Lärm bleibt in Grenzen

Betonteile für Fildertunnel: Noch zögerliche Verladung von Tübbingen in Altbach


Anfang November sind in Altbach die ersten Züge mit Tübbingen eingetroffen – großen Betonfertigteilen für den Fildertunnel der Bahnstrecke Stuttgart–Ulm. Da bisher weit weniger Tübbinge angeliefert werden als angekündigt, werden sie tagsüber verladen. Aber sobald die Tunnelbohrmaschine richtig auf Touren ist, sind drei Züge pro Woche vorgesehen. Dann ist Nachtarbeit angesagt. Der Lärm scheint sich aber in Grenzen zu halten.

Die großen, rund elf Tonnen schweren Betonteile kommen auf Zugwaggons von der Oberpfalz nach Altbach. Dort werden sie auf einer Verladestelle neben dem Bahnhof auf Lastwagen umgesetzt und zur Fildertunnel-Baustelle beim Echterdinger Ei gekarrt. Insgesamt werden 53 000 Tunnel-Betonteile und damit 23 000 Lkw-Fahrten benötigt, die mindestens bis November 2017 andauern. Die Alternative war, die Bauteile zum Auskleiden der Tunnelröhre direkt vor Ort an der Baustelle zu produzieren. Das wurde jedoch nicht genehmigt.

Im Altbacher Gemeinderat hatte die Verladung im Vorfeld für Empörung gesorgt, allein schon deshalb, weil die Verwaltung nicht von der Bahn informiert worden war, sondern aus der Presse davon erfuhr. Zudem befürchtete man eine nächtliche Lärmbelastung der Anwohner. Die nächstgelegenen Wohnhäuser im Bereich Esslinger Straße und Haldenrainweg sind rund 150 Meter entfernt. Mittlerweile sind die Bedenken aber kleiner geworden. Ein Lärmgutachten habe ergeben, dass die Richtwerte für die Nacht überall eingehalten würden, außer im siebten Stock des Hochhauses am Kreisverkehr, bestätigt Altbachs Bürgermeister Wolfgang Benignus – aber der „harte Grenzwert“ wird den Berechnungen zufolge auch dort nicht überschritten. Benignus war selbst bei einer Verladung vor Ort und hat festgestellt, dass die Geräusche „tagsüber eigentlich nicht ins Gewicht“ fallen. Nachts, bei weniger Umgebungslärm, könne das natürlich anders sein. Die beauftragte Firma hat zugesichert, auf den Piepston beim Rückwärtsfahren zu verzichten und die Geräusche beim Umsetzen der Betonteile durch Gummimatten zu dämpfen. Zudem soll ein neuer, besonders leiser Gabelstapler aus Schweden eingesetzt werden, der momentan allerdings noch auf sich warten lässt.

Noch passiert ohnehin nicht viel am Ladeplatz: Am 11. Dezember ist ein Zug mit Tübbingen angekommen, der nächste ist erst für den 7. Januar angekündigt. Das liege daran, dass die Tunnelvortriebsmaschine noch nicht auf Hochtouren laufe, erklärt Reinhold Willing, Sprecher des Bahnprojektes Stuttgart–Ulm. Diese Maschinen seien Unikate, für die jeweilige Baustelle angefertigt, weshalb noch viel Feinjustierung notwendig sei. Angelaufen ist die Maschine mit dem Namen „Suse“ mit gut zwei Wochen Verspätung Ende November. „Wenn sie sich eingefahren hat, dann werden auch die drei angekündigten Güterzüge pro Woche nötig sein“, so Willing.   aia / Foto: aia


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