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Finanzminister Christian Lindner will angesichts der hohen Inflation Bürger um zehn Milliarden Euro entlasten. Kommt die Finanzspritze zum falschen Zeitpunkt?

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Ein Himmel voller Funken

Vom 19. bis 21. August gibt es wieder Flammende Sterne – Pyrotechniker aus Österreich, Deutschland und Italien

Feuerwerk ist nicht gleich Feuerwerk – zumindest nicht, wenn man – wie bei Flammende Sterne in Ostfildern – gestandene Pyrotechniker-Profis zu Gast hat. Die weltbesten Feuerwerker treffen sich hier seit mittlerweile 20 Jahren zu einem besonderen Wettkampf: „Drei Tage, drei Feuerwerke – ein Sieger“ heißt das Motto vom 19. bis 21. August bei den Flammenden Sternen.
An dem Festivalwochenende erwartet das Publikum im Scharnhauser Park „das Spektakulärste, was man aus Feuer und Musik machen kann“, wie es in der Pressemitteilung der Veranstalter heißt. Ein Superlativ, der durchaus seine Berechtigung hat. Denn, wenn die Feuerwerker um 22.15 Uhr loslegen, tanzen wieder Millionen von Funken über den nächtlichen Himmel, präzise abgestimmt auf den Takt der Musik, ändern von einem Moment zum anderen ihre Farbe und Form und verglühen wie auf Knopfdruck, wenn ihr Part in der himmlischen Choreografie vorüber ist.
Die Jury entscheidet
2022 treten nach zweijähriger Coronapause wieder drei Meister der explosiven Kunst gegeneinander an: Pyrotechniker aus Österreich, Italien und Deutschland präsentieren eine spektakuläre Mischung aus Feuer und Musik. Welches Feuerwerk am Ende überzeugt, entscheidet eine Jury. Flankiert werden die Flammenden Sterne von einem abendfüllenden Festivalprogramm mit Livemusik, Lasershow, Artisten, Feuershows, dem Flammenden Sterne-Markt und einer bis ins kleinste Detail durchdachten Illumination des Veranstaltungsgeländes. Schon der Feuerwerksauftakt am Festival-Freitag verspricht Ungewöhnliches: Mit „Feuerwerke Jost“ aus Österreich tritt ein äußerst experimentierfreudiges Team zum Wettkampf an, das seit mehr als 25 Jahren professionelle Feuerwerke umsetzt.
Heimspiel am Samstag
Am Samstag gibt es ein Heimspiel, denn dann steigt „Innovative Pyrotechnik“ aus Stuttgart in den Ring – für Flammende Sterne-Fans ein Highlight, ist das Stuttgarter Team doch zweifacher Feuerwerks-Weltmeister. Das dritte Musikfeuerwerk am Sonntag verspricht leidenschaftliches Temperament: Enrico Pagano Pirotecnica reisen aus Neapel, quasi direkt vom Fuß des Vesuvs, nach Ostfildern. Dabei begeistern die Pyrotechnik-Teams die Besucherinnen und Besucher nicht nur mit ihren spektakulären Shows, sondern bringen auch immer ihre Traditionen und Besonderheiten mit zu den Flammenden Sternen.
Um die große Flammende Sterne-Fangemeinde schon vor den Feuerwerken auf Betriebstemperatur zu bringen, gibt es an allen drei Festivaltagen traditionell ein Aufwärmprogramm mit Countdown. Dieses beginnt mit der Vorstellung des jeweiligen Feuerwerksteams und der Nationalhymne und gipfelt in einer bunten Lasershow. Sie hat sich in den vergangenen Jahren als rasanter Einheizer vor den Feuerwerken etabliert. Für die Lasershow ist dieses Jahr die Firma Bam Bam FX aus Rottweil zuständig. Die Rottweiler Künstler – denn als solche verstehen sie sich – sind seit knapp 20 Jahren im Geschäft.
Ein großes Fest
Die Flammenden Sterne versprühen allerdings an allen drei Tagen schon lange vor den Feuerwerken sommerliches Festivalflair. Auf verschiedenen Bühnen können die Festivalgäste ab 18 Uhr Livemusik erleben, im Parkgelände sind Feuerkünstler, Comedy-Artisten und Streetdancer unterwegs. Und nicht zuletzt bietet die Gastronomie in weißen Pagodenzelten und Foodtrucks eine große Auswahl an Speisen und Getränken. Ausgelassene Festivalstimmung und Achtsamkeit gehen bei den Flammenden Sternen Hand in Hand. So legen die Veranstalter Wert auf regionale Produkte und Anbieter.

