Hochprozentiger Einsatz für die Natur

Die vier Obst- und Gartenbauvereine in Ostfildern wollen weg vom angestaubten Image – Eigener Schnaps ist ein Anfang

Wettbewerbe für den schönsten Blumenschmuck im Ort und Baumschneidekurse im Winter – das fällt einem normalerweise zur Arbeit der Obst- und Gartenbauvereine (OGV) ein. Doch das war gestern. In Ostfildern mit gleich vier eigenständigen Vereinen hat sich in den vergangenen Jahren ein grundsätzlicher Wandel vollzogen. „Weg vom angestaubten Image“, so lautet die Devise. „Wir sind heute ein äußerst motivierter, lebendiger Verein“, sagt Oliver Galle, der Vorsitzende des OGV Kemnat. „Unser Ziel ist, die Natur zum Erlebnis zu machen.“ Mit Erfolg, wie sich an den steigenden Mitgliederzahlen, gerade unter jungen Familien, ablesen lässt.
Der Jahreskalender ist voll mit Aktionen und Veranstaltungen. „Vor allem mit den Schulen und Kitas machen wir sehr viel“, erklärt Galle. Saft pressen, auf Wiesen die Welt der Insekten erkunden, einen Imker besuchen, Kartoffelernte, Betreuung des Schulgartens – den pädagogischen Auftrag nehme man im Verein sehr ernst. Aber auch junge Familien möchte man gezielt ansprechen. Mit den Kollegen aus den benachbarten Vereinen wolle man ein 8100 Quadratmeter großes Grundstück bei Ruit pachten, das Familien für gemeinsame Veranstaltungen nutzen können. Überhaupt peile man unter den Obst- und Gartenbauvereinen ein verstärktes Miteinander an. Der Oberbürgermeister Christof Bolay habe dafür seine Unterstützung zugesagt, so Galle.
Was aus einer solchen Kooperation erwachsen kann, zeigte sich Ende Juni beim „Gartentraum“ auf dem früheren Gartenschaugelände im Scharnhauser Park. Viele Besucherinnen und Besucher genossen bei traumhaftem Wetter das vom Amt für Kultur und Vereine der Stadt Ostfildern angestoßene neue Format: Begegnung, Markt und Austausch zu allen Themen des Gärtnerns. An mehr als 30 Ständen wurden Pflanzen, Dekoration, Obst und Gemüse angeboten. Eine tragende Rolle spielten dabei die heimischen Obst- und Gartenbauvereine. „Das war für uns alle eine tolle Sache“, findet Matthias Noske, der beim Verein in Kemnat aktiv mitmischt. Für den „Gartentraum“ konstruierte er ein Smoothie-Fahrrad. Mit einem Bike aus Schrottteilen konnte jeder Besucher einen Küchenmixer antreiben, der Obst und Gemüse für einen leckeren Trunk verarbeitete. Der Upcycling-Gag kam gut an, genauso wie die anderen Angebote der Vereine, zum Beispiel das beliebte Schlürferle, ein Gemisch aus Apfelsaft, Sekt und Most, das schon bei der Landesgartenschau 2002 ein Renner war.
Und natürlich der eigene Schnaps, der 2018 erstmals gebrannt wurde. Die gute Obsternte damals habe den Anstoß gegeben für eine Gemeinschaftsaktion der besonderen Art, berichtet Harald Eggert, der stellvertretende Vorsitzende des OGV Ruit, Parksiedlung und Scharnhauser Park. Bei einem Kennenlerntreffen der Vereinsvorstände habe man vereinbart, erstmals miteinander etwas auf die Beine zu stellen. Warum nicht einen Schnaps aus Ostfilderner Streuobst? Gesagt, getan. Mit 400 Liter Maische haben die Hobbybrenner vor vier Jahren angefangen. Das ergab etwa 40 Liter Hochprozentiges. 2019 waren es schon 1100 Liter Maische. Geld verdienen wollen die Vereine mit ihrem Schnaps-Projekt nicht. „Kommerz ist nicht unser Ziel“, sagt Oliver Galle. Viel mehr gehe es um Gemeinschaftsgefühl und das Bewusstsein, miteinander das Kulturgut Streuobst zu pflegen.
Das schätzen viele Menschen, nicht nur in Ostfildern. Wenn die Schnäpse etwa bei der Kirbe angeboten werden, sind sie schnell vergriffen. Zur Schnapsgruppe in Ruit zählt auch Kai Libich. Der Physiker war mit seiner Frau nach zehn Berufsjahren in München wieder zurückgekehrt in die alte Heimat, auch der Natur wegen. Bei der Suche nach einem Gütle stieß er auf Harald Eggert. Und der konnte Libich schnell für die Arbeit im Verein begeistern. Für solche Naturschätze müsse man die Menschen viel mehr sensibilisieren, sagt Matthias Noske. Genau das wollten die Obst- und Gartenbauvereine erreichen. Ihm tue es in der Seele weh, wenn Lebensmittel vergammeln. Was Obst angehe, biete die Natur hier einen reich gedeckten Tisch.

