Ein Klassiker feiert sein Comeback

Nach zweijähriger Coronapause findet das Open-Air-Kino auf der Esslinger Burg vom 28. Juli bis 6. August statt

Das Freiluft-Kino auf der Esslinger Burg erfreut sich großer Beliebtheit. Vor 30 Jahren hat das Kommunale Kino (Koki) den malerischen Platz über den Dächern der Altstadt erstmals in einen Filmpalast im Freien verwandelt. Doch in den vergangenen beiden Jahren hat Corona das Koki-Team ausgebremst. Nun wird wieder durchgestartet. Das Programm für die Zeit vom 28. Juli bis 6. August steht inzwischen, der Vorverkauf startet am 1. Juli.
Nach den pandemiebedingten Absagen 2020 und 2021 wollen die Koki-Geschäftsführer Sibylle Tejkl und Stefan Hart die lieb gewonnene Tradition nun fortführen. Wenn Corona mit zwei fürs Open-Air-Kino verlorenen Jahren nicht wäre, könnte das Koki jetzt sein 30. Festival feiern. Im Rahmen des Kultursommers 1993 hatte es die erste Ausgabe des Freilichtkinos gegeben. Das Koki hat sein Konzept jedes Jahr weiter verfeinert, zum Beispiel durch ein aufwendiges Lichtkonzept. Auf der Esslinger Burg können bis zu 3000 Zuschauerinnen und Zuschauer Abend für Abend auf bequemen Hochlehner-Stühlen oder mit Isomatte und Decke auf dem Rasen Platz nehmen, sich schon lange vor Einbruch der Dunkelheit bei verschiedenen gastronomischen Angeboten bedienen – und sich mit Livemusik auf das Filmprogramm des Abends einstimmen, das traditionell mit einem originellen Kurzfilm beginnt. Stefan Hart verweist darauf, dass alle Jobs vor Ort ehrenamtlich gestemmt werden.
Damit das Festival gelingt, muss allerdings nicht nur der Rahmen stimmen. Mindestens ebenso wichtig wie das Ambiente ist ein interessantes Filmprogramm. Das Open-Air-Team des Kommunalen Kinos sichtet dafür zahlreiche Filme, irgendwann steht dann ein Programm. Sibylle Tejkl: „Liebhaber des spektakulären Hollywood-Überwältigungskinos, Romantiker und Komödien-Fans kommen ebenso auf ihre Kosten wie diejenigen, die die leiseren Töne oder den subtileren Witz des europäischen Arthouse-Kinos bevorzugen.“
Das Kino auf der Burg 2022 startet am 28. Juli mit Marcus H. Rosenmüllers Komödie „Beckenrand Sheriff“ – der Geschichte eines schrulligen Bademeisters, der in einem heruntergewirtschafteten Dorf-Schwimmbad unverdrossen für Ordnung sorgt. Karoline Herfurths Tragikomödie „Wunderschön“ erzählt am 29. Juli die Geschichte von fünf denkbar unterschiedlichen Frauen, deren Wege sich kreuzen. Großes Hollywood-Kino bietet am 30. Juli Ridley Scotts „House of Gucci“, ein opulentes Werk, das die oft gar nicht so schillernden Abgründe der internationalen Modewelt zeigt. Mit Erik Haffners hochkarätig besetztem satirischem Episodenfilm „Die Geschichte der Menschheit“ endet am 31. Juli die erste Woche im Kino auf der Burg.
Denis Villeneuves Science-Fiction-Epos „Dune“ eröffnet am 1. August die zweite Festivalwoche. „Ein überwältigender Film von großer Schönheit“, findet das Koki-Team. In seinem Film „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ (2. August) erzählt der Regisseur Andreas Dresen die Geschichte einer Frau, deren Sohn zu Unrecht als „deutscher Taliban“ in Guantanamo inhaftiert wurde. Weiter geht es am 3. August mit Baz Luhrmanns „Elvis“, der die Geschichte des King of Rock ‘n‘ Roll erzählt. Publikumsliebling Elyas M’Barek spielt in Anika Deckers romantischer Komödie „Liebesdings“ (4. August) einen Filmstar, der um seinen guten Ruf kämpft. Sönke Wortmann hat die französische Komödie „Die brillante Mademoiselle Neila“ unter dem Titel „Contra“ neu verfilmt (5. August). Und mit Simon Curtis‘ Historienfilm „Downton Abbey II: Eine neue Ära“ geht das Festival am 6. August zu Ende. 

Info: Eintrittskarten für das Kino auf der Burg kosten 12,50 Euro, ermäßigt 9,50 Euro. Der Vorverkauf für alle Vorstellungen beginnt am 1. Juli. Karten unter www.kinoaufderburg.de, bei Provinzbuch in Esslingen und während des Festivals am Koki-Infostand auf der Burg. Kartenreservierungen sind nicht möglich.

gw / Foto: Ines Rudel


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