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Der Kanzler macht Energiegeschäfte mit arabischen Diktatoren. Steht die deutsche Energieversorgung über den ethischen Grundsätzen?

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Immer mehr Blitzer am Straßenrand

Der Kreis Esslingen baut die Geschwindigkeitsüberwachung aus – 20 stationäre Anlagen kommen in nächster Zeit hinzu

Achtung, Fuß vom Gas! Viele Autofahrer im Landkreis Esslingen haben wohl schon festgestellt, dass immer mehr Blitzersäulen am Straßenrand stehen. Ob in Aichwald-Schanbach, Erkenbrechtsweiler, Lenningen-Brucken, Owen, Weilheim, Denkendorf oder Bempflingen – überall wurden in jüngerer Vergangenheit solche schwarz-silbernen Hightechgeräte installiert. Die Kreisverwaltung baut eigenen Angaben zufolge die stationäre Geschwindigkeitsüberwachung weiter aus. Hintergrund der Offensive ist unter anderem die wachsende Nachfrage vieler Gemeinden nach Tempokontrollen. Die wenigsten von ihnen blitzen in Eigenregie – anders als die größeren Städte im Kreis, die über eigene Bußgeldstellen verfügen.
„Das Landratsamt Esslingen hat im Jahr 2018 eine Konzeption zur Erneuerung der stationären Geschwindigkeitsmessanlagen im Landkreis Esslingen erarbeitet“, berichtet der Sprecher der Behörde, Wolf-Dieter Roser. „Dem vorausgegangen war die Überlegung, wie mit der damals auslaufenden, alten Technik bei den stationären Messanlagen umgegangen werden sollte.“ Insbesondere die umgangssprachlich als „Starenkästen“ bezeichneten Radarfallen waren in die Jahre gekommen und störanfällig geworden.
Der Landkreis Esslingen hat sich laut Wolf-Dieter Roser für eine technische Neuausstattung entschieden und das neue Konzept den Kommunen vorgestellt. Alle Standorte seien gemeinsam von Polizei, Bürgermeisterämtern sowie der Kreisbehörde festgelegt worden. Die fest installierten Messstationen zur Geschwindigkeitsüberwachung sollen, so lautet das erklärte Ziel, „zu einer angepassten Fahrweise der Verkehrsteilnehmer führen und für mehr Verkehrssicherheit sorgen“.
„Nach der Beendigung eines europaweiten Ausschreibeverfahrens konnten im Jahr 2021 die ersten 23 stationären Anlagen projektiert und in Betrieb genommen werden“, informiert Roser. Die Blitzersäulen wurden bei der Firma Jenoptik beschafft. Doch damit nicht genug: „Aktuell erfolgt die Inbetriebnahme von weiteren zehn Säulen, die im kommenden Jahr nochmals um zehn Anlagen aufgestockt werden“, teilt Roser mit.

Teil des Lärmaktionsplans

So wurde Anfang September in der Ortsdurchfahrt von Holzmaden eine Blitzersäule aufgebaut, um die Einhaltung des Anfang dieses Jahres ausgewiesenen Tempolimits von 30 Kilometern je Stunde überwachen zu können. Die Geschwindigkeitsreduzierung in der Bahnhofstraße, erläutert Bürgermeister Jochen Schepp, sei Teil des Lärmaktionsplans. Laut Gutachten hätten die Pegelwerte bei einer Vielzahl von Wohnhäusern entlang der Strecke über den gesundheitlich bedenklichen Werten gelegen. Schepp stellt aber klar: „Als Gemeinde haben wir hiervon keinen finanziellen Mehrwert. Die potenziellen Bußgelder gehen komplett zugunsten des Landratsamts.“
Die Blitzersäulen sind übrigens nicht die einzigen Messgeräte, die von der Esslinger Landkreisverwaltung betrieben werden. Zusätzlich erfolge die Geschwindigkeitsüberwachung im Kreis Esslingen mit drei mobilen Messeinheiten im Schichtbetrieb, berichtet Roser. „Im Zuge der technischen Neuausstattung wurde in diesem Jahr auch eine semistationäre Anlage, ein sogenannter Blitzeranhänger, beschafft.“ Der Vorteil dieses leicht versetzbaren „Enforcement Trailer“ sei, dass er Tempokontrollen auch an solchen Stellen ermögliche, die nicht mit einer festen Anlage überwacht werden könnten.
Die technische Aufrüstung spült übrigens ordentlich Geld in die Kasse des Kreises. „Es ist festzustellen, dass die Geschwindigkeitsverstöße und damit auch die Bußgeldeinnahmen in den vergangenen Jahren ansteigen“, sagt Roser mit Verweis auf entsprechende Zahlen. Und in dieser Statistik seien Fälle, die die Polizei oder die Städte messen, gar nicht berücksichtigt, merkt er an.
Wurden im Jahr 2020 im Landkreis Esslingen noch 40 119 Tempoüberschreitungen geahndet und insgesamt rund 923 500 Euro eingenommen, stieg die Zahl der vom Landratsamt verschickten Knöllchen im Jahr 2021 auf 44 424 an – und mit ihnen stiegen die Einnahmen auf 1,3 Millionen Euro. Allein in diesem Jahr sind laut Roser bis August bereits 45 523 Tempoverstöße registriert worden, die eingenommenen Verwarnungs- und Bußgelder kletterten bis dato auf 1,8 Millionen Euro. Wobei der deutliche Anstieg dieser Summe auch mit der Verschärfung des Bußgeldkatalogs im vergangenen November in Zusammenhang stehe, fügt Roser erklärend hinzu. Seither gelten bei gravierenden Überschreitungen nämlich höhere Geldstrafen.