red / Archivfoto: Roberto Bulgrin


Party zwischen Sonnenblumen

Vom 18. bis 22. August rocken zahlreiche Bands die Bühne beim Goldgelb-Festival in Aichwald – Bereits zum 20. Mal

Vor 20 Jahren hat Hans Hallwachs vom Kulturverein Krummhardt eine Idee aus dem Kärnten-Urlaub mitgebracht: Zwischen Mais und Strohballen stieg dort jährlich vier Wochen lang das Festival „Ackern“. So findet seit 2003 im Zwei-Jahres-Rhythmus das „Goldgelb“ in Aichwald statt. Die zehnte Auflage startet mit einem Jahr Verspätung. Am Ambiente des Goldgelb-Festivals hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten kaum etwas verändert: Bühne, Bands und verschiedene, rustikal gebaute Stände, Strohballen und -figuren gab es immer. „Nur etwas einfacher gehalten“, erinnert sich Anita Geyer vom Vorstandsteam.
Freilich wurde immer wieder an Verbesserungen gefeilt, vor allem an Logistik und Geländestruktur. So ist das Goldgelb ge­wachsen und hat Corona überlebt. Der Grundgedanke eines generationenübergreifenden Festes unter dem Motto „Genieße den Moment“ hat auch 19 Jahre nach dem ersten Festival noch Gültigkeit. Die Preise bleiben familienfreundlich – auch wenn das Fest 2022 erstmals Eintritt kostet, was das Vorstandsteam mit stark gestiegenen Kosten aufgrund von Pandemie und weltpolitischer Lage begründet. Alkoholfreie Getränke gebe es zu den Preisen von vor fünf Jahren, Bier kostet wie 2019.
Der Kulturverein Krummhardt geht stets mit der Zeit: So wird 2022 nur Geschirr ausgegeben, das als „Biomüll“ gilt. Schließlich feiert man mitten in der Natur. Auf der Blumenwiese wachsen besonders bienenfreundliche Arten. „Eigentlich sollten sie 100 Zentimeter hoch werden, aber den Pflanzen fehlt das Wasser, um richtig groß zu werden“, bedauert Anita Geyer. Die Sonnenblumen blühen bereits gelb, orange und dunkelrot und werden pünktlich zum Festival noch mehr blühende Blüten haben.
Das Dekoteam zeichnet wieder für die Gestaltung der Strohpuppen und der restlichen Dekoration auf dem Gelände verantwortlich und das dreiköpfige Kinderprogramm-Team lässt sich tolle Ideen für die jüngsten Besucher einfallen.
Um die 600 Ehrenamtliche engagieren sich während des Fests. Die gesamte Organisation des Goldgelb – und damit die Arbeit für den Vorsitzenden Rolf Doll und das gesamte Vorstands- und Ausschussteam – läuft Monate vor dem Festival im Hintergrund. Bereits ein Jahr im Vorfeld wird das Musikteam aktiv und sucht nach geeigneten Bands. Denn schließlich steht die Musik im Mittelpunkt. Viele Bands durften bei den vergangenen neun Festivals auf der Bühne stehen, die wenigsten mehrfach. Das ist ein Anspruch, den sich das Musikteam auf den Leib geschrieben hat: keine Wiederholungen, wenig bekannte Bands, viele Stilrichtungen und alle Bands auf sehr gutem musikalischen Niveau. Auch in diesem Jahr bietet das Programm für jeden Geschmack etwas: von Folk über Italopop und Rock bis hin zu Reggae und Groove.

Das Programm

Donnerstag, 18.8., 18 Uhr: Guacáyo (Indie-Pop); 20.45 Uhr: Claudia Cane (Rock und Pop)
Freitag, 19.8., 18 Uhr: Birds of a Feather (Folk Pop Duo); 20.45 Uhr: I Dolci Signori (Italopop)
Samstag, 20.8., 18 Uhr: KJ Dallaway and friends (Soul, Pop, Reggae und Calypso); 20.45 Uhr: Paddy Murphy (Irish Folk Rock)
Sonntag, 21.8., 10.30 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst und gläserner Bauernhof auf dem Neuwieshof Fetzer; 17.30 Uhr: Funcoustic (Unplugged Groove); 20.30 Uhr: RasgaRasga (Global Pop)
Montag, 22.8., 18 Uhr: Tune Circus (Alternative Rock); 20.45 Uhr: Kontrollverlust (Cover Rock)
Eintritt: Besucher ab 16 Jahren zahlen pro Tag 10 Euro Eintritt; Karten sind nur noch an der Abendkasse erhältlich. Der Familiensonntag ist bis 18 Uhr kostenlos.
Parken ist kostenlos.
Kinderprogramm: Täglich auf der Wiese zwischen Wasserturm und Neuwieshof.

