„Nachhaltig lebenswert“

Busse mit Elektro-Hybrid-Technik auf drei Esslinger Linien – Ausbau  geplant – 40 Kilometer Laufleistung mit Batterie

Seit Ende April sind sie auf den Straßen Esslingens unterwegs: Die neuen Elektro-Hybrid-Busse des Städtischen Verkehrsbetriebs Esslingen (SVE). Die Oberleitungsbusse sind Teil der Strategie, die Elektromobilität im Esslinger Busverkehr zu stärken. Die Stadt, die Stadtwerke Esslingen (SWE) sowie der SVE haben die Neuen mit den Esslinger  Motiven kürzlich vorgestellt.

Die drei neuen Fahrzeuge der Marke „Solaris Trollino 18“ sind Gelenkbusse mit niedrigem Einstieg. Mitfahren können – zumindest in normalen Zeiten – auf je 45 Sitz- und 66 Stehplätzen bis zu 111 Fahrgäste. Andreas Clemens, kaufmännischer Werkleiter der SVE, ist stolz auf seine Flotte und betont den Komfort für die Fahrgäste: „Die Gelenkbusse haben einen niedrigen Einstieg. Sie sind klimatisiert, leise und mit WLAN ausgestattet.“ Die 25 Tonnen schweren Busse sind mit einem Oberleitungssystem ausgestattet, können  jedoch auch mit Batterie fahren. Vier Batterieblöcke sitzen hinten im Bus, dort wo bei herkömmlichen Bussen der Dieselmotor zu finden ist. Johannes Müller, der Technische Werkleiter des SVE, erklärt, dass darüber Antriebsstrom für bis zu 40 Kilometer bereit gehalten wird. Auch lädt sich die Batterie beim Bergabfahren unter der Oberleitung auf, Bremsenergie wird in Strom umgewandelt. Außergewöhnlich ist auch das Innere der Busse. Ganz neu für die Fahrgäste ist die Darstellung der Energieströme im Fahrzeug auf zwei separaten Monitoren. Auf ihnen wird gezeigt, wie viel Batterieleistung aktuell noch vorhanden ist, ob der Fahrstrom aus der Oberleitung kommt oder der Omnibus auf Batteriebetrieb fährt.

Insgesamt sind mittlerweile zehn Elektro-Hybridbusse auf Esslingens Straßen  unterwegs, und zwar auf den Linien 101, 113 und 118. „Die neuen Busse verstärken die bereits bestehende Elektro-Hybrid-Flotte und ersetzen die bisherigen O-Busse. Sie sind Teil unserer Strategie, den elektrisch gefahrenen Anteil im Busverkehr in den nächsten vier Jahren zu verdreifachen“, sagt Esslingens für den Nahverkehr  zuständiger Bürgermeister Ingo Rust. Den Strom für die Busse liefern die SWE, und dieser stammt aus regenerativer Erzeugung. SWE-Geschäftsführer Jörg Zou weist darauf hin, dass seit  Jahren sämtliche O-Busse in Esslingen  mit Ökostrom der SWE  unterwegs sind.

Rein äußerlich sind die Busse ebenfalls Hingucker: Sie sind mit Esslinger Ansichten  designt, die der  Esslinger Illustrator Florian Bayer im Auftrag der SWE gestaltet hat. Zu sehen sind Motive aus Esslingen wie das Alte Rathaus, die Burg und die Neckarkanäle samt den Menschen, die dort leben. „Nachhaltig lebenswert“ lautet das Motto der Motive, die  die lebens- und liebenswerten Seiten  Esslingens zeigen sollen. Nachhaltige Mobilität spielt dabei ebenso eine Rolle wie bewusster Konsum und umweltfreundliche Stromerzeugung: So ist ein Vater mit seinen Kindern mit E-Lastenrad unterwegs, eine Familie geht auf dem Wochenmarkt einkaufen. Auf den Dächern der Neuen Weststadt sind viele Fotovoltaikanlagen zu erkennen.

Ingo Rust erläutert, dass  das Oberleitungssystem in Esslingen weiter  ausgebaut werden soll. Begonnen wird mit dem Altstadtring bis zum Hirschlandkopf sowie in der  Pliensauvorstadt.  Bis in fünf Jahren soll dann der Esslinger Busverkehr komplett elektrisch laufen – „als erster in Deutschland“, sagt Rust. Schon jetzt könnte der Bus nach Obertürkheim dank seiner Batteriekapazität bis Untertürkheim weiterfahren, darüber werde gerade verhandelt. Die Oberleitung reicht nur bis Obertürkheim. 

Florian Bayer ist gebürtiger Esslinger und   arbeitet seit 2007 als freischaffender, preisgekrönter Illustrator und doziert an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Würzburg. Er  arbeitet für das„Süddeutsche Zeitung Magazin“, „Die Zeit“, „Der Spiegel“ und weitere Magazine und Zeitungen aus dem In- und Ausland.  red/bob / Foto: Tom Weller


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