hf / Foto: Horst Rudel


Nur Bewässerung rettet die Ernte

Die Hitze und Trockenheit der vergangenen Monate haben der Landwirtschaft auch im Kreis Esslingen zugesetzt

Extrem heiß, extrem trocken, extrem anstrengend: Dieser Sommer mit seinen Rekordtemperaturen und der wochenlangen Trockenheit hat nicht nur vielen Menschen zugesetzt. Sondern auch der Landwirtschaft im Kreis Esslingen – wenn auch nicht überall in gleichem Maße. Besonders hart getroffen hat es feuchtigkeitsliebende Kulturen wie Kartoffeln. Auch bei manch anderem Gemüse wäre die Ernte ohne Bewässerung wohl ein Totalausfall gewesen.
Andreas Rapp, der auf seinem Weilerhof in Esslingen Gemüse und Wein anbaut, hat bei den Kartoffeln rund 30 Prozent Ernteausfall zu beklagen. Den Pflanzen habe schlicht das Wasser gefehlt, sagt der Landwirt. Dadurch seien die einzelnen Knollen klein geblieben und der Ertrag gering. Allerdings habe er die Kartoffelfelder auch nicht bewässert, denn das wäre zu aufwendig gewesen. Bei anderen Kulturen hingegen ist er ums Beregnen gar nicht herumgekommen, etwa beim Salat oder empfindlichen Gemüsesorten. „Die Pflanzen wären sonst sofort verdorrt.“ Dennoch seien angesichts des Wassermangels viele Kulturen auffällig klein geblieben, etwa Sellerie, Rosenkohl oder auch Kürbis. Im vergangenen Jahr habe er teils wochenlang nicht bewässern müssen, in diesem Sommer sei das bald alle drei Tage nötig gewesen.
Für Rapp ist das ganz klar ein Zeichen für den Klimawandel. „Wir merken einfach, dass solche Extreme häufiger werden“, sagt er. Damit müsse man umgehen. „Wir Landwirte arbeiten immer schon mit der Natur und müssen uns immer wieder neu arrangieren.“ Er überlege jetzt, ob es sinnvoll sei, die Kartoffeln früher im Jahr zu setzen, wenn Niederschläge wahrscheinlicher sind. Aber dann müssten sie vielleicht im Hochsommer bei Temperaturen jenseits der 30 Grad geerntet werden – auch nicht gerade ideal. Sicher aber müsse man sich künftig auf andere Sorten konzentrieren, die resistenter gegen Hitze und Trockenheit seien. Im Weinbau sehe man das deutlich: Während der heimische Trollinger inzwischen oft zu kämpfen habe, gedeihe etwa der Syrah mittlerweile prächtig.
Auch Tobias Briem, Vorsitzender des Esslinger Kreisbauernverbandes, spricht von einem sehr ungewöhnlichen Sommer: „Ohne Bewässerung wäre die Landwirtschaft in diesem Jahr nicht denkbar gewesen.“ Selbst der Kohl, der so tief wurzele, dass er eigentlich nie gegossen werden müsse, habe zusätzliches Wasser gebraucht, ebenso wie fast die gesamte Palette der Gemüsesorten. Generell habe wohl jeder hier unter der Trockenheit gelitten – aber je nach Standort in sehr unterschiedlichem Ausmaß.
Denn es habe durchaus Regen gegeben, allerdings nur sehr punktuell und eigentlich nur im Zusammenhang mit Gewittern. Dabei sei zwar teils recht viel Niederschlag heruntergekommen, aber in so kurzer Zeit, dass der Boden die Feuchtigkeit auf die Schnelle gar nicht habe aufnehmen können. Zudem seien die Unwetter so lokal begrenzt gewesen, dass die Bedingungen für die Landwirtschaft teils im Abstand von wenigen hundert Metern extrem unterschiedlich gewesen seien. So habe man in manchen Bereichen mit bis zu 50 Prozent Ernteausfall zu kämpfen, in anderen mit gar keinem. Das kann der Esslinger Landwirt Rapp nur bestätigen: „Wir haben dieses Jahr das Gefühl, der Regen vergisst uns: Er fällt entweder auf den Fildern oder im Remstal.“ Unterdessen habe der mehrtägige, flächendeckende Landregen, den die Pflanzen so dringend gebraucht hätten, komplett gefehlt, so Briem.
Der Mais sei wegen der Hitze rund drei Wochen früher geerntet worden als üblich – und weise teils deutliche Trockenschäden auf, was für diese robuste Kultur sehr ungewöhnlich sei. Beim Getreide wiederum liege die Erntemenge zwar nur geringfügig unter dem Durchschnitt früherer Jahre. Doch wegen der Trockenheit sei der Eiweißgehalt im Korn geringer und die Qualität damit schlechter.
Gleichwohl sei der Kreis Esslingen nach wie vor ein „Gunst-Standort“ im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands, etwa in Hessen oder Thüringen, betont Tobias Briem. Hier wachse alles noch deutlich üppiger als anderswo. Doch die Landwirte müssten sich darauf einstellen, immer mehr mit dem Klimawandel zu tun zu haben – und etwa mit dem Pflanzen hitzeresistenter Sorten vorbeugen.