www.goldgelb.eu

dan / Archivfoto: Andreas Kaier


Beratung nur noch mit Termin

Volksbank Mittlerer Neckar schränkt ab August in zwölf Filialen den Service ein

Die lange Niedrigzinspolitik und immer neue Reglementierungen haben den Banken über viele Jahre die Geschäfte vermasselt. Die Erträge sind deutlich geschmolzen. Deswegen werden mehr und mehr die Strukturen nach Einsparpotenzial durchleuchtet. Zuvorderst das Filialnetz. Die Volksbank Mittlerer Neckar nimmt nun genau dort „Anpassungen“ vor. Weil mittlerweile deutlich weniger Dienstleistungen abgefragt werden, wandelt das Geldinstitut zum 1. August zwölf Filialen in sogenannte Beratungsfilialen um. Das bedeutet: Spontane Besuche sind dort nicht mehr möglich. Für Beratungsgespräche müssen künftig Termine vereinbart werden.
In Esslingen gilt dies für die Filialen Hegensberg, Innere Brücke, Pliensauvorstadt sowie Zell. In Ostfildern ist die Filiale in Kemnat betroffen. Außerdem gilt die Regelung für die Filialen in Bissingen, Ötlingen, Jesingen, Notzingen, Nürtingen-Braike, Neckarhausen und Neckartailfingen.
Immer mehr Kundinnen und Kunden erledigten ihre Bankgeschäfte online, begründet Vorstandssprecher Heinz Fohrer den bereits in der Vertreterversammlung angekündigten Schritt. Seit der Corona-Pandemie habe dieser Trend deutlich zugenommen. In den kleineren Filialen würden Serviceleistungen, für die ein Mitarbeiter benötigt wird, immer weniger nachgefragt. Die Nutzerzahlen bei Online-Banking und Banking-App stiegen rasant. Das Gleiche gelte für mobiles Bezahlen mit dem Smartphone oder bargeldloses Zahlen. Im Supermarkt werde aber auch immer öfter der Bargeldservice an der Kasse genutzt. Einfache Servicetätigkeiten wie Überweisungen, Daueraufträge ändern oder den Kontostand abfragen erledigen die Kunden häufig online oder telefonisch. Beratungen sind laut Fohrer in den genannten Filialen weiterhin von 8 bis 20 Uhr möglich. Auch Fragen wie zum Konto, zur Kreditkarte oder zum Online-Banking beantworten die Mitarbeiter in den Beratungsfilialen.
„Mit unserem neuen Filialkonzept sind wir weiterhin vor Ort und sichern damit die Nähe zu unseren Kunden“, versichert Fohrer. Die Volksbank Mittlerer Neckar betreibt insgesamt 39 Filialen und 14 SB-Standorte. Gleichzeitig trage man aber auch dem geänderten Kundenverhalten Rechnung. Immer mehr Kunden suchten in der komplexer werdenden Finanzwelt intensiven Rat in den Beratungsgesprächen. Für die Post an die Bank gibt es künftig einen einfacheren Service: Mitglieder und Kunden erhalten von der Volksbank frankierte Briefumschläge.
Kritik am neuen Konzept äußerte Hermann Kik, gewählter Vertreter für den Filialbereich Ötlingen/Lindorf. Man nehme zu wenig Rücksicht auf Kunden, die kein Online-Banking betreiben wollen oder können, bemängelt er. Den Trend zur Digitalisierung bezweifle er nicht, „aber es gibt einen gewissen Prozentsatz an Kunden, die nach wie vor ihre Bankgeschäfte auf Papier oder von Angesicht zu Angesicht erledigen wollen“.
Die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, das größte Geldinstitut im Landkreis, hat zuletzt Ende 2021 Veränderungen vorgenommen. „In sehr moderater Weise“, wie Sprecher Martin Turetschek sagt. Beispielsweise sind die Filialen in der Esslinger Innenstadt, angepasst an die Öffnungszeiten der Geschäfte, seither von 9.30 und nicht mehr von 9 Uhr an geöffnet. Alle drei bis vier Jahre prüfe man die internen Strukturen, so Turetschek. An der Philosophie der Bank werde sich nichts ändern. Turetschek: „Nähe ist ein wichtiger Erfolgsfaktor.“ Im Landkreis betreibt die Kreissparkasse 93 Standorte, davon sind 63 mit Personal besetzt. Acht Standorte führe man gemeinsam mit örtlichen Volksbanken.

hf / Foto: Harald Flößer