Mit Unverpackt-Ecke und Salatbar

Für den frisch eröffneten CAP-Markt in Neuhausen haben Verwaltung und Gemeinderat sehr gekämpft

Nach langem Leerstand hat am vergangenen Donnerstag der neue CAP-Markt in Neuhausen eröffnet. Mit einem Sortiment von 10 000 Artikeln ist das  Geschäft in der Marktstraße in Betrieb gegangen. Durch einen Investitionskostenzuschuss von 300 000 Euro hat es die Gemeinde Neuhausen möglich gemacht, die  Nahversorgung im Ort nun langfristig  zu sichern. Dankbar ist Jörg Moosmann, der die CAP-Märkte in der Region beim Sozialunternehmen Nintegra verantwortet, auch für die Unterstützung der Vermieter. „Sie haben es mit der umfassenden Sanierung möglich gemacht, dass wir ein attraktives Angebot machen können, das auf Neuhausen zugeschnitten ist.“ In dem Markt mit dem integrativen Konzept arbeiten Menschen mit und ohne Handicap. 

Dass sowohl von der Verwaltung als auch von den Gemeinderäten „viele Anregungen kamen, wie wir das Sortiment hier auf die Gemeinde zuschneiden können“, findet Moosmann gut. Besonders hat er sich über die Initiative von drei Mädchen aus Neuhausen gefreut, die sich für ein Unverpackt-Sortiment eingesetzt haben. „Das haben wir gerne aufgegriffen und bieten nun auch mehr Lebensmittel an als geplant.“

Mit einer Broschüre werben Bürgermeister Ingo Hacker und die  Sprecher der Gemeinderatsfraktionen dafür, dass die Kundschaft den neuen CAP-Markt in der Marktstraße auch annimmt. Denn das ist die Voraussetzung, dass sich das Projekt trägt.  „Als 2019 abzusehen war, dass der bisherige Betreiber des CAP-Marktes sein Engagement einstellen wird, war es Gemeinderat und Verwaltung ein großes Anliegen, diese Lücke schnell wieder zu schließen“, fasst Hacker die Vorgeschichte zusammen. „Das durchdachte Konzept, das professionelle Engagement, die innovativen Ideen, das große Sortiment und die Angebote – vom Lieferservice bis zum begleiteten Einkaufen von CAP – haben uns von Anfang an begeistert.“

In einem  gemeinsamen Statement haben die Vorsitzenden der Fraktionen im Gemeinderat begründet, weshalb sie sich in wirtschaftlich schwierigen Zeiten dafür entschieden haben, die 300 000 Euro zu investieren, um die Nahversorgung in der Ortsmitte zu sichern: „Für viele Mitmenschen dient der Einkauf in einem Lebensmittelmarkt in der Ortsmitte als wichtige Anlaufstelle zur eigenen Versorgung, aber auch als Treffpunkt und zur Kommunikation.“ Mariela Herzog (Freie Wähler), Marius Merkle (CDU), Tanja Verch (IGL) und Roman Krieger (SPD) danken in der Stellungnahme auch ihrem ehemaligen Kollegen Erich Bolich, der sich auf vielen Ebenen dafür eingesetzt habe, dass der CAP-Markt  wieder öffnen kann.

Nun hofft Jörg Moosmann darauf, dass die Neuhausener die neue Einkaufsmöglichkeit in der Ortsmitte auch annehmen. „Wir leben von den Leuten, die ihren Wocheneinkauf bei uns machen.“ Mit einer sogenannten Schnippelküche ist der neue Laden in Neuhausen ohnehin als nur einer von drei CAP-Märkten im Netz der Nintegra besonders ausgestattet. Dort gibt es frisches Obst, Salate und Gemüse. Über ein Pfandsystem ist es auch möglich, den Verpackungsmüll zu reduzieren.

„Jeder Markt ist auf die Bedürfnisse der Stadt oder der Gemeinde zugeschnitten“, sagt Moosmann.  Das Sozialunternehmen Nintegra betreibt unter anderem auch die CAP-Märkte in Köngen und Denkendorf. Beide laufen nach Moosmanns Worten richtig gut. Geleitet wird der Markt in Neuhausen von Aljosha Klaiber, der zuvor im Köngener Markt gearbeitet hat. Klaibers Stellvertreterin ist Denise Ulferts. „Es liegen ereignisreiche, schöne und natürlich auch arbeitsreiche Monate  des Aufbaus hinter uns“, sagte  Klaiber kurz vor der Eröffnung. „Aber es hat sich mehr als gelohnt, es ist ein  toller, moderner CAP-Markt entstanden, der keine Wünsche offen lässt.“   eli / Foto: Ines Rudel


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