meb / Foto: Roberto Bulgrin


Abgestimmt!

Es gibt Diskussionen, ob Krankenkassen Kosten für Homöopathie übernehmen sollen. Die Grünen streiten über die ärztliche Fortbildung in dem Bereich. Setzen Sie auf Globuli?

Foto: dpa

Auf Globuli setzen?

  • Ja! (53% )
  • Nein! (47% )
Loading ... Loading ...

Eine spannende Mischung

„ES funkelt“, die „Wein-Lounge“ und der Tag des offenen Denkmals sorgen in Esslingen am Wochenende für viel Betrieb

Genuss, Geschichte, Einkaufserlebnis: Am kommenden Wochenende lässt sich in Esslingen tief ins Leben eintauchen. Die „Wein-Lounge“, die lange Einkaufsnacht „ES funkelt“ sowie Tag und Nacht des offenen Denkmals sorgen für viel Betrieb.
Einkaufen bis Mitternacht heißt es bei „ES funkelt“ am Samstag, 10. September. Viele Geschäfte in der Innenstadt öffnen bis 24 Uhr, auch die Gastronomen machen einen Besuch Esslingens bis in die späten Abendstunden schmackhaft. Doch geht das Angebot des Abends über das reine Shoppen und Speisen hinaus. Die Geschäfte haben kreative Aktionen angekündigt. Die Straßen werden illuminiert. Ein „Lichtermarkt“ findet im Anschluss an den Wochenmarkt auf dem Marktplatz statt. Beim Nachtflohmarkt werden Kunsthandwerk, Antiquitäten, Upcyclingprodukte, Dekoratives und mehr angeboten, die Stände ziehen sich vom Rathausplatz über die Ritterstraße bis zum Blarerplatz. Eine Modenschau wird es geben, Sternentänzer treten auf, als „leuchtende Highlights“ sind Stelzenläufer angekündigt. Für Live-Musik sorgen in der Küferstraße Michael Niederkofler mit seiner Ukulele und der Singer-Songwriter Stefan Brog.
Mit der „Wein-Lounge“ hält ein neues Festformat Einzug in Esslingen. An zehn Ständen können auf dem Hafenmarkt überwiegend Tropfen aus der Stadt und der Region genossen werden, auch werden Speisen angeboten. Geöffnet ist das Weindorf von Freitag bis Sonntag, 9. bis 11. September, jeweils von 11 bis 23 Uhr. Die Viertelesschlotzer sollen dabei – wenn es nach den Veranstaltern Enzo Messinese und Markus Hägele geht – auch mit den Wengertern ins Gespräch kommen. Im Vordergrund soll die Begegnung stehen, Musik soll für einen angenehmen Hintergrund sorgen.
