen.  Zu viel testen könne man deshalb gar nicht, sagte der Erfinder des „Böblinger Modells“, Björn Schittenhelm, vergangene Woche bei der Eröffnung des Schnelltestzentrums  in der Plochinger Straße 91 in Esslingen. Eine ausgedehnte Teststrategie ist neuer Bestandteil des Kampfes gegen das Corona-Virus, auch wenn um deren genaue Ausgestaltung noch  gerungen wird. Neben dem Testenlassen stehen wohl auch bald Möglichkeiten zur Verfügung, damit sich ein jeder selbst testen kann. Derlei soll bald in den Supermarktregalen zu finden sein. Derweil werden schon Schnelltestzentren eingerichtet, neben Esslingen etwa auch in Nürtingen und Kirchheim – und es wird auch andernorts getestet.

Betrieben wird das  Esslinger Testzentrum in der Plochinger Straße von der  Rosenau-Apotheke und dem DRK-Ortsverein. Ebenfalls beteiligt sind daran die Apotheke im Lammgarten, die Apotheke am Theater, die Schelztor-Apotheke sowie die Bären-Apotheke. Auch andere Apotheken und Hausärzte in der Stadt und im Landkreis Esslingen bieten mittlerweile Corona-Schnelltests an. In manchen Schulen und Kitas wird auch direkt vor Ort getestet, hierfür sind mobile Testteams unterwegs.

In der Plochinger Straße allerdings soll im  großen Stil  jeder getestet werden, der keine Krankheitssymptome hat. „Wenn es richtig rund geht, zielen wir auf 120 Tests in der Stunde ab“, sagte Christof Mühlschlegel, der Geschäftsführer der Rosenau-Apotheke. Der Start Anfang vergangener Woche sei noch „verhalten“ gewesen –  was man aber begrüßt habe. So habe man gewisse „Kinderkrankheiten“ im System erkennen und ausbügeln können,  so Mühlschlegel.

Kostenlos sind die Tests für Lehrkräfte und Angestellte in Kindertageseinrichtungen. Bis zum Beginn der Osterferien haben diese Gruppen Anspruch auf zwei Schnelltests pro Woche. „Wir hoffen, dass die Tests gut angenommen werden“, sagt Esslingens Schulamtsleiter Bernd Berroth. Die in Esslingen verwendeten Schnelltests seien nicht mehr so unangenehm wie bisherige Tests. „Wir haben die neue Generation von Tests mit nach Esslingen gebracht, bei der das Stäbchen nicht mehr so tief in den Nasen-Rachen-Raum geschoben werden muss“, sagt Schittenhelm. Die Genauigkeit sei von den herkömmlichen Schnelltests nicht zu unterscheiden.

Termine im Zwei-Minuten-Takt

Auch Menschen, die in Heilberufen oder direkt am Menschen arbeiten, haben Anspruch auf Schnelltests. Sie können  über die Krankenversicherung abgerechnet werden. Darüber hinaus werden auch „anlassbezogene Tests“ – beispielsweise bei berufsbedingten Reisen oder bei einem Coronafall in der Umgebung – durchgeführt. Hierfür werden die Kosten – derzeit 29 Euro –  aber noch nicht übernommen.

Im  Zentrum in der Plochinger Straße soll der Kontakt mit den Besuchern auf das Nötigste beschränkt werden.   So werden Termine im Zwei-Minuten-Takt über  die Webseite www.corona-schnelltest-esslingen.de vergeben. Die Testwilligen bekommen einen Code, mit dem sie das Zentrum aufsuchen und sich  ausweisen können. Dann geht es in eine von drei Kabinen, von wo aus der Test in einem separaten Raum durchgeführt  wird. Das Ergebnis erfährt man  nach 15 Minuten mit einem Klick auf eine   App. Im Notfall kann man aber auch persönlich  in der Bären-Apotheke einen Termin ausmachen.

Oberbürgermeister Jürgen Zieger begrüßt das Angebot des Zentrums, auch weil es  mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sei. Nachdem beschlossen worden war, dass es für Lehr- und Erziehungspersonal kostenlose Tests geben soll, „habe ich alle Apotheker in der Stadt angeschrieben, die Idee aufzunehmen“, so Zieger. Große Resonanz habe es nicht gegeben, aber langsam zeigten mehr Apotheken Interesse.

Beschränkte Öffnungszeiten

Zieger nutzte die Gelegenheit, um die Informationspolitik von Bund und Land zu kritisieren: „Als Oberbürgermeister erfahre ich abends aus der Tagesschau, welche neuen von Bund und Ländern getroffenen Beschlüsse zur Covid-19-Pandemie bereits am nächsten Tag gelten sollen. Und dies, ohne dass dazu die materiellen Inhalte und die Voraussetzungen zur konkreten Umsetzung der Beschlüsse geklärt und erläutert sind.“ Als Stadtoberhaupt müsse er dennoch den Kopf hinhalten, wenn nicht alles sofort umsetzbar sei.

