Rückstau am Beckenrand

Wegen der Coronapandemie sind  viele Schwimmkurse ausgefallen –  Wartelisten sind lang – Doch es mangelt an Bädern

Geduld ist gefragt für alle, die derzeit nach einem Schwimmkurs für ihre Kinder suchen. Die meisten Angebote sind ausgebucht,   und die Corona-Pandemie hat die ohnehin langen Wartelisten  noch länger werden lassen. Knapp ein halbes Jahr waren die Bäder in Baden-Württemberg  mit wenigen Ausnahmen geschlossen.  Erst seit Mitte Mai sind Anfänger-Schwimmkurse wieder möglich. Bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im Landkreis läuft das Kursprogramm langsam an. Schon vor der Zwangspause waren freie Plätze rar, nun warte man mancherorts bis zu zwei Jahre, beklagt der DLRG-Vorsitzende im Bezirk Esslingen, Bastian Sturm. Auf absehbare Zeit werde sich das nicht ändern: „Wir sind maßlos überbucht. Sobald wir neue Plätze anbieten, sind die Listen innerhalb weniger Stunden voll“.

30 Anfragen am Tag

Die Nachfrage bei den Schwimmvereinen ist enorm. „So viele Anfragen wie im letzten Jahr habe ich noch nie erlebt“, berichtet Susanne Baum. Seit vielen Jahren kümmert sie sich beim Schwimmsportverein Esslingen (SSVE) um die Organisation und Verwaltung der Kurse. Gut 30 E-Mails erreichen sie am Tag –  von Eltern, die nach freien Plätzen fragen. Baums eigener Sommerurlaub steht bevor, Entspannung ist dennoch nicht in Sicht: „Ich werde abends im Hotel sitzen und weiter Anfragen beantworten“, sagt sie. Kursleiterin Nadine Stephan vom SSVE bringt im Schwimmbecken der Landessportschule Ruit Kindern ab fünf Jahren das Schwimmen bei. Der Anfängerkurs ist der erste Schritt auf dem Weg zum Seepferdchen. Auch wenn die Eltern  glücklich sind, für ihre Kinder einen Platz gefunden zu haben:  Einen Anschlusskurs werden sie vorerst nicht bekommen. Ein  Problem, erklärt Stephan: Die Kinder haben sich gerade  ans Wasser gewöhnt, sind aber noch nicht schwimmsicher. „Wenn es dann ein halbes Jahr oder länger dauert, bis sie einen Anschlusskurs finden, haben sie das meiste schon wieder verlernt und müssten eigentlich von vorne anfangen.“

Um ausgefallene Kurse nachzuholen, bleiben einige Bäder außerplanmäßig geöffnet. Im Inselbad Zizishausen ist Schwimmen lernen  dieses Jahr auch in den Sommerferien möglich. Zehn Vereine nutzen das von den Stadtwerken Nürtingen betriebene Hallenbad. Normalerweise bleibt es bis zum Herbst geschlossen. Erstmals bieten die städtischen Bäder in Wernau über den Sommer Kurse im Freibad an, ergänzend zum bereits bestehenden Angebot im Hallenbad in der Wintersaison. Die Stadtwerke Esslingen lassen das Lehrschwimmbecken im Merkel’schen Schwimmbad bis August in Betrieb, der SSVE bietet hier zusätzliche Intensivkurse an. Die Angebote sollen helfen, den Stau abzubauen. Die meisten waren innerhalb kurzer Zeit ausgebucht.

Sonne und Hitze ziehen Familien ans Wasser. Können Kinder nicht sicher schwimmen, seien die Folgen absehbar, warnt Bastian Sturm. Dass Schwimmen zu den Grundfertigkeiten eines jeden Kindes gehört, betont   Kultusministerin Theresa Schopper, die in der Landesregierung auch für den Sport zuständig ist.  Das Land fördert neue Schwimmkurse im Rahmen eines  Sofortprogramms mit bis zu 400 Euro. Seit 21. Juni können Anträge gestellt werden. Die Nachfrage war so hoch, dass die Fördermittel nach  zwei Wochen von 900 000 auf zwei Millionen Euro aufgestockt wurden.