Die erste Esslinger „Wein-Lounge“ soll laut Messinese nicht nur Genuss-, sondern auch ein bisschen Messecharakter mitbringen. Sie solle den Wein, den Weingärtner und die Geschichte rund um den Wein neu ins Rampenlicht rücken. Angesprochen werden sollen etablierte Viertelesschlotzer aber auch die junge Vino-Generation. Und da mit einem Winzer-Generationenwechsel viel Dynamik in die Wein-Metropolregion Stuttgart gekommen sei, biete sich auch einem erfahrenen Genießer manche Überraschung. Das Angebot sei breit, facettenreich und durch alle Güteklassen gestreut, kündigen die Veranstalter an.
Esslingen kann mit einem ordentlichen Pfund an historischer Bausubstanz wuchern. Und da die Stadt auch noch Sitz des Landesdenkmalamts ist, ist es kein Wunder, dass sie zur Stätte der landesweiten Eröffnung des Tags des offenen Denkmals auserkoren wurde. Dadurch bleibt es allerdings nicht nur beim Tag, sondern wird es auch eine Nacht des offenen Denkmals geben. Beides wird damit in Verbindung gebracht, dass vor 50 Jahren das Denkmalschutzgesetz Baden-Württembergs erlassen wurde.
Am Samstag, 10. September, steht ab 17 Uhr die öffentliche Auftaktveranstaltung in der Stadtkirche St. Dionys auf dem Plan. Zurück in die Vergangenheit geht es dann ab 18 Uhr: Viele Denkmale dürfen bis weit in die Nacht hinein kostenfrei besichtigt werden. Nach Angaben der Veranstalter werden die ältesten Fachwerkhäuser und Sakralbauten aus der Zeit des Stadtausbaus ebenso präsentiert wie jüngere Bauten, etwa die Schelztor-Sporthalle. Es geht auf Tore und Türme, aber auch in mittelalterliche Gewölbekeller. Musik gibt es auch. Von 20.45 bis 21.30 Uhr werden in der Innenstadt im Wechsel Alphörner, das Glockenspiel und Trompeten zu hören sein.
Am Sonntag, 11. September, stehen beim Tag des offenen Denkmals ab 11 Uhr Führungen, Vorträge, Besichtigungen, Ausstellungen und Stadtrundgänge auf dem Programm, es werden Einblicke auch in sonst verschlossene Sehenswürdigkeiten gewährt. Der Gastgeber, das Landesamt für Denkmalpflege in der Berliner Straße 12, macht ebenso mit wie die städtischen Museen mit einem Programm für Groß und Klein. Das ausführliche Programm kann unter dem Stichwort „Tag des offenen Denkmals“ unter www.esslingen.de abgefragt werden.