Wie Raser ausgebremst werden

Blitzer: Die neuen Geschwindigkeitsüberwachungsgeräte der Firma Jenoptik haben ein schwarz-silbernes Design. Das Messsystem mit modernsten Lasersensoren liefert präzise Messergebnisse und hochauflösende, beweissichere Bilder – auch bei Dunkelheit oder wetterbedingt schlechteren Sichtverhältnissen. Sie können Geschwindigkeiten in beiden Fahrtrichtungen und auf mehreren Spuren gleichzeitig messen.
Tempoverstöße: Seit dem 9. November 2021 gilt der neue Bußgeldkatalog. Unter anderem sind Tempoverstöße teurer geworden: Die Verwarnungsgelder für Überschreitungen ab 16 bis 20 km/h wurden verdoppelt – von 35 auf 70 Euro, außerorts von 30 auf 60 Euro. Punkte in Flensburg gibt es aber erst ab 21 km/h zu schnell. Härter bestraft werden Raser: Wer etwa mit 91 km/h statt der erlaubten 50 km/h in der Stadt fährt, zahlt jetzt mindestens 400 statt wie davor 200 Euro.

eh / Foto: Gemeinde Holzmaden


Kein Strom zum Festpreis mehr

Die Eisstadien in Esslingen und Wernau starten in die Saison – Sorgen wegen Kostensteigerungen

