In den Bus nur mit FFP2-Maske

Mit der neuen Corona-Verordnung fällt Präsenzunterricht an Schulen wieder aus – Land setzt die Bundes-Notbremse komplett um – Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr – Friseure weiter geöffnet

Die Sieben-Tage-Inzidenz hat sich im Landkreis auf einem hohen Niveau eingependelt, in der vergangenen Woche sprang sie erstmals über 200. Die Entwicklung führt dazu, dass die meisten Regelungen der am Samstag in Kraft getretenen Bundes-Notbremse im Kreis Esslingen bereits angewandt worden waren. Verschärft worden ist etwa die Begrenzung der privaten Kontakte (siehe Text unten). Und in den Schulen im Landkreis gibt es seit dieser Woche nur noch Fernunterricht. Zudem wurde in den Kindertageseinrichtungen der Regelbetrieb eingestellt. 

 Seit Wochen kennt  die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Esslingen nur eine Richtung: steil nach oben.  Am Sonntag lag sie bei   228 Neuinfektionen  je 100 000 Einwohnern innerhalb einer Woche. Da der Wert seit mehr als drei Tagen  über dem nun gültigen Schwellenwert von 165 für die Einstellung des Präsenzunterrichts an Schulen und des Regelbetriebs in Kindertageseinrichtungen liegt, müssen  die  Lehrerinnen und Lehrer seit Montag mit ihren Schülerinnen und Schülern wieder ausschließlich virtuell kommunizieren. Auch die Kitas sind  zu – zumindest für den Regelbetrieb. Die Vorgaben sehen vor, dass ab einer Inzidenz von 100 Wechselunterricht eingeführt wird, ehe ab der 165er-Marke Präsenz an den Schulen weitgehend untersagt wird. Eine Notbetreuung in den Kitas  und  für Schülerinnen und Schüler der Klassen eins bis sieben ist vorgesehen, für den Präsenzunterricht der Abschlussklassen sowie den Betrieb an sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren gibt es Ausnahmeregelungen.

Mit Inkrafttreten der Bundes-Notbremse gilt im öffentlichen Nahverkehr eine neue Regel: In Bussen, Bahnen, in Bahnhöfen, auf Bahnsteigen sowie an Bushaltestellen reicht eine einfache medizinische Maske (OP-Maske) nicht mehr aus. Es müssen ab einer Inzidenz von 100 „ FFP2- oder vergleichbare Masken (KN95/N95-Masken)“  getragen werden, wie der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart, die Stuttgarter Straßenbahnen und der Städtische Verkehrsbetrieb Esslingen melden.

Für den Kreis Esslingen sind die Restriktionen der Bundes-Notbremse größtenteils nichts Neues. Schon seit Mitte März ist die  Notbremse hier    in Kraft getreten, da die Inzidenzzahlen schon damals die 100er-Marke überschritten hatten.  Der Wechselunterricht   an den Schulen und der Kita-Betrieb waren zuletzt aber noch möglich.

Beim Impfen vermeldet der Landkreis Esslingen Fortschritte. So soll allen Frauen und Männern im Alter über 80 Jahren bis Ende April ein Impfangebot gemacht worden sein. Bis Mitte Mai werden zudem in den  Einrichtungen der Eingliederungshilfe  Impfangebote gemacht. In diesen stationären Wohnformen im Landkreis leben rund 600 Menschen mit geistiger, seelischer, körperlicher oder mehrfacher Behinderung. Impfberechtigt ist außerdem das Betreuungspersonal. Mit einbezogen werden auch die Förder- und Betreuungsbereiche der Tagesstruktur, die an die Wohneinrichtungen angegliedert sind. In einem nächsten Schritt werden die mobilen Impfteams die Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und die Förderstätten aufsuchen. 

Baden-Württemberg setzt die in der vergangenen Woche beschlossene Corona-Notbremse des Bundes komplett um. „Das Gesetz wird eins zu eins umgesetzt“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Kretschmann appelliert an die Menschen in Baden-Württemberg, sich an die Regeln zu halten, um die dritte Corona-Welle abflachen zu können.