Auch der SSVE hat die Förderung für seine Zusatzkurse bewilligt bekommen, das Geld soll in die Ausbildung neuer Kursleiter investiert werden. „Das Programm hilft uns“, sagt Sturm. Die DLRG könne dadurch neues Material anschaffen oder Anreize für Kursleiter setzen, indem ihnen die Fahrtkosten erstattet werden. Am Hauptproblem ändere das nichts: den Vereinen fehle es seit Jahren an Wasserfläche. Es stehen schlicht nicht genügend Bäder zur Verfügung, um die benötigte Anzahl an Kursen durchzuführen, so Sturm. Das Programm sieht er dennoch als Schritt in die richtige Richtung – zumindest habe das Land das Problem erkannt.  Bis die Wartezeiten für einen Schwimmkurs wieder auf dem Niveau vor der Pandemie sind, wird es noch dauern. Beim SSVE ist man zumindest optimistisch, dass die 90 Kinder, die derzeit auf der Warteliste stehen, eine gute Chance auf einen Kurs im Winterhalbjahr haben. Vorausgesetzt, die Bäder bleiben geöffnet. 

mh / Foto: Martin Heer


Kindergarten wird teurer

Nach dem Eklat macht der Gemeinderat in Lichtenwald den Weg frei für die  Erhöhung der Betreuungsgebühren

Der Ärger ist verraucht und die Stimmung versöhnlich. Allerdings werden manche Eltern von Lichtenwalder Kindergartenkindern ab September tiefer in die Tasche greifen müssen. Der Gemeinderat hat beschlossen, die Gebühren entsprechend der Kalkulation zu erhöhen. Der Anstieg ist teilweise erheblich, wird aber auf zwei Jahre verteilt und auf 15 Prozent im ersten und 25 Prozent im zweiten Jahr gedeckelt. Die bisherigen Familienrabatte bleiben zunächst erhalten.

Nachdem die Gebühren in Lichtenwald bislang eher freihändig berechnet worden waren, hatte der Gemeinderat die Verwaltung im Zuge der Bemühungen um eine Haushaltskonsolidierung beauftragt, die Kindergartengebühren sachgerecht zu kalkulieren. Die dabei ermittelten Gebührenerhöhungen waren allerdings teilweise exorbitant. Die Debatte um eine Lösung des Problems schlug so hohe Wogen, dass die Juli-Sitzung des Gemeinderats platzte.

In der deshalb notwendigen Sondersitzung des Gremiums wollte der Gemeindekämmerer Steffen Mayer namens der Verwaltung „offensichtliche Missverständnisse“ ausräumen. So sei der Auftrag zur Gebührenkalkulation und zur Annäherung an das Ziel, die Kosten der Betreuung analog der Empfehlung der kommunalen und kirchlichen Spitzenverbände zu 20 Prozent durch Gebühren zu decken, durch das Gremium erteilt worden. Auch die Änderung bei den Rabatten für Familien mit mehreren Kindern sei vom Gemeinderat festgelegt worden, ebenso die einheitliche Gebührenberechnung für den Waldkindergarten und die stationären Einrichtungen. Viele Streitpunkte dürften daher nicht der Verwaltung angelastet werden.

Auch das Verhalten einiger Elternvertreter sei kritikwürdig. „Sauer aufgestoßen ist die von Teilen des Elternbeirats vorgeworfene fehlende Transparenz bei den kalkulatorischen Grundlagen“, sagte Mayer. Dies sei unbegründet, jedoch „fühlte sich kein Elternbeirat bemüßigt, sich vor entsprechenden Äußerungen mit seinen Fragen an die Verwaltung zu richten“.

Allerdings zeigte es sich, dass Verwaltung und Gemeinderat versöhnliche Töne anschlagen wollten und die Gräben leicht zu überbrücken waren. So stellte Constanze Pfaff (LBL) fest, dass es sinnvoll gewesen wäre, bei einem solch komplexen Thema noch eine weitere Sitzung abzuhalten, noch einmal zu beraten und insgesamt konstruktiver miteinander zu reden. Zur Sitzung legten nun die Fraktionen der LBL und der FUW einen gemeinsamen Beschlussantrag vor, der eine an der Gebührenkalkulation orientierte, mit teils deutlichen Steigerungen verbundene Erhöhung beinhaltete. Um große Härten abzufedern, sollte dies auf zehn Prozent im kommenden und 20 Prozent im darauf folgenden Kindergartenjahr gedeckelt werden.

„Wir sind in einer misslichen Lage. In der Vergangenheit lagen wir katastrophal daneben mit den Gebühren, und wir haben ein negatives Ergebnis im Haushalt. Andererseits sind Gebührenerhöhungen von 75 Prozent für die Bürger nicht machbar“, erklärte Armin Storz (LBL). Deshalb sollten zunächst an keinen weiteren Schrauben gedreht und die je nach Kinderzahl gestaffelten Familienrabatte von 25, 50 oder 80 Prozent erhalten bleiben. „Darüber kann man dann in zwei Jahren reden“, sagte er.