Eisstadien haben einen hohen Stromverbrauch. „Es gibt für uns Großkunden seit Juli keine Angebote mit Festpreis mehr“, sagt Heike Mack, die Geschäftsführerin des Wernauer Eisstadions. Sie ist heilfroh, dass ihr Zwei-Jahres-Stromvertrag noch bis 31. Dezember läuft. Damit hat sie drei Monate Planungssicherheit, aber wie es danach weitergeht, ist ungewiss. Die EnBW als Grundversorger in der Region habe sie auf das Portal „Smart energy“ verwiesen, mit dem Unternehmen selbst ihren Strom bei der Pariser Börse einkaufen können. Wie das genau funktioniert, weiß Mack noch nicht. Sie muss sich in das Thema reinknien und dann am Jahresende entscheiden, ob und wie sie die Saison zu Ende bringen kann.
Im Esslinger Richard-Hirschmann-Stadion ist man schon mittendrin in der Strombeschaffung – zwangsläufig: Der bisherige Vertrag lief zum 31. August aus, der Anbieter wollte ihn nicht verlängern. Und es fand sich auch kein anderer Stromlieferant, berichtet Dirk Sihling, der stellvertretende Vorsitzende der ESG Esslingen. Ein Mehraufwand sei das natürlich, jetzt auch noch selbst den Strom einzukaufen, sagt Sihling. Aber Corona sei schließlich die beste Schule für Herausforderungen aller Art gewesen. Die Eissportgemeinschaft geht davon aus, dass sie trotz der Energiepreise über die aktuelle Saison kommt. Ihre Rücklagen werden dabei aber stark schrumpfen.
Im Esslinger Richard-Hirschmann-Stadion ist die „Vorsaison“ bereits gestartet, ab 8. Oktober läuft der Betrieb regulär. Zum Auftakt in Wernau gibt es am 29. September einen Tag der offenen Tür.
In Esslingen wie in Wernau ist es der Strom, der den größten Teil des Energieverbrauchs ausmacht. Er wird für die Kältetechnik gebraucht: für die Kühlung der Eisfläche von unten, aber auch beim Aufbringen der frischen Schicht an der Oberfläche. Dafür erwärme man das Wasser sogar, sonst verbinde es sich nicht mit dem bestehenden Eis, erklärt die Chefin des Wernauer Eisstadions. In Wernau habe man aber schon vor Jahren die Wassertemperatur von 60 auf 22 Grad senken können, dieses Jahr wolle man versuchen, mit der Temperatur aus der Leitung klarzukommen.
Beide Eishallen haben Photovoltaikanlagen auf dem Dach, speisen den gewonnenen Strom aber ins Netz ein. Alles andere wäre nicht sinnvoll, denn sie liefern ja den meisten Strom im Sommer.
Gas brauchen die Eisstadien nur für die Heizung und für Warmwasser. Man wolle aber davon „ziemlich runterkommen“, sagt Heike Mack. Das heißt in Wernau: keine Warmwasserbereitung und somit auch kein Duschen in diesem Winter. Das Publikum aus dem offenen Betrieb hat ohnehin nie vor Ort geduscht, betroffen sind aber die Gruppen, die zwischen den Laufzeiten trainieren. Geheizt werden nur noch die Personalräume und die Gaststätte, was in erster Linie über Abwärme aus der Kälteerzeugung funktioniert. In Esslingen bleiben die Duschen in Betrieb, denn bei der Eissportgemeinschaft hat der Vereinssport eine hohe Bedeutung. Aber auch hier hofft man, mithilfe der Abwärme den Gasverbrauch zu drosseln.
In beiden Einrichtungen steigen die Preise zur neuen Saison leicht an. Das sei unabhängig von der Energiekrise ohnehin geplant gewesen, versichern die Betreiber. Schließlich steigen auch die Personal- und andere Kosten. Die Energiekosten komplett auf die Kunden umzulegen, halten sie für nicht möglich, das würde mindestens eine Verdoppelung bedeuten. „Wir wollen ja, dass weiterhin Leute kommen“, sagt Dirk Sihling. Die Öffnungszeiten bleiben wie gehabt, was in Wernau aber auch heißt: Wie schon seit den Coronabeschränkungen öffnet das Eisstadion vormittags nur für angemeldete Schulklassen.
Trotz aller Ungewissheiten freuen sich die Betreiber, dass es jetzt wieder losgeht. „Wir versuchen, das Ganze optimistisch anzugehen, und freuen uns über jeden, der kommt“, sagt Dirk Sihling.

aia / Foto: Ait Atmane


Feiertage für die Jazzstadt

Maximilian Merkles Festival präsentiert vom 1. bis 22. Oktober internationale Stars und junge Musiker der Szene

