Alter Brauch oder neue Masche

 

foto: roberto bulgrin 18. 03. 2016 Plochingen, Osterbrunnen vor dem alten Rathaus

Der österlich geschmückte Brunnen in Plochingen stimmt ein auf das große christliche Fest. Bunt bemalte Eier auf grünen Girlanden verheißen Frühling, Fruchtbarkeit, das Ende der Dunkelheit und der kalten Jahreszeit. Ein alter Brauch, womöglich noch vorchristlich, möchte man gern glauben. Doch weit gefehlt. Osterbrunnen sind ein junges Phänomen. Erst seit den 1970er- und 1980er-Jahren gibt es Osterbrunnen in nennenswerter Zahl. „Erfunden“ haben es die Franken. Und zwar aus touristischen Gründen im frühen 20. Jahrhundert. In der Jahreszeit, in der normalerweise kaum Feriengäste kamen, schuf man mit hübschen Brunnen eine Attraktion zum Anschauen. Dörfer und Städtchen leisteten sich einen regelrechten Wettbewerb um den aufwendigsten Brunnenschmuck. Von Franken aus hat sich der „Brauch“ über ganz Süddeutschland verbreitet und arbeitet sich nach Norden vor. Die Freude über Licht, Luft, Frühling und den Aufbruch in die neue Zeit ist aber auch ohne Brunnen allgegenwärtig. Allen Lesern und Kunden wünscht das ECHO-Team frohe Ostern.               bob / Foto: bul


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