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Michael Wimmer ist seit wenigen Wochen Trainer des VfB Stuttgart, die erste Bilanz kann sich sehen lassen. Soll Interimstrainer Wimmer auch im neuen Jahr VfB-Coach bleiben?

Foto: dpa

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Entdeckungen des Bücherherbsts

Bei den Esslinger Literaturtagen Lesart stellen sich vom 6. November bis 3. Dezember 25 Autorinnen und Autoren vor

Ein Maßband ziert diesmal das Programmheft der Esslinger Literaturtage Lesart, und diese Titelillustration hat symbolischen Charakter: Zum 28. Mal geht das Festival über die Bühne, und was Stadtbücherei und Eßlinger Zeitung vom 6. November bis zum 3. Dezember bieten, darf sich getrost messen lassen an der hohen Qualität, für die die Lesart steht. Dominique Caina sowie Bücherei-Leiterin Gudrun Fuchs und Kinderbücherei-Leiterin Bettina Lan­genheim zeichnen für das Programm verantwortlich, bei dem Jung wie Alt auf ihre Kosten kommen. 25 Autorinnen und Autoren stellen diesmal sich und ihre jüngsten Bücher in 33 Lesungen vor. Und sie laden ein zu einem ebenso unterhaltsamen wie erkenntnisreichen Spaziergang durch den aktuellen Bücherherbst.
Esslingens OB Matthias Klopfer verweist darauf, dass sich „die Lesart über fast drei Jahrzehnte einen herausragenden Ruf in der Literaturszene erarbeitet hat“. EZ-Chefredakteur Johannes M. Fischer sagt: „Nachdenken, kommunizieren und durchaus auch träumen – das ist das, was eine Gesellschaft zusammenhält und helfen könnte, Konflikte zu lösen.“ Unterstützt werden die Literaturtage von der Stiftung der Kreissparkasse und dem örtlichen Buchhandel.
Zum Lesart-Auftakt am 6. November rückt der Philosoph und Literaturwissenschaftler Rüdiger Safranski nicht nur seine Biografie des Romantikers E. T. A. Hoffmann in den Fokus, Safranskis Gesamtwerk bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für einen spannenden Abend. Mit Rafik Schami stellt sich am folgenden Tag ein Autor vor, der sich einen Ruf als vorzüglicher Geschichtenerzähler erworben hat. Auch in den folgenden Wochen zieren große Namen das Programm: Katerina Poladjan (8. November), Heinrich Steinfest (16. November), Alex Capus (21. November) und Robert Menasse (2. Dezember) zählen zum Besten, was die deutschsprachige Literatur zu bieten hat.
Mit Yade Yasemin Önder (19. November) kommt eine der spannendsten Stimmen der aktuellen Literatur zu Wort, mit Volker Kutscher, der mit seinen Gereon-Rath-Krimis die Vorlage zur Fernsehserie „Babylon Berlin“ lieferte, wird am 23. November ein weiterer Hochkaräter erwartet. Mit Marie Gamillscheg (18. November), Fatma Aydemir (22. November) und Theresia Enzensberger (29. November) stellen sich weitere Autorinnen vor, die auch bei der Vergabe von Literaturpreisen oben auf der Rechnung waren. Mit Stefan Hornbach ist der aktuelle Bahnwärter-Stipendiat mit von der Partie (10. November), mit Krisha Kops am folgenden Tag ein vielversprechender Romandebütant. Die Sachbuchautoren Nora Bossong (15. November) und Nick Reimer (30. November) greifen aktuelle gesellschaftspolitische Themen auf. Und wie immer beschließt das Literaturfest im Jazzkeller (3. Dezember) das Festival.
Für Kinder und Jugendliche hat Bettina Langenheim ein profiliertes Programm zusammengestellt, das öffentlich und auch in Kindergarten- und Schullesungen präsentiert wird: Markus Orths beweist am 9. November seine Qualitäten als Kinderbuchautor. Julya Rabinowich erzählt am 10. November von einer jungen Frau, die vor dem Krieg geflohen ist und sich nun in einer neuen Heimat zurechtfinden muss. Benjamin und Christine Knödler stellen am 13. November Jugendliche vor, die die Welt veränderten. Nils Mohl erzählt am 15. November von einem Roadtrip voller Liebe und Bücher, Lisa Rammensee lädt Bilderbuchfans am 22. November ins Kommunale Kino ein, und am 29. November entführt Lena Hach ihr junges Publikum in zauberhafte Welten.