Steffen Mayer und Bürgermeister Ferdinand Rentschler folgten dem Vorschlag im Wesentlichen, regten jedoch an, den Deckel bei den Kostensteigerungen auf 15 beziehungsweise 25 Prozent anzuheben. „Damit nähern wir uns dem gemeinsamen Ziel, den Abmangel zu verringern, deutlich schneller“, argumentierte Rentschler. Bis auf Werner Kiepfer (CDU), der mit Blick auf das Haushaltsdefizit und den hohen Abmangel für deutlich stärkere Erhöhungen plädiert hatte, folgten die Räte dem Verwaltungsvorschlag. Andreas Reichow (FUW) lobte, dass die Kalkulation nun „moderat und Schritt für Schritt“ umgesetzt werde, und auch Martina Häussermann (CDU) schloss sich dem an. „Wir sehen das als einen gangbaren Weg an“, sagte sie. 

pst / Foto: Peter Stotz


Alles besser – nach den Ferien

Auf einen Termin im Bürgeramt muss man oft Monate warten – Besserung ist in Sicht – CDU fordert digitales Bürgeramt

Um einen Personalausweis oder einen Reisepass zu beantragen oder sich einfach nur umzumelden, müssen Bürger in Esslingen   online einen Termin vereinbaren.  Die vergebenen Termine liegen jedoch häufig mehrere Monate in der Zukunft. Dieser Zustand  hält bereits seit eineinhalb Jahren, seit Beginn der Coronapandemie,  an. Nun ist aber etwas Licht am Ende des Tunnels erkennbar: „Nach den Sommerferien sollen Schalter für Laufkundschaft freigehalten werden“, sagt Rathaussprecher Roland Karpentier. Auch Kunden ohne Termin sollen dann  informiert werden, wie lange sie voraussichtlich warten müssen, bis sie an der Reihe sind. Mit dieser Information  müssten sie nicht  in den beengten Räumen des Behördenzentrums warten.

Das bedeutet allerdings noch nicht, dass der gegenwärtige Zustand beendet ist. Karpentier: „Die Verwaltung bittet um Verständnis, dass es in den nächsten Wochen weiterhin zu längeren Wartezeiten kommen wird.“ Für dringende Anliegen gäbe es  jedoch weiterhin Kapazitäten. Das gelte auch für die Abholung von Dokumenten, die schon bereit liegen – gerade  in der Urlaubszeit ist das für viele Bürger, die verreisen wollen, wichtig.

Als Grund für die langen Wartezeiten nennt Jochen Schilling, Leiter des Ordnungs- und Standesamtes, den  sehr hohen Andrang. Es seien zwar alle Schalter- und Nachbearbeitungsplätze im Esslinger Bürgeramt sowie die telefonische Hotline voll besetzt. Aber das Team müsse parallel viele alte Fälle abarbeiten. „Aufgrund der nur beschränkt möglichen Kundentermine während der Coronazeit und während des Umbaus des Bürgeramtes hat sich ein Rückstau an regulären Kundenvorsprachen in Höhe von  20 000 Bürgerinnen und Bürgern gebildet“, sagt Schilling.

Das für die Bürger mühselige Prozedere spielte auch im OB-Wahlkampf eine große Rolle. Vor allem der unterlegene CDU-Kandidat Daniel Töpfer forderte eine effizientere Verwaltung. Aber auch der neu gewählte Oberbürgermeister Matthias Klopfer (SPD), der sich gegen eine Reduzierung der Stellen in der Stadtverwaltung aussprach,  sagte zu, die Missstände im Bürgerservice rasch beheben  zu wollen.

Die CDU-Ratsfraktion will bei diesem Thema am Ball bleiben. So fordern die Stadträte Tim Hauser, Aglaia Handler und Jörn Lingnau, die Stadt müsse zur Vorreiterin einer innovativen und digitalen Verwaltung werden. Die Fraktion wolle „im Sinne der Bürger eine transparente Stadtverwaltung mit hoher Dienstleistungsorientierung, nutzerorientierten Angeboten, unkomplizierten Verfahren und schnellen Entscheidungen bei gleichzeitiger Entlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, heißt es in einem CDU-Antrag, der nun an OB Jürgen Zieger ging. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen nach Einschätzung der Christdemokraten „pragmatische Ansätze gelebt und Bürokratie kontinuierlich abgebaut werden. Insbesondere im Bürgeramt, dem Dreh- und Angelpunkt, müssen viele Prozesse neu und vom Nutzer her gedacht werden. Digitale Angebote werden dabei in Zukunft eine immer größere Rolle spielen“, erklären die drei Ratsmitglieder.

Der aktuelle Bürgerservice  müsse analysiert, Stärken, Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten müssten dokumentiert werden. Außerdem sollten die Erwartungen der Bürger an ein Digitales Bürgeramt dargestellt werden.