Internationale Stars und junge Musiker geben sich vom 1. bis 22. Oktober beim internationalen Jazzfestival in Esslingen die Ehre. An unterschiedlichen Veranstaltungsorten von der Württembergischen Landesbühne (WLB) über die Stadtkirche St. Dionys und das Kulturzentrum Dieselstraße bis hin zum Neckar Forum und dem Jazzkeller in der Webergasse werden Musikerinnen und Musiker ein facettenreiches Bild ihres Genres zeichnen. Dass dabei auch der Nachwuchs zum Zuge kommen wird, ist Teil des Konzepts von Veranstalter Maximilian Merkle, der verrät: „Die Planung des Festival-Programms ist wie ein Puzzle. Und das Schöne ist: Es geht am Ende immer auf.“
Mit dem Saxofonisten Sandi Kuhn und dem Pianisten Volker Engelberth bestreiten zwei baden-württembergische Jazzpreisträger am 1. Oktober in der WLB den Auftakt. Gemeinsam mit dem Bassisten Jens Loh und dem Schlagzeuger Daniel Mudrack versprechen sie zarte Klänge von geradezu magischer Sogkraft. Im zweiten Teil des Konzerts setzt ein US-Quartett ein erstes Highlight: Schlagzeug-Legende Billy Hart, Ethan Iverson am Klavier, der Saxofonist Mark Turner und der Bassist Ben Street zählen zur Elite der New Yorker Jazzszene.
Das zweite Festivalwochenende steht zunächst im Zeichen des Klaviers, wenn am 7. Oktober der unlängst von der Jazz Journalists Association zum Pianisten des Jahres gekürte Vijay Iyer in der Stadtkirche St. Dionys zu hören sein wird. Iyer hat sein Können schon in unterschiedlichsten Besetzungen bewiesen – nun zeigt er in Esslingen, dass er auch solo eine Klasse für sich ist. Und am 8. Oktober erklingen kubanische Klänge in St. Dionys, wo sich der Pianist Gonzalo Rubalcaba und die Sängerin Aymée Nuviola als kongeniales Duo präsentieren.
Mit Enrico Pieranunzi hat sich ein Pianist angesagt, der am 13. Oktober nicht zum ersten Mal im Jazzkeller Akzente setzt – diesmal ist er solo zu hören. Die 23-jährige Pianistin Katherine Zyabluk eröffnet am 14. Oktober in der Württembergischen Landesbühne den Abend. „Ihre Eigenkompositionen bewegen sich zwischen Debussy und Monk, aber seit Beginn des Krieges adaptiert sie auch verstärkt ukrainische Volkslieder“, weiß Maximilian Merkle. Dieses Konzert beschließt das Quarteto Afro-Cubano des kubanischen Pianisten Omar Sosa. Klassische kubanische Musikstile wie Danzon und Cha-Cha-Cha verschmelzen mit Traditionen afrikanischer Musik.
Abdullah Ibrahim, der große Mann des afrikanischen Jazz, wird am 15. Oktober in der Stadtkirche St. Dionys auftreten. Neben der Zusammenarbeit mit John Coltrane, Ornette Coleman, Duke Ellington, Elvin Jones und Don Cherry in verschiedenen Besetzungen trat der südafrikanische Pianist – wie nun in Esslingen – immer wieder auch solo auf. Den Abschluss des dritten Wochenendes wird am 16. Oktober das Trio des tunesischen Oudspielers Dhafer Youssef gestalten, der für eine Fusion aus nordafrikanischer Musik und Jazz steht und sein Projekt „Sounds of Mirrors“ ins Neckar Forum mitbringt. Im Vorprogramm spielt die Festivalband – junge Jazzerinnen und Jazzer, die bereits beim renommierten Jazzfestival in Vienne in einem Workshop zusammengearbeitet haben und die nun in Esslingen ihr Programm perfektionieren.
Das Kulturzentrum Dieselstraße setzt dann am 22. Oktober den Schlusspunkt, wenn die französische Sängerin Leïla Martial mit ihrem Trio „BAA BOX“ eine charmante und komödiantische Performance von außergewöhnlicher Spannung verspricht.

adi / Foto: Veranstalter


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Noch kein Sieg in dieser Saison, wieder Heimspiel verloren, Platz im Tabellenkeller: Machen Sie sich schon (wieder) Sorgen um den VfB Stuttgart?

 

Foto: dpa

Sorgen um den VfB?

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Reha-Zentrum zieht ins QBUS

Die Nanz-medico-Gruppe wird auf gut 2000 Quadratmetern auch in Esslingen eine ZAR-Dependance eröffnen

