Feiertage für die Jazzstadt

Maximilian Merkles Festival präsentiert vom 1. bis 22. Oktober internationale Stars und junge Musiker der Szene

Internationale Stars und junge Musiker geben sich vom 1. bis 22. Oktober beim internationalen Jazzfestival in Esslingen die Ehre. An unterschiedlichen Veranstaltungsorten von der Württembergischen Landesbühne (WLB) über die Stadtkirche St. Dionys und das Kulturzentrum Dieselstraße bis hin zum Neckar Forum und dem Jazzkeller in der Webergasse werden Musikerinnen und Musiker ein facettenreiches Bild ihres Genres zeichnen. Dass dabei auch der Nachwuchs zum Zuge kommen wird, ist Teil des Konzepts von Veranstalter Maximilian Merkle, der verrät: „Die Planung des Festival-Programms ist wie ein Puzzle. Und das Schöne ist: Es geht am Ende immer auf.“
Mit dem Saxofonisten Sandi Kuhn und dem Pianisten Volker Engelberth bestreiten zwei baden-württembergische Jazzpreisträger am 1. Oktober in der WLB den Auftakt. Gemeinsam mit dem Bassisten Jens Loh und dem Schlagzeuger Daniel Mudrack versprechen sie zarte Klänge von geradezu magischer Sogkraft. Im zweiten Teil des Konzerts setzt ein US-Quartett ein erstes Highlight: Schlagzeug-Legende Billy Hart, Ethan Iverson am Klavier, der Saxofonist Mark Turner und der Bassist Ben Street zählen zur Elite der New Yorker Jazzszene.
Das zweite Festivalwochenende steht zunächst im Zeichen des Klaviers, wenn am 7. Oktober der unlängst von der Jazz Journalists Association zum Pianisten des Jahres gekürte Vijay Iyer in der Stadtkirche St. Dionys zu hören sein wird. Iyer hat sein Können schon in unterschiedlichsten Besetzungen bewiesen – nun zeigt er in Esslingen, dass er auch solo eine Klasse für sich ist. Und am 8. Oktober erklingen kubanische Klänge in St. Dionys, wo sich der Pianist Gonzalo Rubalcaba und die Sängerin Aymée Nuviola als kongeniales Duo präsentieren.
Mit Enrico Pieranunzi hat sich ein Pianist angesagt, der am 13. Oktober nicht zum ersten Mal im Jazzkeller Akzente setzt – diesmal ist er solo zu hören. Die 23-jährige Pianistin Katherine Zyabluk eröffnet am 14. Oktober in der Württembergischen Landesbühne den Abend. „Ihre Eigenkompositionen bewegen sich zwischen Debussy und Monk, aber seit Beginn des Krieges adaptiert sie auch verstärkt ukrainische Volkslieder“, weiß Maximilian Merkle. Dieses Konzert beschließt das Quarteto Afro-Cubano des kubanischen Pianisten Omar Sosa. Klassische kubanische Musikstile wie Danzon und Cha-Cha-Cha verschmelzen mit Traditionen afrikanischer Musik.
Abdullah Ibrahim, der große Mann des afrikanischen Jazz, wird am 15. Oktober in der Stadtkirche St. Dionys auftreten. Neben der Zusammenarbeit mit John Coltrane, Ornette Coleman, Duke Ellington, Elvin Jones und Don Cherry in verschiedenen Besetzungen trat der südafrikanische Pianist – wie nun in Esslingen – immer wieder auch solo auf. Den Abschluss des dritten Wochenendes wird am 16. Oktober das Trio des tunesischen Oudspielers Dhafer Youssef gestalten, der für eine Fusion aus nordafrikanischer Musik und Jazz steht und sein Projekt „Sounds of Mirrors“ ins Neckar Forum mitbringt. Im Vorprogramm spielt die Festivalband – junge Jazzerinnen und Jazzer, die bereits beim renommierten Jazzfestival in Vienne in einem Workshop zusammengearbeitet haben und die nun in Esslingen ihr Programm perfektionieren.
Das Kulturzentrum Dieselstraße setzt dann am 22. Oktober den Schlusspunkt, wenn die französische Sängerin Leïla Martial mit ihrem Trio „BAA BOX“ eine charmante und komödiantische Performance von außergewöhnlicher Spannung verspricht.

adi / Foto: Veranstalter


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