Die Kultur ist zurück

Nürtinger Kulturbühne bietet bis Ende August 31 Veranstaltungen – Musik, Kino und Kabarett

Die Kultur kommt in die Stadt zurück. Dank sinkender Infektionszahlen können Musik, Kino und Kabarett wieder live erlebt werden. Bis zum 29. August wird die Nürtinger Kulturbühne auf dem Platz bei der Stadthalle K3N mit insgesamt 31 Veranstaltungen bespielt. Nach dem Hygienekonzept sind jeweils 120  Besucher zugelassen.

„Wir freuen uns, dass es wieder los geht mit Kulturveranstaltungen vor Publikum. Mit der Kulturbühne haben wir dabei die Neuauflage eines Erfolgskonzepts und ein Zeichen der Hoffnung“, sagte Nürtingens Oberbürgermeister Johannes Fridrich bei der Vorstellung der Programms der Kulturbühne. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich die Kulturbühne auf dem laut Fridrich „völlig unterschätzten Platz“ neben der Stadthalle als Veranstaltungsort bewährt, sodass das städtische Kulturamt und das Stadthallenmanagement eine Neuauflage zum 1. Mai geplant hatten. Die Infektionslage hatte die Veranstalter dabei allerdings ausgebremst – was dem Vorhaben aber nicht geschadet hat, sagte der Stadthallenmanager Michael Maisch. „Wir hatten viel mehr Zeit, alles vorzubereiten“, erzählte er.

Nürtinger Künstler waren eingeladen worden, sich an der Kulturbühne zu beteiligen, „und alle sind mit Begeisterung dabei. Dazu haben sich Bands und Ensembles von sich aus bei uns gemeldet“, berichtete Maisch. Auch die Verschiebung  des Starts der Kulturbühne um sechs Wochen habe kaum Probleme verursacht, fast alle geplanten Veranstaltungen könnten stattfinden.

Das Veranstaltungsgelände neben der Stadthalle wird durch Sichtschutzplanen mit bunten Nürtinger Motiven abgegrenzt. Um die Hygienevorgaben einhalten zu können, ist die Besucherzahl auf 120 beschränkt. Snacks und Getränke werden am Platz serviert. Bei schlechter Witterung kann in die Stadthalle und in die Kreuzkirche ausgewichen werden.

Die Palette des Veranstaltungsprogramms ist breit gefächert. Neben Kabarettabenden am Sonntag, 20. Juni,  und am Sonntag, 4. Juli, stehen allerdings mit 18 Konzerten die Musik und mit sechs Open-Air-Kinoabenden der Film im Vordergrund. Musikalisch ist eine große Bandbreite von Genres von der Rockmusik über Folk, Klassik, Chanson und Pop erfasst, was auch Nürtinger Konzertveranstaltern zu verdanken ist, die die Kulturbühne bespielen. „Das macht auch  Hoffnung auf weitere Angebote in der Stadt“, sagte Kulturamtsleiterin Susanne Ackermann.

So präsentiert etwa der Club Kuckucksei am Freitag, 18. Juni, ein Konzert mit der Band „Hiss“, am Samstag, 26. Juni, bringt das Theater im Schlosskeller das Ensemble „Les For me-dables“ mit französischen Liedern auf die Kulturbühne, und am Sonntag, 27. Juni, gastieren dort die Stuttgarter Saloniker. Rauere Töne bieten Bands wie „H-Rocks“ oder „The Gents“,  einige Virtuosität am Instrument wird am Samstag, 24. Juli, beim Concerto Piccolo der Stadtkapelle Nürtingen zu hören sein. Von Freitag bis Sonntag, 9. bis 11.:Juli, präsentiert die Stadt Nürtingen unter dem Titel „Wieder präseNT“ ein dreitägiges Musikfestival mit Rock und Pop.

Die Stadthalle hat von Mittwoch bis Montag, 14. bis 19. Juli, ein Open-Air-Kinoprogramm auf die Beine gestellt. Eine Vorband stimmt jeweils auf den Film ein.  pst / Fot: pst

Info: Nürtinger Kulturbühne bis 29. August; ein Flyer liegt aus. Weitere Infos gibt es unter www.k3n.de


Messung: alles im grünen Bereich

Prüfer haben an 52 Tagen  das Gebiet rund um das Reichenbacher Entsorgungsunternehmen Remondis abgeschnüffelt

Die von der Firma Remondis im Reichenbacher Gewerbegebiet ausgehenden Gerüche sind für die Anwohner zumutbar: Das hat das Entsorgungsunternehmen, das dort Gelbe Säcke dem Recycling zuführt, mittlerweile vom Esslinger Landratsamt bescheinigt bekommen.

