Durch die Altstadtgassen

Am 7. November finden der Eßlinger Zeitung Lauf und der verkaufsoffene Sonntag statt

Am 7. November gibt es gleich doppelten Anlass, Esslingen zu besuchen: Vormittags findet der Eßlinger Zeitung Lauf um den Sport-Flöss-Pokal statt, ab 13 Uhr laden dann die Geschäfte zum verkaufsoffenen Sonntag.

Die Corona-Pandemie hatte im vergangenen Jahr auch dem EZ-Lauf das Aus beschert. Nachdem im Sommer das Bürgerfest – in dessen Rahmen der Volkslauf sonst immer stattfindet – erneut abgesagt worden war, suchten die Veranstalter von der TSG Esslingen und der Eßlinger Zeitung nach einer Alternative. Das Ziel: Endlich wieder gemeinschaftliches Laufen zu ermöglichen und ein Zeichen der Hoffnung zu setzen. Und tatsächlich, der Lauf durch die Altstadtgassen wird gestartet. Auch wenn der Termin im Herbst ungewöhnlich ist und nicht nur dies den Unterschied zu den vorausgegangenen 20 Ausgaben macht.

In Abstimmung mit der Stadtverwaltung wurde ein Hygienekonzept erarbeitet. Das beinhaltet etwa, dass bei der persönlichen Abholung der Startunterlagen ein G-Nachweis (Geimpft, Genesen oder Getestet) vorgelegt werden muss.  Auch werden die Teilnehmerzahlen beim Hauptlauf (auf 1000) und den vier Bambiniläufen (auf jeweils 50, bei den beiden Läufen der 14/15er-Jahrgänge ist die Kontingentgrenze bereits erreicht) begrenzt. Bis zum Ende der Online-Anmeldung wurden im Hauptlauf rund 860 Starterinnen und Starter registriert, 140 Plätze sind demnach noch frei. Nachmeldungen – auch für die beiden noch freien Bambiniläufe und die drei Schülerläufe – sind nur am Samstag, 6. November, zwischen 11 und 15 Uhr möglich.

Zudem wird rings um das Schelztor ein Zuschauerbereich abgesperrt, der ebenfalls nur mit einem Nachweis für Geimpft, Genesen oder Getestet  betreten werden darf. Das Masketragen und Abstandhalten sind geboten. Eine Siegerehrung wird es vor Ort ebenso wenig geben wie den Verkauf von Speisen und Getränken an der Schelztorhalle.

Die ersten Bambini werden um 9 Uhr auf die Strecke geschickt, der erste Schülerlauf wird um 9.45 Uhr, der Hauptlauf über vier Runden à zweieinhalb Kilometer um 11 Uhr gestartet. Der Streckenverlauf wurde gegenüber vorausgegangenen Ausgaben in manchen Passagen geändert, Runden- und Gesamtlänge bleiben aber gleich. Start und Ziel sind nach wie vor in Bahnhof- und Schelztorstraße.

Am 7. November findet zudem der „Esslinger Herbst“ statt. Zum verkaufsoffenen Sonntag haben die Geschäfte  von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Zudem lockt die Gastronomie mit allerlei Köstlichkeiten. Und beim Herbstmarkt – bereits ab 11 Uhr  auf Markt- und Rathausplatz – gibt es herbstliche Genüsse, Kunsthandwerk und Antiquitäten. Auf dem Blarerplatz und dem Hafenmarkt kann man beim Floh- und Trödelmarkt schlendern, schauen und Schnäppchen machen. Schlienz Tours veranstaltet am Sonntag „Den anderen Tag der Reise“. In der Ritterstraße werden Reisebusse und -ziele präsentiert.

Die Geschäfte  in der Innenstadt haben zum „Esslinger Herbst“ Aktionen und Angebote initiiert. So flanieren etwa verzaubernde „Walking Acts“ durch die Straßen und Gassen. Bücher werden signiert, es gibt Kinderschminken, Gewinnspiele, Handarbeit mit Stoffen und Tüchern, Kunstaktionen, etliches mehr und natürlich Informationen und Beratung. An einigen Stellen wird musiziert, und auf der Inneren Brücke wird gespielt. Mit Betten Mews und Polsterwelt Engelhardt haben auch zwei Fachgeschäfte jenseits der Innenstadtgrenzen geöffnet. 

hin / Foto: hr


Brandschutz wird nachgerüstet

Die Egelseehallen in Neuhausen werden für 1,47 Millionen Euro auf den neuesten Stand gebracht

Die Mitglieder der Vereine in Neuhausen atmen auf. Obwohl das Landratsamt der Gemeinde bei der letzten Brandverhütungsschau strenge Auflagen gemacht hat, darf in den Egelseehallen weiter trainiert und gefeiert werden. Bis die Festhalle komplett saniert ist, dürfen sich dort 600 Zuschauer und Akteure  gleichzeitig aufhalten. Im Gemeinderat stellte der Architekt Jochen Wilfert vom Büro Knecht in Ludwigsburg die Pläne vor, wie das Brandschutzkonzept zügig umgesetzt werden kann. Die dringend erforderlichen Arbeiten kosten 1,47 Millionen Euro.

