Große Sprünge wieder möglich

Jugendliche engagieren sich bei Sanierung der BMX-Anlage in Kemnat – Teile der Strecke können sie selbst modellieren

Schiefe Fahrspuren, zerfurchte Anlauframpen, bröckelige Sprunghügel und ausgewaschene Steilkurven – die etwa 15 Jahre alte BMX-Bahn bei der Sporthalle Kemnat hatte sich nach Jahren intensiver Nutzung in einem eher beklagenswerten Zustand präsentiert, und der Fahrspaß hatte sich entsprechend in engen Grenzen gehalten. In den Osterferien ließ die Stadt nun die Anlage nach Vorschlägen und bei aktiver Mitarbeit engagierter Jugendlicher neu gestalten. Der sanierte Parcours wird mittlerweile eifrig genutzt und animiert dank der neuen Elemente zu großen Sprüngen ebenso wie sanftem Gondeln.

Mehrere Kemnater Jugendliche hatten sich vor einiger Zeit an die Stadt mit dem Vorschlag einer Sanierung der BMX-Bahn bei der Sporthalle gewandt. Bei Beatrix Pfotenhauer vom städtischen Freiflächenmanagement trafen sie auf offene Ohren: „Die ganze Bahn hatte sich gesetzt und war verformt. Es war offensichtlich, dass die Anlage neu gemacht werden musste.“ Nach einem Aufruf im Amtsblatt meldeten sich weitere Jugendliche mit Ideen für die Sanierung und reichten per E-Mail und mit Zeichnungen Verbesserungsvorschläge ein. Bei einem Treffen auf der Bahn wurden schließlich konkrete Absprachen für die Neugestaltung getroffen. „Die Jugendlichen haben uns viele hilfreiche Tipps gegeben und waren schließlich hoch erfreut und stolz, dass sie Bauleiter für das Projekt sein konnten“, erzählt Pfotenhauer. In den Osterferien gestaltete  ein Gartenbau-Unternehmen in Kooperation mit den Nutzern die Bahn um. „Die Jugendlichen fuhren während der Arbeiten mit ihren Rädern immer wieder zur Probe durch das Gelände und korrigierten und verbesserten, und die Arbeiter waren sehr geduldig“, sagt Pfotenhauer.

Dem Grunde nach orientiere sich der Parcours an den teilweise professionell gestalteten und genutzten Bahnen in der Region. Aufgrund der begrenzten Fläche bei der Sporthalle sei freilich nicht alles umsetzbar gewesen, was den Jugendlichen vorgeschwebt hatte. „Insgesamt aber haben wir dank der engagierten Fahrer ein tolles Ergebnis erzielt, eine ideale Bahn für die Kinder und Jugendlichen in Kemnat“, sagt Pfotenhauer.

Wie die Fachfrau erzählt, hat die Stadtverwaltung auf eine Anregung der Jugendlichen hin weiteres Material bereitgestellt, damit die Fahrer künftig kleinere Formen entlang der Strecke selbst modellieren können. So sind derzeit immer wieder Jugendliche auf der Anlage mit Schaufeln zugange, um Sprunghügel und Auslaufflächen nachzubessern. Doch bis auf Kleinigkeiten ist die Bahn fertig und wird entsprechend eifrig genutzt. Jugendliche sausen über die Bahn und üben sich an den Hügeln in großen und akrobatischen Sprüngen, während sich Kleinere auf einer sanft modellierten Nebenstrecke tummeln. Nun sollen noch eine Sitzgelegenheit und ein Papierkorb aufgestellt werden – auch dies eine Anregung der Nutzer.  pst / Foto: Peter Stotz


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