Die Temperaturen steigen und mit ihnen die Sorge mancher Reichenbacher, dass im Osten der Gemeinde wieder vermehrt Gestank, Fliegen und sogar Ratten auftreten werden. Darüber hatten im vergangenen Jahr vermehrt die direkten Anwohner, aber auch die Bewohner nahe gelegener Wohngebiete geklagt. Sie sahen den Ursprung der Probleme in den Gelben Säcken bei Remondis.

Aufgrund der Klagen ordnete das Landratsamt Esslingen Geruchsmessungen an, die über einen Zeitraum von rund sechs Monaten durchgeführt wurden – ein ziemlich aufwendiges und für Laien nicht leicht zu verstehendes Verfahren. Denn bislang gibt es keine zugelassenen Geräte, die die Geruchsbelastung messen. Stattdessen kommen nach einem genau definierten Verfahren menschliche Nasen zum Einsatz, nämlich die von geschulten Prüfern. Konkret haben nach Angaben der Kreisbehörde an 52 Messtagen jeweils neun Personen Begehungen im Umfeld von Remondis durchgeführt und dabei 559 Einzelwerte erhoben. Diese wiederum bestehen aus jeweils 60 Riechproben, die zehn Minuten lang alle zehn Sekunden erhoben und direkt digital erfasst werden. So die technischen Angaben zum Vorgehen. Durchgeführt wurden die aufwendigen „Rastermessungen“ von einem spezialisierten Fachbüro. Um die Qualität der Gerüche geht es dabei nicht, lediglich um die Quantität. Sprich, es wird festgehalten, ob ein Geruch wahrnehmbar ist, ganz unabhängig von seinem Charakter. Denn ob etwas gut riecht oder nicht, ist ein Stück weit subjektiv – auch intensiver Parfümduft kann ja durchaus lästig sein.

Die Geruchsimmissionsrichtlinie (GIRL) regelt, wann eine Geruchsbelastung als erheblich einzustufen ist. In Gewerbegebieten wird den Bewohnern mehr zugemutet als in Wohngebieten, die Regel spricht von einer zulässigen Geruchsstundenhäufigkeit von 15 Prozent auf das Jahr bezogen. Was auch immer das genau heißen mag, rund um Remondis wird dieser Wert nach Aussage der Gutachter nicht überschritten. Folglich kann die Firma eigentlich weitermachen wie bisher. Allerdings, schreibt Andrea Wangner, die Pressesprecherin des Landkreises, habe dieser Remondis dennoch aufgefordert, „von dem Gelände ausgehende Geruchsemissionen im Rahmen des betrieblich Möglichen zu minimieren“. Die Firma habe zudem zugesagt, „dass sie den Turnus der Fliegenbekämpfung verkürzen“ werde, berichtete der Bürgermeister Bernhard Richter im Gemeinderat. Richter setzt auch Hoffnung in eine neue Halle, die auf dem Firmengelände gebaut wird. Wenn diese fertig sei, werde sich die Lage weiter verbessern. Er habe auch den Eindruck, dass jetzt verstärkt darauf geachtet werde, die Tore zu schließen: „Die wollen auch nicht negativ in der Presse stehen.“

Man nehme das Ergebnis zur Kenntnis, sagte Sabine Fohler (SPD), allerdings „mit einer gewissen Verwunderung“. Jetzt müsse man weiter beobachten, denn „die warmen Temperaturen kommen ja erst noch“. Auch Andreas Löffler (CDU), der im Vorjahr drastisch eigene Erfahrungen geschildert hatte, klang ziemlich ernüchtert. „Es ist wie es ist“, sagte er. Das vorgelegte Ergebnis sei das eine, die Erfahrungen der Leute, die dort wohnen, das andere. Man werde die Sache im Auge behalten und „neutral beobachten“, versprach der Rathauschef. Gegebenenfalls werde man erneute Messungen einfordern.  aia / Foto: Karin Ait Atmane


Einfach mal wieder abtauchen

Nach einer umfassenden Sanierung hat das Hallen-Freibad in Berkheim seine Pforten wieder geöffnet