In ihrem Antrag fordern Hauser, Handler und Lingnau, die Verwaltung möge prüfen, welche Möglichkeiten für ein Digitales Bürgeramt schon heute bestehen. Dabei denkt die CDU-Fraktion an Selbstbedienungsterminals oder die vollständig digitale Abwicklung von E-Services. Auch soll die Verwaltung Vorschläge für eine zeitnahe Umsetzung vorlegen und aufzeigen, welche Fördermöglichkeiten be­ste­hen. Die Stadträte verweisen auf das Onlinezugangsgesetz, das die vollständige Digitalisierung aller Verwaltungsleistungen  bis zum 31. Dezember 2022 vorsieht. 

jmf/adi / Foto: Johannes M. Fischer


Abgestimmt

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Zu wenig Fahrgäste im Bus

Das Unternehmen Fischle kann Linien im östlichen Neckartal und auf dem Schurwald nicht mehr wirtschaftlich bedienen

Ein weiterer Betrieb ist aus Sicht der Firma Fischle nicht mehr möglich. Grund seien insbesondere die schrumpfenden Fahrgastzahlen, erklärt Ralf Steinmetz. Er ist der Geschäftsführer des Busunternehmens. Genaue Zahlen wollte er nicht nennen. Hinzu kämen Lohnkostensteigerungen und höhere Benzinpreise, mit denen  allerdings  gerechnet worden sei.  Bis zum Jahresende soll das Unternehmen weiterfahren, so ist es mit dem Landratsamt vereinbart. Wie es ab Januar weitergeht, ist noch offen. Derzeit ist geplant, für die Jahre 2022 und 2023 eine Interimsausschreibung für das Linienbündel zu veranlassen. Anschließend könnte das Linienbündel erneut für zehn Jahre ausgeschrieben werden.

Der Rückgang der Fahrgastzahlen wegen Corona sei nicht der Grund für den angekündigten Rückzug, so Steinmetz. Seit Corona wiederholt Lockdowns notwendig gemacht habe und viele Menschen häufiger als in der Vergangenheit im Homeoffice arbeiteten, herrsche in vielen Bussen gähnende Leere. Diese  Verluste bekomme das Unternehmen vom Landkreis Esslingen ausgeglichen. Das Problem sei, dass die Fahrgastzahlen auch ohne Corona und entgegen Prognosen zurückgegangen seien. Die Gründe dafür seien nicht bekannt, so Steinmetz.

Fischle hatte bereits zur Jahresmitte angekündigt, das Linienbündel fünf des Landkreises Esslingen aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr bedienen zu können, bestätigt Klaus Neckernuss. Er ist beim Landkreis für den Öffentlichen Personennahverkehr  zuständig. Zum Linienbündel fünf gehören Busverbindungen in Plochingen, Altbach, Deizisau, Reichenbach, Hochdorf, nach Lichtenwald und bis Schorndorf. Insgesamt werden auf dem Linienbündel eine Million Kilometer pro Jahr gefahren. „Das ist ein ordentliches Paket“, sagt Neckernuss.

Doch warum kann sich das Omnibusunternehmen Fischle so kurzfristig zurückziehen? Die Firma betreibt den Busverkehr eigenwirtschaftlich im Auftrag des Landkreises. 2019 hatte sich Fischle gegen zwei Mitbewerber bei der Neuvergabe der Linienbündel durchgesetzt. Ein Bewerber hatte gegen den Ausgang des Vergabeverfahrens geklagt. Das Verfahren befindet sich in zweiter Instanz. In erster Instanz hatte das klagende Unternehmen Recht bekommen. Weil der Prozess noch nicht beendet ist, wurde Fischle die Fahrgenehmigung stets für ein halbes Jahr verlängert. Zur Jahresmitte hat  Fischle nun keine neue Genehmigung  mehr beantragt.

Der Landkreis und Fischle sind überein gekommen, dass das Unternehmen bis zum Jahresende weiterfährt. „Das gibt uns Zeit“, sagt Neckernuss. Der Kreis  zahlt dafür 460 000 Euro hinzu. Einen entsprechenden Beschluss hat der Verwaltungs- und Finanzausschuss des Kreistags Mitte Juli gefasst. Bis Januar könnte jetzt ein neuer Vertrag ausgeschrieben werden. Allerdings nur für eine Interimszeit von zwei Jahren. So lange braucht der Kreis, um ein reguläres Vergabeverfahren für einen neuen Zehnjahresvertrag durchzuführen.   In welcher Höhe sich die betroffenen Kommunen finanziell beteiligen werden, ist ungewiss. Allerdings fährt Fischle bislang  Verbindungen von jährlich 100 000 Kilometer, die nicht im Basisangebot des Landkreises inbegriffen sind. Wie es mit diesen Verbindungen weitergeht, scheint unklar. Allerdings seien die finanziellen Beiträge für viele dieser Verbindungen „eher unspektakulär“, so  Neckernuss. Einzig die Verbindung von Lichtenwald nach Schorndorf ist etwas teurer und könnte deshalb zur Diskussion stehen, vermutet er.

