Maillekreuzung wird saniert

In den Sommerferien wird der Verkehr mehrere Wochen behindert – Belagsarbeiten kosten 700 000 Euro

Unverhofft kommt in Esslingen vor allem oft, wenn es ums Baugeschehen geht: Auf der Maillekreuzung, einer der belebtesten Kreuzungen im gesamten Landkreis, muss der Belag erneuert werden. Damit verbunden ist eine wochenlange Verkehrsbehinderung in den Sommerferien. In einem zweiten Anlauf stimmten die Mitglieder des Ausschusses für Technik und Umwelt (ATU) kürzlich mehrheitlich für die 700 000 Euro teure Sanierung.

Die Maillekreuzung gehört zu den bedeutsamsten Verkehrsknotenpunkten im Stadtgebiet. Sie verbindet die nördlichen und südlichen Stadtteile und führt auf die im Landkreis eminent wichtige und viel befahrene B 10. 45 000 Fahrzeugen fahren täglich über die Kreuzung. Und es werden ständig mehr. Das steigende Verkehrsaufkommen, insbesondere des Lkw-Verkehrs, habe die  Straße zunehmend belastet. Die Schäden seien so groß, dass die Verkehrssicherheit nicht länger gewährleistet werden könne. Eine Instandsetzung des Fahrbahnbelags sei „unumgänglich“, so begründet die Verwaltung den Schritt.

Auch wenn die Entscheidung zum folgenreichen Straßenbauprojekt ein wenig überraschend kommt, ist den Verkehrsteilnehmern schon lange klar, dass es nicht so weitergehen konnte auf dieser Kreuzung. Der Stadtverwaltung war die Dringlichkeit bewusst. Doch wurde die Entscheidung herausgezögert, um nicht – im wahrsten Sinne des Wortes – zu viele Baustellen auf einmal aufzumachen. „Durch die aufwendigen Arbeiten an der Vogelsangbrücke und die dadurch bedingten Verkehrseinschränkungen mussten die dringend notwendigen Arbeiten für die Verkehrssicherheit im Kreuzungsbereich in dieses Jahr verschoben werden“, heißt es in der Beschlussvorlage, die das Rathaus  vorlegte. Die dort aufgelisteten Schäden sind gravierend: Risse, Setzungen, Schlaglöcher, Aufplatzungen, Kanten, tiefe Spurrillen. Letztere sind bis zu sechs Zentimeter tief, was für Motorrad- und Fahrradfahrer gefährlich ist.

Der Zeitpunkt der Sanierung ist absichtlich gewählt: In den Sommerferien ist weniger los auf den Straßen. Auch wenn die Arbeiten verhältnismäßig lange dauern, handelt es sich nicht um eine Großbaustelle. Es geht  um den Asphaltbelag der Maillekreuzung und Teile der Kiesstraße bis zur Obertorstraße, der erneuert werden muss. Das nennt man im Fachjargon „Belagssanierung“. Da man schon mal dabei ist, sollen auch Randsteine abgesenkt werden. Das  hat  Konsequenzen für die Verkehrsteilnehmer. Die Rede ist von einem „aufwendigen Umleitungsverkehr“. Die Hauptfahrtrichtungen sollen allerdings größtenteils aufrecht erhalten bleiben, so verspricht das Rathaus.

Das Thema hatte schon Ende April auf der Tagesordnung des ATU gestanden, war jedoch auf Wunsch der Grünen vertagt worden. Sie wollten  die Auswirkungen einiger Neuerungen wie der Umgestaltung der Ritterstraße in eine Fußgängerzone sowie der Umweltspur auf der Kiesstraße abwarten, bevor eine Sanierung angegangen wird. Nun stand der Beschluss erneut   auf der Tagesordnung. Baubürgermeister Wilfried Wallbrecht erklärte, dass es lediglich um die Reparatur der Asphaltschicht gehe, unabhängig von der künftigen Organisation der Kreuzung. SPD, Freie Wähler, CDU und FDP waren für eine schnelle Sanierung. Grünen-Rat Jürgen Menzel betonte: „Wir können der Vorlage nur zustimmen, wenn die Verkehrsbeziehungen geklärt sind.“ So argumentierte auch Die Linke und beantragte eine Vertagung.

Bei der neuerlichen Sitzung  waren dann die Bedenken der Grünen zerstreut, nicht die der Linken. „Wir halten nach wie vor eine grundsätzliche Planung für notwendig und meinen, dass man erst den Plan macht und dann Maßnahmen umsetzt“, sagte Tobias Hardt. „Uns geht es vor allem um Fußgängerüberwege und die Radverkehrsführung. Auch eine Verkleinerung des Straßenraums sollte überlegt werden. Weniger Straße bedeutet auch weniger Folgekosten.“  Ein Tempolimit rund um die Maillekreuzung sei als Alternative „sicher vertretbar“.  jmf / Foto: Roberto Bulgrin


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