hin / Foto: Ines Rudel


Vom Aussiedlerhof zur „Vorstadt“

Auf dem Stumpenhof wird am Wochenende das 300-jährige Bestehen des Stadtteils gefeiert

Der Aussichtsturm, der Teckplatz, neues Zuhause für Heimatvertriebene, ehemaliger Klinikstandort, der Kletterwald, die Bühleiche, das Restaurant: Stichworte, die mit dem Stumpenhof in Verbindung gebracht werden. Doch das sind nur einige Schlaglichter, die auf den Plochinger Stadtteil geworfen werden – und das auch noch teils aus der jüngeren Geschichte. Denn der Stumpenhof besteht seit 300 Jahren. Das wird nun am Samstag und Sonntag, 10. und 11. September, gefeiert. Am Freitag wird zudem ein Buch zur Stumpenhof-Geschichte vorgestellt.
Seine Anfänge hatte der Stumpenhof als Aussiedlerhof im 18. Jahrhundert – der erste Beleg ist in einem Lagerbuch aus dem Stadtarchiv urkundlich auf den 18. Februar 1722 dokumentiert. Groß geworden ist er in den 1950er-Jahren, als der Architekt Heinz Rall die „Vorstadt“ Stumpenhof plante, um für zahlreiche Menschen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten eine neue Heimat zu schaffen. Und in diesem Jahr hat nun die Außenstelle des Landratsamts auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses ein Zuhause gefunden – sie öffnet am Samstag zum Tag der offenen Tür.
Die Geschichte des Stumpenhofs begann im Jahr 1722. Die beiden Plochinger Bürger Jakob Wörner und Lukas Wolfsdörfer bauten auf der Anhöhe über Plochingen ein Doppelhaus. Friedrich Stumpp, der die Tochter von Jakob Wörner heiratete, übernahm im 18. Jahrhundert den Hof und gab ihm den Namen Stumpenhof. Seit 1892 gibt es dort eine Gastwirtschaft. Schon damals erfreute sich der „Stumpenhof“ großer Beliebtheit bei Wanderern und Spaziergängern. Das lag auch an der Nähe zum Aussichtsturm, der im selben Jahr erbaut wurde.
Der Jubiläumsturm auf dem Stumpenhof bietet einen großartigen Blick auf die Schwäbische Alb. Am 21. März 1892 wurde diese Attraktion – zunächst als Holzkonstruktion – eingeweiht. Die hatte jedoch ihre Nachteile. Der Turm musste immer wieder repariert werden, und bei Nässe konnte man ihn nicht betreten. Anlässlich des 50. Geburtstag des Schwäbischen Albvereins, der in Plochingen gegründet wurde, wurde 1938 der heutige Jubiläumsturm gebaut.
In den 1930er-Jahren begannen erste Familien, auf dem Stumpenhof Flächen zu erwerben, um darauf zu bauen. Im Jahr 1952 beschloss der Plochinger Gemeinderat, eine Vorstadt für die Heimatvertriebenen auf dem Stumpenhof zu bauen. Einen Architektenwettbewerb für die Konzeption der neuen Siedlung gewann der Stuttgarter Heinz Rall. 1954 waren die ersten Häuser bezugsfertig. Die katholische Kirche St. Johann wurde 1960 errichtet, sechs Jahre später kam die evangelische Paul-Gerhardt-Kirche am Teckplatz dazu. Auch der Teckplatz ist auf den Entwurf von Rall zurückzuführen. Mit den Häusern im Neubaugebiet Stumpenhof-Süd ist der Stadtteil in den vergangenen Jahren nochmals deutlich gewachsen.
Zum Jubiläum ist das 268 Seiten starke, umfangreich bebilderte Buch „Stumpenhof – ein Plochinger Stadtteil“ des Autorentrios Dagmar Bluthardt, Joachim Hahn und Susanne Martin erschienen. Dies wird am Freitag, 9. September, 19 Uhr, in der Paul-Gerhardt-Kirche vorgestellt und kann am Festwochenende erworben werden. Für Plochingens Bürgermeister Frank Buß ist das Fest eine Gelegenheit, die Identität des Stadtteils auszudrücken: Auf dem Stumpenhof habe sich eine ganz eigene Gemeinschaft entwickelt.
Am Samstag wird von 15 bis 23 Uhr (Tag der offenen Tür der Landratsamt-Außenstelle 10 bis 16 Uhr), am Sonntag von 11 bis 19 Uhr gefeiert. Viel Musik wird dabei zu hören sein, am Samstagabend unter anderem von den Plochinger Kultbands „Käsloible“ und „Maroons“. Es gibt sportliche und Theaterauftritte, Präsentationen, Führungen, einen ökumenischen Gottesdienst (Sonntag, 10.15 Uhr), Mitmachaktionen, zudem Attraktionen für Kinder. Die Fotopräsentation „Der Stumpenhof gestern und heute“ wird in der in der Paul Gerhardt-Kirche am Samstag (17 Uhr) und am Sonntag (14 und 16.30 Uhr) gezeigt.