Für die vielen anderen Verbindungen des Linienbündels fünf geht Klaus Neckernuss in Zukunft von keinen  großen Einschränkungen für die Fahrgäste aus. Doch der Landkreis wird künftig wohl die Kosten decken müssen.  Bra / Foto: Philipp Braitinger


Werben um Pflegekräfte

Gradmann-Stiftung investiert in Ruit sieben Millionen Euro – Einrichtungen sollen bei Personalsuche unterstützt werden

Lange ließen viele Ruiter kein gutes Haar am Vorhaben der Gradmann-Stiftung, die Ecke Kirchheimer/Hedelfinger Straße mit einem Wohn- und Geschäftshaus zu bebauen.  Die Kritik ist verstummt und eher ins Gegenteil umgeschlagen. Oberbürgermeister Christof Bolay geriet anlässlich der Einweihung förmlich in Verzückung: ein „sensationelles Gebäude“ sei entstanden. Vor allem von den Wohnungen sei er beeindruckt. Doch nicht Zuschnitt und Lage sind besonders, sondern die Nutzung. Die 14 Wohnungen werden zu äußerst günstigen Preisen an Pflegekräfte vermietet. Die Gradmann-Stiftung will so dem eklatanten Personalmangel begegnen: Mit bezahlbarem Wohnraum Menschen für nicht gerade üppig honorierte Pflegeberufe gewinnen.

Ostfilderns Alt-OB Herbert Rösch, Geschäftsführer der Stiftung, ist überzeugt, dass sich so der Mangel an Pflegekräften bekämpfen lässt. „Um mehr Arbeitskräfte aus dem pflegerisch-sozialen Bereich halten und gewinnen zu können, müssen wir bezahlbaren Wohnraum schaffen“, sagt er. Aus diesem Grundgedanken ließ  die Gradmann-Stiftung im Ruiter Ortskern das „Haus Liselotte“ errichten. Im Erdgeschoss hat die Stadtbäckerei Schultheiss eine  Filiale. In den Obergeschossen befinden sich 14 Mietwohnungen mit Wohnflächen von 60 bis 105 Quadratmetern. Statt der in Ostfildern üblichen Miete für Neubauten von bis zu 14 Euro pro Quadratmeter zahlen Pflegekräfte für die Dienstwohnung acht Euro Kaltmiete. Dies ist möglich, weil die Gradmann-Stiftung die Wohnungen als Träger subventioniert und an das Samariterstift Ostfildern als Generalmieter vermietet. „Bei der Kündigung des Arbeitsverhältnisses muss man aus der Wohnung ausziehen“, erklärt Rösch. „Sollten allerdings Wohnungen nicht von Mitarbeitern genutzt werden, werden sie auf dem freien Markt vermietet.“ Nach Angaben von Michél Hömke, Hausleiter des Samariterstifts, erfreuen sich die großzügigen und lichtdurchfluteten Wohnungen großer Beliebtheit und sind bereits vermittelt.

Um den Neubau an der Stelle errichten zu können, mussten viele Hürden genommen werden. Bestehende Gebäude mussten weichen, was lange Verhandlungen erforderte. Ein schwieriges Geschäft für die Gradmann-Stiftung und die Planer. Er sei „sehr erleichtert“, dass alles so realisiert werden konnte, sagte Herbert Rösch. Das kleine Grundstück und die vorgefundenen Eigentumsverhältnisse seien besondere Herausforderungen gewesen. Umso glücklicher sei er, dass das Werk so gelungen sei. Stolz auf das Werk ist auch Architekt Andreas Theilig. Er betonte, dass die Form des Gebäudes nicht dem gestalterischen Übermut des Architekten entsprungen sei. Alles an der Gestaltung mache Sinn. Die Schrägen dienten dazu, mehr Licht ins Gebäude zu lassen.

OB Bolay dankte der Gradmann-Stiftung. Das „Haus Liselotte“ sei für die Stadt wie ein Geschenk. Es sei richtig gewesen, den Platz für das Projekt zur Verfügung zu stellen. Optisch sei das Gebäude eine Bereicherung. 

Insgesamt zählt das Gebäude sechs Stockwerke. Ab dem ersten Obergeschoss setzt es sich aus zwei getrennten Baukörpern zusammen, die durch das gemeinsam genutzte Untergeschoss miteinander verbunden sind. Durch einen neuen Innenhof entstanden für die Mieter sieben Parkplätze, zudem wurden zwei Stellplätze auf der Gebäudeseite an der Hedelfinger Straße errichtet. „Ich freue mich, dass dieses außergewöhnliche Konzept  zum 30-jährigen Bestehen der Erich-und-Liselotte-Gradmann-Stiftung realisiert werden konnte“, sagte Rösch. Man werde mit dem Neubau dem Stiftungszweck gerecht, hilfsbedürftigen älteren Menschen einen angenehmen Lebensabend zu verschaffen.  Hf / Foto: Horst Rudel


