Das neue Gesicht der Gemeinde

Modernes Corporate Design soll in Denkendorf Einheitlichkeit schaffen – Wenig Begeisterung im Gemeinderat

Die Gemeinde Denkendorf will sich nach außen ein moderneres Gesicht geben. Deshalb wurde ein Grafikbüro mit der Entwicklung eines neuen Corporate Designs beauftragt. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Gemeinderat und Verwaltung hatte die unterschiedlichen Entwürfe begutachtet und sich schließlich für eine Version entschieden, die dann dem Gemeinderat vorgelegt wurde. Im Gremium hielt sich die Begeisterung allerdings in Grenzen. Von blanker Ablehnung bis zu einem eher zurückhaltenden „kann damit leben“ reichten die Reaktionen auf die Präsentation des neuen Logos der Gemeinde, das zentraler Bestandteil des Corporate Designs sein wird.

Im Mittelpunkt steht ein großes, schwungvolles „D“. Darunter der Schriftzug „Denkendorf“ und der Slogan „Wir leben Zusammenhalt“. Die Schwünge sollen Wasser und Aktivität visualisieren, erklärte Geschäftsführerin Rosangela Aurea vom Grafikbüro Burkert Gestaltung aus Ulm. Gehalten ist das Logo in Grau, einem hellen Blau und Gelb. Letztere greifen die Wappenfarben der Gemeinde auf. Das bisherige Logo, das das Wappen mit Doppelkreuz sowie den Schriftzug „Denkendorf“ trägt, stammt aus den 1980-Jahren und wurde seither kaum verändert. Zudem haben einige kommunale Einrichtungen wie das Freibad, die Bücherei oder der Generationentreff jeweils eine von der Gemeinde abweichende Darstellung nach außen. Jede einzelne Einrichtung – Rathaus, Freibad, Bauhof, Bücherei, Generationentreff – wird künftig das Logo in einer ihr zugeordneten Farbgebung verwenden.

„In diesem Entwurf ist viel wiederzufinden, was uns ausmacht“, befand Bürgermeister Ralf Barth bei der Präsentation. Wichtig sei es gewesen, ein Logo zu finden, mit dem sich möglichst viele Bürger identifizieren könnten. Schlicht, solide und modern sei das neue Corporate Design, zeigte sich der Rathauschef vom Entwurf begeistert.

Anders fielen die Meinungen  im Gemeinderat aus. Am Slogan gab es keine Kritik. „Der passt absolut“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Wilhelm Brandner. Auch das Logo sei „ganz nett“. Was jedoch fehle, sei der Bezug zum Kloster. Während Brandner zugesteht, „ich könnte mich damit anfreunden“, geht für andere ohne Kloster oder Kreuz gar nichts.  So sagte Markus Deu­schle   (FWV): „Ich kann mich daran nicht gewöhnen.“ Der FWV-Fraktionschef Frank Obergöker dagegen meinte, er könne mit dem neuen Logo leben. Auch seine Fraktionskollegin Hanna Clauss findet nach anfänglicher Ablehnung inzwischen, „dass es ein durchdachtes Zeichen ist“. Allerdings fehle ihr die Tradition. „Etwas kühl“ findet Christa Brockhaus-Henzler (SPD) den Entwurf, räumte aber ein: „Man kann es nicht jedem recht machen.“ Über Kunst könne man eben immer streiten, sagte ihr Fraktionskollege Matthias Schöllkopf. Wenn man schon das Alte ändern wolle, müsse man etwas komplett Neues machen, erklärte Günther Ludwig (FWV). „Wir werden mit jedem Entwurf in der Öffentlichkeit kritisiert werden“, vermutet er. Für Wolfgang Schabert (FWV) hat der Entwurf eine positive Ausstrahlung: „Man kann ihn schon verwenden“, war aber auch er zurückhaltend.

Dass das neue Logo nicht bedeute, das Wappen der Gemeinde aufzugeben, machte CDU-Fraktionschef Peter Nester klar. Er findet den Entwurf „einfach ideal – charmant und gelungen“. Alles Hoheitliche wie etwa das Siegel der Gemeinde werde weiterhin das Wappen tragen, betonte der Bürgermeister. Das Logo sei für den Schriftverkehr und andere Druckprodukte gedacht. Bei drei Gegenstimmen billigte der Gemeinderat schließlich das neue Corporate Design.  urh / Foto: urh


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