Mit der Notbremse sollen bei hohen Infektionszahlen  weitgehende Ausgangsbeschränkungen von 22 bis 5 Uhr greifen. Erlaubt bleibt das Joggen und Spazieren bis Mitternacht, sofern man alleine ist. Auch ein Stopp von Präsenzunterricht ab einer Inzidenz von 165 und strenge Bestimmungen für Geschäfte sollen dem Eindämmen der Neuinfektionen dienen.

Die Wirtschaft im Südwesten kritisierte die Notbremse als unverhältnismäßig. Das Gesetz zementiere die „Hoffnungslosigkeit von weiten Teilen unserer Wirtschaft“, etwa die von Gastronomie und Hotellerie, sagte Wolfgang Grenke, der Chef des Industrie- und Handelskammertages in Baden-Württemberg. Grenke begrüßte Nachbesserungen im Einzelhandel mit „Click & Meet“ bis zu einer Inzidenz von 150 (beim Vorliegen eines negativen Corona-Tests)  und der grundsätzlichen Erlaubnis von „Click  & Collect“ unabhängig von Inzidenzwerten. Ausgenommen von Schließungen oder  Beschränkungen bleiben weiterhin etwa der Lebensmittelhandel, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser,  Optiker, Hörakustiker, Tankstellen, Zeitungsverkäufer, Buchhandlungen, Blumenläden, Tierbedarfsmärkte, Gartenmärkte und der Großhandel. Körpernahe  Dienstleistungen sind untersagt, ausgenommen sind die, „die medizinischen, therapeutischen, pflegerischen oder seelsorgerischen Zwecken dienen sowie Friseurbetriebe und die Fußpflege“ (mit negativem Testergebnis).

Die Bundes-Notbremse greift, wenn  die Sieben-Tage-Inzidenz  an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Schwelle von 100 überschreitet, und so lange, bis die Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Tagen die Schwelle von 100 unterschreitet.

Die schärferen Regeln besagen für private Kontakte:  Es darf sich höchstens ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen. Kinder bis einschließlich 13 Jahre zählen nicht mit. Bei Trauerfeiern  dürfen bis zu 30 Personen zusammenkommen. Kultureinrichtungen und Kinos bleiben geschlossen. Die Außenbereiche von Zoos sollen für Besucher mit Negativ-Test offen bleiben. Nur kontaktloser Individualsport bleibt erlaubt. Für Kinder im Alter bis 14 Jahren soll Sport in Gruppen möglich sein. Die Vermietung touristischer Übernachtungsmöglichkeiten ist untersagt. Mit der Notbremse muss auch das Tübinger Corona-Modellprojekt  vorerst beendet werden.

Weiterreichende Gebote und Verbote des Infektionsschutzes bleiben von der Notbremse unberührt. Gottesdienste sind von ihr ebenfalls nicht erfasst. Alle Regelungen sind befristet bis maximal zum 30. Juni.  dpa/ch/biz / Foto: dpa


Von der Ruine zum Schmuckstück

Die historische Bruckmühle in Kirchheim wird bis Sommer 2022 saniert –  Restaurant  und neuer Kiosk geplant

Seit zehn Jahren steht die historische Bruckmühle an der Lauter beim Postplatz in der Kirchheimer Innenstadt als Bauruine da. Nun gibt es eine Zukunft für das ausgebeinte Fachwerkgebäude. Ein Investor möchte die Mühle sanieren und dort einen Gastronomiebetrieb ansiedeln. Eventuell könnte darüber hinaus auch noch eine Wohnung entstehen. Auch der Kiosk an der Straße soll wieder belebt werden.  Bis zum Sommer 2022 soll das Projekt abgeschlossen sein.

Die Bruckmühle, eine von einst 13 Mühlen entlang der Lauter im Kirchheimer Stadtgebiet, stellt seit mehr als zehn Jahren ein optisches und auch städtebauliches Ärgernis dar. Im Jahr 1999 hatte der Gemeinderat beschlossen, das lange ungenutzte und teilweise baufällige Ensemble abzureißen und an seiner Stelle einen Platz mit einem Zugang zur Lauter anzulegen. Die Initiative Historisches Kirchheim setzte sich allerdings mit ihrer Forderung durch, das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert zu erhalten. Eine Investorengemeinschaft sanierte schließlich den hinteren Teil des Mühlengebäudes  und richtete dort Wohnungen ein, der Platz mit Zugang zum Wasser wurde ein Stück flussaufwärts angelegt.