Info: Eintrittskarten für das Abendprogramm können bei der Stadtinformation am Marktplatz sowie bei allen Reservix-Vorverkaufsstellen und unter reservix.de erworben werden. Karten für das Literaturfest sind erst ab dem 21. November, 11 Uhr, erhältlich. Kinder- und Jugendveranstaltungen sind kostenlos, eine Anmeldung ist unter lesart.esslingen.de erforderlich. Auch für Kulturpassinhaber ist der Eintritt kostenlos (Anmeldung unter Telefon 07 11 / 35 12 -23 37).

adi / Foto: Ines Rudel


Auf dem Campus wird gegraben

Baubeginn für Sporthalle mit Mensa ­in Reichenbach – Im Herbst 2024 soll das 17-Millionen-Euro-Projekt fertig sein

Schon seit Mitte August wurden neben der Brühlhalle in Reichenbach Leitungen verlegt, seit Freitag vergangener Woche buddeln die Bagger nun auch auf der Fläche beim Schulsportplatz, und die Baustelle ist abgesperrt. Die Reichenbacher hätten also auch ohne Spatenstich mitbekommen, dass es losgeht, aber die Gemeinde hat den symbolischen Baustart für eine kleine Feier genutzt. Schließlich handle es sich „um das größte Projekt, was das Volumen anbelangt, das wir jemals gebaut haben“, sagte Bürgermeister Bernhard Richter. Derzeit geht man von 17 Millionen Euro Kosten aus, was einem Jahresbudget der Gemeinde entspreche.
Bislang läuft alles nach Plan; das ist im Bausektor derzeit alles andere als selbstverständlich. 55 Prozent des Bauvolumens sind bereits vergeben, unterm Strich liege man damit „auf dem Preisniveau von 2020“, sagte der Rathauschef. In rund zwei Jahren soll der Neubau fertig sein. Die Gemeinde hat in jahrelanger Vorarbeit zusammen mit verschiedenen Fachbüros das jetzige Konzept entwickelt.
Ausgangspunkt war die Sportentwicklungsplanung im Jahr 2017, die bestätigte, dass eine zusätzliche Sporthalle gebraucht wird. Es folgte die Schulentwicklungsplanung, in der es neben Fachräumen auch um die Mensa ging: Hier zeichnete sich ebenso ab, dass man eine größere Lösung brauchen wird. In Schritt drei wurde eine städtebauliche Studie ausgeschrieben, wie all das auf dem Schul- und Sportcampus unterzubringen wäre. Dass die Sieger des Wettbewerbs, Zoll Architekten, auch beim Planerauswahlverfahren den Zuschlag erhielten, sei ein Glück, so Richter.
Gebaut wird eine zweiteilbare Sporthalle, die die alte Schulturnhalle auf dem Gelände ersetzen wird. Die Mensa, die anfangs als separater Bau vorgesehen war, ist in das Gebäude integriert. Das sei eine „perfekte Abrundung“, meinte Architekt Tom-Philipp Zoll, der den Bau als kompakt und schlicht, aber offen und einladend beschrieb. Sowohl im Inneren als auch mit der Umgebung ergäben sich zahlreiche Blickbeziehungen. Zur Brühlhalle hin entstehe ein Freiraumkorridor als neue Hauptachse, die vorgelagerte Parkplatzfläche sei mit Fahrradstellplätzen, Photovoltaik und E-Ladesäulen multifunktional.
Neben dem Gemeinderat und der Verwaltung waren auch die Schulen und die beteiligten Vereine in die Planung einbezogen; sie kamen in einem extra gegründeten Bauausschuss zusammen. Die reibungslose Zusammenarbeit habe dazu beigetragen, dass man schnell vorankam und Baugenehmigung wie auch Fördermittel beantragen konnte. Auch das Zusammenspiel zwischen der Kommune, den Architekten und den Projektsteuerern von Drees & Sommer lobten die Redner, man habe einen „durchweg respektvollen Umgang miteinander“. Alle miteinander einschließlich der schon aktiven Baufirmen griffen dann auch einträchtig zum Spaten.

