Die gute Stube wird saniert

Grundlegende Modernisierung für die Stadthalle in Neuffen – Rund zwei Jahre Bauzeit und 7,5 Millionen Euro Kosten

Die Sanierung der Stadthalle in Neuffen hat begonnen. Nach dem Votum zweier Bürgerversammlungen und der Grundsatzentscheidung, das 55 Jahre alte Gebäude trotz erheblicher Mängel nicht abzureißen, sind im Januar die ersten Arbeiter angerückt. In den kommenden zwei Jahren wird die Halle nun umgestaltet, baulich modernisiert und energetisch auf einen zeitgemäßen Stand gebracht. Die Stadt rechnen mit Baukosten in Höhe von etwa 7,5 Millionen Euro.

Die Stadthalle von Neuffen stammt aus dem Jahr 1965 und weist seit geraumer Zeit erhebliche Mängel auf. So sind etwa das Dach, die Fassade und die Fenster energetisch zwar  noch auf dem bauzeitlichen Stand. Der Brandschutz erfüllt die Vorgaben seit langem nicht mehr, Heizung, Lüftung und die Sanitäranlagen sind veraltet und auch die Hauselektrik genügt den Ansprüchen nicht mehr. Erschwerend kommt hinzu, dass die Halle nicht barrierefrei zugänglich ist und daher den Anforderungen an öffentliche Räume nicht entspricht. Einige Zeit lang hatte die Verwaltung erwogen, die gute Stube der Stadt  abreißen zu lassen und durch einen Neubau zu ersetzen. Nachdem jedoch zwei Bürgerversammlungen dazu ein eindeutiges Votum für den Erhalt der Halle ergaben, wurden die Planungen für eine Sanierung konkretisiert. Dabei wurden auch die von den Vereinen als Nutzer formulierten Anforderungen einbezogen.  Eine erste Kostenermittlung belief sich auf mehr als elf Millionen Euro – ein Betrag, den die Stadt angesichts weiterer Großprojekte wie die Mensa am Schulzentrum, die Sanierung der Realschule und des Fachwerks am Großen Haus nicht hätte stemmen können.

Das Sanierungsvorhaben wurde daher noch einmal abgespeckt, die Baukosten werden sich nun laut Neuffens Bürgermeister Matthias Bäcker auf 7,5 Millionen Euro einpendeln. „Allein die Fassadensanierungen mit neuen energiegerechten Scheiben kommen auf rund 700 000 Euro, für die komplette elektrische Anlage sind ebenfalls Kosten in dieser Größenordnung anzusetzen“, sagt er. Die Erneuerung der Heizung, der Lüftung und der Sanitäranlagen sei ebenfalls sehr kostspielig. „Der Brandschutz muss komplett neu rein in die Halle, da war  nichts da“, berichtet Bäcker. Die frühere Pächterwohnung des Stadthallenrestaurants wurde abgebrochen, das Restaurant und die Küche werden verschwinden. Künftig wird es in der Halle nur noch eine Cateringküche geben. „Die Fußböden  in den Fluren und im Treppenhaus müssen aufpoliert werden, in der Halle kommt der Fußboden komplett raus, da wird ein neues Parkett verlegt. Alles in allem kommt da  eine Stange Geld zusammen“, sagt Bäcker. Immerhin werde das Projekt durch das Land im Rahmen des Landessanierungsprogramms gefördert. Bäcker rechnet damit, dass die Bauarbeiten bis  Herbst 2022 abgeschlossen sind.

„Die Neuffener werden nach nun 55 Jahren zwar keine neue, aber eine durchgehend sanierte Stadthalle vorfinden, die dann wieder minimum 55 Jahre halten wird“, verspricht Bäcker. Die Halle werde dank der Barrierefreiheit, aber auch durch die Möglichkeit, neben dem Saal  in einer neuen Lounge Familienfeste  mit eigener Bewirtung oder eigenem Catering feiern zu können, bürgerfreundlicher werden. Gleiches gelte für die  Neuffener Vereine, denen die sanierte Stadthalle ebenfalls ein breiteres Angebot für Veranstaltungen bieten wird.  pst / Foto: Datscha Architekten


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