Der vordere Teil des Ensembles indes wurde zwar ausgebeint, das Fachwerk wurde freigelegt und das Gebäude provisorisch vor weiterem Verfall geschützt, versank dann aber in einen Dämmerschlaf. Vor vier Jahren erwarb dann ein auf die Sanierung alter Gebäude spezialisierter Investor die Bruckmühle, doch aufgrund von Unstimmigkeiten mit der Verwaltung über die Form der Sanierung und die künftige Nutzung geschah zunächst nichts. So hatte der Investor geplant, den Platz zwischen der Mühle und dem Kiosk an der Max-Eyth-Straße zu überbauen, um mehr Grundfläche für künftige Nutzungen zu erhalten. Die Stadtverwaltung hingegen bestand darauf, die ursprünglichen Maße des Ensembles zu erhalten, da die Bruckmühle, obwohl sie nicht denkmalgeschützt ist, stadtbildprägenden Charakter hat. Vier Jahre lang stagnierten die Gespräche, eine Einigung schien nicht  in Sicht.  Die Bruckmühle zierte den Postplatz weiterhin als Bauruine.

Doch nun scheint Bewegung in die Sache gekommen zu sein. An der Bruckmühle hängt seit kurzer Zeit ein Banner, das auf die bevorstehende Sanierung des Gebäudes aufmerksam macht. Demnach soll in dem Gebäude ein Gastronomiebetrieb mit Außenbewirtschaftung auf einer teilweise überdachten und zur Lauter hin offenen Terrasse entstehen. Im Obergeschoss könnten Praxis- oder Büroräume eingerichtet werden. Der  Fischbrötchen-Kiosk an der Max-Eyth-Straße soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Die Sanierung der Bruckmühle soll im Sommer 2022 abgeschlossen sein.

Diese Lösung entspricht dem Wunsch des Gestaltungsbeirats der Stadt aus dem Jahr 2018, „die historische Gebäudestruktur mit Fachwerk zu erhalten, einen geschützten gastronomisch genutzten Außenraum zu schaffen und schließlich den  Kiosk in Form eines Ersatzbaus zu erhalten“. Kirchheims Oberbürgermeister Pascal Bader äußerte sich zufrieden über den Fortschritt in der Sache. „Ich finde es wichtig, dass das Fachwerk erhalten bleibt und dass die Besucher am Stadteingang nicht weiterhin von einer Ruine begrüßt werden“, sagte Bader.   pst / Foto: Ines Rudel


Ein Restrisiko bleibt

Mit den Saisonkräften ist die Sorge vor eingeschleppten Infektionen auf die Höfe zurückgekehrt – Vorsicht ist groß

Sie stechen Spargel, ernten Erdbeeren und Gemüse, pflücken Äpfel und bringen die Krauternte ein: Etwa 50 000 Männer und Frauen, überwiegend aus Bulgarien, Polen, Ungarn und Ru­mänien, machen nach Angaben des Landesbauernverbands  Baden-Württemberg  jährlich zwischen März und Oktober auf den Feldern im Südwesten den Rücken  krumm. Für den Landkreis Esslingen liegen keine  Zahlen vor, doch laut Verbandssprecherin Ariane Am­stutz gilt auch hier: „Ohne Saisonkräfte könnten die Betriebe die Versorgung mit frischen regionalen Lebensmitteln nicht sicherstellen.“

Während sich der Einsatz der Saisonkräfte über eine lange Zeit eingespielt hatte und etlichen Betrieben  das  Überleben sicherte, stellten sich im vergangenen Jahr mit Beginn der Corona-Pandemie  Probleme ein. Zahlreiche Arbeitskräfte blieben aus Furcht vor einer Infektion in ihren Heimatländern  oder konnten wegen Reisebeschränkungen nicht nach Deutschland einreisen. Die landwirtschaftlichen Betriebe wiederum hatten mit der coronakonformen Umstellung der Produktion und der Umrüstung der Unterkünfte für die Saisonkräfte einen Kraftakt zu bewältigen. „Vor allem im April und Mai gab es Engpässe bei den Arbeitskräften“, berichtet Amstutz. Zudem brach bei vielen  Betrieben die Gastronomie als  Absatzmarkt weg.

