Besuch der alten Dame

Keltenfürstin: Ausstellung der Grabfunde vom 12. bis 29. Mai in Hülben – Heidengrabenzentrum im Aufbau

Besuch der alten Dame

Hoher Besuch hat sich in Hülben angesagt: Vom 12. bis zum 29. Mai macht die Ausstellung des Landesdenkmalamts „Das Geheimnis der Keltenfürstin“ Station beim Sport- und Freizeitgelände Rietenlau in Hülben. Die Reutlinger Kreisgemeinde hat starke keltische Verbindungen. Der Ort liegt in nächster Nähe zum Heidengraben, dem spätkeltischen Oppidum.

Vor fünfeinhalb Jahren ist bei Herbertingen im Kreis Sigmaringen eine Grabkammer freigelegt worden. Dort wurde vor 2600 Jahren eine frühkeltische Fürstin bestattet. Das Grab gehört laut Experten zu den wichtigsten archäologischen Entdeckungen der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland. Bei den Ausgrabungen unter Laborbedingungen und dem Einsatz modernster Methoden sind Grabbeigaben zum Vorschein gekommen. Die Gold- aber auch die Bernsteinbeigaben des Grabes weisen eine außergewöhnlich hohe kunsthandwerkliche Qualität auf und lassen auf intensive Kontakte der frühkeltischen Eliten zu den Etruskern Mittelitaliens schließen. Die erhaltenen Hölzer der Grabkammer erlauben es, das Todesjahr der Fürstin naturwissenschaftlich exakt auf 583 vor Christus festzulegen.

Die Ausstellung, die jetzt nach Hülben kommt, will die Besucher in die Welt der frühen Kelten führen und vom Geheimnis um die Keltenfürstin und ihren Begleiterinnen erzählen. Ein zweiter Schwerpunkt der Ausstellung dreht sich um das Thema Gold, Design, Goldschmiedekunst und deren Bedeutung früher und heute.

Mit der Ausstellung in Hülben soll  auch eine Brücke zwischen den beiden wichtigsten Siedlungen der keltischen Zeit in Baden-Württemberg geschlagen werden: dem frühkeltischen Fürstensitz Heuneburg an der oberen Donau, von wo die Dame stammt, und dem spätkeltischen Oppidum Heidengraben, der größten befestigten Siedlung der prähistorischen Zeit auf dem europäischen Kontinent. Beide gelten als Kulturdenkmale von europäischem Rang.

Die Ausstellung ist auch Vorreiter für den geplanten „Kelten-Erlebnis-Sommer 2017“ in Hülben. Dann  nämlich werden dort erstmals die hochwertigen Repliken der Grabfunde zu sehen sein. Geplant sind auch Veranstaltungen rund um die Kelten. Jetzt schon können die Besucher vom Ausstellungsort im Sport- und Freizeitgelände Rietenlau in Hülben zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu den Befestigungsanlagen des Heidengrabens und zu den Grabhügeln beim Burrenhof gelangen. Dort soll bis 2020 das Heidengrabenzentrum entstehen, das über die Geschichte und die Bedeutung der Kelten in der Region informiert.
bob/red / Foto: Regierungspräsidium

Info: Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, 12. Mai, 18 Uhr, mit Vorträgen und dem Ausschank des Biers „Keltoi“. Öffnungszeiten: montags bis donnerstags 10 bis18 Uhr, freitags und samstags 10 bis 21 Uhr, sonn- und feiertags 10 bis 20 Uhr (dann auch Führungen ab 12, 15 und 17 Uhr). Der Eintritt ist frei. Es gibt verschiedene Vorträge. Am 28. und 29. Mai Besuch der Gewandgruppe „Riusiava“. Mehr unter www.huelben.de


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