Attraktion im Park

Disc-Golf-Parcours am Nürtinger Galgenbergpark in Betrieb – „Wenig Belastung für die Natur und hoher Mehrwert“

Der Nürtinger Galgenbergpark wartet mit einer weiteren Attraktion auf. Seit Kurzem  ist dort ein Disc-Golf-Parcours in Betrieb. Der in Deutschland noch recht junge Freizeitsport ähnelt dem klassischen Golfspiel, wird aber mit Wurfscheiben gespielt. In Nürtingen steht den Anhängern  ein  Rundkurs mit 14 Fangkörben zur Verfügung. Um den bereits rege genutzten Parcours zu komplettieren, strebt die Stadtverwaltung an, die ehemalige Trinkhalle der Heinrichsquelle in näherer Zukunft zu einem Kiosk umzurüsten.

Den Anstoß zur Einrichtung eines Disc-Golf-Parcours im Galgenbergpark gab der Nürtinger Markus Hybl. Er ist Mitglied im Disc-Golf-Club Achalm, der auf der Eninger Weide einen Parcours mit 18 Bahnen betreibt. Beim Disc Golf handelt es sich  um einen dem klassischen Golf nachempfundenen Freizeitsport unter freiem Himmel, bei dem man auf einem definierten Parcours von festgelegten Abwurfpunkten aus mit frisbeeähnlichen Wurfscheiben in Körbe treffen muss. Der Sport ist für die ganze Familie geeignet, kann jedoch je nach Schwierigkeitsgrad der einzelnen Spielbahnen durchaus anspruchsvoll sein.

Mit seiner Begeisterung für den Sport rannte Hybl bei Nürtingens Oberbürgermeister Johannes Fridrich offene Türen ein. Schließlich wird die Belebung und Aufwertung des Parks bereits seit mehreren Jahren diskutiert. Da es sich jedoch um ein Landschaftsschutzgebiet handelt, war eine formelle Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt Esslingen erforderlich. Nach einem längeren Abstimmungsprozess genehmigte die Naturschutzbehörde schließlich einen Parcours mit 14 Bahnen. Ausschlaggebend dafür war, dass keine wesentlichen Eingriffe ins Gelände entstehen, da lediglich die Zielkörbe aufgestellt und die Abwurfstellen mit in den Boden eingelassenen Platten markiert werden mussten. Die Genehmigung des Landratsamts wurde allerdings nur auf Widerruf erteilt. Sollten die Disc-Golfer zu wenig Rücksicht auf die Natur nehmen, muss die Anlage wieder abgebaut werden.

Mittlerweile ist der Parcours in Betrieb, auch wenn noch nicht alles fertiggestellt ist. „Die Beschilderungen für die Spielbahnen fehlen noch, ebenso eine Tafel mit Hinweisen zur Sicherheit und gegenseitiger Rücksichtnahme. Aber man kann spielen, und das wird richtig gut angenommen“, erzählt Annelie Frantz, die persönliche Referentin des Oberbürgermeisters. Die Besucherfrequenz im Park habe sich bereits deutlich erhöht und die Nachfrage nach der Anlage sei groß. Allerdings müssten Spieler ihre Wurfscheiben derzeit noch selbst mitbringen. Zunächst war geplant, beim benachbarten Hallenbad eine Ausleihstation einzurichten. Da das Bad jedoch aus Infektionsschutzgründen geschlossen wurde, entfalle diese Möglichkeit, sagt Frantz.

Um die Anlage zu komplettieren plant die Verwaltung, die  Trinkhalle der Heinrichsquelle  zu einem Kiosk mit Café,  Toiletten und einer Verleihstation für Wurfscheiben umzurüsten. „Der Entwurf für den Umbau liegt vor, aber auch das muss  mit dem Naturschutz abgestimmt werden“, sagt Frantz, die aber davon ausgeht, dass das Projekt im kommenden Jahr realisiert werden kann. Doch auch ohne Kiosk biete der Parcours bereits jetzt „eine Freizeitaktivität mit wenig Belastung für die Natur und hohem Mehrwert“.  pst / Foto: Jürgen Holzwarth


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