Der Sport kehrt zurück

Sporthallen im Kreis als Notunterkünfte aufgeben – Neubau und Sanierungen

Es war eine Notlösung: Drei Kreissporthallen mussten zeitweise als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt werden. Inzwischen sind diese Provisorien wieder aufgelöst worden. Eine der Sporthallen wird gerade saniert, die zweite ist es bereits und die dritte in Esslingen-Zell wird durch einen Neubau ersetzt.
Die Sporthalle beim beruflichen Schulzentrum in Zell beherbergte gut zwei Jahre lang rund 100 junge Männer. Sanierungsbedürftig war sie schon davor und auch ein Neubau war schon länger im Gespräch. Eine Untersuchung ergab schließlich, dass ein Neubau wirtschaftlicher als eine Sanierung ist. Nachdem eine Förderzusage des Landes über 600 000 Euro vorlag, hat der Kreistag im Juli einstimmig dafür gestimmt. Die Baugenehmigung wird demnächst erwartet. Dann soll ab Ende September abgebrochen und das Grundstück für den Neubau vorbereitet werden, dessen geschätzte Kosten bei rund 5,5 Millionen Euro liegen. Er umfasst eine Dreifeldsporthalle, eine Gymnastikhalle und einen Fitnessraum. Die Halle ist so konzipiert, dass sie bei Bedarf an der Südseite erweitert werden kann. In zwei Jahren, zum Schuljahr 2019/20, soll sie in Betrieb gehen.
In der Sporthalle auf dem Säer in Nürtingen wird schon seit Juni wieder gesportelt. Bis zu 270 Flüchtlinge gleichzeitig lebten im Zeitraum von Oktober 2015 bis August 2016 in der Halle. Im August vor einem Jahr wurde sie geräumt und anschließend saniert. Für einen neuen Sportboden, die sanitären Anlagen, Schreinerarbeiten und mehr hat der Kreis 320 000 Euro investiert, was weniger war als zunächst angenommen.
In Kirchheim ist die erforderliche Sanierung umfassender. Sporthallenboden und Prallwände werden erneuert, die technischen Anlagen überholt und verschiedene Maler-, Fliesen- und Schreinerarbeiten durchgeführt. Der Kreis rechnet bei dieser Halle mit rund 660 000 Euro an Kosten. Ab Schuljahresbeginn soll auch dort wieder Sport betrieben werden.
Beim Esslinger Landratsamt geht man davon aus, dass in Zukunft keine Sporthallen mehr als Notunterkünfte gebraucht werden. Bis zum Jahr 2020 rechne man damit, rund 1400 Geflüchtete neu aufnehmen zu müssen, erklärt Pressesprecher Peter Keck. „Gleichzeitig bauen wir uns eine Notfallkapazität in Höhe von 1600 Plätzen auf.“ Dafür halten die Gemeinden Grundstücke mit der notwendigen Infrastruktur vor, meist Flächen, die bereits für provisorische Unterbringungen genutzt wurden. Auf die könnte der Kreis dann „schnell wieder zugreifen“, so Keck – und beispielsweise Container oder Zelte aufstellen. Foto: aia


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