In der Folge wurde  so manche Spargelreihe nicht gestochen, wurde Gemüse untergepflügt und wurden Salatfelder nicht abgeerntet –  auch im Kreis Esslingen. Dieses Jahr ist Routine eingekehrt. „Die Betriebe sind  geübt im Umgang mit den Hygieneregeln, die Unterkünfte und die Arbeitsplätze sind regelkonform umgebaut und es gibt engmaschige Kontrollen. Keiner will, dass einer der Arbeiter krank wird“, sagt Amstutz.

Das bekräftigt auch Markus Eberhardt, Mitinhaber des Berghofs in Deizisau. Der Betrieb bewirtschaftet 60 Hektar Fläche, auf denen Getreide, Obst und Gemüse angebaut werden. In Spitzenzeiten arbeiten rund 40 Saisonkräfte aus Rumänien auf dem Hof, die meisten von ihnen kommen schon seit Jahren nach Deizisau. Die Beschäftigung unter Pandemiebedingungen klappe mittlerweile reibungslos, berichtet Eberhardt. „Die Arbeiter kommen nur mit einem PCR-Test auf den Hof, nach fünf Tagen wird ein zweiter Test gemacht. Auf dem Hof gelten die üblichen Hygieneregeln. Und weil alle hier untergebracht sind, gibt es nur wenige soziale Kontakte nach außen“, sagt Eberhardt. Als große Hilfe sieht er auch, dass die Betriebe ihre Saisonkräfte nun vier statt bisher drei Monate lang sozialversicherungsfrei beschäftigen dürfen. Somit bleiben die Teams länger beisammen, auf dem Hof herrscht weniger Fluktuation. Die Gefahr, dass einer der Arbeiter unerkannt eine Infektion einschleppt, sinkt somit.

Auch die Verarbeitung der Produkte geschehe nach strikten Hygienestandards. „Die Halle ist offen, es gibt immer Durchlüftung, und die Leute haben viel Abstand. Es beruhigt uns, dass die Infektionsgefahren minimiert sind. Trotzdem zerrt die Situation  an den Nerven. Ein gewisses Restrisiko bleibt eben“, sagt Eberhardt.

Damit müsse der Betrieb leben. Denn obwohl der Berghof nicht von kommerziellen Abnehmern oder der Gastronomie abhängt, sondern seine Produkte hauptsächlich direkt vermarktet oder, wie bei den Erdbeeren, viele Selbstpflücker als Kundschaft hat, geht es zu bestimmten Zeiten nicht ohne zusätzliche Arbeiter. Der gesellschaftliche Trend  zu einer guten Ernährung mit Produkten aus der Region erfordere von den Landwirten hohen Einsatz, den ein Familienbetrieb nicht immer allein stemmen könne, berichtet Eber­hardt. „Die Erfahrungen zeigen, dass wir die Saisonkräfte brauchen.“  pst / Foto: Peter Stotz


OB-Wahl am 11. Juli

Parteien auf Kandidatensuche – SPD setzt auf Matthias Klopfer – Wenig Zeit für Vorbereitungen und Wahlkampf

Nun ist es amtlich: Die Esslinger wählen am 11. Juli dieses Jahres  ihr neues Stadtoberhaupt. Der Gemeinderat hat vergangenen Mittwoch  den Wahltermin einstimmig bestätigt. Ein eventuell erforderlicher zweiter Wahlgang findet am 25. Juli statt. Bewerbungen  um die Stelle als Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister werden bis zum 14. Juni entgegengenommen.

Mehr als 23 Jahre war Jürgen Zieger Oberbürgermeister – nun geht er Ende September in den Ruhestand. Da Zieger den Rückzug relativ spät bekannt gab und die Sommerferien als ungeeignet für Wahlen angesehen werden, verbleibt wenig Zeit, um geeignete Kandidaten zu finden. Und wenn sie gefunden sind, bleiben nur wenige Wochen, damit sich diese Kandidaten den Wählern vorstellen können.