Das Esslinger Schnelltestzentrum wird mit ehrenamtlichen Sanitätern des DRK Esslingen betrieben. Um die Anmeldung kümmern sich Apotheken-Mitarbeiter. Da die DRK-Mitglieder in ihrer Freizeit testen, sind die Öffnungszeiten entsprechend beschränkt. Geöffnet ist montags bis freitags zwischen 17 und 19 Uhr sowie samstags zwischen 10 und 12 Uhr.

In Nürtingen ist in einem leer stehenden Ladenlokal am Obertor ein Schnelltestzentrum eingerichtet worden. Dort werden  dienstags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr sowie  samstags von 10 bis 12 Uhr ohne Voranmeldung Schnelltests angeboten. Ostfildern testet im kleinen Saal im Kubino in Nellingen. Auch in Kirchheim wird die Strategie „Testen, testen, testen“ verfolgt. Dort ist das Schnelltestzentrum auf dem Güterbahnhofsareal mittwochs von 17 bis 20 Uhr geöffnet (Anmeldung: www.kirchheim-teck.de/online-terminvereinbarung).  the/ch / Foto: Robin Rudel


Standort für die Zukunft

Geplantes Gewerbegebiet am Hungerberg zwischen Kirchheim und Dettingen für Technologie von morgen

Das Gebiet Hungerberg südlich der A 8 zwischen Kirchheim und Dettingen könnte bereits in wenigen Jahren Standort für Zukunftstechnologien werden. Die Verwaltungsgemeinschaft der Kommunen Dettingen, Kirchheim und Notzingen möchte  mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung der Region zunächst die Hälfte des 42 Hektar großen Gebiets erschließen, 21 Hektar sollen als Vorhaltestandort ausgewiesen werden. Damit verbunden wäre die Chance für die Region, im wirtschaftlichen Strukturwandel nicht abgehängt zu werden.

„Wir stehen vor einem umfassenden Transformationsprozess der Wirtschaft, sowohl global als auch bei uns in Baden-Württemberg“, erklärt Kirchheims Oberbürgermeister Pascal Bader  zu den Beweggründen der Kommunen, das Gebiet Hungerberg als Technologiestandort ins Visier zu nehmen. Das Know-how und das wissenschaftliche Potenzial, um diesen tief greifenden Strukturwandel zu meistern, sei in der Region vorhanden. „Wir können von der alten in die neue Welt kommen und auch bei neuen Technologien eine Vorreiterrolle spielen“, sagt Bader. Allerdings benötige es dafür ausreichend dimensionierte Flächen für Entwicklung und Produktion, die als Brachen in bestehenden Gewerbegebieten nicht zur Verfügung stehen.

Das zur Debatte stehende Gebiet Hungerberg südlich der Autobahn umfasst 42 Hektar Fläche, die vorwiegend landwirtschaftlich genutzt wird. Zur Umwandlung in ein Gewerbegebiet müssen  der  Regionalplan und der Flächennutzungsplan geändert werden. 21 Hektar sollen zunächst entwickelt werden, 6,5 Hektar davon werden derzeit als Baustellenfläche der Schnellbahnstrecke genutzt.

Wie Bader erklärt auch Dettingens Bürgermeister Rainer Haußmann, dass es bei den Planungen nicht um Wachstum und Flächenversiegelung um jeden Preis gehe.   Vielmehr sei neben der ökologischen auch die ökonomische und soziale Nachhaltigkeit das Gebot der Entwicklung. Auch deshalb kämen bei den Flächen nur Unternehmen  zum Zug, die sich in Forschung, Entwicklung und Produktion von Zukunftstechnologien engagieren und dort Arbeits- und Ausbildungsplätze anbieten, somit den Strukturwandel in der Region aktiv gestalten. Bader ergänzt, dass damit großflächige Logistik ausgeschlossen sei. „Wir geben das Gebiet nicht für Unternehmen her, die viel Fläche verbrauchen, aber kaum oder gar keine Steuern bezahlen“, sagt Bader.

Da in Dettingen und Kirchheim Befürchtungen laut geworden waren, die Natur könnte bei den Planungen unter die Räder kommen, hatten die Kommunen  Fachgutachter ins Boot genommen. Ihre Expertise helfe auch,   transparent zu informieren, sagt Bader.  So wäre etwa die Störung von Kaltluftströmen ein K.o.-Kriterium für das Gebiet. Dies schließt der Klimaexperte Christian Geißler aus. Nach seinen Untersuchungen fließt Kaltluft von Süden her in den Senken des Jauchert- und des Gießnaubachs am Hungerberg vorbei nach Kirchheim. Auch der Sachverständige für Naturschutz Christian Küpfer  entkräftet  Ängste. An geschützten Arten seien im Gebiet zwölf Lerchen-Brutpaare ausgemacht worden, die umgesiedelt werden müssten. Eidechsen, Fledermäuse und Amphibien kämen nennenswert am Jauchertbach vor, würden aber durch das Gebiet Hungerberg nicht beeinträchtigt. Boden- und Grundwasserschutz, aber auch der Schutz von Insekten  würden im Zuge des Bebauungsplanverfahrens festgeschrieben werden. Wenn dieses Verfahren planmäßig verläuft, könnten in zwei Jahren die ersten Baumaschinen anrollen.   pst / Foto: Jean-Luc Jacques


