Mit Tempo

„Radautobahn“ von Stuttgart durchs Neckartal geplant

Wer mit dem Rad zur Arbeit fährt, möchte nicht die Natur genießen, sondern möglichst schnell vorankommen. Speziell für Berufspendler setzt das Land deshalb auf Radschnellwege. Eine solche Verbindung von Plochingen oder sogar Reichenbach bis nach Stuttgart ist so gut wie sicher – vorausgesetzt, die vorgegebenen Standards lassen sich umsetzen. Eine Machbarkeitsstudie wird jetzt erstellt.

Auch in der Radstrategie der Landesregierung sind die Schnellwege als wichtiger Baustein verankert. Ziel ist es, den Radlern ein hohes Tempo zu ermöglichen, indem sie so weit möglich – auch dank Brücken und Tunnels – kreuzungsfrei unterwegs sind oder zumindest Vorrang haben. Mit vier bis sechs Metern Breite sind solche Wege für eine stärkere und schnellere Befahrung als andere Radwege ausgelegt. Ziel ist, den Velo-Verkehr gegenüber der Pkw-Nutzung zu stärken und öffentliche Verkehrsmittel zu entlasten. Nicht zuletzt hat man mit den „Radautobahnen“ auch die steigende Zahl an Pedelecs im Auge.

13 baden-württembergische Landkreise haben nach Aufforderung des Landes insgesamt 29 Vorschläge für Radschnellverbindungen eingereicht. Drei davon hat das Landesverkehrsministerium als Pilotprojekte ganz oben auf seine Lis­­te gesetzt, darunter die Verbindung Stuttgart – Esslingen mit Fortsetzung bis Plochingen oder Reichenbach. Es bezuschusst zum einen die Kosten für die notwendige Studie zu 80 Prozent. Bei dieser gehe es „zunächst darum, eine geeignete Routenführung zu finden“, erklärt Alfred Lohberger vom Straßenbauamt der Kreise Esslingen und Göppingen. Baulastträger und verantwortlich für die Schnellverbindungen wird aber das Land sein, auch zugunsten eines einheitlichen Standards beim Unterhalt und dem Winterdienst. Die neuen Wege sollen aber nicht etwa ein feingliedriges Radwegenetz ersetzen, sondern eine parallele Struktur schaffen. Bestehende Wege sollen dabei so weit wie möglich genutzt werden. Was die Wegeführung der Neckartal-Strecke angeht, möchte Lohberger nicht vorgreifen. Ob sie an der B 10 entlang läuft oder wie sie Esslingen queren wird, wo es derzeit Auseinandersetzungen um die Verlegungen des Radwegs am Neckar gibt, werde die Studie ergeben, sagt er. Auch die betroffenen Gemeinden sollen bei der Streckenführung mitreden.

Das Land stellt insgesamt 1,2 Millionen Euro für verschiedene Machbarkeitsstudien bereit, für die
Planung und den Bau von Radschnellwegen hat der Landtag weiteres Geld bewilligt. Auch der Bund hat Zuschüsse angekündigt. Gemäß Landes-Radstrategie sollen bis 2025 zehn der Schnellverbindungen realisiert werden.    aia / Foto: aia


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