Selbst wenn  Zieger noch bis zum offiziellen Ende seiner Amtszeit im kommenden Jahr Rathauschef geblieben wäre, hätte manch politischer Akteur demnächst  mit der Suche nach einem möglichen künftigen Stadtoberhaupt begonnen. Jetzt aber muss alles viel schneller gehen als gedacht. Hinter vorgehaltener Hand klagt der ein oder andere, dass Ziegers Ausscheiden zum 30. September und damit  kurz nach den  Sommerferien und der Bundestagswahl denkbar ungünstig liege. Ein Ausscheiden Ziegers zum Jahresende hätte mancher  als deutlich entspannter empfunden.

Nichtsdestotrotz demonstriert man in den Gemeinderatsfraktionen  Zuversicht, rechtzeitig einen guten Kandidaten oder eine gute Kandidatin präsentieren zu können. Und die SPD ist bereits fündig geworden: Die Genossen schicken den Schorndorfer Oberbürgermeister Matthias Klopfer ins Rennen um den Chefsessel im Esslinger Rathaus. Zuvor hatte SPD-Finanzbürgermeister Ingo Rust  klar gemacht, dass er seine Zukunft weiterhin in seinem Dezernat sieht, wenn auch künftig als Erster Bürgermeister. Klopfer hat damit noch vor dem offiziellen Start der Bewerbungsphase (30. April) seinen Hut in den Ring geworfen. „Nach 15 Jahren als OB in Schorndorf spüre ich, dass es an der Zeit ist, diese Aufgabe loszulassen. Und mit 53 Jahren habe noch reichlich Energie, Gestaltungswille und Ideen, um eine neue Herausforderung zu suchen“, sagte Klopfer.

 Carmen Tittel, Fraktionsvorsitzende der Grünen im  Gemeinderat, ist indes zuversichtlich, den Bürgerinnen und Bürgern „ein gutes Angebot“ machen zu können. Als fast noch größere Herausforderung als den Zeitdruck bezeichnet sie den Wahlkampf in Corona-Zeiten. Ein Kandidat von außerhalb müsse sich den Esslingern ja erst einmal vorstellen – dürfe sie angesichts der Co­ronaregeln aber nur in ganz engem Rahmen treffen.

Das sieht Annette Silberhorn-Hemminger, Fraktionschefin der Freien Wähler, ähnlich. Allerdings habe es anderswo bereits Bürgermeister- und OB-Wahlen unter Pandemiebedingungen gegeben, bei denen die Wahlbeteiligung nicht allzu sehr gelitten habe. Man müsse im Wahlkampf eben andere Kanäle nutzen als sonst. Allerdings stehen die Anwärter für Bürgermeister- und OB-Ämter nicht gerade Schlange, das weiß auch Silberhorn-Hemminger. Ein solcher Job bedeutet schließlich viel Arbeit und viel Verantwortung.

„Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst“, betont Jörn Lingnau, Vorsitzender der CDU-Fraktion. Die CDU wolle einen Wandel in der Stadtpolitik und sei guter Dinge, einen geeigneten Nachfolger oder eine geeignete Nachfolgerin für Zieger präsentieren zu können. Unterdessen ist die FDP zwar ebenfalls auf der Suche, würde sich laut Fraktionschefin Rena Farquhar aber nach Möglichkeit gern auf einen gemeinsamen Kan­didaten  aus dem bürgerlichen Lager verständigen. Bei der Linken hält man sich, was das Thema OB-Nachfolge angeht, derzeit noch bedeckt.  meb/jmf/ch / Foto: Roberto Bulgrin

Info: Im Vorfeld der OB-Wahl wird die Eßliner Zeitung umfangreich berichten, in der gedruckten und der Online-Ausgabe, unter www.esslinger-zeitung.de, auf Facebook und Instagram, mit Videos und Podcast-Beiträgen der Formate „ES-TV“ und „EZ-Talk“.


Abgestimmt

Gescheiterte Super-League-Pläne, Champions-League-Reform, Zuschauervorgaben zur EM trotz Pandemie: Der Profi-Fußball scheint vollends abzuheben. Haben Sie das Interesse an  hoch bezahlten Kickern verloren?

Foto: dpa

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