Geschichtsstunden

Am Sonntag werden wieder Denkmaltüren im Landkreis geöffnet

Das Thema scheint Esslingen wie auf den städtischen Leib geschneidert: „Handwerk, Technik, Industrie“ steht über dem Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September. Und da die ehemalige Reichsstadt nicht nur mit bestens erhaltener alter Bausubstanz und großem Engagement der Bürgerschaft besticht, sondern auch als Wiege der Industrialisierung Baden-Württembergs gilt, schöpft Esslingen bei Führungen und Aktionen am Sonntag ab 11 Uhr aus dem Vollen. „Dabei werden Räume zugänglich, die der Öffentlichkeit sonst nicht offenstehen“, sagt Oberbürgermeister Jürgen Zieger. Auch andere Städte und Gemeinden im Landkreis Esslingen öffnen am Sonntag ihre Denkmäler.

64 Programmpunkte wurden allein in Esslingen zusammengestellt: neun Stadtrundgänge, 29 Objektrundgänge, sechs Kinder- und Familienführungen, sechs Programmpunkte im Landesamt für Denkmalpflege, eine Blindenführung und weitere besondere Angebote. Bei sieben Rundgängen ist die Teilnehmerzahl begrenzt, kostenlose Karten für diese sind bei der Stadtinfo im Späth‘schen Haus erhältlich. Ausgangspunkt für viele Führungen ist der Marktplatz, dort und im Faulhaberschen Haus werden etliche Handwerker ihr Können präsentieren. Das wird auch in der Bauhütte der Frauenkirche, beim Fensterbauer und beim Steindrucker gezeigt. In den Kirchen ist mehr als vollendete Handwerkskunst zu bestaunen – die Kirchengemeinden sind wieder wichtiger Partner am Tag des offenen Denkmals. Auch an Neckarkanälen und in Weinbergen werden Technik und Handwerk präsentiert. Die Wasserkraft sei das verbindende Element in der Entwicklung von Handwerk, Technik und Industrie in Esslingen, sagt der städtische Denkmalpfleger Andreas Panter. Also liegt ein besonderes Augenmerk darauf.

Da von der Maschinenfabrik Esslingen (ME) die Geschichte der Eisenbahn im Südwesten ihren Ursprung nahm, gilt Esslingen als Wiege der Industrialisierung im Land. So setzen sich die Denkmalbetrachtungen auch mit ME-Spuren in der Stadt auseinander. Und es stehen die Türen zu Turm und Ausgrabungsmuseum von St. Dionys, Lapidarium, Kessler-Ensemble, Dickem Turm und mehr offen. Zu guter Letzt gibt es am Abend im Esslinger Eisenlager ein Konzert mit Musikern des Podium-Festivals.

In Aichwald werden am Sonntag Führungen durch die Kirchen in Aichelberg, Aichschieß, Krummhardt und Schanbach angeboten. Auch Kirchheim zeigt sein großes Denkmalpotenzial: Das Programm umfasst dort 19 Punkte. Nürtingen greift das Thema an sechs Orten auf. Führungen und Ausstellungen gibt es auch in Aich, Beuren, Plattenhardt, Oberlenningen, Schopfloch, Wernau, Wolfschlugen und am Heidengraben bei Erkenbrechtsweiler.  ch

Info: unter www.tag-des-offenen-denkmals.de, das landesweite Programm zum Herunterladen unter www.denkmalpflege-bw.de. Broschüren und Flyer liegen auch aus.

Foto: aka


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