Eine mächtige Metal-Welle

Im Esslinger Komma ist zum 15. Mal das Festival „Rock for One World“ gestiegen – Party wird mit der guten Sache verknüpft

Ausverkauft und doch keine volle Hütte, weniger Besucher und doch zufriedene Veranstalter, Virussorgen und doch glückliche Metal-Fans: Es sind verrückte Zeiten, die mittlerweile viel stärker von der Corona-Epidemie geprägt sind. Am 6. und 7. März fand jedoch das Festival „Rock for One World“ (ROW) noch statt. Da es die 15. Austragung war, wurde im Jugend- und Kulturzentrum Komma in Esslingen über zwei Tage bei harten Riffs und ordentlicher Lautstärke gefeiert. An beiden Tagen traten  jeweils vier Bands auf. Zunächst Tribute-Bands: „One by One“ (System of a Down), „Crazy Maiden“ (Iron Maiden), „Nitrogods“ (Motörhead) und die „Kiss Forever Band“  (Kiss). Tags darauf wurde dann wieder der typische ROW-Schwermetall-Sound bereitet, und zwar mit „Gloryful“, „Prolopower“, „MOB Rules“  und  „Victory“.

An dem Tribute-Band-Abend zelebrierten die vier Bands authentischen Sound und auch authentische Shows. Allen voran die „Kiss Forever Band“   mit den geschminkten Gesichtern. Laut Veranstalterangaben hatten die Besucher  des Öfteren den Eindruck, das Original rocken zu sehen.

Am Abend darauf heizten „Gloryful“ als Opener schon zu Beginn mächtig ein, über die Besucher schwappte eine mächtige Welle Classic Heavy Metal und Power Metal. Darauf stieg  die Esslinger Kultband „Prolopower“ auf die Bühne. Die Band um Gitarrist und Sänger Klaus Sperling machte aus dem Komma vol­lends einen Partytempel, die Veranstalter sprechen von „Metalkabarett vom Feinsten“. „MOB Rules“ waren aus dem hohen Norden angereist, mit Melodic Heavy Metal und bei bester Stimmung ging es dem Auftritt des Headliners entgegen. „Victory“ lieferten einen fulminanten Auftritt ab. Die Band um Gitarrist Herman Frank und den neuen Sänger Gianni Pontillo brachte vorrangig Songs der beiden Jubiläums-Alben „Culture Killed the Native“ sowie „Temples of Gold“. Die Musiker blicken teils auf 35-jährige Metalband-Karrieren zurück. Bei aller Routine war ihnen die Spielfreude nicht zu nehmen, das Publikum dankte es ihnen  und ging begeistert mit.

Beim ROW wird für die gute Sache gerockt, die Bands verzichten auf Gage, die Helfer arbeiten allesamt ehrenamtlich. Die Festival-Geschichte begann im Jahr 2004, die Initiative dazu entstand aus einer Katastrophe heraus. Ralf Schulz hat seinerzeit den Tsunami in Thailand überlebt und daraufhin das ROW ins Leben gerufen. Eine Woche vor dem neunten Festival starb Schulz überraschend. Doch seine Mitstreiter wollten das ROW nicht aufgeben, sie führen es in Schulz‘ Sinne weiter. Angeführt wird das Organisationsteam von Edgar Blum und Klaus Wagner. Dieses erstellt nun die Schlussrechnung und wird dann die Spendengelder überreichen. In den vergangenen Jahren wurden Projekte und Organisationen wie Wildwasser Esslingen, Hängebrücke, Aktionskreis für behinderte und nicht behinderte Menschen in Kirchheim,  Hospiz Esslingen oder auch die Weihnachtsspendenaktion der Eßlinger Zeitung unterstützt.  red / Fotos: Florian Stangl


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