Kultur und Natur am Kraterrand

Kunst- und Aktionspfad am Randecker Maar – „Ein Lernfeld für alle Beteiligten“ – Riese Heim mit Symbolkraft


Von Samstag, 27. Juni, bis Ende August werden am Randecker Maar zwischen der Jugendhilfeeinrichtung Ziegelhütte und Ochsenwang Kunst und Natur eine enge Verbindung eingehen. Jugendliche und Mitarbeiter aus der Einrichtung, Künstler aus der Region und Kooperationspartner haben gemeinsam den zweiten Kunst- und Aktionspfad Randecker Maar auf die Beine gestellt. Entlang eines Skulpturenpfads und bei einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Musik und Theater, Open-Air-Kino und Workshops, Führungen zum Naturschutz und einer Umweltmesse sollen die Besucher staunen, nachdenken und nicht zuletzt auch genießen. Die Schirmherrschaft hat Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann übernommen.

Der Riese Heim überragt sie alle. Sieben Meter hoch empfängt die Großskulptur beim Hof Randeck an der Hepsisauer Steige die Besucher des Kunst- und Aktionspfads der Ziegelhütte am Randecker Maar. Der Riese, der der Sage nach einst das Neidlinger Tal zwischen dem Reußenstein und dem Heimenstein mit einem einzigen Schritt überquerte, steht auch als Symbol für die enorme Leistung, die die Jugendhilfeeinrichtung Ziegelhütte und insbesondere die von ihr betreuten Jugendlichen erbrachten.

Der Kunst- und Aktionspfad am Randecker Maar, der nach 2012 nun das zweite Mal organisiert wird, stellt für die Jugendlichen eine enorme Herausforderung dar. „Seit einem Jahr planen und arbeiten wir alle gemeinsam an dem Projekt. Die Jugendlichen erfahren dabei, dass man in einem Team auch etwas Großes stemmen kann, dass man auch auf bisher fremden Gebieten Unerwartetes erfolgreich meistern kann“, beschreibt Hendrik van Woudenberg, der Geschäftsführer der Ziegelhütte.

Was am Kraterrand des Randecker Maars entstanden ist, nötigt Respekt ab. Jugendliche der Ziegelhütte und Künstler aus der Region haben 40 Kunstwerke geschaffen, die entlang eines etwa fünf Kilometer langen Skulpturenpfads vom Hof Randeck bis nach Ochsenwang eine enge Verbindung zwischen Kunst und Natur herstellen. Der Kunstpfad ist eingebettet in ein umfangreiches Rahmenprogramm, das ab Samstag, 27. Juni, einen Monat lang die Vielfalt der regionalen Kultur abbilden soll und auf die landschaftlichen Besonderheiten des Biosphärengebiets hinweist.

Konzerte mit Musikvereinen, Ensembles und Bands aus der Region sind geplant, Jugendliche und Mitarbeiter treten bei Theateraufführungen auf die Bühne. Im Open-Air-Kino werden aktuelle Filme gezeigt, bei Führungen werden Aspekte der geschützten Natur zwischen dem Randecker Maar und dem Schopflocher Moor wie auch der Kulturlandschaft Schwäbische Alb nahegebracht, eine Umweltmesse informiert über Nachhaltigkeit, Mobilität und das Biosphärengebiet. Bei Vorträgen und Führungen wird den Besuchern die Landwirtschaft auf der Alb erläutert. Kinder und Erwachsene lernen bei Workshops den kunsthandwerklichen Umgang mit Stein und Wolle, Metall, Papier und Zeichengeräten. Ein Mittelaltertag, ein Lichterfest, der Kunsthandwerkermarkt Sommerlust sowie Kooperationsveranstaltungen mit dem Scheunensommer Schopfloch und dem Mörikehaus Ochsenwang runden das Programm ab.

„Für die Jugendlichen ist das ein großes Lernfeld. Sie haben im Lauf des Projekts viel über ihren Wert erfahren und Qualifikationen erworben“, sagt van Woudenberg. So hätten die Jugendlichen nicht nur Kunstwerke konzipiert und geschaffen, sie seien auch als Kunstpfad-führer ausgebildet worden, würden als Frontmann einer Band oder als Schauspieler vorne an der Rampe stehen. „Sie haben gelernt, vor großen Gruppen von fremden Menschen zu stehen, zu sprechen und ihr Können zu zeigen. Das hat ihr Selbstbewusstsein und ihr Selbstwertgefühl ganz enorm erhöht. Es kann eine einschneidende Erfahrung für das  Leben sein“, sagt van Woudenberg.  pst / Foto: pst

 

Info: Das Programmheft liegt in Geschäften und Buchhandlungen in Kirchheim und den Kommunen nahe dem Randecker Maar aus. Informationen auch unter www.jugendhilfe-ziegelhuette.de


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