Gute Nachrichten für alle Freunde des Berkheimer Hallen-Freibads: Nach einer fast zweijährigen Schließung ist das frisch sanierte Bad seit vergangenem Freitag wieder geöffnet. Seit September 2019 hat das 1975 eröffnete Bad eine Rundum-Erneuerung bekommen. Rund zehn Millionen Euro nimmt die Stadt Esslingen dafür in die Hand. Der frische Wind weht einem direkt beim Betreten des Bads entgegen: Hell und offen ist der komplett neu gestaltete Eingangsbereich. Gerade in Coronazeiten greift  das kontaktlose Zugangssystem: „Derzeit ist nur eine begrenzte Besucherzahl möglich. Daher ist es nötig, dass die Badegäste ihr Ticket 24 Stunden vorab online buchen“,  sagt Michael Werner, Bäderleiter der Stadtwerke Esslingen.  Mit dem Barcode auf dem Smartphone oder ausgedruckt kommt man dann ins Bad und am Ende auch wieder raus.

Geöffnet hat das Bad täglich von 12  bis 19.30 Uhr, und man kann den ganzen Nachmittag bleiben. Bleibt die Corona-Inzidenz stabil unter 35, ist ein Negativ-Testnachweis  nicht nötig. Die Regeln werden je nach aktuell gültiger Coronaverordnung flexibel angepasst.

Ist die Schranke erst einmal passiert, geht es für die Freibadbesucher den Flur entlang direkt in den Außenbereich. Über das gesamte Gebäude und dessen neuen Umkleide-, Dusch- und Sanitärbereich zieht sich das optisch stimmige Farbkonzept aus Weiß-, Grau- und Rottönen. Barrierefreiheit und ein am Boden farblich hervorgehobenes Leitsystem für sehbehinderte Besucher wurden beim Umbau ebenfalls beachtet.

„Allein schon die Technik zur Wasseraufbereitung war völlig veraltet. Seit den 1970er-Jahren gab es keine größere Sanierung. Für die neue, hochmoderne Filter- und Entlüftungsanlage wurde mehr Platz benötigt, in den Keller hat sie nicht mehr gepasst wie zuvor“, erklärt Michael Werner einen der Hauptpunkte der Sanierung. Der neue großzügige Technikraum liegt nun für die Besucher unsichtbar an der Rückseite des Hallenbads.

Im Hallenbad selbst blickt man durch die große Fensterfront auf das Freibad und dessen Außenanlage. Die Helligkeit wird durch die neuen Boden- und Deckenfliesen optisch verstärkt. „In der Halle wurden zudem die Empore entfernt und ein neues Innenbecken samt verstellbarem Hubboden eingebaut“, so Werner. Das Hallenbad werde voraussichtlich im Herbst in Betrieb gehen und kann dann wie üblich von Vereinen, Schulen und für Schwimmkurse genutzt werden.

Im Freibad wurde  das große Mehrzweck-Außenbecken komplett erneuert und mit modernster Wassertechnik ausgestattet. Für den besonderen Badespaß sorgt ab sofort eine große Rutsche, ein Geschenk der Berkheimer Egon-und-Susann-Eisele-Stiftung, sowie die neue Sprunganlage, bei der man aus einem, drei oder fünf Metern Höhe ins kühle Nass springen kann. Neu und einladend ist jetzt zudem der Bereich für die kleinsten Badegäste und ihre Eltern. Dort wartet ein Kinderbecken mit zwei Ebenen, kleinem Rutschbereich und Wasserspielgeräten. Weichen musste im Zuge der Sanierung der Saunabereich. Dafür gibt es einen neuen Kioskcontainer, für den noch ein Pächter gesucht wird. Alle Becken sind in Berkheim beheizt.

Nach dem Neckarfreibad ist das Berkheimer Hallen-Freibad die zweite abgeschlossene Bädersanierung in Esslingen. Nummer drei, ebenfalls mit voraussichtlich rund zehn Millionen Euro Sanierungskosten, ist das Merkel’sche Schwimmbad. „Eigentlich hätte diese Sanierung direkt im Anschluss an Berkheim starten sollen, das ist finanziell derzeit aber nicht möglich. Der Sanierungsstart wurde auf 2023 verschoben, einen genauen Zeitplan gibt es noch nicht“, berichtet Michael Werner. Das Merkelbad wird vermutlich nach der Sommerpause wieder öffnen und soll –  immer unter den jeweils aktuellen Corona-Bedingungen –  auch bis zum tatsächlichen Beginn der Sanierung nutzbar bleiben.  eis / Foto: Katja Eisenhardt


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