Diese Nachricht könnte für eine gesunde Entwicklung des neuen, aber in der Bürgerschaft noch ungeliebten QBUS auf dem alten ZOB sorgen: Die Nanz-medico-Gruppe wird mit einem Zentrum für ambulante Rehabilitation (ZAR) mehrere Etagen in dem neuen Wohn-, Gewerbe-, Einzelhandels- und Gastrokomplex am Esslinger Bahnhof belegen. Das Familienunternehmen mit Sitz in Stuttgart betreibt eigenen Angaben zufolge unter dem Namen ZAR bereits mehr als 30 Zentren für ambulante Rehabilitation in ganz Deutschland – darunter auch in Stuttgart und Tübingen. Und es ist auf Expansionskurs: Auch im künftigen Einkaufszentrum Nürtinger Tor in der Hölderlinstadt soll ein ZAR entstehen.
Für die Eigentümerfamilie Nanz sei das Engagement in Esslingen eine Rückkehr zu den Wurzeln, heißt es in einer Pressemitteilung der LBBW. Schließlich habe Vorfahre Theodor Nanz einst unweit des QBUS vor rund 120 Jahren sein allererstes Geschäft gegründet – einen Kolonialwarenhandel. Hans-Udo Baku, Mitarbeiter der LBBW-lmmobilien-Gruppe und Projektleiter des QBUS, freut sich über den langfristigen Mietvertrag. Das neue Reha-Zentrum mitten in der Stadt sei sowohl für die Stadt als auch für die Patienten ein „absoluter Gewinn“. Zudem würden damit in größerem Umfang Arbeitsplätze geschaffen. ZAR stehe seit 1996 für Rehabilitation, Therapie und Gesundheitsleistungen, heißt es in der Mitteilung der LBBW. Mittlerweile habe sich Nanz medico zum größten Anbieter für ambulante Rehabilitationsleistungen in Deutschland entwickelt. Das Spektrum reiche von der mehrwöchigen Rehabilitation im Heilverfahren über Anschlussbehandlungen nach dem Krankenhaus bis hin zur medizinisch-beruflich orientierten Reha. Darüber hinaus biete man Nachsorgeprogramme, Therapie auf Rezept, Rehasport oder Präventionsprogramme an.
„Wir wollen Reha, Therapie und Gesundheitsleistungen dorthin bringen, wo die Menschen sie benötigen“, so Geschäftsführer Markus Frenzer über den neuen Standort in Esslingen. Der bringt mit seiner zentralen Lage direkt bei dem Bahnhof, dem Ärztezentrum im Einkaufszentrum Das ES und den Krankenhäusern in Stadt und Nachbarschaft auch für die Anbieter beträchtliche Vorteile. „Die gute Erreichbarkeit, unsere Vernetzung zu Kliniken und Ärzten der Region und aufeinander abgestimmte Angebote sind beste Voraussetzungen für eine nachhaltige Therapie“, erhofft sich Frenzer auch von dem neuen ZAR-Ableger, an dem die Patienten nach ihrem Programm jeden Tag wieder in ihr gewohntes Umfeld nach Hause gehen können.
„Wir gehen davon aus, dass ein erheblicher Teil der rund 25 000 Patienten, die wir jährlich stationär behandeln, die Möglichkeit einer ambulanten Weiterbehandlung in Esslingen gerne in Anspruch nehmen werden“, kommentiert denn auch Matthias Ziegler, Geschäftsführer des Klinikums Esslingen, die Nachricht.
Der Neubau soll im ersten Halbjahr 2023 fertig sein. Der Rewe-Markt im Erdgeschoss des dahinterliegenden Parkhauses, das ebenfalls zu der Immobilie gehört, wird bis zur Berliner Straße erweitert. Zudem entstehen im QBUS eine Mobilitätsstation sowie 1650 Quadratmeter für gastronomische Einrichtungen. Mit der Vermietung der mehr als 2000 Quadratmeter für das ZAR sind noch 500 Quadratmeter Büroflächen im ersten Obergeschoss frei. Weiterhin beherbergt der fünfgeschossige Komplex 132 Mikroapartments und 19 Penthouse-Wohnungen.
Die Stadt will das Umfeld des Neubaus aufwerten, der von den Bürgern vor allem wegen seiner Massivität kritisiert wird. Auf der Berliner Straße soll eine Fahrspur dem Gehwegbereich vor dem QBUS zugeschlagen werden, sodass die Gastronomie die Möglichkeit zur Außenbewirtschaftung hat. Zudem will die Stadt den Bahnhofsplatz über die Berliner Straße hinweg erweitern.

biz / Foto: Ines Rudel


Ringen um den Radschnellweg

Plochingen will seinen Landschaftspark schonen – Esslingen diskutiert über Trasse am Nord- oder Südufer des Neckars

