Millionen für die Burg

Sicherungsmaßnahmen am Hohenneuffen gehen in die zweite Runde


Vieles hat die Festung Hohenneuffen schon erlebt in ihrer fast tausendjährigen Geschichte. Um die „Wiege Baden-Württembergs“ dauerhaft zu erhalten, lässt die Landesregierung die mächtigen Mauern der Burg ab Herbst in einer millionenschweren Baumaßnahme umfassend sichern und sanieren.

Im Wirtschafts- und Finanzministerium hat man die Mittel für den zweiten Bauabschnitt bereits freigegeben: Rund 1,5 Millionen lässt sich das Land die Sicherungsmaßnahmen im Außenbereich der Burg kosten. Geld, dass der zuständige Minister Nils Schmid gut investiert sieht: „Die Burgruine Hohenneuffen ist von großer kulturhistorischer Bedeutung.“ Daher sei es ihm ein besonderes Anliegen, die Burgruine zu erhalten.

Rund 100 000 Besucher steigen Jahr für Jahr zur größten Burgruine Süddeutschlands hinauf. Die mächtige Festung, die am Albtrauf über Beuren und das Neuffener Täle wacht, bietet 750 Meter über dem Meeresspiegel einen weiten Blick über das Neckartal bis hin nach Stuttgart und – an guten Tagen – bis zum Schwarzwald und den Kaiserbergen. Als geschichtsträchtig gilt das um 1100 errichtete Bollwerk insbesondere, weil hier bei der Dreiländerkonferenz Württemberg-Baden, Württemberg-Hohenzollern und Baden der Weg für die Gründung des Bundeslandes geebnet wurde.

Jedoch sind die Jahre nicht spurlos am Mauerwerk vorübergezogen. Bereits 2014 wurde ein Abschnitt des Mauerwerks rechts des Allerwindenturms im Bereich der Kasematten ausgebessert und stabilisiert. Ab Herbst lässt das Land nun die Gewölbebögen und Stützpfeiler der Hangbrücke grundlegend sanieren. „Die Gewölbe weisen Rissbildungen auf“, erklärt Michaela Reiter von der Pressestelle des Wirtschafts- und Finanzministeriums. Zudem soll der bis­herige Fahrbahnbelag durch Natursteinpflaster mit einer Entwässerung ersetzt und sollen die Mauerbrüstungen erhöht werden. Auch der Fundamentpfeiler des ehemaligen Karl-Eugen-Tores muss instandgesetzt werden.

Axel Vetter, der zusammen mit seiner Frau seit 1982 die Gastronomie auf dem Hohenneuffen führt, blickt den Maßnahmen gelassen entgegen. Bisher habe er zwar noch keine konkreten Nachrichten vom Liegenschaftsamt des Landes, erklärt er. Vetter rechnet aber nicht damit, dass der Besuch der Festung während der rund einjährigen Bauzeit groß beeinträchtigt wird. „Wir haben hier ständig Bauarbeiten, das war noch nie ein Problem“, hat der Gastronom schon Routine in diesen Fragen. Aller Voraussicht nach kann der Ausflugs- und Restaurantbetrieb also während der Bauzeit ungehindert weitergehen. Alles andere wäre fatal, insbesondere für den Gastronomen: Denn auch im kommenden Jahr soll die Feste wieder für eine ganze Reihe von Veranstaltungen und bereits gebuchte private Feiern stimmungsvoller Rahmen sein.              mo / Foto: dpa


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