Info: Detailliertes Programm unter http://www.plochingen.de

ap/hin / Foto: Stadt Plochingen


Die Ämterrochade der Kreisverwaltung

Wegen des Neubaus in den Esslinger Pulverwiesen sind viele Ämter des Landratsamtes interimsweise umgezogen

Die Tage des alten Landratsamtes in den Esslinger Pulverwiesen sind gezählt, der Rückbau des aus den 1970er-Jahren stammenden Verwaltungsgebäudes ist in vollem Gange. Anstelle des grünen Altbaus wird ein neues Gebäude für rund 675 Behördenmitarbeiter entstehen. Während der Bauarbeiten, die voraussichtlich bis Ende 2025 dauern werden, sind einige Ämter und Sachgebiete der Kreisverwaltung interimsweise in unterschiedliche Gebäude in Esslingen ausgelagert worden, andere haben dauerhaft im jüngst fertiggestellten Neubau in Plochingen einen neuen Standort gefunden. Wo sich jetzt welche Dienstelle befindet – hier gibt es den Überblick.

Esslingen – Pulverwiesen: Bestehen bleibt der silberfarbene Ergänzungsbau des Landratsamts, der erst 2009 fertiggestellt wurde und in dem derzeit rund 370 Beschäftigte arbeiten. In dem Gebäude befinden sich alle Ämter und Dienstleistungen aus dem Sozialbereich wie das Kreissozialamt, das Jugendamt, das Amt für besondere Hilfen und die Sozialen Dienste. Wegen der Abrissarbeiten sind der Haupteingang des Landratsamtes stillgelegt und ein neuer, provisorischer Eingang geschaffen worden. Banner weisen Besuchern den Weg am Bauzaun entlang bis zur Rampe am Eingang. Im Eingangsbereich gibt es Wartebereiche, Mitarbeitende des Sozialdezernats kümmern sich um die Anliegen der Besucher, fungieren quasi als Lotsen.

Esslingen – „Das ES“: Anlaufstelle für alle, die im Kreis ein Kraftfahrzeug um-, an- und abmelden möchten, ist die Kfz-Zulassungsstelle, die sich nun im zentral gelegenen Einkaufszentrum „Das ES“, Fleischmannstraße 4, befindet. Sie wird ihren Sitz nach Fertigstelung des Neubaus wieder in die Pulverwiesen verlegen. Ebenfalls interimsweise haben das Umweltschutzamt, das Amt für Wasserwirtschaft und Bodenschutz, das Personal- und Organisationsamt, das Amt für Kommunalaufsicht und Öffentlichen Personennahverkehr sowie die Kämmerei und die Kreiskasse Büroräume im „ES“ bezogen.