Eigentlich will das Stuttgarter Regierungspräsidium (RP) noch in diesem Jahr die Vorplanung für die rund 20 Kilometer lange Radschnellwegtrasse zwischen Esslingen und Reichenbach abschließen. Bislang strampeln sich die Planer aber noch an zwei Hürden ab: In Plochingen will der Gemeinderat auf keinen Fall eine Asphaltstrecke durch die Streuobstwiesen im Landschaftspark Bruckenwasen haben. Jetzt hat er einen Alternativvorschlag nach Stuttgart geschickt. Und die Stadt Esslingen hatte sich zuletzt zwar schon darauf festgelegt, dass die Trasse auf ihrer Markung ab dem Alicensteg auf der Südseite des Neckars Richtung Deizisau geführt werden soll. Auf welcher Flussseite sie zwischen der Markungsgrenze Stuttgart bis dahin aber verlaufen soll, wird noch einmal überprüft.
Für diesen ersten Esslinger Streckenabschnitt hatten die Planer bislang wegen der kreuzungsfreien Linienführung und dem höheren Nutzerpotenzial die Nordseite des Neckars favorisiert. Aus Sicht des Rathauses wäre der auch deshalb attraktiv, weil mit dem anschließenden Schwenk beim Landratsamt auf die andere Uferseite die Sanierung des maroden Alicenstegs mitfinanziert werden könnte. Es gibt jedoch auch Stimmen im Gemeinderat, die eine neue Neckarbrücke weiter flussabwärts für funktionaler und die Südroute über die Pliensauvorstadt für weniger konfliktbehaftet halten.
Auch die Plochinger Ratsrunde hat den Stuttgarter Planern für einen Teil der geplanten Trassenführung schon grünes Licht gegeben. Einig ist man sich mit dem RP, die neue Radlerstrecke von Deizisau kommend am südlichen Rand des Landschaftsparks Bruckenwasen entlang der Kreisstraße zu führen und über eine neue Brücke etwa unter dem Plochinger Dreieck aufs östliche Neckarufer zu leiten. Doch ab da scheiden sich bislang die Geister: Die Planer wollen die Radler am liebsten durch die Streuobstwiesen des östlichen Landschaftsparks und unter der bestehenden Bahnunterführung beim Fischerheim ins Filsgebiet leiten. Doch der Bruckenwasen ist für den Plochinger Gemeinderat tabu, zudem befürchtet die Stadt in der schmalen Bahnunterführung zu viel Gedrängel. Jetzt hat hat sich der zuständige Ausschuss einstimmig hinter eine Alternativroute gestellt, die das eigene Verbandsbauamt als Ausweg aus der Sackgasse entwickelt hatte.
Diese aktuelle Plochinger Wunschtrasse lehnt sich an eine schon länger bestehende Variante mit einer neuen Bahnunterführung nördlich der Wernauer Kläranlage an. Die war dem RP aber bislang zu teuer, zu zeitaufwendig und zu schwierig. Zumal sie dann weiter entlang der Bundesstraße hätte verlaufen sollen – inklusive massiver Höhenunterschiede und langer Rampen. Auch der neue Vorschlag aus Plochingen braucht die neue Unterführung, führt dann aber anschließend nicht bergaufwärts entlang der B 10, sondern schwenkt ins Filsgebiet ab, das die Stadt ohnehin komplett neu ordnen will. Dann soll es südlich entlang der Fils weiter in Richtung Reichenbach gehen – bislang hatte Plochingen das Nordufer der Fils bevorzugt.
Diese Streckenführung käme bei der neuen Bahnunterführung mit wesentlich kürzeren Rampen aus und könnte den bestehenden Zufahrtsweg südlich der Fils nutzen. Sie bräuchte im weiteren Verlauf Richtung Reichenbach zwar eine weitere Brücke. Dafür würde der Ersatz der alten Filsbrücke, die die Stadt im Zuge der Neuordnung ihres Gewerbegebiets plant, finanziell nicht zulasten des Radschnellwegs verbucht. Allerdings hat auch diese Trasse ihre Tücken: Sie braucht teils private Grundstücke, zudem müssen die Interessen eines landwirtschaftlichen Betriebs und der Kleintierzüchter berücksichtigt werden. Der Bürgermeister Frank Buß: „Wir sind überzeugt davon, dass das der bessere, schnellere und fahrradfreundlichere Weg ist.“
Diese Überlegungen waren bereits im März Thema eines Ortstermins mit Vertretern aus dem RP sowie Plochingen und Wernau. Verbandsbauamtsleiter Wolfgang Kissling zufolge hat es seitens der Nachbarstadt positive Signale gegeben. Und die RP-Vertreter hätten zugesagt, die Vorschläge in ihre Planungsüberlegungen einzubeziehen. Bereits die Machbarkeitsstudie des Landkreises von 2019 hatte für diesen Abschnitt eine neue Bahnquerung und eine ähnliche Streckenführung ausgewiesen.

biz / Foto: Roberto Bulgrin


Mehr als nur ein Planschbecken

Auch im Kreis Esslingen wird bei Hallenbädern gespart – Schließungen könnten schwere Folgen haben