Viele Aufgaben warten

Nach den Ferien wartet eine anspruchsvolle Agenda auf den Gemeinderat – und auf den neuen Oberbürgermeister

Die vergangenen Wochen und Monate hatten es in sich für die Mitglieder des Esslinger Gemeinderats – nun dürfen sie erst einmal Ferien vom Sitzungsalltag machen. Doch das Ende der Sommerpause ist bereits dick im Terminkalender markiert: Mit dem Verwaltungsausschuss wird das erste Ratsgremium am 20. September in die nächste Sitzungsrunde starten, dann geht es Schlag auf Schlag. Denn auf Stadtverwaltung und Gemeinderat wartet eine lange und anspruchsvolle Agenda, die in den kommenden Monaten abgearbeitet werden muss. Dabei geht es nicht zuletzt um längerfristige Weichenstellungen, die den künftigen Kurs der Stadt wesentlich beeinflussen werden.

Ein personeller Umbruch steht der Verwaltungsspitze ins Haus: Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht hat sich bereits in den Ruhestand verabschiedet, OB Jürgen Zieger wird Ende September folgen. Mit Roland Karpentier, Leiter des OB-Büros und Pressesprecher, hat einer der versiertesten und erfahrensten Verwaltungsmitarbeiter ebenfalls seinen Abschied für den Herbst angekündigt.  Hans-Georg Sigel, neuer Chef im Technischen Rathaus, wird in diesen Tagen seine neue Aufgabe antreten, der künftige OB Matthias Klopfer kommt zum 1. November. Dann kann die neue Dezernentenrunde vollends an den Start gehen. Gespräche zwischen dem neuen OB und den Dezernenten dürften vorher stattfinden,  denn die künftige Verwaltungsspitze hat viele Themen vor sich. Umso wichtiger wird ein konstruktives Miteinander im Gemeinderat sein, das im OB-Wahlkampf etwas gelitten hat. Nun hoffen viele, dass die Sacharbeit im Interesse der Stadt wieder in den Vordergrund rückt.

Die erste große Herausforderung für Gemeinderat und Stadtverwaltung wird der neue Doppelhaushalt  2022/23 sein. Die Finanzlage der Stadt ist angespannt, Corona hat vieles noch schwieriger gemacht. Deshalb ist es für Finanzbürgermeister Ingo Rust und Stadtkämmerin Birgit Strohbach eine anspruchsvolle Aufgabe, ein genehmigungsfähiges Zahlenwerk vorzulegen. Weil das in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kein Selbstläufer ist, hat die Stadtverwaltung bereits mit spitzem Bleistift gerechnet.

Nach aktueller Planung könnte Rust den neuen Haushaltsplanentwurf,  der noch in der Verantwortung von OB Jürgen Zieger aufgestellt wird, am 18. Oktober im Gemeinderat präsentieren. Weil Zieger dann nicht mehr und Klopfer noch nicht im Amt ist, würde Rust die Sitzung als Erster Bürgermeister leiten. Die zweite Lesung könnte am 22. November anstehen – dann wäre der neue OB im Amt.  Läuft alles nach Plan, könnte der Etat in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres am 20. Dezember beschlossen werden.

Unter den Sachthemen, die Gemeinderat und Verwaltung bevorzugt anpacken müssen, rangieren Klimaschutz und Nachhaltigkeit weit oben. Die Ratsmitglieder erwarten Vorschläge, wie sich die Klimaziele der Stadt in den kommenden Jahren verwirklichen lassen – und was die jüngsten Vorgaben aus Berlin und Brüssel bedeuten. Es wird um die Frage gehen, welchen Zeithorizont die Kommunalpolitik für eine klimaneutrale Stadt vorgibt. Klopfer hob die Bedeutung des Themas im Wahlkampf hervor, als er eine neue Stabsstelle für Klimaschutz, Mobilität und Nachhaltigkeit ins Spiel brachte. Spannend wird die Diskussion, wie der Ausschuss für Technik und Umwelt und der Mobilitätsausschuss ihre Zuständigkeiten setzen.

Vorschläge zur Fortschreibung des Wohnraumversorgungskonzepts dürften im Herbst ebenfalls  aufs Tapet kommen. Weitere Zukunftsthemen sind der Ausbau  der Elektromobilität im Busverkehr und die Fortschreibung des Nahverkehrsplans sowie der Beitrag der Stadt zur Internationalen Bauausstellung mit der Bebauung des Westends und der Neckaruferpark. Langweilig dürfte es den Verantwortlichen nicht werden.  Adi / Foto: Roberto Bulgrin


Abgestimmt

Badetaugliche Temperaturen, laue Sommerabende  – ein echter Restsommer statt Frühherbst. Was sagen Sie: Geht  da noch was?

