Nadelöhr aufweiten

Ausbau der Verkehrsknoten zwischen B 10 und A 8 startet in Denkendorf


In den nächsten Jahren will die Landesregierung insgesamt sieben Kreuzungen an Verkehrsknotenpunkten zwischen der B 10 und der A 8 um- und ausbauen. Auf Denkendorfer Gemarkung, beim Autohaus Drechsler, ist kürzlich der Startschuss dazu gefallen. Derzeit wird dort die unterirdische Fußgängerquerung erweitert. „Diese Straße ist eine wichtige Verbindungs- und Zubringerstraße für Esslingen, Ostfildern und Denkendorf – und für alle Bürgerinnen und Bürger, die dort leben und arbeiten“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann beim Spatenstich Mitte August.

Die Verkehrsachse zwischen dem Autobahnanschluss auf den Fildern und der B 10 im Neckartal ist seit langem stark belastet. So auch die Kreuzung der Landesstraßen 1200 und 1202 zwischen Denkendorf und Nellingen. Dort fahren nach Angaben von Projektleiter Frank Engelhart vom Baureferat Süd des Regierungspräsidiums Stuttgart rund 30 000 Autos täglich durch. Mit der Erweiterung des Festo-Stammsitzes in Berkheim wird der Verkehr auch dort noch zunehmen. Der soll dann mit dem Ausbau der Kreuzungen weniger ins Stocken geraten. Am L 1200/1202-Knoten sollen dafür je eine zusätzliche Spur in Richtung Esslingen und Autobahn sorgen. Beide zusätzlichen Spuren dienen lediglich zum Einfädeln und münden danach wieder in die jetzigen Richtungsspuren.

Einen beschleunigten Durchfluss des Verkehrs versprechen sich die Planer auch vom Wegfall der Fußgängerampel, da Radfahrer und Fußgänger die Kreuzung nach dem Umbau nur noch unterirdisch queren. In etwa zehn Wochen werden dann Verkehrsinseln für die neuen Spuren zurückgebaut. Dabei wird die alte, technisch überholte Ampelanlage abgebaut; den Verkehr regelt zunächst ein Provisorium, bevor zum Ende der Bauzeit eine moderne LED-Anlage die Ampel schaltet. Das Projekt „Drechsler-Kreuzung“ ist auf eine Bauzeit von insgesamt neun Monaten angelegt, unterteilt in acht Bauphasen.

Die reine Bauzeit ist laut Engelhart zwar kürzer, jedoch müssen die Bauherren auf verkehrsarme Zeiten
ausweichen, um den überlasteten Knoten nicht über Gebühr zu strapazieren. Asphaltarbeiten laufen in den Osterferien. Engelhart weiß, dass es zu erheblichen Behinderungen kommen wird. „Wir werden das beobachten und gegebenenfalls über Umleitungsstrecken nachdenken“, versichert er. Im Fokus liegt dabei die alte Körschtal­straße, die seit der Einweihung des Viadukts nur noch zeitlich begrenzt befahren wird.

Der Umbau der „Drechsler-Kreuzung“ kostet 1,1 Millionen Euro, die vom Land getragen werden. In einem nächsten Schritt sind ab dem Jahr 2016 die sogenannte Festo-Kreuzung und die Kreuzung an der Nellinger Linde an der Reihe. Die Arbeiten an allen sieben Knoten sollen 8,2 Millionen Euro kosten. Alle Knoten sollen bis 2018 erweitert sein – dann will Festo sein neues Technologiezentrum eröffnen, nachdem wohl bereits im kommenden Jahr die Mitarbeiter ins Verwaltungshochhaus eingezogen sind.                bob / Foto: bul


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