Matthias Klopfer ist der neue OB

SPD-Politiker gewinnt Wahl in Esslingen mit hauchdünnem Vorsprung vor Daniel Töpfer – Wahlbeteiligung bei 38,3 Prozent

Matthias Klopfer heißt der neue Oberbürgermeister von Esslingen. In der zweiten Runde der OB-Wahl hat sich Klopfer am vergangenen Sonntag knapp mit 49,5 Prozent der Stimmen gegen Daniel Töpfer (48,1 Prozent) durchgesetzt. Die zweite Runde war notwendig geworden, weil in der ersten Wahlrunde am 11. Juli kein Kandidat die absolute Mehrheit errungen hatte. Im zweiten Wahlgang reicht die einfache Mehrheit aus. Mit 38,3 Prozent wurde die ohnehin nicht berauschende Wahlbeteiligung aus dem ersten Wahlgang (41,2 Prozent) noch einmal unterboten.

Außer Klopfer, derzeit noch Oberbürgermeister von Schorndorf, und Töpfer war noch die unabhängige Kandidatin Gabriela Letzing angetreten. Sie kam auf 2,2 Prozent der Stimmen. Nicht mehr dabei waren drei Kandidaten aus der ersten Runde: Vittorio Lazaridis (Grüne), Martin Auerbach (Linke) und der parteilose Bewerber  Gebhard Mehrle.  Mehrle und die Grünen empfahlen mit Blick auf den zweiten Wahlgang ausdrücklich Matthias Klopfer. Umso überraschter waren viele, dass die Entscheidung am Ende derart knapp ausging. Klopfer war der Kandidat der SPD, während hinter Töpfer die Freien Wähler, die CDU und die FDP standen.

„Ich bin dankbar, dass ich die Verantwortung übernehmen darf“, sagte der Wahlsieger. Es sei ein Wimpernschlagfinale geworden. Er dankte seinem Vorgänger Jürgen Zieger (SPD), der 23 Jahre lang eine hervorragende Arbeit als Oberbürgermeister geleistet habe. Der künftige OB der Stadt dankte auch seinem Kontrahenten Daniel Töpfer für einen fairen Wahlkampf. Noch am Wahlabend versprach Klopfer, ein Oberbürgermeister „für die ganze Freie Reichsstadt Esslingen“ zu sein. „Ich breite die Arme aus, gemeinsam mit allen und für alle Esslinger, die Zukunft der Kommunalpolitik zu gestalten.“

Als Zweitplatzierter zeigte sich Daniel Töpfer, Bürgermeister   von Weissach, enttäuscht über das knappe Ergebnis. „Mit einem Prozent Rückstand so eine Wahl zu verlieren, ist bitter.“ Er sei aber überzeugt, „dass wir vieles richtig gemacht haben“. Viele Esslinger hätten sich eine Veränderung gewünscht. Das Ergebnis zeige, dass die Stadt gespalten sei, denn es hätten sich zwei Kandidaten gegenübergestanden, die fundamental andere Vorstellungen gehabt hätten, wie es in der Stadt weitergehen soll.

Insgesamt waren knapp 70 000 Wahlberechtigte zur Abstimmung aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag mit 38,3 Prozent noch niedriger als in der ersten Wahlrunde. Der bisherige Oberbürgermeister Jürgen Zieger (SPD) war 23 Jahre im Amt und geht am 30. September in den Ruhestand. Zieger war einer der Ersten, die  Klopfer zum Wahlsieg gratulierten. Seinem Nachfolger wünschte er „Glück und Fortüne“, die man in diesem Amt brauche. Und er vergaß auch Klopfers Ehefrau Anni Betz nicht,    der er eigene Erfahrungen mitgab: „Ein solches Amt hat man nicht allein. Ich weiß, wovon ich rede.“ Besonders dankte Zieger den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Esslinger Stadtverwaltung und den vielen ehrenamtlichen Wahlhelfern, die in diesem Jahr gleich vier Wahlen meistern müssen.

Bei der Auszählung der Wahlbezirke beziehungsweise der Verkündung der Ergebnisse am Sonntag war die Spannung im Neckar Forum nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr mit Händen zu greifen. Es war ein Herzschlagfinale, das viele Zuschauer gebannt verfolgten. Und so lagen  Frust und Freude bei den beiden Kandidaten dicht beieinander, als der Erste Bürgermeister Ingo Rust um 19.17 Uhr das vorläufige amtliche Endergebnis verkündete.  jmf/adi / Foto: Roberto Bulgrin


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