Die „Eiserne Hand“ ist zurück

Stifter ermöglichen gut zwei Jahre nach dem Diebstahl des Kleindenkmals eine Replik an der Römerstraße

Esslingen ist um ein wichtiges kulturelles Gut reicher: Die „Eiserne Hand“ ist zurück. Kurz vor Weihnachten weihten der Baubürgermeister Hans-Georg Sigel, die Stifter der neuen Hand sowie Vertreter mehrerer Behörden das Kleindenkmal an der Esslinger Römerstraße ein. „Es freut uns, dass die Hand wieder zurück an ihrem Platz ist“, sagte Sigel. Denn das historische Kleinod hat eine lange Leidensgeschichte hinter sich. Zweimal schon fiel das Kleindenkmal in die Hände von Dieben. Das erste Mal griffen diese Ende 2007 zu. Vier Jahre später wurde ein neues Modell aufgestellt. Ein Sockel aus Sandstein sollte einen erneuten Diebstahl verhindern, doch im Oktober 2018 wurde die Hand erneut Beute von Räubern. Die Suchaktionen und Appelle der Stadt blieben erfolglos, die Hand blieb verschwunden. Seitdem habe die Stadt immer wieder Nachfragen zu dem Thema bekommen, berichtet Sigel.
Warum das Kleindenkmal bei den Langfingern so beliebt ist, kann sich der Baubürgermeister nicht erklären. Finanziell lohne sich der Diebstahl jedenfalls nicht. Der Wert der Hand liege praktisch bei null, so Sigel. Dass die „Eiserne Hand“ nun wieder an Ort und Stelle ist, ist dem Einsatz der Esslinger Jagdpächter Rainer Moser, Hubertus Kern und Curt Michael Stoll zu verdanken. Sie haben die 2200 Euro für die Reproduktion der Hand gestemmt. Die Stadt hat die Kosten der Aufstellung übernommen. Es sei ihnen ein wichtiges Thema gewesen, Kultur zu erhalten, so die Pächter. Sie bedankten sich bei der Stadt für die gute Zusammenarbeit. Die neue Hand sieht ihrem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich. Auch diesmal hat die Kunstgießerei Strassacker in Süßen, die bereits das Modell aus dem Jahr 2008 hergestellt hatte, den Fertigungsauftrag übernommen. Die Aufstellung erfolgte durch den Esslinger Steinmetzbetrieb Claus Birkle. Baubürgermeister Sigel ist optimistisch, dass die Hand dank der soliden Arbeit künftig dauerhaft an Ort und Stelle verbleibt. Nun können sich Bürger und Bürgerinnen, Wanderer und Spaziergänger wieder an dem historischen Kleinod erfreuen.
Im Jahr 1651 wurde die „Eiserne Hand“ erstmals urkundlich erwähnt. Sie diente dazu, die Grenze der Rechtssphäre der Reichsstadt Esslingen zu markieren. 1715 war sie nicht mehr vorhanden und die Stadt stellte eine neue auf. Nach dem Ersten Weltkrieg befand sich das Kleindenkmal in einem schlechten Zustand, sodass der Gemeinderat Paul-Hermann Ulrich eine neue stiftete. Diese wurde dann 2007 gestohlen. Die Stadt Esslingen, der Schwäbische Albverein Esslingen, der Motorsportclub „Eiserne Hand“ Aichwald sowie Arno Ulrich, ein Enkel von Paul-Hermann Ulrich, ermöglichten den Bau einer neuen Hand, die 2018 erneut Beute von Dieben wurde.

ap / Foto: Roberto Bulgrin


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