Generationenkonflikt

WLB-Freilicht-Inszenierung „Hamlet – Prinz von Württemberg“ auf der Maille

Generationenkonflikt

Die Württembergische Landesbühne (WLB) hat sich für ihre aktuelle Freilicht-Inszenierung eines alten und doch hochmodernen Stoffs angenommen. In „Hamlet – Prinz von Württemberg“ zeigt das Ensemble auf der Bühne in der Esslinger Maille mit der Verlegung der Handlung nach Württemberg und sprachlichen Mitteln, dass das Thema des Dramas von William Shakespeare nichts an Aktualität eingebüßt hat.

Ab Donnerstag, 23. Juni, bilden die Maille und das Panorama der Inneren Brücke die Kulisse für eines der bedeutenden Dramen der Theaterliteratur. An insgesamt 20 Spieltagen zeigt dort die WLB Shakespeares „Hamlet“. Der Autor Jörg Ehni, der das Stück für die WLB bearbeitet hat, hat sich für die Esslinger Inszenierung eines Kunstgriffs bedient. Er siedelte das Drama um Mord und Rache, Verrat und Wahnsinn, Machtbesessenheit und Generationenkonflikt am württembergischen Königshof an. Damit eröffnete er die Möglichkeit, die für den modernen Leser oder Theaterzuschauer nur schwer nachvollziehbaren Unterschiede in der Sprache der Akteure zu Shakespeares Zeit verständlich zu machen.

„Da ist zum einen die ältere Generation der Elite, die an der Macht klebt und dafür über Leichen geht. Sie spricht Honoratiorenschwäbisch. Und es gibt die jüngere Generation, die aufbegehrt. Sie spricht Hochdeutsch“, erzählt Jutta Ortelt, die Pressereferentin der WLB. Mit diesen unterschiedlichen Sprachebenen würden der Konflikt der Generationen, die Gegensätze und auch die gesellschaftlichen Brüche deutlich. „Der Zuschauer versteht also von einer neuen Warte aus die Problematik im Stück“, erläutert Ortelt.

Zusätzliches regionales Kolorit erhält das Stück durch die Verpflichtung der Esslinger Kabarettisten Herbert Häfele und Erich Koslowski, bekannt als die Galgenstricke. „Das war ein schöner Coup. Die beiden haben sich trotz der ungewohnten Arbeit unter einem Regisseur sehr gut in das Ensemble eingefügt und sind mit dem notwendigen Ernst dabei“, freut sich Ortelt. Das schließe jedoch nicht aus, dass sie während des Auftritts aus einer spontanen Idee heraus humorige Dinge einfließen lassen könnten. Doch trotz des Dialekts, manches Sprachwitzes oder auch komischer Momente sei das Stück ein Shakespeare-Drama, betont sie. „Es ist kein schwäbisches Lustspiel mit Schenkelklopfern, sondern es bleibt der Hamlet-Stoff.“            pst / Foto: Archivfoto/Achim Mende

 

Info: „Hamlet – Prinz von Württemberg“, WLB-Freilichtbühne auf der Esslinger Maille; Aufführungen sind jeweils ab 20 Uhr am 23., 24., 25., 28. und 29. Juni sowie 1., 8., 9., 12., 13., 14., 15., 16., 20., 21., 22., 23., 27., 28. und 29. Juli, Karten und Informationen unter t 07 11/ 35 12-30 44.


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