270 Millionen Euro fürs Klinikum

Der Gemeinderat segnet den ersten Schritt einer umfassenden Erneuerung des Esslinger Krankenhauses ab

Das Esslinger Klinikum genießt einen guten Ruf. Allerdings betrifft das in erster Linie die medizinischen Leistungen. Was Räumlichkeiten, Bausubstanz und technische Ausstattung angeht, gibt es teils noch viel  Luft nach oben. Das will man jetzt ändern: In den kommenden 15 Jahren sollen insgesamt rund 270 Millionen Euro für Bauvorhaben investiert werden. Mit seinem Ja zum Neubau von Haus 2 hat der Gemeinderat vor Kurzem den Startschuss für den  ersten Bauabschnitt gegeben.

Jürgen Zieger, Esslingens Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums, macht keinen Hehl daraus, dass das Projekt einen finanzpolitischen Kraftakt bedeutet – zumal in Zeiten  coronabedingter Haushaltslöcher. „Dies stellt das größte Bauvolumen seit Bestehen des Klinikums dar“, betont er. Allerdings gehöre das Krankenhaus mit seiner „Gesundheitsversorgung auf Spitzenniveau“ auch seit mehr als 150 Jahren zum Selbstverständnis der Stadt. Damit das so bleibt, müsse man dringend investieren.

Das kann Matthias Ziegler, Geschäftsführer des  Klinikums, nur bestätigen. Das große Manko seines Hauses sei vor allem Platzmangel. Aktuell sei das Krankenhaus zudem in viele kleinteilige Bereiche zergliedert, was  lange Wege für Patienten und Personal bedeute. Hinzu komme ein erheblicher Sanierungsstau in der Technik – der laut Ziegler unter anderem aus den beengten Verhältnissen resultiert. Denn für manch hochmodernes Gerät sei schlicht kein Platz.

Die zunächst verfolgte Idee einer Sanierung und Erweiterung im Bestand ist inzwischen verworfen worden. „Uns ist klar geworden, dass wir sehr grundsätzlich an die Erneuerung des Klinikums herangehen müssen“, sagt Ziegler. Dabei gehe es auch um eine Neustrukturierung des gesamten Betriebs. Letztlich seien nur mit Neubauten die notwendigen Veränderungen möglich, mit denen auf lange Sicht  die medizinische Qualität sicher gestellt, effizienter gearbeitet und damit auch die Wirtschaftlichkeit gesteigert werden könne. Und nicht zuletzt sei die zeitgemäße Unterbringung der Patienten ein wichtiges Thema.

Zentrale Elemente der Zukunftsstrategie sind drei Neubauten mit rund 19 000 Quadratmetern Nutzfläche, die im Erdgeschoss miteinander verbunden sind. Hier sollen die zentralen und hoch technisierten Bereiche des Klinikums unterkommen, etwa die Notaufnahme, der Zentral-OP oder die Intensivstation. Bis der gesamte Komplex steht, kann es allerdings noch dauern. Der jetzt beschlossene Bauabschnitt eins beinhaltet nämlich nur den Bau eines Interimsgebäudes sowie den Neubau von Haus 2. Der Interimsbau,  in dem  übergangsweise drei Stationen mit jeweils 40 Betten unterkommen sollen, wird voraussichtlich im kommenden Jahr fertig. Dann kann Haus 2 geräumt, abgerissen und neu gebaut werden.

Man rechnet damit, dass der sechsstöckige Neubau mit Notaufnahme, OP-Bereich und Wöchnerinnenstation  im Jahr 2025 in Betrieb genommen wird. Erst danach stehen die Neubauten der Häuser 7 und 8 sowie die Sanierung der Häuser 4, 5 und 6 an. Vermutlich in etwa zehn Jahren will man sich dann an den Neubau des klinikeigenen Logistikzentrums machen. Der erste Bauabschnitt schlägt mit 99 Millionen Euro zu Buche. Man geht davon aus, dass das Projekt zu rund 40 Prozent vom Land gefördert wird.

Das Klinikum selbst wird Kapitaldienst und Abschreibungen erwirtschaften, die Stadt wird auf längere Sicht einen Zuschuss von rund 2,5 Millionen Euro im Jahr beisteuern – rund 900 000 Euro mehr als ursprünglich für die kommenden Jahre vorgesehen.   meb / Foto: Visualisierung: Klinikum Esslingen


Abgestimmt

Die EU will einen europaweit gültigen Impfpass einführen – um während der Pandemie Urlaubsreisen zu ermöglichen. Ist das sinnvoll?

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Impfpass sinnvoll?

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