Die Energiekrise zwingt das gesamte Land dazu, massiv Strom und Gas zu sparen. Das betrifft vor allem Kommunen und führte so weit, dass das Bundeskabinett kürzlich eine umfangreiche Energiesparverordnung erlassen hat. Darin steht beispielsweise, dass öffentliche Gebäude nur noch auf maximal 19 Grad beheizt werden dürfen. Auch welche Gebäude wann und wie lange beleuchtet werden dürfen, ist darin geregelt. Viele Städte und Gemeinden im Südwesten sehen aber noch in einem anderen Bereich ein hohes Einsparpotenzial: In den Schwimm- und Hallenbädern. Diese sind meist Zuschussbetriebe und verschlingen viel Energie.
Erste Kommunen in der Region haben deshalb beschlossen, nicht nur die Hallen- und Wassertemperatur herunterzusetzen, sondern die Betriebe vorübergehend ganz einzustellen. So haben beispielsweise die Hallenbäder in Albstadt nach den Sommerferien nicht geöffnet. Neben Freizeitsportlern und Wellness-Fans leiden darunter vor allem Sportvereine sowie Kinder und Jugendliche. Ihnen werden Möglichkeiten genommen, schwimmen zu lernen und dies zu üben. Ein Blick in den Landkreis Esslingen zeigt, dass auch dort Sparmaßnahmen getroffen werden. Schließungen sind bei den befragten Betreibern bislang noch nicht geplant – können aber nicht ausgeschlossen werden.
Nachdem bekannt wurde, dass im Ostalbkreis Hallenbäder den Betrieb einstellen werden, um Energie zu sparen, veröffentlichte der Württembergische Landessportbund (WLSB) einen Appell an die Städte und Gemeinden im Land: „Die Hallenbäder müssen offen bleiben“, heißt es darin. Wenn nicht, säßen nämlich die Schwimmkurse der Sportvereine ebenso wie der Schwimmunterricht wieder auf dem Trockenen.
Sollte es tatsächlich auch im Landkreis Esslingen zu Bäderschließungen kommen, könnte das aus Sicht von Carola Orszulik schwerwiegende Folgen haben. Sie ist die Geschäftsführende Vorständin des SSV Esslingen. Der größte Sportverein der Stadt braucht nicht nur für seine Leistungssportler Wasserflächen, sondern vor allem auch, um Kindern und Jugendlichen Schwimmunterricht zu bieten. „Ich halte das für gesellschaftlich unverantwortlich und zu kurz gedacht“, sagt Carola Orszulik über mögliche bevorstehende Bäderschließungen.
Diese könnten nämlich ein Problem, mit dem der SSVE und viele weitere Vereine im Südwesten schon seit Langem zu kämpfen haben, zusätzlich verschärfen: Ihnen fehlen generell Trainingsmöglichkeiten. So hat die Stadt Esslingen ohnehin verhältnismäßig wenige Wasserflächen zu bieten. Dem Gegenüber steht die Problematik, dass in der Coronapandemie über einen langen Zeitraum weder Schwimmunterricht noch -kurse möglich waren und viele Kinder Nachholbedarf haben, erklärt Orszulik. Derzeit herrsche eine extrem hohe Nachfrage nach Kursen. „Der Stau löst sich einfach nicht auf.“ Die Traineranzahl und das Know-how seien nicht das Problem, der Verein könnte dahingehend noch mehr auffahren. Doch es fehle an Wasserflächen. Würden zusätzliche Flächen wegfallen, habe das große Auswirkungen.
Eine gute Nachricht: Die angefragten Bäderbetriebe in Esslingen, Altbach und Wernau planen nicht, im Herbst und Winter den Betrieb einzustellen. Zunächst wollen sie versuchen, andere Mittel zu nutzen. So wird im Altbacher Hallenbad, das mit Fernwärme versorgt wird, die Wassertemperatur auf 27 Grad herabgesetzt. Weil es als Sport- und Gesundheitsbad genutzt wird, „sollte die Wassertemperatur für die Badegäste noch erträglich bleiben“, erklärt Karolin Stollsteimer, die im Rathaus für den Betrieb zuständig ist. Außerdem soll die Steuerungstechnik optimiert werden. Ähnliches gilt für Wernau, wo sowohl das Hallenbad als auch die Wellness-Landschaft im Quadrium wieder geöffnet haben. Das Wasser wird dort statt 28 nur 26 Grad haben. Zudem sind die Ticketpreise gestiegen.
Auch in den Hallenbädern der Stadtwerke Esslingen, dem Merkel’schen Bad und dem in Berkheim, müsse möglicherweise die Becken- und Raumtemperatur angepasst werden, heißt es in einer Mitteilung. Und eine Schließung könne nicht ausgeschlossen werden.

dcb / Foto: Ines Rudel


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Die Queen ist tot, es lebe der King. In Großbritannien wird aus dem Prinzen König Charles III. – im Alter von 73 Jahren. Hat Charles das drauf?

Foto: dpa

Kann Charles König?

