Klimaschutz im eigenen Garten

Heimische Bäume und Blumen dienen Tieren als Futterquelle und Unterschlupf

Wie wichtig grüne Oasen sind, zeigen die Herausforderungen des Klimawandels. Dessen Folgen abzumildern, haben sich Umweltverbände und Verbände der Landschaftsgärtner auf die Fahnen geschrieben. Sie sagen, Klimaschutz fängt bereits im eigenen Garten an.
Bäume sind Alleskönner, sie spenden Schatten und schützen vor Lärm, Abgasen und Wind, erklärt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Sie erfreuen mit ihrer Blütenpracht und einem grünen Blätterdach und im Herbst mit ihren Früchten. Bäume begünstigen das Klima, indem sie Sauerstoff produzieren, CO2 speichern und Feuchtigkeit verdunsten. Das schafft ein angenehmes Mikroklima. Für den Garten eignen sich heimische Obstbaumarten sowie Vogelkirsche, Linde oder Holzapfel. Bevor ein Baum in den Garten kommt, sollte der Platzbedarf bedacht werden, denn aus einem kleinen Setzling entwickelt sich mit den Jahren ein raumgreifender Baum.
Bäume und Sträucher sind wichtiger Lebensraum für Insekten, und diese zählen neben den Gartenfrüchten zu den wichtigsten Nahrungsquellen für Gartenvögel. Besonders reich decken heimische und laubabwerfende Arten den Tisch für Insekten. Rolf Frey vom Kreisverband Esslingen des Nabu wirbt für die richtige Wahl beispielsweise beim Kauf einer Linde. Während Sommer- und Winterlinde eine gute Wahl seien, drohten Insekten bei der Krimlinde zu verhungern, weil sie weniger Pollen und Nektar biete.
Immergrüne oder exotische Bäume und Sträucher wie Forsythie, Rhododendron oder Thuja eignen sich nicht für einen vogelfreundlichen Garten. Sie dienen höchstens als Nistplatz für Brutvogelarten, die gerne in dichtem Gehölz nisten, das ihnen Schutz vor Fressfeinden bietet. Holunder oder Schwarzdorn eignen sich dagegen gut, erklärt der Nabu-Sprecher, und die Früchte des hei­mischen Weißdorns werden von 32 Vogelarten gefressen.
Weil viele Tierarten auf ganz bestimmte Früchte spezialisiert sind, eignet sich beispielsweise gut eine Mischhecke aus Hasel, Rotem Hartriegel, Holunder, Brombeere oder Wildrosen. Früh brütende Arten nutzen für ihre erste Aufzucht übrigens gerne immergrüne Pflanzen wie Efeu oder Stechpalme.
Je weiter der Sommer voran schreitet, umso weniger ungefüllte Blüten finden Insekten im Garten. Der Nabu rät, deshalb im Rasen ein paar Quadratmeter stehen zu lassen, damit Klee und andere Wiesenblumen als Nahrungsangebot dienen können. Auch wer den Rasen nicht so kurz abmäht, lässt Raum für kleinere Wildblumenarten.
Viele Tiere finden Unterschlupf und Lebensraum unter abgestorbenen Ästen, Stubben und modernden Stämmen im Garten, die man zum Beispiel als brom­beerüberwachsenen Reisighaufen anlegen kann. Neben zahlreichen Insektenarten finden im und am toten Holz zum Beispiel ­Kröten, Spitzmäuse, Igel und Wiesel und ­andere Kleintiere Nahrung und einen Unterschlupf.
Wer Zauneidechsen etwas Gutes tun will, legt im Garten einen Steinhaufen oder Natursteinmauern an, denn diese Tiere lieben es sonnig und warm. Selbst mit einem einfachen Steinhaufen in einer sonnigen Ecke des eigenen Gartens nehmen sie vorlieb.

com / Foto: dpa


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