aia / Foto: Karin Ait Atmane


Neuer Vorschlag für Brückenschlag

Die Esslinger Adenauerbrücke ist marode – Generalüberholung ist unausweichlich – Auch Neubau in der Diskussion

Günstig wird es nicht – so viel ist klar. Mit der Instandsetzung der maroden Adenauerbrücke wartet das nächste Mammutprojekt auf die Stadt Esslingen, die bereits Unsummen in die Erneuerung der anderen Neckarquerungen investiert hat. Und die Adenauerbrücke wird wohl alles toppen: Von einem dreistelligen Millionenbetrag geht man im Rathaus aus, um die Querung zwischen Oberesslingen und Berkheim fit für die Zukunft zu machen. Und zwar unabhängig davon, ob man sich für eine Sanierung im Bestand, einen Abriss und Neubau an gleicher Stelle oder aber für eine ganz neue Variante entscheidet, die die Stadt jetzt ins Spiel gebracht hat: einen Neubau unmittelbar neben der bestehenden Brücke.
Letztere hätte den unbestreitbaren Vorteil, dass der Verkehr während des voraussichtlich etwa fünf Jahre dauernden Neubaus weiter fließen könnte wie gewohnt. Zudem böte sich damit die Chance, die Verkehrsentwicklung der kommenden Jahrzehnte zu berücksichtigen, die Radverkehrsführung neu auszurichten und den Bahnhof Oberesslingen städtebaulich besser zu integrieren. So ist laut Uwe Heinemann, dem Leiter des Tiefbauamtes, angedacht, die neue Brücke östlich der bestehenden zu errichten und nicht über die Bahngleise in Oberesslingen hinwegzuführen, sondern durch einen Tunnel darunter.
Ob diese Überlegungen realisierbar sind – und wenn ja, in welcher Form –, soll jetzt eine Machbarkeitsstudie zeigen. Das hat der Mobilitätsausschuss in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Bis 2024 soll die Studie fertig sein, dann will man die drei Optionen vergleichen. Neben einem Neubau seitlich der bestehenden Brücke stehen noch eine Generalsanierung wie bei der Vogelsangbrücke sowie ein Abriss und Neubau an gleicher Stelle wie bei der Hanns-Martin-Schleyer-Brücke zur Diskussion.
Allerdings würde eine Generalsanierung laut der Stadtverwaltung voraussichtlich drei bis vier Jahre dauern, teils starke Verkehrsbehinderungen mit sich bringen, bis zu 45 Millionen Euro kosten und die extrem marode Brücke maximal für weitere 25 Jahre nutzbar machen. Bei einem Ersatzneubau in gleicher Lage würde, wie bei der Schleyerbrücke, voraussichtlich nur der Überbau erneuert. Doch dieser hat eine Fläche von rund 15 500 Quadratmetern – die Schleyerbrücke nur 2500 Quadratmeter. Angesichts dessen sei mit mindestens fünf Jahren Bauzeit und Kosten von weit mehr als 100 Millionen Euro zu rechnen – inklusive mehrjähriger Vollsperrung. Gleichzeitig wären wesentliche Abweichungen von der bestehenden Brückengeometrie, etwa im Hinblick auf die angestrebte Verkehrswende, nicht möglich.
Nun muss die Adenauerbrücke aber erst einmal die Zeit bis zur Erneuerung überstehen. Einige Vorhaben sind laut der Verwaltung unausweichlich, damit sie die rund zehn Jahre bis zum anvisierten Start der Erneuerungsarbeiten standsicher bleibt. Immerhin rollen dort täglich rund 35 000 Fahrzeuge über den Neckar. So soll etwa im Frühjahr eine Stahlkonstruktion unter dem „Gerbergelenk“ errichtet werden, das zwei Brückenteile verbindet. Damit will man verhindern, dass die Brücke absackt, sollte das Gelenk versagen. Auch die Erneuerung des Brückengeländers, der Beleuchtung und des Fahrbahnbelags sei in den nächsten Jahren notwendig.
Der Mobilitätsausschuss zeigte sich offen für die Idee eines Brückenneubaus neben dem bestehenden Bauwerk, mahnte aber Einsparungen an. Zudem kam die Forderung, die Schurwaldgemeinden für eine Mitfinanzierung zu gewinnen.

meb / Foto: Roberto Bulgrin