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Wenn die Angst vor Corona krank macht

Dringend notwendige Behandlungen werden auf die lange Bank geschoben – Kliniken und Ärzte warnen vor den Folgen 

Die gute Nachricht lautet: Corona ist für die Krankenhäuser und die Ärzteschaft im Landkreis Esslingen nur noch ein untergeordnetes Thema. „Das Virus  macht uns keine Probleme mehr. Wir sind auf der sicheren Seite. Unsere Häuser sind in vollem Umfang leistungsfähig“, sagten Matthias Ziegler, der Geschäftsführer des Klinikums Esslingen, und sein für die Medius Kliniken im Landkreis zuständiger Kollege, Sebastian Krupp, bei einer Pressekonferenz Mitte Juli wie aus einem Mund. Aber auch bei der schlechten Nachricht sind sich die beiden Klinikchefs einig: Weil die Menschen aus Angst vor der Ansteckung durch das Virus immer noch einen großen Bogen um die Krankenhäuser und Arztpraxen machen, droht dem Gesundheitssystem die Welle nach der Welle.

Um die Befürchtungen nicht Wahrheit werden zu lassen, gehen die Kliniken  im Schulterschluss mit der Kreisärzteschaft in die Offensive. Mit Zeitungsanzeigen, großflächigen Plakaten und Kampagnen in den Sozialen Medien sollen die Menschen in der Region Esslingen für das Thema sensibilisiert werden. Plakativen Botschaften wie „Schicken Sie Ihre Gesundheit nicht in den Lockdown“ und „Lassen Sie sich testen, auch auf Herz und Nieren“  appellieren an das Verantwortungsbewusstsein aller Noch-Nicht-Patienten,  rechtzeitig die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen  oder sich beim Auftreten von Krankheitssymptomen unverzüglich  in ärztliche Behandlung zu begeben.  Die  sollen alsbald überall im Landkreis zu sehen sein. Parallel dazu sollen in den Arztpraxen Broschüren zu dem Thema ausgelegt werden.

„Wir erleben gerade im Praxisalltag immer häufiger, dass Patienten  nach wie vor aus Angst vor einer Infektion auch dringend notwendige medizinische Eingriffe in der Klinik scheuen und stattdessen lieber starke Einschränkungen und Nebenwirkungen durch Schmerzmittel in Kauf nehmen“, sagt Wolf-Peter Miehe, der Vorsitzende der Kreisärzteschaft Nürtingen. Als Beispiel aus seiner eigenen  Praxis in Weilheim führt Miehe den Fall eines Patienten an,   der mit einem laufenden Herzinfarkt drei Tage auf der Terrasse gesessen und nach Luft geschnappt habe, bevor er den Arzt aufsuchte. „Jetzt muss er mit Einschränkungen wegen einer vermeidbaren Herzinfarktnarbe weiterleben“, sagt Miehe.  Eine Patientin habe ihre durch eine Hüftarthrose hervorgerufenen Schmerzen so lange mit Schmerztabletten unterdrückt, bis sie schließlich mit einem Magendurchbruch doch ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Alarmierende Zahlen

Die Praxisbeispiele  schlagen sich auch in der Statistik der Krankenkassen nieder. So stellt die AOK deutschlandweit einen Rückgang der Krebsdiagnosen um 20 Prozent fest. Auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die Zahlen alarmierend: Die stationäre Behandlung von Schlaganfällen ging  deutschlandweit um 19 Prozent zurück, die von Herzinfarkten gar um 31 Prozent.   Nachdem im  Corona-Jahr zudem hunderttausende von  Vorsorgeuntersuchungen abgesagt worden waren, sehen die Fachleute schon eine  Bugwelle an Nachfolgekrankheiten auf das Gesundheitssystem zurollen.

„Krebs und viele anderen Krankheiten machen keine Pause“, sagt Stefan Krämer, der Ärztliche Direktor und Chefarzt für diagnostische und interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin am städtischen Klinikum Esslingen. Seiner Erfahrung zufolge  dient die Furcht vor einer Ansteckung häufig auch nur als willkommene Ausrede, um sich einer möglicherweise ungünstigen Diagnose nicht stellen zu müssen.    „Wir wollen mit unserer Kampagne die Menschen aufrütteln und die Corona-Ausrede aus den Köpfen bekommen“, sagt er.

Die unheilvolle Allianz zwischen vorgeschobener   Corona-Furcht und der Angst vor der Wahrheit treibt  auch Krämers Kollegen Bodo Klump die Sorgenfalten auf die Stirn. Gerade Männer, die ohnehin als Vorsorgemuffel gelten, nutzten die Corona-Ausrede, um sich vor einer Untersuchung zu drücken.   Unisono beteuern die Mediziner, dass es nicht die Sorge um die Krankenhausfinanzen seien, die sie zu der Kampagne veranlasst hätten, sondern ausschließlich die Sorge um das Wohl der Menschen.

