Mit Lokalkolorit

WLB stellt neues Programm vor – Zuwachs bei Besucherzahlen

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Viele regionale Bezüge in Themen und Sprache sowie Blicke auf das vergangene Jahrhundert ziehen sich wie ein roter Faden durch die Stücke der Spielsaison 2016/2017: In der vergangenen Woche hat die Württembergische Landesbühne (WLB) ihr neues Programm vorgestellt. Dabei waren auch die steigenden Besucherzahlen ein Thema.

Ein Blick zurück: Bisher hat die Rückkehr von Intendant Friedrich Schirmer der WLB erfreuliche Besucherzahlen gebracht. In der Spielzeit 2014/2015 haben 109 059 Menschen die Aufführungen besucht. Gegenüber dem Vorjahr lässt sich ein Plus von 22 Prozent für Esslingen und neun Prozent für die Auswärtsspiele ausmachen. Die Zahl der Vorstellungen ist im gleichen Zeitraum von 658 auf 722 gestiegen. Und für die laufende Saison deutet sich eine ähnliche Entwicklung an. Eine kleine Unbekannte stellt allerdings noch das Wetter dar, das der Freilichtbühne, die am 15. Juni am Kesslerplatz beginnt, die Bilanz verhageln könnte. Die erfolgreichsten Produktionen waren der „Sheriff von Linsenbach“ mit einer Auslastung von 85 Prozent und „Narziss und Goldmund“ mit einer Auslastung 99 Prozent.

24 Produktionen legt die WLB im neuen Programmheft vor. Darunter sind acht Uraufführungen  und zwei deutschsprachige Erstaufführungen. Eine der Uraufführungen ist „Doctor Faustus‘ Magical Circus Part II“, das Schirmer als „Musical mit den Zutaten Weimar, Beatles und Monty Python“ bezeichnet. Autor ist Martin Lingnau. Eine weitere Uraufführung ist der „Trafikant“, das vom Leben und der Liebe in einem Zigaretten- und Zeitungsladen im Wien von 1937 erzählt. Mit dem Stück „Die Auferstehung“ nach Karl-Heinz Ott steht eine weitere Uraufführung an.

Solche Premieren gibt es auch in der Jungen WLB: „Sumchi“ erzählt eine Geschichte über die erste Liebe im Israel der 50er-Jahre nach einem Roman von Amos Oz. „Wie sieht‘s denn hier aus?“ beschäftigt sich mit dem Thema Ordnung anhand einzelner Socken. Das „Tagebuch der Anne Frank“ erzählt von der dunkelsten Seite des 20. Jahrhunderts, 75 Jahre nach Annes erstem Tagebucheintrag.

Der schwäbische Dialekt und das kleinbürgerliche Schwaben mit möglichen Bezügen zur Heimatstadt sind die Leitmotive etlicher Stücke. So wie bei „Also sprach Barbarossa“ des Autors Lothar Bobbe. Schirmer stellte das Stück als „kleinstädtisches Puppical“ vor. Die spießbürgerliche Kulisse wird in „Fatal. Fatal. Mord auf dem Schillerplatz“ demaskiert. Jörg Ehni hat die Komödie von Eugène Labiche ins Schwäbische übertragen. Der Autor Ehni ist auch für die Freilichtaufführung im nächsten Jahr verantwortlich: „Ich kann nicht anders – Der Anschlag von 1517“ thematisiert 500 Jahre Martin Luthers Thesenanschlag. Einer Kooperation der städtischen Galerie und der Jungen WLB entspringt „NippleJesus“ nach Nick Hornby, das in der Villa Merkel aufgeführt wird.      bob / Foto: bob (Autoren und Theaterleute im Gespräch: Marco Süß, Lothar Bobbe, Friedrich Schirmer, Karl-Heinz Ott, Jörg Ehni und Marcus Grube – von links)

Info: Programm unter www.wlb-ess­lingen.de; Theaterkasse unter t 07 11/35 12-30 44.


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