Jägerin und Sammlerin

Daniela Merela trägt Dinge aller Art zum Thema Fahrrad zusammen – Ausstellung in der Region bestückt

Das Thema Fahrrad steht in Daniela Merelas Haus im Fokus. Mit großer Leidenschaft trägt sie alles zusammen, was irgendwie mit Rädern zu tun hat. Ihre Stücke sind auch in Ausstellungen zu sehen. Aktuell im Filderstadt-Museum in der Sonderschau „200 Jahre Fahrrad“.
Die Bewohner im Reihenhaus in Filderstadt-Harthausen lieben Fahrräder, das ist unschwer an dem hübsch dekorierten Rad im Gärtchen zu erkennen. Dort wohnen Daniela Merela und ihr Ehemann Thomas Schomisch – beide sind passionierte Radler, was Daniela Merela auf ihre spezielle Art auslebt. Sie trägt schlichtweg alles nach Hause, was in irgendeiner Weise mit dem Zweirad zu tun hat.
Das Fahrrad rückte in den Fokus ihres Interesses, als sie als Nicht-Autofahrerin auf den Fildern Anfang der 90er-Jahre die Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC ) mit gründete und für zehn Jahre dessen Vorsitzende war. Das Jagen und Sammeln begann zunächst unscheinbar. Auf Merelas Lis­­te standen Fahrradbücher, Postkarten oder auch Radkarten. Für eine Ausstellung ihrer Radbücher gab es im Rahmen von „200 Jahre Fahrrad“ sogar einen Landespreis. Mittlerweile besitzt Merela rund 400 Bücher und 4000 Postkarten mit Radmotiven. Heute finden sich auch alle möglichen Alltagsgegenstände wie Streichhölzer und Papiertaschentücher, Zahnpasta und Telefonkarten, Waschmittel und Servietten, Nudeln, Zuckertütchen oder Cornflakes mit dem Radmotiv in ihrer Sammlung. Seltenes ist auch dabei: Einen Rock mit einem Radfoto als Muster hat sie sich von einer Wiener Designerin nachschneidern lassen, Schmuck aus einer entölten Radkette trägt sie gerne, an den Ohren baumeln Ventile. Als Garderobe dienen Merela und Schomisch ausgediente Radlenker. Ein selbst gefertigtes Kunstwerk aus Sattel und Lenker ziert die Wand gegenüber, als Beleuchtung dient die Ampel für den Radweg und eine Uhr aus Zahnrädern zeigt die Zeit.
Ihre 100 Klingeln sind gerade in der Ausstellung zu „200 Jahre Fahrrad“ im Bonlandener Filderstadt-Museum zu sehen. Die allermeisten ihrer Artefakte findet Merela jedoch einfach im Alltag: „Bei jedem Besuch eines Drogeriemarkts kann ich fündig werden, zum Beispiel weil ich eine Seife mit Fahrradmotiv finde“, sagt Merela. Sie ist in Kontakt mit zwei anderen Sammlern in Österreich und der Schweiz. Meist geht es um Postkarten.
Es gibt auch echte Räder: Alltagsräder, Falträder, Liegeräder, ein Tandem und ein Tandem-Liegerad. Mit Schomisch ist sie in vier Etappen an der Donau entlang geradelt, kürzlich haben sie das letzte Stück bis zur Mündung mit dem Liegetandem absolviert. Merela leitet auch Radtouren
Gesammelt hat sie immer. Vor Jahren begann sie, blaues Glas zusammenzutragen. Ihre Wohnung lebt von den hübschen Arrangements. Angeregt wurde die engagierte Umweltschützerin von den an Glascontainern abgestellten blauen Flaschen – die Farbe wollte einfach nirgendwo reinpassen. Die nächste Leidenschaft galt den Meeresschildkröten – nicht lebenden Exemplaren wohlgemerkt. Die echten Tiere jedoch haben die Leidenschaft entfacht, da die gelernte Gärtnerin als Mitglied einer Tierschutzorganisation an europäischen Stränden die Eiablageplätze von Meeresschildkröten geschützt hat.     bob / Foto: bob

Info: Sammelstücke im Filderstadt-Museum in Bonlanden innerhalb „200 Jahre Fahrrad“, bis 12. November, sonntags 13 bis 17 Uhr, geöffnet. In den Ferien geschlossen. Weitere Teile: Stadtmuseum Gerlingen vom 8. Oktober bis 15. April.


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