Millionen für die Brückensubstanz

Plochinger Verkehrsachse wird saniert – Baustart im Sommer oder Herbst

Die Brücken von der B 10 zur Karlstraße sind der Plochinger „Haupteingang“. Hier fließt ein Großteil des Verkehrs in Richtung Innenstadt. Nach der Sanierung des ersten, kleineren Abschnitts vor vier Jahren stehen nun weitere Arbeiten an. Dabei sollen aber immer eine Fahrspur für Autos und eine Fahrradspur befahrbar bleiben.

Genaugenommen fährt man zwischen Plochingen und der Kurve Richtung Deizisau über drei Brücken. Der südlichste Teil wurde von Bund und Land bereits 2016 saniert. Für die aktuellen Arbeiten ist die Stadt Plochingen zuständig. Sie betreffen sowohl die 120 Meter lange Otto-Konz-Brücke über den Neckar und den Hafen als auch die „Verlängerte Hafenbrücke“, also das rund 150 Meter lange Stück über die Bahnschienen bis zum Kreisverkehr. Darüber hinaus soll auch die Rampe zum Nordkai des Hafens ausgebessert werden.

Beton- und Fahrbahnschäden

Nachdem bei einer turnusmäßigen Prüfung verschiedene Schäden an Verschleißteilen festgestellt wurden, hat man die Brücken genauer untersucht. Das Fazit, dass „die Grundsubstanz gut erhalten ist“, so Joachim Kohler vom Tiefbauamt der Stadt, klingt erfreulich. Damit das so bleibt, müssen aber die vorliegenden Schäden an der Fahrbahn und den Übergängen sowie teilweise am Beton behoben werden.

Die Stadt kommt dabei dennoch mit einem blauen Auge davon, denn Betonsanierungen unterhalb der Abdichtung sind noch nicht erforderlich. Sie wären weitaus kostenintensiver als die 4,9 Millionen Euro, die jetzt angesetzt sind. Davon können 1,8 Millionen Euro mit einem Landeszuschuss gedeckt werden. Im vergangenen Jahr hat die Stadt den Bewilligungsbescheid aus dem Programm „Kommunaler Sanierungsfonds Brücken“ erhalten.

Im Januar hat der Gemeinderat nun den Baubeschluss gefasst. Somit wird diese Investition weiter vorangetrieben. Andere Baumaßnahmen, die zwar im Haushalt stehen, bei denen aber der Baubeschluss noch aussteht, sind vorerst aufgrund der Corona-Krise  auf Eis gelegt. Denn wenn die Konjunktur einbricht, brechen auch die Steuereinnahmen der Kommunen ein und das Geld wird knapp.

Die Arbeiten an den Brücken sollen demnächst ausgeschrieben werden und nach der Vergabe zügig – im Sommer oder Herbst – starten. Konkret geht es darum, die Fahrbahnen instandzusetzen, den Oberflächenschutz und die Entwässerung zu verbessern, das Geländer zu erhöhen, die Beleuchtung auf LED umzustellen, Maßnahmen zum Korrosionsschutz und zur Betonsanierung vorzunehmen sowie Leerrohre fürs Breitbandnetz zu verlegen.

Die Stadt und das mit der Planung beauftragte Ingenieurbüro MSing rechnen mit 18 Monaten Bauzeit. Währenddessen soll durchgehend eine Fahrspur in Richtung Innenstadt bestehen bleiben. Das ist auch wegen des Schwerlastverkehrs in Richtung Hafen wichtig. Der müsste sonst bereits an der Querspange Reichenbach beziehungsweise in Wernau die Bundesstraßen verlassen und den Weg über die Plochinger Innenstadt nehmen, verbunden mit zusätzlichen Belastungen fürs Zentrum.

Mit Stau ist zu rechnen

Staus und Behinderungen dürften während der Bauzeit kaum ausbleiben. Wenn eine Seite der Brücken saniert ist, will man die Fahrbahn verlegen und auf der anderen Seite weitermachen. Aus der Stadt heraus sollen Autofahrer auf einer der anderen Routen geführt werden. Erfahrungsgemäß finde man den Weg aus Städten heraus leichter als in sie hinein, sagt Benjamin Treiber, der in der Plochinger Verwaltung für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Umleitungen würden natürlich trotzdem ausgeschildert.  aia / Foto: aia


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