Esslingen – Fleischmannhaus: In die Fleischmannstraße 2 sind die Geschäftsstelle des Kreistags, die Wirtschafts- und Tourismusförderung, die Kultur- und Öffentlichkeitsarbeit, die Pressestelle der Kreisverwaltung sowie die Dienststelle für Ausbildung und Qualifizierung gezogen. Landrat Heinz Eininger selbst hat sein Büro im Gebäude der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, Am Kronenhof. Das passt: Er ist kraft Amtes Vorsitzender des Verwaltungsrates der öffentlich-rechtlichen Institution.

Esslingen – Württemberger Hof: Der Info-Point des Landratsamtes ist in den Württemberger Hof gegenüber dem Zentralen Omnibusbahnhof in der Esslinger Innenstadt (Neckarstraße 1) umgezogen. Im gleichen Gebäude befinden sich die Gewerbeaufsicht, das Amt für Katastrophenschutz und Feuerlöschwesen, die Stabsstelle Klimaschutz sowie die Poststelle.

Esslingen – Röntgenstraße: Die durch den Umzug des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) des Landkreises Esslingen frei gewordenen Räume in dem Gebäude im Industriegebiet Neue Neckarwiesen zwischen Oberesslingen und Zell nutzen inzwischen andere Dienststellen der Kreisverwaltung – und zwar das Revisionsamt sowie das Amt für Bauen und Naturschutz.

Plochingen – Stumpenhof: Auf dem Stumpenhof wurde das ehemalige Kreiskrankenhaus zum Bürogebäude umgebaut und um einen Anbau ergänzt. Insgesamt sind dort jetzt 500 Kreisbedienstete beschäftigt. Im Bestandsbau (Am Aussichtsturm 5) befinden sich das Kreisarchiv, das Gesundheitsamt, das Amt für Geoinformation und Vermessung, das Amt für Kreisimmobilien und Hochbau, das Amt für Kreisschulen sowie das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt. Die Ämter mit starken Publikumsverkehr befinden sich im Neubau (Am Aussichtsturm 7), darunter das Ausländeramt, die Führerscheinstelle, das Kreismedienzentrum, das Rechts- und Ordnungsamt sowie das Straßenverkehrsamt. Im Obergeschoss ist der Abfallwirtschaftsbetrieb untergebracht, der zuvor sein Domizil in der Röntgenstraße hatte.

Allgemeine Verwaltung: Das Landratsamt Esslingen ist die kommunale Behörde für rund 535 000 Einwohner in den 44 Städten und Gemeinden des Landkreises. Die Zahl der Mitarbeitenden beläuft sich derzeit auf rund 2300. Das Spektrum der Aufgaben und Dienstleistungen reicht von A wie Abfallwirtschaft über F wie Fremdenverkehrsförderung bis Z wie Zulassung. Die Postanschrift für alle Dienststellen lautet: Landratsamt Esslingen, 73726 Esslingen am Neckar. Die Telefonnummer (07 11 / 39 02-0) und die E-Mail-Adresse (lra@lra-es.de) bleiben unverändert.

Info: Informationen über die Zuständigkeiten der Ämter und ihre Öffnungszeiten unter http://www.landkreis-esslingen.de

Neuer Standort Plochingen

Neubau: Im März dieses Jahres wurde der 35 Millionen Euro teure Neubau auf dem Stumpenhof in Plochingen bezogen, eingeweiht wurde er im Juli. Er ergänzt das Verwaltungsgebäude im früheren Kreiskrankenhaus, das nach dessen Schließung 2014 zum Bürotrakt umgebaut wurde.

Tag der offenen Tür: Am Samstag, 10. September, lädt die Kreisverwaltung von 10 bis 16 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ins Landratsamt am neuen Standort Plochingen ein. Die dortigen Ämter informieren auf vielfältige Weise über ihre Arbeit.

eh / Foto: Roberto Bulgrin