Nun drücken die Verwaltung und die Gemeinderäte bei der Umsetzung aufs Tempo. Es sei „nicht selbstverständlich“, dass das Büro Knecht sich so schnell um die Umsetzung kümmert, lobte Bürgermeister Ingo Hacker die Architekten in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats in der Egelseehalle.

Um wieder einen normalen Betrieb möglich zu machen, sind größere Arbeiten erforderlich. Zunächst muss nach Wilferts Worten die Brandmeldeanlage aufgerüstet und erneuert werden. Die Sicherheitsbeleuchtung inklusive der Stromversorgung muss erneuert werden, da sie den Anforderungen nicht mehr entspricht. Dazu müssen Decken in manchen Hallenteilen geöffnet und wieder geschlossen werden. Auch die Sicherung von Rettungswegen und Brandabschottungen stehen auf dem Plan.

Die Gesamtsanierung der Egelseehallen hat die Gemeinde ebenfalls prüfen lassen. Dieses Großprojekt liegt angesichts der angespannten Haushaltslage auf Eis. „Die Brandschutzsanierung lässt sich da gut abtrennen“, ist Däschler überzeugt. Die Kostenschätzung von 1,47 Millionen Euro schlüsselte der Experte Wilfert auf:  Die Arbeiten in der Festhalle kosten 899 000 Euro; die Technik im Untergeschoss zu erneuern, schlägt mit 125 750 Euro zu Buche.   Die Arbeiten in der Sporthalle 1 sollen 296 887 Euro kosten; die Sporthalle 2 wird für 77 812 Euro gerichtet. Die Arbeiten im Jugendhaus sollen 70 887 Euro kosten.

Bereits im Jahr 2019 hat das Büro Knecht für die Gemeinde ein Sanierungsgutachten erstellt. „Ich hatte 2019 nicht gedacht, dass man die ganze Brandmeldeanlage erneuern muss“, räumte Jochen Wilfert jetzt ein. Da hatte der Planer auf den Bestandsschutz gesetzt. Den Sanierungsbedarf haben nun aber die Brandschau des Landratsamts im Mai und die Expertise des Brandschutz-Sachverständigen Se­bastian Fischer ergeben. Dass weitere  Rettungswege ge­braucht würden, war Wilfert  schon 2019 klar.  Damals hatte er auch die Sanierung des Hallenfassade angeregt, und zwar „aus energetischen Gründen“. Für energetische Sanierungsprojekte gibt es nach seinen Worten auch Fördermittel. 

Bei den Kommunalpolitikern erntete der straffe Zeitplan Lob. In der Sitzung nutzten sie die Chance, Vorschläge zu machen.   Dominik Morar (CDU) hakte bezüglich der Technik im Untergeschoss nach. Dort brauchten die Vereine dringend Lagermöglichkeiten.   Marco Schulz (Initiative Grüne Liste) wollte wissen, ob die neue Mensa vor dem geplanten Start zum Schuljahr 2023/24 in Betrieb gehen kann: „Wir hatten gehofft, dass wir das Schuljahr 2022/23 mitnehmen können.“ Man brauche die Festhalle bis zum Sommer 2023.

Wie wichtig die Egelseehalle für das Gemeindeleben in Neuhausen ist, bekräftigte Jens Jenuwein (Freie Wähler). Die Vereine seien dankbar, dass es einen verlässlichen Zeithorizont für ihre Veranstaltungen gebe. Sorge bereitet ihm, welche Schäden noch auftauchen könnten, wenn die Decken geöffnet werden: „Kommt da doch noch Größeres auf uns zu?“ Jochen Wilfert ist „vorsichtig optimistisch“, dass dem nicht so ist. Für Roman Krieger (SPD) ist klar, „wir haben keine Wahl.“ Er fragte, ob im Zuge der Brandschutzarbeiten auch gleich Kabel für bessere WLAN-Anschlüsse eingebaut werden. Diese digitale Nachrüstung  ist laut Wilfert nicht im Sanierungspaket enthalten. 

eli / Foto: Ines Rudel


Blaues Auge für Kommunen

Mittlerweile herrscht mehr Klarheit zur Finanzlage – Vielerorts ist sie angespannt, aber nicht dramatisch

Landauf, landab hagelte es zu Beginn der Coronakrise düstere Prognosen: Riesige Einbußen, vor allem bei der Gewerbesteuer, brächten viele Kommunen finanziell ins Wanken. Mittlerweile sehen die Kämmerer klarer.  Wie ist die aktuelle Situation?  Städte und Gemeinden geben Auskunft.

