Brandschutz wird nachgerüstet

Die Egelseehallen in Neuhausen werden für 1,47 Millionen Euro auf den neuesten Stand gebracht

Die Mitglieder der Vereine in Neuhausen atmen auf. Obwohl das Landratsamt der Gemeinde bei der letzten Brandverhütungsschau strenge Auflagen gemacht hat, darf in den Egelseehallen weiter trainiert und gefeiert werden. Bis die Festhalle komplett saniert ist, dürfen sich dort 600 Zuschauer und Akteure  gleichzeitig aufhalten. Im Gemeinderat stellte der Architekt Jochen Wilfert vom Büro Knecht in Ludwigsburg die Pläne vor, wie das Brandschutzkonzept zügig umgesetzt werden kann. Die dringend erforderlichen Arbeiten kosten 1,47 Millionen Euro.

Nun drücken die Verwaltung und die Gemeinderäte bei der Umsetzung aufs Tempo. Es sei „nicht selbstverständlich“, dass das Büro Knecht sich so schnell um die Umsetzung kümmert, lobte Bürgermeister Ingo Hacker die Architekten in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats in der Egelseehalle.

Um wieder einen normalen Betrieb möglich zu machen, sind größere Arbeiten erforderlich. Zunächst muss nach Wilferts Worten die Brandmeldeanlage aufgerüstet und erneuert werden. Die Sicherheitsbeleuchtung inklusive der Stromversorgung muss erneuert werden, da sie den Anforderungen nicht mehr entspricht. Dazu müssen Decken in manchen Hallenteilen geöffnet und wieder geschlossen werden. Auch die Sicherung von Rettungswegen und Brandabschottungen stehen auf dem Plan.

Die Gesamtsanierung der Egelseehallen hat die Gemeinde ebenfalls prüfen lassen. Dieses Großprojekt liegt angesichts der angespannten Haushaltslage auf Eis. „Die Brandschutzsanierung lässt sich da gut abtrennen“, ist Däschler überzeugt. Die Kostenschätzung von 1,47 Millionen Euro schlüsselte der Experte Wilfert auf:  Die Arbeiten in der Festhalle kosten 899 000 Euro; die Technik im Untergeschoss zu erneuern, schlägt mit 125 750 Euro zu Buche.   Die Arbeiten in der Sporthalle 1 sollen 296 887 Euro kosten; die Sporthalle 2 wird für 77 812 Euro gerichtet. Die Arbeiten im Jugendhaus sollen 70 887 Euro kosten.

Bereits im Jahr 2019 hat das Büro Knecht für die Gemeinde ein Sanierungsgutachten erstellt. „Ich hatte 2019 nicht gedacht, dass man die ganze Brandmeldeanlage erneuern muss“, räumte Jochen Wilfert jetzt ein. Da hatte der Planer auf den Bestandsschutz gesetzt. Den Sanierungsbedarf haben nun aber die Brandschau des Landratsamts im Mai und die Expertise des Brandschutz-Sachverständigen Se­bastian Fischer ergeben. Dass weitere  Rettungswege ge­braucht würden, war Wilfert  schon 2019 klar.  Damals hatte er auch die Sanierung des Hallenfassade angeregt, und zwar „aus energetischen Gründen“. Für energetische Sanierungsprojekte gibt es nach seinen Worten auch Fördermittel. 

Bei den Kommunalpolitikern erntete der straffe Zeitplan Lob. In der Sitzung nutzten sie die Chance, Vorschläge zu machen.   Dominik Morar (CDU) hakte bezüglich der Technik im Untergeschoss nach. Dort brauchten die Vereine dringend Lagermöglichkeiten.   Marco Schulz (Initiative Grüne Liste) wollte wissen, ob die neue Mensa vor dem geplanten Start zum Schuljahr 2023/24 in Betrieb gehen kann: „Wir hatten gehofft, dass wir das Schuljahr 2022/23 mitnehmen können.“ Man brauche die Festhalle bis zum Sommer 2023.

Wie wichtig die Egelseehalle für das Gemeindeleben in Neuhausen ist, bekräftigte Jens Jenuwein (Freie Wähler). Die Vereine seien dankbar, dass es einen verlässlichen Zeithorizont für ihre Veranstaltungen gebe. Sorge bereitet ihm, welche Schäden noch auftauchen könnten, wenn die Decken geöffnet werden: „Kommt da doch noch Größeres auf uns zu?“ Jochen Wilfert ist „vorsichtig optimistisch“, dass dem nicht so ist. Für Roman Krieger (SPD) ist klar, „wir haben keine Wahl.“ Er fragte, ob im Zuge der Brandschutzarbeiten auch gleich Kabel für bessere WLAN-Anschlüsse eingebaut werden. Diese digitale Nachrüstung  ist laut Wilfert nicht im Sanierungspaket enthalten. 

eli / Foto: Ines Rudel


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