Die LesART startet wieder durch

Nach einjähriger Coronapause finden die Esslinger Literaturtage vom 7. November bis 2. Dezember statt

Bücher bringen die Menschen ins Gespräch, machen nachdenklich, lassen sie streiten im allerbesten Sinne und Übereinstimmungen finden, setzen Gedanken und Gefühle in Gang und wecken Assoziationen.“ Für EZ-Chefredakteur Johannes M. Fischer gibt es jede Menge guter Gründe, ein Buch zur Hand zu nehmen. Und viele Literatur-Fans dürfen sich auf einen spannenden Lese-Herbst freuen, wenn die Esslinger Literaturtage LesART zum 27. Mal zu Ausflügen in die Welt der Bücher einladen. Vom 7. November bis zum 2. Dezember präsentieren Stadtbücherei und Eßlinger Zeitung ein Festival, das weit über die Stadtgrenzen hinaus strahl. Nun haben die LesARTisten ihr Programm vorgestellt. Am 23. Oktober startet der Vorverkauf.

Für Kulturbürgermeister Yalcin Bayraktar zählen die Esslinger Literaturtage zu den arrivierten Literaturfestivals im Lande: „Die LesART zeichnet sich durch eine stringente konzeptionelle Linie und einen hohen kulturpädagogischen Wert mit vielen Lesungen für Kinder und Jugendliche aus. Sie ist ein Ort, an dem aktuelle Strömungen deutschsprachiger Literatur und gesellschaftspolitisch relevante Themen vorgestellt und diskutiert werden.“ Das sei neben Büchereileiterin Gudrun Fuchs und ihren Kolleginnen Bettina Lan­genheim und Renate Luxemburger auch den langjährigen Unterstützern zu danken: der Stiftung der Kreissparkasse, dem örtlichen Buchhandel und dem Mitveranstalter Eßlinger Zeitung.

EZ-Chefredakteur Johannes M. Fischer bescheinigt der LesART, sie sei immer hochaktuell, vereine dauerhaft leuchtende und neue Sterne am Literaturhimmel – und sie sei gut für die Stadt.

Nachdem die Literaturtage 2020 coronabedingt abgesagt werden mussten, freut sich Kulturamtsleiterin Alexa Heyder umso mehr auf das kommende Festival – auch wenn es in Zeiten einer Pandemie aufwendiger ist, ein Literaturfestival zu veranstalten: „Die Pandemie hat uns gezeigt, wie stark wir auf Kultur und Sozialkontakte angewiesen sind. Wir schätzen jetzt noch mehr die Qualität der Begegnung, des Gesprächs, der Debatte, die uns Kultur und Literatur schenken.“ Das gelte besonders fürs junge Publikum: „Ohne die Vielfalt und Kraft der Literatur wäre es für viele Kinder und Jugendliche noch schwerer gewesen, das letzte Jahr zu überstehen.“ Das sieht Felix von Heißen, Regionaldirektor der Kreissparkasse, genauso: „Es ist wichtig, Signale zu setzen. In stürmischen Zeiten müssen wir Kunst und Kultur noch mehr Raum geben.“

25 Literaturveranstaltungen mit 15 Autorinnen und Autoren stehen während der 27. LesART auf dem Programm. Manche der Autorinnen und Autoren für Erwachsene waren schon für 2020 eingeplant. „Wir mussten damals absagen, wollten aber auf die Begegnungen nicht verzichten und haben diese Gäste wieder eingeladen. Ihre Werke haben keineswegs an Aktualität verloren“, sagt Gudrun Fuchs und denkt dabei etwa an Ilija Trojanow, Joachim Zelter, Ingo Schulze oder Markus Orths. Eröffnet wird das Festival von einem hochkarätigen Gast: der israelischen Autorin Zeruya Shalev.

Dass die LesART am verkaufsoffenen Sonntag startet, fügt sich für Bayraktar vorzüglich: „Wir haben bei ‚Stadt im Fluss’ gesehen, wie wichtig die Kultur für eine lebendige Innenstadt sein kann.“ Für Kinderbücherei-Leiterin Bettina Lan­genheim sind die Literaturtage nicht zuletzt ein wichtiger Beitrag zur Leseförderung. Deshalb hat sie ein hochwertiges Programm für Kinder und Jugendliche zusammengestellt – mit Autorinnen und Autoren, die die Sprache der Jüngeren treffen. 

Info: Für Personen ab 18 Jahren gilt die 2G-Regel – geimpft oder genesen. Der Vorverkauf beginnt am 23. Oktober um 11 Uhr. Karten gibt es bei der EZ in der Küferstraße 1, der Stadtinfo und unter www.reservix.de

adi / Foto: Roberto Bulgrin


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