Esslingen: Corona hat dem Stadtsäckel mächtig zugesetzt: Geringere Einnahmen und höhere Ausgaben machen sich nicht nur im städtischen Kernhaushalt bemerkbar, sondern zum Beispiel auch im Etat des städtischen Klinikums. Dabei musste Finanzbürgermeister Ingo Rust schon vor Corona mit spitzem Bleistift kalkulieren, weil die konjunkturelle Entwicklung und der Strukturwandel in der Wirtschaft Wirkung zeigten.  Die lange Jahre sprudelnden Gewerbesteuereinnahmen gingen merklich zurück. Corona hat diesen Trend  verschärft: Die Gewerbesteuereinnahmen, die in den Rekordjahren 2017 und 2018 jeweils über 100 Millionen Euro lagen, erreichen 2021 nur noch etwa die Hälfte. Hinzu kommen stetig steigende Abschreibungen für Investitionen in Straßen, Brücken oder Gebäude. Dennoch will die Stadt bis 2026 fast 200 Millionen Euro in ihre Infrastruktur investieren. Dafür müssen nach zehn Jahren ohne neue Schulden und massiver Tilgungen nun wieder Kredite aufgenommen werden: Für die kommenden fünf Jahre droht eine Nettoneuverschuldung von 77 Millionen Euro.

Ostfildern: Viel besser als erwartet stellt sich die Finanzlage der Stadt Ostfildern dar. Statt eines Defizits in zweistelliger Millionenhöhe, das  zu befürchten war, dürfte am Ende des Jahres unterm Strich sogar ein Plus von einer halben Million Euro stehen. „Wir dürfen letztlich zufrieden sein“, sagt Oberbürgermeister Christof Bolay. Bei der Gewerbesteuer war man Ende 2020 noch von  13,5 Millionen Euro ausgegangen,  nun erwartet die Verwaltung Einnahmen von 17 Millionen Euro. Zudem profitiert Ostfildern vom kommunalen Hilfspaket des Landes. Hinzu kommt ein Einmalertrag von  4,5 Millionen Euro durch die Eingliederung des aufgelösten Eigenbetriebs Wohnungsverwaltung in den Kernhaushalt. 2022 erwartet die Stadt deutlich höhere Steuererträge. Dennoch rechnet Finanzbürgermeister Rainer Lechner mit einem Minus von 2,8 Millionen Euro im Ergebnishaushalt.

Plochingen:  Die Stadt ist   dieses Jahr „mit einem blauen Auge davongekommen“, berichtet der Beigeordnete und Kämmerer Michael Hanus. Zwar liegt der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer für 2021 eine Million Euro unter dem Planansatz von 9,7 Millionen Euro. Aber bei der  Gewerbesteuer greift ein Sondereffekt:  Dank  Nachzahlungen aus vergangenen Jahren wird der Planansatz für 2021 von 8,9 Millionen Euro um fast zwei Millionen übertroffen.  „Damit können wir den fehlenden Betrag bei der Einkommensteuer ausgleichen. Ohne diesen Einmaleffekt hätte uns Geld gefehlt.“   Auf der anderen Seite werden 150 000 bis 200 000 Euro für Desinfektionsmittel und Tests für  Verwaltung, Kitas und Schulen   an der Stadt hängen bleiben.  Dabei braucht die Stadt jeden Euro:  Im Doppelhaushalt 2022/23 muss sie alleine für die Sanierung des Gymnasiums mehr als  20 Millionen Euro aufbringen.

Nürtingen kommt finanziell betrachtet bisher einigermaßen gut durch die Coronakrise. Im ersten Pandemiejahr hat die Stadt mit 1,4 Millionen Euro Minus abgeschlossen. Ende dieses Jahres wird das Defizit wohl drei Millionen Euro betragen, doch es hätte deutlich schlimmer kommen können. Wie OB Johannes Fridrich in seiner Haushaltsrede sagte, hatte die Kämmerei mit einem zweistelligen Betrag gerechnet. Doch corona­bedingte Einsparungen und die gute Entwicklung der Gewerbesteuer lassen das Defizit  abschmelzen.  Nach einem  Einbruch 2020 haben sich die Einnahmen aus der Gewerbesteuer mit mehr als 20 Millionen Euro auf „einem ordent­lichen Niveau stabilisiert“. Ordentlich für Nürtinger Verhältnisse, wie Fridrich erinnerte, denn im Kreis sei die Kommune das Schlusslicht unter den Großen Kreisstädten. Grund dafür seien die überschaubaren Gewerbeflächen in der Stadt.

Aichwald  Ähnlich ergeht es der Gemeinde Aichwald, die für 2021 ein Defizit im laufenden Betrieb von mehr als 1,7 Millionen Euro befürchtet hatte. Da aber auch auf dem Schurwald die Gewerbesteuereinnahmen höher ausfallen als   erwartet, schmilzt das Defizit. Positiv ausgewirkt haben sich  höhere Schlüsselzuweisungen des Landes und verringerte Ausgaben. Der Aichwalder Kämmerer Andreas Jauß geht derzeit unterm Strich noch von einem Minusbetrag von 500 000 Euro im Ergebnishaushalt aus. Eventuell endet das Jahr sogar mit der Schwarzen Null. Doch das sind Sondereffekte. Mit Blick auf die Zukunft müssen und wollen Rathaus und Gemeinderat auf Kosten und Einnahmen schauen, um das strukturelle Defizit zu beheben. 

red / Foto: Roberto Bulgrin


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Foto: dpa

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