Thomas Schoradt / Foto: Ines Rudel


Ein Fest wird zum Festival

Nachfolger des Zwiebelfests trägt den Namen „Estival“ – Start  Ende Juli 2022 – Positives Echo bei den Wirten

Michael Metzler, der Geschäftsführer der Esslinger Stadtmarketing und Tourismus  GmbH (EST), hat kürzlich die Katze aus dem Sack gelassen: „Estival Esslingen“ lautet der Name der kulinarischen Edel-Sommersause, die von Freitag, 29. Juli, bis Mittwoch, 10. August 2022, auf dem Marktplatz über die Bühne gehen soll.  „Mehr als eine Hocketse“ werde die De-Luxe-Fete sein, die Kulinarik, Kultur und Flair verbinden möchte. „Estival Esslingen“ ist Nachfolgerin des 2018 zum letzten Mal veranstalteten Zwiebelfestes, das wegen Querelen um die Teilnahmebedingungen, nachlassende Zuschauerresonanz und Unstimmigkeiten unter den Wirten gecancelt worden war.

Die Resonanz bei den Wirten ist nun positiv. Oliver Brehmer („Weinstube Eißele“) freut sich über einen Neuanfang und frischen Wind. Christian List („Roter Hirsch“, Bad Cannstatt) sieht großes Potenzial im Konzept des Estival und Salvatore Marrazzo („Accanto“) ist „restlos begeistert“. Christoph Bauer (Kessler Sekt) betont, das neue Sommerfest richte sich nicht gegen das Zwiebelfest, sondern sei eine Weiterentwicklung.

Eigentlich sollte die Nachfolgeveranstaltung bereits in diesem Sommer über die Bühne gehen, doch Corona machte auch hier einen Strich durch die Rechnung. Damit die Premiere nicht durchfällt, habe die Stadt viel Vorarbeit geleistet, sagt Metzler.  An 13 Tagen möchten die Veranstalter die erhofften 120 000 Besucher aus einem Umkreis von 50 Kilometern nachhaltig, regional, unterhaltsam und hochwertig verwöhnen. Schwäbische Kost und internationale Gerichte sowie ein täglicher Mittagstisch werden  auf richtigem Geschirr serviert, die Getränkekarte wird regional zusammengestellt.

50 Prozent der Weine müssen aus Esslingen stammen, die Korken sollen aus  lokalen Sektflaschen knallen, und auch das Bier ist made in Esslingen. Nicht-Alkoholisches gibt es natürlich auch, denn mit ihrem Kulturprogramm möchten die Veranstalter ihre Gäste in einen ungefährlichen Rausch versetzen. Täglich wird es Angebote und kostenlose Stadtführungen geben. Vier Thementage sind ge­plant: Lichtkünstler Daniel Liewald   wird Gebäuden an zwei Tagen ein  leuchtendes Gesicht geben, Straßenkunst soll den Marktplatz in eine Kunstmeile verwandeln, ein mediterraner Sommertag soll südländisches Ambiente an den Neckar holen, zudem stehen Events für Familien auf dem Programm.

Das Festzentrum auf dem Marktplatz werde nicht durch die Bäume, sondern durch die Gebäude begrenzt, führte der für die Platzkonzeption zuständige Jörg Schall aus. Die optisch wenig ansprechenden Versorgungsapparate für Strom, Wasser oder Abwasser werden beim „Estival“ in der Mitte des Marktplatzes angesiedelt und von den sie umgebenden Lauben verdeckt. An den Ring aus Lauben schließt  sich eine nicht bewirtschaftete Bestuhlung an, an den Bäumen werden Podeste für die  kulturelle Nutzung angebracht,  außen gibt es noch einen Ring aus kulinarischen Angeboten.

Ein  Fest-Festival wird angestrebt. Denn, so betonte der scheidende OB Jürgen Zieger, Feste hätten eine gesellschaftsbildende, stadtgestalterische Funktion und  müssten das „Wir“-Gefühl stärken. Zu diesem „Wir“ gehört auch, dass die Zwiebelfest-Querelen um den   engen  Zirkel an Veranstaltern und Teilnehmern der Vergangenheit angehören. 

Das neue Sommerfest wird unter Federführung der Stadt auf die Beine gestellt. Laut Metzler gelten klar definierte Vergaberichtlinien. Das Wettbewerbsverfahren garantiere  faire  Teilnahme-Chancen und  Zugangsvoraussetzungen.

Der immer  noch bedrohliche Parameter Corona soll das „Estival Esslingen“ nicht infizieren. Anfang 2022 werde eine Grundsatzentscheidung über die Durchführung getroffen. Die Ausgaben beziffert Metzler mit  200 000 Euro jährlich. Finanziert werden soll das über Sponsoren, Standmieten und einen Zuschuss der Stadt in Höhe von 50 000 Euro.

Simone Weiss / Foto: Archivfoto: Roberto Bulgrin