Busfahren wird billiger

Durch die Verlegung Neuhausens in die Zonen 2 und 3 kosten Fahrten nach Wolfschlugen und Nürtingen weniger

Eine kleine Tarifänderung soll mehr Menschen zum Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr bewegen. Ab dem 1. April liegt die Fildergemeinde Neuhausen auf der Zonengrenze 2/3 – bisher war die Kommune der Zone 2 zugeordnet. Dadurch werden insbesondere Fahrten zwischen Neuhausen und Wolfschlugen günstiger. Statt wie bisher 3,40 Euro zahlen die Fahrgäste künftig nur noch 2,80 Euro. Das Tagesticket kostet mehr als einen Euro weniger. Das soll mehr Autofahrer zum Umstieg bewegen. Beim Pressegespräch gaben die Bürgermeister dem Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Stuttgart (VVS), Horst Stammler, dennoch einige offene Wünsche mit auf den Weg.
Auch Nürtingens Oberbürgermeister Johannes Fridrich nahm an der kleinen Runde teil. „Wir freuen uns, dass die Fahrt von Nürtingen nach Neuhausen nun eine Zone günstiger wird und statt 4,50 Euro nur noch 3,40 Euro kostet.“ Der OB hofft, dass sich mittelfristig auch direkte Verbindungen realisieren lassen. Das sieht auch Wolfschlugens Bürgermeister Matthias Ruckh so. Er hat vehement dafür gekämpft, dass Neuhausen auf die Zonengrenze verlegt wird. „Durch die gelungene interkommunale Zusammenarbeit kann ein kleiner Beitrag zur Steigerung des Öffentlichen Personennahverkehrs geleistet werden“, sagte Ruckh. Jeder Umstieg auf Bus und Bahn trage zum Klimaschutz bei. „Dass so was geht, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, darüber freue ich mich sehr.“ Durch die Verlegung auf die Zonengrenze nimmt der VVS jedes Jahr rund 7300 Euro weniger ein. Diesen Betrag werden die Gemeinden Neuhausen und Wolfschlugen dauerhaft gemeinsam finanzieren.
„Nun wachsen die beiden Kommunen noch enger zusammen“, freute sich Neuhausens Bürgermeister Ingo Hacker über die Verlegung auf die Zonengrenze. Weil Jungen und Mädchen aus Wolfschlugen die Schiller-Gemeinschaftsschule in Neuhausen besuchen, kooperiere man schon lange intensiv. Gerade für die Schulkinder seien gute Busverbindungen unabdingbar. Denn im Winter lässt sich die rund drei Kilometer lange Strecke über die Felder kaum mit dem Fahrrad bewältigen.
Und auch die Verbindungen zu Nürtingen würden immer enger, ist Hacker überzeugt. Nicht zuletzt verwies er auf die beruflichen Gymnasien, die es dort gibt. „Bei der Diskussion um die neue Flugroute in Richtung Süden sehen wir, dass wir viele gemeinsame Themen haben“, sagte Hacker. Da Nürtingen nun voraussichtlich sogar Ende des Jahres 2025 und damit deutlich früher als Neuhausen einen S-Bahn-Anschluss bekommt, wünscht sich der Neuhausener Bürgermeister auch bessere Busverbindungen in die Hölderlinstadt. Dass die S-Bahn-Verlängerung nach Neuhausen nun wohl erst 2028 kommt, bedauert Hacker sehr. Er habe gehofft, den ersehnten Anschluss noch in seiner Amtszeit eröffnen zu dürfen, die Ende des Jahres 2027 endet. Langfristig könne man Menschen nur zum Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr bewegen, wenn die Angebote verlässlich und attraktiv seien.
Einen großen Wunsch hat auch Wolfschlugens Bürgermeister Matthias Ruckh. Das Gewerbegebiet sollte an die Buslinie angebunden werden, um die Busse auch für Berufspendler zu einer echten Alternative zu machen. „Ich nehme den Wunsch gerne mit“, versprach VVS-Geschäftsführer Stammler. Allerdings verwies er darauf, dass das Verkehrssystem auch im Kreis Esslingen extrem eng getaktet sei. Verschiebungen seien schwer zu realisieren. Als Kreisräte der Freien Wähler wissen Hacker und Ruckh, wie komplex die Planung des Verkehrsnetzes ist. Ruckh freut sich deshalb über jeden kleinen Baustein: „Damit tragen wir Schritt für Schritt zum Klimaschutz bei.“ Auch Straßenlärm in der Ortsdurchfahrt lasse sich damit reduzieren.

eli / Foto: Ines Rudel


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