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Auf der Burg gehen die Lichter aus

Stadt und Stadtwerke Esslingen präsentieren Konzept zum Energiesparen – Plan mit Gutschriften für Gassparfüchse

Beim Gedanken an den Winter läuft es manchem eiskalt den Rücken herunter. Diese Bedenken haben ihre Berechtigung, meint Jörg Zou. Der Esslinger Stadtwerke-Chef rechnet mit einer Verdreifachung der Gaspreise. Zudem könne es bei der Energieversorgung zu Engpässen kommen. Gewerbetreibende müssten sich auf Einschränkungen einstellen. Privatleute seien weniger von den Folgen einer möglichen Energieknappheit betroffen. Doch solche Prognosen erfolgten immer unter Vorbehalt: Die Entwicklung hänge auch davon ab, wie kalt oder wie mild der Winter werde. Das Verhalten der Russen könne auch niemand vorhersagen. Dennoch wollen sich Stadtwerke und die Stadt Esslingen auf die Situation einstellen und Energie sparen.
Ohne Opfer geht es nicht, stellte Finanzbürgermeister Ingo Rust klar. Die Stadt tue, was notwendig, aber vor den Bürgern vertret- und zumutbar wäre. Zu den Reaktionen auf die Energiekrise zählte er in den Sporthallen die Absenkung der Raumtemperatur auf 17 Grad, eine niedere Temperatur bei Duschen und Warmwasser sowie eine geringere Heizung von Verkehrsflächen wie Fluren. Die Sporthallen sollen zudem künftig in den Schulferien nur noch für den Leistungs- und Spitzensport geöffnet haben.
Die Esslinger Burg, die Mettinger Kirche und der Turm der Frauenkirche bleiben im Dunkeln, Straßenbeleuchtungen werden eingeschränkt. Sicherheitsbedenken ließ Rust nicht gelten: Die Beleuchtung werde an die Nachtzeiten angepasst. Nach Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang sei es bis zu eine Stunde hell – in dieser Zeit würden die Laternen ausgeschaltet. Durch diesen Schritt sei das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger nicht beeinträchtigt.
Und noch eine Bemerkung war Rust wichtig: Kinder- und Anfängerschwimmkurse würden nicht gestrichen. Lediglich die Babyschwimmkurse würden entfallen, da sie sehr hohe Wassertemperaturen erfordern. Energie solle in den Bädern aber durch die Absenkung der Wasser- und Raumtemperaturen, die Außerbetriebnahme des Warmsprudlerbeckens und die Anpassung der Saunabetriebszeiten am Vormittag gespart werden.
Kritik übte der Finanzbürgermeister an dem zögerlichen Verhalten des Landes. Für die Kindergärten und Schulen würde es keine Empfehlungen zum Umgang mit der aktuellen Situation geben. Hier bestehe dringend Handlungsbedarf, da die Richtlinien auch umgesetzt werden müssten. Die Regelungen dürften nicht in das Ermessen jeder Kommune gestellt werden, da sonst ein Ungleichgewicht entstehen würde.
Städtische Mitarbeiter müssen sich im Winter aber warm anziehen. In den Büroräumen wird eine Raumtemperatur von 19 Grad festgezurrt. An den Wochenenden und nachts soll die Heizung noch weiter nach unten gedreht werden. Verkehrsflächen wie Flure oder Lagerräume sollen ebenfalls weniger geheizt werden. Vor einer Erkältungswelle und einem hohen Krankenstand fürchtet sich die Stadtspitze nicht. Er gehe nicht davon aus, dass seine Mitarbeitenden ihren Tätigkeiten im Parka nachkommen müssten, meinte Oberbürgermeister Matthias Klopfer. Aber der Dresscode müsste angepasst werden. Mit einem Rolli unterm Anzug seien die Raumtemperaturen kein Problem.
Die Stadtwerke Esslingen (SWE) schnallen ebenfalls den Energiegürtel enger. Der Aufbau von Fotovoltaikanlagen, die vermehrte Nutzung von Wasserstoff sowie der Auf- und Ausbau des Nah- und Fernwärmenetzes der SWE sollen für Einsparungen sorgen, erklärte Jörg Zou. Geplant sei der Ausstieg aus fossilen Erzeugungsanlagen, die Energieberatungen für Verbraucher sollen ausgebaut werden. Ein Bonbon hält der Jörg Zou für Sparfüchse bereit: Wer weniger Gas verbraucht, bekommt Geld zurück (Anmeldung unter www.swe.de). Sinkt der Verbrauch um zwölf Prozent, könnte eine Gutschrift in Höhe von 80 bis 100 Euro erfolgen. Sparen tue not. Die Gasspeicher seien derzeit zu 85 Prozent gefüllt. Gesetzlich seien aber 90 bis 95 Prozent vorgeschrieben.

sw / Foto: Horst Rudel